27.11.2012

09.11.2012 New Orleans / USA

So, hätten wir das auch geschafft.
New Orleans, die Stadt, welche ich vor einigen Jahren auch ziemlich gut fand, obwohl ich damals auch hier vor den Bars ausharren musste und das ist bekanntlich eine undankbare Sache

Clemens war richtig gespannt, denn kaum jemand findet NOLA (New Orleans Louisiana) nicht super.
Aller Anfang ist schwer und somit stolperten wir zuerst über deftige Hotelpreise. Mehr als deftig. Unter 200 $ gab es an diesem Wochenende kaum was oder es war günstiger und lag am AdH. Der fast örtliche RV Park lag bei 85 $ plus Tax und war somit auch kein Schnapper. Zudem war er, sowie diverse Hotels ausgebucht. Tolle Wolle.

Bevor wir es zum Wochenbeginn in der Stadt nochmal versuchen wollten, frönten wir dem „Landleben““…auf dem Campingplatz im Bayou Segnette State Park, im Bezirk Westwego. Hier bemerkten wir zwar nichts von New Orleans, genossen aber recht sonniges Wetter und die sumpfige Nachbarschaft. Eine kleine Bootsfahrt brachte uns leider nicht die erhofften Scharen von Alligatoren, aber einen Einblick in die 2005 von Hurrican Katrina überschwemmten Gebiete.

Generell sahen wir viele mühsam zusammengeklöppelte Häuslein oder nach wie vor komplett zerstörte Häuserreihen in der Region.
Campingplatzbild

Während viele Besucher die Stadt am Sonntag verliessen oder aber in dem riesigen Mercedes Benz Superdome Football guckten, näherten wir uns problemlos, quasi ungesehen der Stadt.

Die prekäre Parkplatzfrage lösten wir so, indem wir uns eines der wenigen Hotels mit Parkplatz suchten. Günstig ist anders, aber wir leben nur einmal.
Mitten im berühmten und schönen French Quarter. Tatata. Schakka. Mittendrin statt nur dabei.


New Orleans ist mit 343.829 Einwohnern (2010) die größte Stadt im Bundesstaat Louisiana. Sie ist ein Industriezentrum am Mississippi River. Die Stadt ist bekannt für ihre historische Altstadt French Quarter, die Architektur aus der spanischen und französischen Kolonialzeit, ihre lokale kreolische Küche, und sie gilt als „Wiege des Jazz“. 

New Orleans liegt im Einzugsgebiet von Hurrikanen. Der bisher verheerendste, Hurrikan Katrina, traf die Stadt am 29. August 2005 und verwüstete sie fast vollständig. Bei der Gründung der Stadt bebauten französische Siedler ein kleines, etwas höher gelegenes Stück Land, das heute als „French Quarter” bekannt ist. Das Gebiet des heutigen New Orleans ist erst vor 2.500 Jahren aus vom Fluss angeschwemmten Sedimenten entstanden. Es ist größtenteils ein mehrere hundert Meter tiefer Sumpf, der sich unter dem Druck seines eigenen Gewichtes verdichtet und bei Ausbleiben der Sedimentablagerung weiter unter den Meeresspiegel sinken wird.

Wir waren guter Dinge und starteten unseren Fußmarsch bei meist wolkigem Himmel. Die Straßen waren voll…die Kneipen auch. Jeder hing vor der Glotze und schaute Football.

Auch hier darf man übrigens in Plastikbechern seinen Alkohol von Kneipe zu Kneipe schleppen, bzw. als Wegzehrung nutzen. Auch Rauchen ist hier Gang und Gebe. Überall. Denn auch hier herrschen eigene Gesetze. Sonderlich sauber ist es hier auch nicht und übermässig freundlich ist man ebenfalls nicht. Stört nicht wirklich, ist nur plötzlich etwas ungewohnt.
Die Frau an der Dampf-Orgel...
Aquarium in Downtown

