17.09.2011

11.09.2011 Salta / Argentinien

Frisch gestärkt und ausgeschlafen machten wir uns wieder auf. Wir entschieden uns Argentinien einen Besuch abzustatten und den „Paso den Jama“ heute in Angriff zu nehmen, welcher auf 4.200 m liegt. Chile werden wir auch auf dem „Rückweg“ genauer anschauen, wenn wir aus Patagonien kämen…das war nämlich unser neuster Clou. Wir fahren an das Ende der Welt!!
Patagonien und Feuerland waren ursprünglich nicht angedacht, nun haben wir doch Blut geleckt.
Anfang Oktober werden wir uns auf den Weg in den Süden machen.
Beim ausstempeln hatten wir erneut Glück: Ein Reisebus hatte seine Ladung vor uns platziert. Es war Sonntag und nur eine Dame stempelte die Pässe… Stunden und Stundenlang.
Kurz nach San Pedro stieg die Strasse steil an und innerhalb von 50 km waren wir bereits wieder auf 4.600 m. Eine Abzweigung führte zurück nach Bolivien, eine weitere nach Argentinien. Auf den Strassen waren einige LKW´s unterwegs. Viele aus Paraguay und Brasilien. Einige zerlegte es in den Kurven. So sahen wir einige umgekippte Autotransporter sowie entgegenkommende Rettungswagen.
An der 170 km entfernten Grenze / Zoll gab es keinerlei Probleme. Unerwartet schnell ging das Prozedere. Der Zollhund fand keine Lebensmittel bei uns und pinkelte stattdessen an unseren Vorderreifen. Somit verliessen wir Chile (und freuten uns auf das Wiederkommen) und genossen die Fahrt bei Sonnenschein durch die „Wüste Argentiniens“…dabei polierten wir natürlich fleissig unsere Steakmesser. Logo.
Salz to go
Von der Grenze (4.200m) fuhren wir gen San Salvador de Jujuy. (1.260m).
http://de.wikipedia.org/wiki/San_Salvador_de_Jujuy
Ausser einem Besuch mitten in der - von aussen nicht soooo schlechten - aber auch nicht umwerfenden Stadt stoppten wir bei LA MADRE TIERRA, einer Vollkornbäckerei mit einem Ökorestaurant, der örtlichen Kirche und Einkaufsmeile. Wir waren  unterwegs durch eine einsame Hochebene, vorbei an Salzseen. Noch einmal ging es auf über 4.000m und dann schraubte sich die Piste in Serpentinen wie ein Korkenzieher in den Ort „Purmamarca“ hinab. Hinter dem Örtchen ragte der Berg „Cerro de los Sietes Colores“ (Berg der 7 Farben) hervor. Fantastisch anzusehen! Drehwurm TOTAL! Und kein Coca Tee zur Hand!
Aber, hier hielten wir natürlich an. (500 Einwohner auf 2.190 m) Wir hüpften in eine Postkarte…Adobehäuser und grosse Bäume, kleine aber nette Kirche…Marktplatz mit ungezählt 250 Verkäufer….wo wir aus platzgründen nicht zugreifen konnten. (immernochnicht!)
Einige Restaurants und Hotels fanden sich neben Reisebussen ebenfalls.
Unser erstes argentinischer Lama Steak in dem muffigen Restaurant war allerdings Mist.
Diese Etappe schlossen wir in den „Termas del Rey“ – den königlichen Bädern, bei 40 Grad ab, 20 Kilomterer vor Salta - la linda – die Schöne, gelegen.
Seitdem ich mich öfter in Thermen oder Ähnlichem rumtreibe, hat Neurodermitis nichts zu melden.
Salta ist ein kleines Buenos Aires. Es ist wirklich schön dort. Überschaubar und gemütlich.
Salta ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Nordwesten Argentiniens. Sie liegt im Valle de Lerma an den Ausläufern der Anden. Die Stadt ist bekannt für ihre alte spanische Kolonialarchitektur in der Altstadt. Die Stadt hat heute etwa 460.000 Einwohner und ist somit die achtgrößte Stadt Argentiniens. 
http://de.wikipedia.org/wiki/Salta_(Stadt)

Hübsche Kolonialbauten, Parks, trendige Geschäfte, Bars und Restaurants und ein gut sortiertes Nachtleben.

