27.08.2011

23.08.2011 Sucre / Bolivien

Wir guckten durch unser Zeltdach und sahen einen blauen Himmel und es war wärmer. FlipFlop Wetter. Es tat gut die dicken Botten auszuziehen und frei von Mütze, Schal und Fleeceweste zu sein. Hatte der Holländer doch Rech behalten. Nach einem Frühstück am Feuer machten wir uns auf die Weiterreise.
Kaffeewasser aufsetzen
Zähneputzen
Das bisschen Haushalt...
Guten Morgen!
Wir wussten, dass es vor dem Ort „Tarabuco" eine Baustelle gab. Von dort wären es ca. 100 Kilometer nach Sucre. Es war eine Tagesbaustelle und es ging nur zwischen 18:30 und 6:30 weiter. Unsere Fahrt dorthin war wieder atemberaubend. Die hohen Berge die in der Sonne glänzten, kurvige Sandstrassen und zwischendrin Bergdörfer - es war wie in einem Bilderbuch.

Kinder barfuß und in kaputter Kleidung, sitzend auf der Strasse, nahmen dankend unsere Bonbons an, die wir ihnen reichten. Sicherlich wäre etwas ohne Zucker besser gewesen, denn die meisten hatten schon eine schwarze Front. Die Erwachsenen ebenfalls, bzw. meist gar keine Zähne mehr. Alle Herren die wir trafen, hatten ihr Säckchen Coca Blätter in der Hand und die Backen voll. Lustig, wenn man sie nach dem Weg fragt. Fenster besser geschlossen halten.
Trampen ist international
Wir hielten in "jedem"  Ort – und das waren nicht viele, um nochmal zu tanken. Man tankt nämlich immer wenn man kann...Bei dem letzten Ort hatten wir Glück und es gab eine Tankstelle.
Es gab grünes Diesel. Neulich war es rot. Hoffentlich macht das Lord Höördie keine Probleme.
Markisenverlängerung
Gegen 14:30 standen wir schlagartig vor DER Baustelle. Kein Durchkommen, kein Schlupfloch. Einfach warten. Die Menschen lagen in, untern, neben, hinter ihren Autos. Es war inzwischen recht warm geworden und die Sonne brannte. Kurzerhand entschieden wir uns, nicht in der Reihe zu warten, sondern Bergabwärts einen kleinen Fluss zu fahren. Von dort hatten wir alles im Blick. Wir genossen die Sonne und begannen zu kochen. Clemens` Erbsensuppe sollte es werden. Wera und Friso kamen ebenfalls hinzu und so warteten wir gemeinsam im Sonnenschein.

Die Fahrt nach Sucre ging dann recht schnell. Die Strassen waren ungewöhnlich gut! Ursprünglich wollten wir in dem Örtchen Tarabuco übernachten, fanden aber keinen sicheren Platz für unsere Autos.

Die Stadt sah im Dunkeln schon toll aus. Kolonialbauten machten die Stadt schön und Wir gemütlich. Wir waren gespannt auf die Hauptstadt. Alle die wir bisher getroffen hatten und dort gewesen waren, schwärmten. Die Stadt lag auf 2.800 m Höhe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sucre

Gegen 22:00 fanden wir das Hotel, welches uns empfohlen worden war.
„Hotel Pachamama“, zentral gelegen, Parkplatz mit passender Durchfahrtshöhe, ein schlichtes aber sauberes Zimmer. Nacht/Zimmer: 10,00 €. Ohne Frühstück. Höördie war zufrieden und wir nach einer warmen Dusche auch.
Obwohl es tagsüber meist 30 Grad waren, wurde es nachts schattig. So kauften wir bei unserem ersten Marktbesuch eine mobile Heizung. Für 15,00€. Sie würde uns in Zukunft sicherlich nützlich sein, da es nirgends eine Heizung gab.
Ausblick aus unserem Zimmer
 zum Linkslenker umdisponiert
Die Stadt war lebendig. Früh morgens waren die Strassen voll, Gehupe ohne Ende. Auch hier war der Verkehr wild. Wir schlenderten oft durch die Strassen und beobachten nur. Vor Schulen war meist grosser Andrang. Kinder wurden hier von der restlichen Familie am Spätnachmittag abgeholt. Vor den Schulen tümmelten sich Süssigkeitenverkäufer, in der Hoffnung noch eine flotte Mark am Nachmittag zu machen. Das Konzept ging auf. Alle aßen Süsskram.

Kirchen haben hier, wie in anderen Bolivianischen Städten, "Öffnungszeiten". Das verwundert uns bis heute.

