25.01.2012

20.01.2012 San Pedro de Atacama / Chile

In der Region waren wir schon vor ca. 5 Monaten gewesen, nachdem wir mit Wera und Friso aus Bolivien kamen. Die Atacama ist die trockenste Wüste der Erde und die Erdkruste ist hier gerade 5 Meter dick. Wir freuten uns das Dorf, welches durch gute touristischen Infrastruktur und Angebote in die Umgebung besticht, nun auch im Sommer kennenzulernen.
Naja, nach einer Stunde waren wir allerdings schwer genervt, denn das ziemlich gute und vielseitige Hostel/Hotelangebot war so gut wie am Limit. Klar, Hauptsaison und dazu noch Wochenende. Hurra, wir waren ja auch zwei Experten. Mein Wunsch nach einem Zimmer flog dahin und wir erkundeten die Campingplätze, die wir schon kannten . Die beiden günstigen gingen aufgrund von Überfüllung und dadurch Verdeckung leider nicht. Daher wurde es der DELUXE Campingplatz vor einem Hotel. Den Abend genossen wir beim Schlendern durch die Strassen und in einem gemütlichen „höhlenartigen“ Restaurant.
Wir merkten schnell, dass Hochsaison war, war es doch im Winter beschaulicher gewesen. Allerdings sind die Preise, ob Sommer oder Winter, gleich. Und so schlimm war es nun heute auch nicht.
Das Mondtal Valle de la Luna (nicht zu verwechseln mit dem in Argentinien) hatten wir schon „damals“ besichtigt. Nun waren andere Programmpunkte dran, wegen denen wir ein zweites Mal hier her gekommen waren.
Skypen mit den Eltern
Den Sonntagvormittag besuchten wir die Lagune Cejar eine Salzlagune in der man sich treiben bzw. floaten lassen kann. 3 Stück davon gibt es in unmittelbarer Nähe zu San Pedro.
Nachdem wir erneut vor tagen einen leichten Platten diesmal im Hinterreifen verspührten, suchten wir eine Werkstatt auf. Hier war ein Kommen und Gehen am heiligen Samstag…auch hier half man uns eifrig und schnell und wiedermals kostet es grad mal 4,50€.
Werkstatt bleibt Werkstatt
Overlander (60 jährige Französin)
Danach machten wir uns auf zum Geysier el Tatio, einem der höchstgelegenen Geysierfelder der Welt…4.280 m. (San Pedro liegt auf 2.440 m)
Am Fuß des Vulkankraters befindet sich ein Geothermalgebiet mit Geysiren und heißen Quellen. Von 110 eruptierenden Quellen wurden mehr als 80 als echte Geysire identifiziert, von denen über 30 andauernd aktiv sind. Es handelt sich um das größte Geysirfeld der Südhalbkugel. Die Wassertemperatur liegt bei 86 °C.
Tourenanbieter starten in das 95 km nördlich von San Pedro entfernte Spektakel morgens um 4:00, sodass sie circa 6:30 zum Sonnenaufgang, mit diversen anderen Gruppen, vor Ort sind. Morgens sind die Geysiere am nämlich aktivsten.
Wir hatten von anderen OVERLANDERN aufgeschnappt, dass man die Nacht davor in der Nähe verbringen kann, sodass die Anreise am frühen Morgen nicht ganz so furchtbar früh ist. Das war unser Plan, in der Hoffnung den Höhenunterschied gesundheitlich zu packen. Eigentlich hätten wir noch 1-2 Nächte auf 3.500 einlegen sollen, aber wir wollten direkt dorthin und es versuchen. Sollte es schiefgehen würden wir in der Nacht einfach ein Stück herunterfahren…(Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit…usw.) http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6henkrankheit

Auf dem Weg dorthin trafen wir 3 Holländer wieder, welche wir am Tag zuvor kenngelernt und über unseren Plan informiert hatten. Nun fuhren wir gemeinsam durch die gewaltige, bergige, immer höher ansteigende, einsame Landschaft, auf der Suche nach einem Schlafplatz. Auf dem Weg durch das weitläufige Altiplano kreuzen immer wieder Vicuñas den Weg und es eröffnen sich faszinierende Ausblicke auf grün schimmernde Bergseen vor Schneevulkanen. Die ansteigende Höhe machte sie bei uns allen bemerkbar, dennoch hofften wir auf einen nahe an den Geysieren gelegenen und nicht alt zu hochgelegenen, windgeschützten Platz. 10 km vor den Geysieren fanden wir ein Geisterdorf, es lag zwar schon auf 4.280 m, dennoch war klar, dass es für heute unser Platz ist. Sandys Bruder Dany stellte sein Zelt in einem der Gebäude auf, wir anderen parkten draussen, nah an der Hauswand. Nach einer Portion Koka-Bonbons und einem Abendessen, versuchten wir alle zu schlafen, was keinem gelang.
Holland on Tour
Um 5:00 trafen wir uns beim Café machen und verpacken unsere Sachen.
Um 6:00 erreichten wir den Eingang.
Zwar waren schon ein paar wenige Touren und Besuche da, aber wir fanden einen Stellplatz in erster Reihe und schauten bei frisch gebrühtem Café zu, wie das Spektakel der Geysiere langsam im Sonnenaufgang begann…es fing an zu brodeln, zu sprühen, zu dampfen. Wie ein riesiges Dampfbad sah es aus, als fast 100 Geysiere so langsam in Fahrt kamen…Dann schießen sie irgendwann vor der Kulisse gewaltiger Andengipfel als heiße Dampffontänen aus der Hochsteppe.
Wir schlenderten auf dem Feld entlang, immer wieder dampfte und qualmte es aus dem Boden, es brodelt und es zischt. Manche schiessen in Meterhohen Fontänen hervor und „verstummen“ nach einigen Sekunden wieder. Es passiert so viel gleichzeitig. Es ist wirklich unglaublich.
zweites Frühstück
Matthai, Sandy und Dany
Mutter Natur, was hast Du dir denn dabei schon wieder gedacht?
Wir 5 warteten bis fast alle Gruppen weg waren und machten derweil erstmal zweite Brotzeit. Danach machten wir es uns in einem Pool gemütlich, was nicht einfach ist, denn unter einem „arbeiten“ heisse Quellen, teilweise so heiss, dass man sich verbrennt. Aber es ist absolut genial!

Im Anschluss fuhren wir (leicht übermüdet) erst die älteste Kirche (IGLESIA SAN FRANCISCO) Chiles in CHIU CHIU steht. Sie ist aus dem Jahre 1540, hat eine Decke aus schickem Kaktusholz und sieht etwas aus wie eine „Sandburg“…aber wirklich schön.

Danach ging es in die 33 km entfernte Stadt Calamá, bzw. nach in Chuquicamata, der größten offenen Kupfermine der Welt. Wie schon Freitag war sie verschlossen, Führungen finden nur einmal täglich statt.
Da wir in der laut Reiseführer genannten „Drecksstadt....“ alias Stadt Calamá nicht bleiben wollten, drehten wir ab und schlugen erneut den Weg zur Küste ein. Wir landeten wieder auf der sich durch die Wüste ziehende Panamericana und nach dem Tankstopp in VITORIA fuhren wir eine elendig lange und anstregende „überStockSteinDünen-Fahrt“….bis wir auf der Küstenstrasse Ruta 1 waren.
Im Sonnen Untergang fuhren wir weiter gen Norden, bis wir nach über ca. 555 Tageskilometern und Staublungen in der auf Anhieb netten Stadt IQUIQUE eintrafen. Hier wollten wir ein paar Tage am Strand bleiben…

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