21.10.2011

16.10.2011 Ruta de los Siete Lagos & San Carlos de Bariloche / Argentinien

Richtung Süden verliessen wir die Stadt über die Ruta 234 und fuhren die bekannte „Ruta de los Siete Lagos“ (Route der 7 Seen). Die Strecke führt vorbei an unzähligen grossen und kleinen Hochgebirgsseen und Wasserfällen, auf staubigen Pisten in unbeschreiblicher „Szenerie“. Trotz Nebensaison war die Natur beeindruckend. Im Sommer wird es vermutlich noch schöner sein. Aber wir genossen die Einsamkeit und die veraschten Strassen. Überall war Asche zu erkennen. Anfang Juni (als wir noch auf dem Containerschiff sassen) hatte der chilenische Vulkan „Puyehue“ seine Spuren hinterlassen. Nun wurde uns auch klar, weshalb im Ort San Martín de los Andes viele Menschen mit Atemschutzmasken rumliefen…
Am 4. Juni 2011 wurden 3500 Personen evakuiert, da ein Ausbruch des Vulkans bevorstand. Es wurde eine bis zu 10 km hohe Aschesäule beobachtet. Am 5. Juni erschütterten heftige Eruptionen die umliegenden Gebiete und ein kilometerlanger Graben tat sich in der Erdkruste auf. Weiterhin waren große Lava-Auswürfe deutlich sichtbar und die Aschewolke wuchs stetig an. Selbst in die hundert Kilometer östlich des Vulkans gelegene Touristen-stadt Bariloche in Argentinien wehte Asche und bedeckte dort ganze Landstriche mit einer Ascheschicht. Viehzüchter in der argentinischen Pampa befürchteten Futterengpässe, da die Asche bis zu 50 cm hoch auf den Feldern lag. In den Seen und Flüssen der Umgebung führte die Asche zu einem Fischsterben. Der Vulkanausbruch behindert den Flugverkehr in weiten Teilen Südamerikas. Immer wieder mussten sämtliche Flüge von und nach Buenos Aires sowie Flüge nach Montevideo gestrichen werden. Mitte Juni führten die Aschewolken des Puyehue zeitweilig auch zum Ausfall hunderter Flüge über Australien und Neusee-land.[7] Nach Angaben der chilenischen Zivilluftfahrt bewegte sich die Aschewolke in östlicher Richtung einmal um die Erde und kehrte von Westen aus in Höhe von Coyhaique, 1600 Ki-lometer südlich der Hauptstadt Santiago, zurück. Im argentinischen Teil Patagoniens wurde in mehreren Provinzen der Notstand ausgerufen und die Winterschulferien vorgezogen. Am 21. Juni erreichte die Aschewolke bei einer zweiten Erdumrundung Australien und sorgte erneut für den Ausfall zahlreicher Flüge.