Auch die Küche ist speziell oder „berühmt.“ Der Po’ boy (lokale Aussprache von poor boy, d.h. „armer Junge“, also ein deftiges, belegte Brötchen) und Muffuletta-Sandwiches bis zu Austern und anderen Meerestieren. Ohne Fisch und Meeresgetier geht hier gar nix. Also nicht so ganz meine Baustelle.
Kreolische und Cajun-Gerichte wie Crawfish Étouffée, Jambalaya und Gumbo sind in New Orleans ebenfalls sehr beliebt. Eine weitere Spezialität ist Red beans and rice, das herzhafte Eintopfgericht wird traditionell montags serviert.
Schildkrötensuppe (isst man hier)
Clam Chowder - Muschelsuppe mit Krabben http://de.wikipedia.org/wiki/Clam_Chowder
Mufuletta http://de.wikipedia.org/wiki/Muffuletta
Armer Junge - Po / Poor Boy
und sie wieder mittendrin

Über diese zwei Begriffe stolpert man hier immer wieder: Die oft verwechselten Begriffe „kreolisch“ und „Cajun“ in Bezug auf die lokalen Speisen (und Kulturen) bedeuten etwas Unterschiedliches.

Beide Kulturen basierten zunächst auf französischen Einwanderern, doch die späteren „Kreolen“ kamen aus Europa und vermischten sich bald mit Spaniern, Indianern und Schwarzen, die Cajuns dagegen sind Einwanderer aus Nordostkanada, vor allem Nova Scotia, und vermischten sich lange Zeit kaum mit der übrigen Bevölkerung. Ihr Siedlungsgebiet blieb außerdem weitgehend auf Südwestlouisiana beschränkt. 

Das übliche „Problem“ findet man auch hier: schön und gut Essengehen.
Auch hier dominieren Plastikbesteckhaltige und Tischdeckenlose Restaurants wo einem nach dem letzten Happen die Rechnung um die Ohren gefegt wird. Bisschen netter ist auch dann bisschen teurer.

Das French Quarter ist natürlich geprägt durch seine schönen, oft bunten Häuser. Ja, die sind schön.
Neben einigen wirklich schönen Galerien, Klamotten und Einrichtungsgeschäften dominieren fast identische Souvenirläden. Das Angebot hat uns leider etwas enttäuscht.
und wer bist du?
Football guckt hier jeder
Straßenumzug einer gutgelaunten Hochzeitsgesellschaft
Braut & Bräutigam
Vater bzw. Schwiegervater regelt die Getränkefrage
selten, aber gefunden: eine Kirche

Voodoo wird hier ebenfalls großgeschrieben, denn Marie Laveau (1881) war eine Voodoo-Priesterin und wandte Voodoo Techniken an, die auch als Magie bezeichnet werden. Sie galt im 19. Jahrhundert als eine der einflussreichsten Personen in New Orleans

Natürlich statteten wir den berühmten BOURBON-Street, wo sich Jazzclub und Jazzclub trifft, ebenfalls einen Besuch ab. Das ganze Treiben erinnerte uns aber an die Hamburger Reeperbahn bei Tage, vom Erscheinungsbild, den Menschen und dem Geruch her. Und jeder der schon mal tagsüber auf dem Kiez war, weiss, dass das nicht zwingend ne gute Sache ist. Abends wurde die ganze Sache nicht wirklich besser.

Also besuchten wir das „neue“ New Orleans, die sogenannte FRENCHMENSTREET, wo sich noch kleine Jazzkneipen mit jungen Künstlern aneinanderreihen und man auch keinen Eintritt zahlen muss. Hier war die Stimmung ungezwungen und meist Reeperbahn-frei. Eher Schanzenviertelfeeling. Cool.
Dowwntown / Canalstreet
Partymeile
Session im Jazzclub
Nach zwei Tagen in der Stadt, einer davon sogar bei Regen und unfreundlichen 13 Grad, zogen wir weiter. Etwas enttäuscht waren wir.  Hat Katrina damals anscheinend neben Häusern etwas Charme weggespült...so kam es mir zumindest vor.
Nach wie vor ist die Stadt ne Reise wert, ABER dieser besondere Charme ist irgendwie flöten gegangen und alle sind auf Tourifang...

Die letzten Tage hatten wir uns Gedanken über die Verschiffung unseres Löördies und auch uns gemacht. Unsere einstige Überlegung hoch bis New York zu düsen, warfen wir so langsam über den Haufen.
Der Gedanke an weitere 1000 Meilen im Auto bei immer kälter werdenden Temperaturen reizte uns nicht wirklich.
Dann doch lieber den Sunshine State FLORIDA besuchen und ggf. noch ein paar Sonnenstrahlen abkriegen, bevor wir Anfang Dezember die Rückreise nach Europa antreten.