Die Menschen sind hier sehr gemischt. Man trifft hier die betuchten Geschäftsleuten, trendbewusste Jugendliche sowie die traditionellen Damen mit ihren langen Zöpfen, Röcken und Ponchos. Viele Ältere sitzen zusammengekauert am Strassenrand und betteln oder verkaufen Bohnen, Empanadas, Getreide etc.

Auch hier gab es viele Hunde. Auch Strassenhunde. Sie trafen sich meist nachts und gingen im Rudel auf Tour. Susi und Strolch lassen grüssen. Leider kam auch hier der ein oder andere auch hier unter die Räder eines Autos. (nicht unseres!) Die Bilder und Geräusche bekomme ich nur schwer aus meinem Kopf. Aber vielleicht erklärt es, warum fast an jeder Ecke eine Tierarztpraxis ist.
Und Zahnärzte gibt es ohne Ende. Dabei haben die meisten Menschen hier kaum-oder keine Zähne...aber sie essen ja viele Süssigkeiten.
Neben den deutschen Konsulat befindet sich das Kulturcafé Berlin
Für alles ist gesorgt
Augen auf beim Straßenlauf
Das Leben war für uns günstig. Ein gutes Frühstück kostet hier in einem Restaurant ca. 1,50 - 3,00€.
Mittagessen beginnt ab 2,50. Für 5,20 hatten wir in einem wirklich schicken Restaurant tolle Rinderfilets mit köstlichen Beilagen und Salatbuffet.
Wir hatten gehofft, dass wir hier nur Reis und Bohne bekämen und die Brasilianischen/Argentinischen Pfunde bekämpfen könnten. Keine Chance. Ebenfalls ist Sucre die Stadt der Schokolade und Salteňas, eine Art Empanada. Auch Wein und Bier werden hier hergestellt und munden sehr. Haben wir natürlich nur gehört.

Wera und Friso, mit denen wir noch gemütlich bis an den Salar de Uyuni reisen werden, wohnen gegenüber von unserem Hotel auf einem von zwei Bolivianern kreierten Campingplatz. Der Einkauf auf dem Markt für die abendliche „Parilla“ alias BBQ oder Grillage war spannend. Unser Fleischverwöhnter und liebender Brasilianer nahm dem Kampf mit den Bolivianischen Fleischfrauen auf …und gewann. Somit sassen wir 4 mit 4 Schweizern, diversen Salaten und Beilagen, 1 Kilo Würstchen (4,00 €), sowie 4 Kilo Rinderfilet (12,00 €) zusammen und tauschten wiedermals Tipp & Tricks des Reisens aus.
Brasilianisch-Österreichische Grillsituation
Knochenhauerstrasse

Ein Highlight war allerdings, dass wir bei einem „Sundowner Bierchen“ welches wir in der Unikneipe kauften und über den Dächern der Stadt genossen, angesprochen wurden.
In der Kneipe verkaufte man uns ein deutsches „Paderborner“…somit sprach uns eine Dame (ca. 70 Jahre) an, die mit ihrer Tochter und 2 Enkeln spazieren ging. „Ein Prosit“…sagte uns Julia, die früher mal in München zu Besucht bei ihrer damals dort lebenden Tochter war.

Nun wohnten alle wieder vereint in Sucre.
„Das Beste Bier“ sollten wir kennenlernen, so sagte die kleine, drahtige, quirlige und freundliche Dame. Somit fanden wir uns tags darauf um 16:00 bei Julia und Katina und ihren Söhnen (bolivianischer & peruanischer Abstammung) Maximilian und Werner zum Bier trinken (Sureña Pilsen) und Popcorn essen ein.
Unikneipe mit Paderborner Bier
Clemens mit Julia, Katina und Max (vLnR)

Wir genossen die Stadt sehr. Restaurants und Bars waren verlockend. Märkte dominierten die Stadt und waren eine Augenweide. Man bekam fast alles...und man fand so viel...
Markthalle
Wir wussten, dass diese Stadt einzigartig in Bolivien ist.
So genossen wir die Zeit und waren aber auch gespannt auf das da Kommende.

watch your step! 
Besuch bei der Kräuterhexe.
Tierembryonen und Tukanschnäbel gegen das Böse
Auch tritt noch immer bei Einheimischen Verwunderung und Respekt ein, wenn wir über unsere Grenzüberfahrt durch das Drogengebiet berichten.
Bolivien (120 t/Jahr) ist übrigens nach Kolumbien und Peru (210 t/Jahr) der grösste Kokain Produzent der Welt.

Das Durchschnittseinkommen pro Kopf/Monat liegt hier bei 82,00 € und gearbeitet wird meist 30 Tage im Monat.

Ach ja, die Länder Guyana und Bolivien sind die Einzigen Südamerikas, die KEINE McDonalds-Filiale haben.