Wir nahmen eine Abzweigung und fuhren durch einem Märchenwald inmitten von blitzeblauen Seen bis zum Örtchen „Villa Traful“ (550 Einwohner), welches am Lago Traful liegt und ebenfalls noch mit Asche zu kämpfen hat. Überall war dieser weisse feine Staub zu sehen und zu spüren.
Zurück auf der Ruta 234 trafen wir bald im Ort Villa Angostura ein, der ebenfalls klein (11.000 Einwohner), fein und sehr beliebt bei Touristen ist. Dort lernte ich auch Hector kennen.
Am besten gleich einpacken! (Wird langsam eng im Auto)
Anfahrt auf Bariloche
Gegen Nachmittag erreichten wir endlich Bariloche. Genauer gesagt: SAN CARLOS DE BARILOCHE, am Ufer des Lago Nahuel Huapi gelegen und mit über 100.000 Einwohner eine richtige Stadt, die durch seine wachsende Beliebtheit und unkontrolliertem Wachstum seine Charme etwas verloren, dafür „Hochhäuser/Bettenburgen“ gewonnen hat.
Diese heissen dann zu unsere Freude gerne mal „TIROL, CARLOS V oder auch 7. Februar.
Auch dieser Ort ist zwei Mal im Jahr mindestens sehr gut frequentiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bariloche
Von Drei ausgeschriebenen Campingplätzen hatte der Erste geschlossen, der Zweite lag „unattraktiv“ , doch der Dritte „La Petunia“ war ein Volltreffer. Er lag zwar etwas ausserhalb, aber wir genossen als einzige Gäste die Ruhe, den Blick auf den See, heisse und saubere Duschen sowie den direkten Seezugang mit angrenzender Restobar. Gegenüber befanden sich eine Wäscherei und ein gut sortierter Supermarkt. Das alles (meist Im Sonnenschein) und bei knackigen 8-15 Grad. Tagsüber. Morgens wachte ich durch das Rauschen des Sees oder das Zähneklappern von Clemens auf, da 0 Grad schon eher zum „Sportcamping“ zählen.
Auch hier staubte die restliche Asche noch vor sich hin. Mein Laptop-Monitor hat eine feine weiße Schicht angenommen und ich ebenfalls. Neben dem roten feinen Staub aus Bolivien und Brasilien, gegen den wir noch immer ankämpfen, mischt sich nun feine weiss-graue Vulkanasche in jeder Ritze unseres Fahrzeugs…und unseren Zähnen.
Fenster mit Aussicht
"Murmel"
währen der Grill in Gang kommt...
...ist die Redaktion besetzt
In der Glut gebacken
Wir machten einen Ausflug in die Schweiz sowie den kleinen Ort Llao Llao, wo ein irres Hotel steht…Die Landschaft ist unbeschreiblich.
In der Schweiz fand Lord Höördie auch seinen Kumpel aus Brasilien. In der Region war die Landydichte sehr hoch.
Schoki
Ebenfalls hier auf dem Campingplatz gelandet ist ein Bus von Kumkua. Er ist das englische Pendant zu Rotel Tours…das rollende Hotel.
Wer also Lust auf Abenteuer hat, aber kein eigenes Auto hat oder nicht fahren möchte, sollte aufspringen ;)
http://www.rotel.de/rollendes-hotel.html
http://www.kumuka.com/

Es ist so schön hier. Sehr schön. Also auch wieder eine EINS.

Wenn man bedenkt, dass wir erst gar nicht her kommen wollten. Eigentlich wollten wir so einiges nicht.
Nicht nach Brasilien, nicht zu den Walen (Entfernung) nicht nach Ushuaia. (Kälte und Wind)

Gaaaaaanz zu Beginn wollten wir 3-4 Monate reisen (bis nach Mendoza, dann rüber nach Chile von dort bis Equador und von dort mit dem Schiff nach Panama) und dann einige Monate in Panama rumliegen…rumfahren und dabei Rumtrinken…halt einfach mal entspannen, chillen können wir ja auch zu Hause.

Tja, heute grüssen wir Euch aus Bariloche, in ein paar Tagen geht es zu den Walen nach Valdés im Anschluss nach Ushuaia, nähe Kap Horn.
Was soll ich sagen?

Times are changing!...und das ist auch gut so!

18.10.2011

14.10.2011 Parque Nacional Lanín & San Martín de los Andes / Argentinien

Von allen Orten entlang der chilenischen Grenze sieht man den schneebedeckten Kegel des 3.776 m hohen Volcán Lanín. Zwar waren wir nicht in Chile, wollten ihn dennoch sehen. Nicht weit von Junin de los Andes fuhren wir in den „Parque Nacional Lanín“, der 3.790km² misst und den urwaldähnlichen, patagonischen Wald schützt. Hier stehen viele Baumarten, die eigentlich wohl eher weiter südlich anzutreffen sind. Mehrere davon sind Südbuchenarten. Nun gut, hört sich ja schön an. War es aber auch.
Die Anfahrt war zauberhaft, der riesige Lago HUECHULAFQUEN (!Was für eine Name!) in tiefblau, dahinter mächtige Berge.
Das alles inmitten von Wiesen und Wäldern. Die Strecke auf der rechten Seeseite entlang bietet unvergessliche Ausblicke. Also Wasser und Berge, das hat was. Hat richtig was. Die Vegetation in der Gegend ist sehr vielfältig und abwechslungsreif. Irgendwie unwirklich, aber wirklich schön!
Entlang der Strecke liegen ebenfalls einige "Mapuche" Dörfer, die Bewohner verwalten auch die vielen Campingplätze die mitten in der Natur liegen.
Die Mapuche  sind ein indigenes Volk Südamerikas. Ihr angestammtes Gebiet erstreckt sich auf die Staaten Chile und Argentinien. Die Mapuche teilen sich in drei Volksgruppen auf: Picunche, Huilliche und die Pehuenche, die die bekannteste und größte Gruppe bilden. Die Picunche, das Volk des Nordens, wurden bereits in vorkolumbischer Zeit von den Inka als Fronarbeiter eingesetzt. Die Huilliche, auch als das Volk des Südens bezeichnet, waren traditionell zumeist Ackerbauern oder Fischer. Die Mapuche (genauer: die Pehuenche und Teile der Huilliche) widersetzten sich der spanischen Kolonisation mit erbitterter und im Gegensatz zu den meisten anderen indigenen Völkern Amerikas, häufig erfolgreicher Gegenwehr.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mapuche