Hier rasselten wir in Prozessionen anlässlich "El Señor y la Virgen del Milagro." Die Innenstadt war überfüllt und viele Hostels ausgebucht. Der örtliche Campingplatz überfüllt und kuschelig. Am 15. war dann der grosse Feiertag mit vielen Chören aus ganz Argentinien.
Prozessionspromotion
Dennoch fanden wir eine schöne Bleibe und entschieden 3 Nächte dort zu verbringen und uns treiben zu lassen sowie in die regionalen Weine "reinzudenken". Einige dieser Weingüter würden wir in den kommenden Tagen besichtigen.

In ganz Argentinien ist Salta für seine Folklore berühmt. Angeblich noch beliebter als Tango…Wir besuchten natürlich auch eine sogenannte Peňa, eine Bar/Restaurant wo „gejammt“ wird…allerdings im grösseren Stil mit Bühne, Tanz und Co. Dabei aßen wir landestypische Dinge wie Lamafleisch, Empanadas hier Salteňas, Locro (Eintopf aus Mais, Bohnen Rind, Wurst) und genossen die Trauben der Region.
Gut und gerne kann man es in Salta länger aushalten.
Dennoch machten wir uns am 15.09. auf  um in die angrenzenden Weinregionen zu gelangen.
Denn ab Salta begann die „Ruta del Vino…“ Olé!
Peňa...schön laut!
http://www.youtube.com/watch?v=NmfjRa7-jbk
Der Grill ist so breit wie das gesamte Haus...
(siehe unten im Schaufenster)

08.09.2011 San Pedro de Atacama / Chile

San Pedro de Atacama ist ein Ort in der chilenischen Atacamawüste und gehört zur Región de Antofagasta. San Pedro de Atacama ist eine Oase auf 2.443 m und hatte 2006 gemäß dem Ortseingangsschild 4.970 Einwohner. Der Ort liegt am nördlichen Rand des Salar de Atacama, einer großen Salzablagerung in der Atacamawüste und ist ein beliebtes Ziel für Wüsten-Touristen aus aller Welt. Das Wasser für diesen grünen Fleck in der Wüste liefert der Rio San Pedro, der, aus den Anden kommend, kurz hinter dem Ort im Salar de Atacama versickert.
Hasta luego Bolivia!
Bienvenido en Chile!
eine richtige Strasse!!!
Wir hatten einen etwas mühseligen Start an der Grenze, da ein Doppeldeckertouristenbus vor uns ausgekippt wurde (von Buenos Aires nach Lima in 3 Tagen) und wir somit 2 Stunden in der Reihe warten mussten. Dafür die nettesten Zollbeamten, die uns blitzschnell bedienten und uns bei der Lebensmittelkontrolle nur ein paar letscherne Limetten wegnahmen...allerdings resignierten sie auch beim Anblick unseres überfüllten "Wohnraums."
Im Dunkeln durchfuhren wir mit einer Stunde Abzug (nur noch 5 Stunden von Deutschland/Österreich entfernt) den putzigen Ort auf der Suche nach einem Platz für uns samt Auto. Wir strandeten im "Takha Takha" Hotel, wo wir auf dem Hof wunderbar campen konnten.

Bei Sonnenlicht, nach langer Dusche und Gang zur örtlichen Wäschereinigung sah der kleine Wüstenort recht possierlich aus. Sandstrassen und Lehmhütten / Adobehäuser.
(Adobe=Synonym gebräuchlich für ungebrannte Ziegel die sich ihrerseits über das Arabische aus koptisch „tôbe“ = Ziegel herleitet. Verbreitung fand dieser Name auch mit spanischen Beschreibungen der präkolumbianischen Bauten in Mittel- und Südamerika.)
AV Atacama
Die Strassenschilder waren aus Holz, ebenfalls alle Hotel - und Geschäftsschilder.
Gelesen hatten wir, dass dieser Ort von Touristen überrollt wurde, da es so viele Sehenswürdigkeiten in der Nähe gab. Die Menschen hier hatten aber im Vergleich zu den Bolivianern in Uyuni, ihre Chance genutzt. Daumen hoch, geschäftstüchtiger Chilene!

