31.08.2012

26.08.2012 Guanajuato / Mexico

Aus Dolores Hidalgo erreichten wir die angeblich „schönste Bergbaustadt der Welt“ über eine schöne, 2.600 m hohe Bergstrasse, dessen Gegend wunderbar grün und kurvig war.
Leider so kurvig, dass wir gleich mehrere böse (Motorrad) Unfälle passieren mussten. Nicht schön.

Wir waren neugierig, hatten wir doch in Peru die höchste (und hässlichste) Bergbaustadt Cerro de Pasco aus Versehen erkundet, versprach Guanajuato eine kleine, schnuckelige Studentenstadt zu sein.
Von oben fuhren wir auf die Stadt hinzu, doch sooo klein und schnuckelig sah sie nicht aus…denn Guanajuato ist eine Stadt mit zirka 154.000 Einwohnern und liegt im gleichnamigen Bundesstaat, 2.000 Meter über dem Meeresspiegel.
Bot sie bei der Höhe also vermutlich ein "angenehmes", kühles Klima. Clemens war demnach voller Vorfreude.

Uns begrüssten am Ortseingang spontan 25 riesige Reisebusse, inkl. Männern. Alle mit Cowboyhüten, Jeans und Leder-Kicken bewaffnet. Ein Emblem auf der Brust verriet wer oder was sie waren. In der Stadt fand wohl gerade ein Congress der CAMPESINOS DE LAS AMERICAS statt. Ein Congress für die Bauern des Landes. Vermutlich des ganzen Landes, denn egal wo wir hinguckten, war eine Gruppe von ihnen zu sehen. Demnach war die Stadt gut besucht, die Kantinen voll und die Stimmung war feucht-fröhlich.

Die Stadt ist eine der legendären Silberstädte des Mittleren Nordens, die einen Teil des spanischen Reichtums in der frühen Neuzeit begründete. Sie enthält noch sehr viel Architektur aus dieser Zeit.
Die Stadt liegt in einem engen Gebirgstal und hat enge und verwinkelte Straßen…was uns das Autofahren nicht gerade leichter machte. Völlig unwissend sausten wir in ein Tunnelsystem vom allerfeinsten….denn ein großer Teil des Autoverkehrs wird unterirdisch geführt, wobei alte Flussbetten und Bergwerkschächte als Tunnel genutzt werden. Für uns völlig irre führend und „spooky“…so durch die nass-kalten, teils engen und durch parkende Autos behinderte Tunnel zu düsen und versucht mal die richtige Ausfahrt zu finden…
Vorteil ist allerdings, dass es in den Straßen (oberhalb) weniger Verkehr ist. Auch gut.


Aufgrund der heftigen Regenfälle in der Regenzeit können die unterirdischen Verkehrsadern der Stadt derart überschwemmt werden, dass es zu einem Verkehrschaos kommt. Wir hatten Glück und wir hatten an nur einem Abend ein gewaltiges Unwetter, so dass wir dachten die Welt ginge unter. Tat sie aber nicht sondern legte nur das gesamte Internet lahm. Das sogar für die nächsten Tage. DAS können wir ja gar nicht gut haben…

Die alte Minenstadt lebt von den über 25.000 Studenten aus Mexiko und aller Welt, dazu kommen viele temporäre Sprachstudenten, denn Stadt verfügt über drei Universitäten. Seit 1990 ist Guanajuato Weltkulturerbe der UNESCO, denn neben der Uni aus dem 20. Jahrhunderts gibt es zahlreiche Kirchen aus der Kolonialzeit - wie zum Beispiel die Kathedrale am Plaza de la Paz - sowie mehrere Theater, zB. das Teatro Juarez im Zentrum. Ebenfalls gibt es ein wohl sehr bedeutendes Mumienmuseum, welches wir aber bewusst mal ausließen. Ist ja nicht wirklich schön.
Die Stadt kann man gut zu Fuß erkunden, wenn man gut zu Fuss unterwegs ist, und sich wunderbar treiben lassen. Restaurants und Straßencafés laden zum gemütlichen Beisammensein ein…
verwinkelte Gassen, meist Autofrei
Theater
Kathedrahle mit zwei versch. Türmen
Guten Tag
Historische Markthalle
Hier gibt´s A L L E S !
Getrocknetes
Geschlachtetes

Ab Nachmittags kommen die Mariachi und gegen ein gewisses Entgelt kann man sie vorsingen und vorgeigen lassen. Das fand ich toll. Die Herren sehen einfach klasse und schnieke aus und viele von ihnen beherrschen in der Tat ihr Instrument oder haben eine flotte Stimme. Jeder sollte ein/ige Mariachi haben!
Saftbar
"Hier ist die Tradition, dass die Einzige Verpflichtung das Trinken ist."
Chili-Pommes
Zwar hätten wir uns die Stadt irgendwie kleiner,  „jugendlicher“ und weniger touristisch vorgestellt, aber sie hat definitiv ihren eigenen Charme. Sie ist wie keine Andere und eine tolle Aussicht auf die bunte, verwinkelte Stadt gibt es auch. Wieder hatten wir eine Menge Spaß und guddde Lauuuuuune und erfreuten uns an unserer "Zugabe", die uns das alles ermöglicht.

Congressgelände für 1000 Campesinos (1 Mann Abbau...)
Salatverkauf
neulich im Nagelstudio
Siesta nach der Fiesta
Für Ana C.-Alonso, unsere treue Blogleserin

Gemütliche Kantine
Seilbahn zum Mirador

Alle einsteigen, next Stopp: TEQUILA!
...auf zum Getränk, welches aus der gleichnamigen Stadt kommt.