Hier wohnt offensichtlich ein Mapuche aus Österreich ;-)
 Servus!
Gegen Spätnachmittag erreichten wir den Ort San Martín de los Andes, der hauptsächlich zweimal (Sommer/Winter) im Jahr von den Touristen besucht wird.

San Martín de los Andes ist die Hauptstadt des Departamento Lácar in der Provinz Neuquén im Südwesten Argentiniens. Die Stadt liegt am Lago Lácar und befindet sich in der Nähe der Anden. San Martín de los Andes liegt etwa 1.575 km von Buenos Aires entfernt und hat ca. 25.000 Einwohner.
http://de.wikipedia.org/wiki/San_Mart%C3%ADn_de_Los_Andes
Ein Skiort war auf Anhieb zu erkennen. Schön und gemütlich sah es hier aus. Ein Ort mit Charme, der seine „architektonische“ Geschlossenheit behalten hat und natürlich auch in einer spektakulären Kulisse liegt.
Auch ausserhalb der Saison waren viele Geschäfte und Restaurant geöffnet. Da die Temperaturen fielen und der Wind zunahm, suchten wir uns nach 2 Wochen Camping-Leben ein Hotel. Wir fanden eine gemütliche „Borkenkäferbude“ die auch in Österreich oder Bayern hätte stehen können.

Auch hier galt: Zahle bar und Du erhältst Prozente.
Es war schön nach längerer Zeit ein richtiges Bett im Kreuz zu spüren sowie nach der Dusche nicht in Croques auf einem Bein in die Unterwäsche und Jeans springen, bzw. balancieren zu müssen, sondern in einem warmen Bad auf dem Duschvorleger „beidfüssig“ stehen zu können! Haha und einen Fön gab es auch noch und die Heizung im Zimmer lief auf voller Pulle. Luxus der begeistert.
kleine putzige Häuser
Österreicher unter sich 
is schee hier
Es stellte sich heraus, dass die Rinder der Region zwar glücklich waren, das angesagte Restaurant „KU“ uns aber leider die Kuh falsch „präsentierte“. Eigentlich sollte man seinen Argentinienaufenthalt NIEMALS, also wirklich NIEMALS in Buenos Aires beginnen. In Bezug auf Steaks, alias Bife versaut diese Stadt einen tatsächlich und (fast) kein Restaurant in diesem Land (bis dato) kann mithalten. (wir haben in jeder Stadt gutes, auch sehr gutes Steak bekommen, aber immer etwas ANDERES als zu Beginn in BA)

Somit konzentrierten wir uns am Tag darauf auf die örtlichen Spezialitäten,  (Forelle und Wildsau) ist ja auch schlauer und waren mehr als zufrieden. Geht doch!
Auf die Schnelle ne Forelle
Don´t call it Schnitzel.
"Milanesa con Puré
Ebenfalls war zu spüren, dass die Region auf Schokolade steht. Überall gab es Schoki in allen Varianten. Da konnte besonders einer von uns Zottis nicht nein sagen.


Zwar war das Wetter nicht so umwerfend, es hatte sogar geregnet, es war kühl und windete, dennoch machten wir uns auf „den Patt“…weitere Termin musste eingehalten werden:
Weihnachten hatten wir  „Urlaub“ gebucht und mussten daher Mitte Dezember in Santiago de Chile sein.
Und als „Bonbon“ zum Ganzen kündigte sich zu Sylvester Besuch aus Deutschland an! Yippieh!

Nun aber Schubrakete, einige Tausend Kilometer liegen noch vor uns!