Viele wirklich nette Hotels, Bars, Kneipen und eine irre Auswahl an sehr guten, verschiedenen Restaurants. Es war für Jeden etwas dabei. Ob Grillrestaurant, vegan oder vegetarisch, mega trendy, grosser oder kleiner Geldbeutel...Das gleiche galt für die Unterkünfte: Campingmöglichkeiten, Backpackerhotels, Mittelklasse aber auch abgefahrenen Luxushotels die mitten in der Wüste standen und vor Design und Luxus nur so funkelten.
(Rinder) Schnitzel
...mein ERSTES seit der Abreise!
Ausser Läden mit landestypischen Mitbringseln gab es zwei Outdoor-Klamottenläden sowie eine Handvoll Tante Emma Lädchen, genannt Minimarket, 4 Wäschereien und 2 Geldautomaten sowie unzählige Tourenanbieter“. Ab Nachmittags standen die „Restaurant und Tourenschlepper“ auf der Strasse und verkündeten die neusten Angebote.

Das war etwas nervig und erinnerte an Ibiza oder Mallorca, dennoch war ich von diesem Ort begeistert.
ABER: Nur bis um 1:00 war es gestattet zu feiern. Und Alkohol gab es nicht als Einzeldosis.
Zum alkoholischen Getränk musste man etwas zu essen bestellen. Die meisten Bars hatten somit 1 Stückchen Pizza pro Tisch parat…und um 1:00 wurden die nicht vorhandenen Bordsteine hochgeklappt. Es sollte Touristen (und auch Tourguides) davon abhalten, zuviel Alkohol in der Höhe zu konsumieren...denn die meisten Ausflüge starteten früh morgens und waren körperlich nicht "unanstrengend"...
Am nächsten Tag besuchten wir eine weitere „Thermensituation“, die über 30 Grad warmen „Termas de Puritama“. Das war körperlich eher gemütlich, aber erstmal mussten wir einen flotten Spaziergang nach unten zu den Thermen machen...
Vulkan-Alarm
Thermen ganz unten
mit Sonnenschutz...
...in die Landschaft eingebettet
Da Wera und Friso am Tag drauf richtung Norden aufbrachen, unternahmen wir vier nochmal zum Abschied einen Ausflug: Wir fuhren auf den Mond...
Das Valle de la Luna („Tal des Mondes“) ist eine Wüstenlandschaft in der chilenischen Region Antofagasta. Das Tal erstreckt sich als Teil der Atacama-Wüste nahe dem Salar de Atacama und dem Vulkan Licancabur und bildet den sechsten Sektor des im Jahre 1990 gegründeten Nationalparks Los Flamencos. Es liegt rund 17 Kilometer von der Stadt San Pedro de Atacama entfernt. Wie die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung wird auch das Valle de la Luna von relativ vielen Touristen besucht. Es ist dem nur wenige Kilometer weiter nördlich gelegenen Tal des Todes recht ähnlich. (Welches wir selbstredend nicht besuchten) Das vegetationsarme Gebiet erinnert an die Oberfläche des Mondes, daher der Name. Gegen Abend suchen besonders viele Touristen eine Düne auf, um von dort aus die durch die untergehende Sonne rötlich schimmernden Felsklippen zu sehen und zu fotografieren. Einige Stellen im Valle de la Luna weisen Salz auf.


Auch das war wieder sehr beeindruckend.
Die Natur ist schon echt ne schicke Sache!

Wir Zottis verbrachten noch zwei Tage vor Ort, um Ort, Gegend und Lokalitäten genauer zu erkunden, sowie nach langer Zeit der relativ schlechten Internetverbindung in Bolivien, Kontakt via Skype mit unseren Familien aufzunehmen, Blog zu schreiben, Bilder zu sortieren und hochzuladen....etc.
Man kommt ja selten zu Nichts :-)
Das Wetter wurde auch langsam - aber sicher wärmer...obwohl es morgens schon noch frostig war...
Unsere 11. Grenze