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15.02.2012

07.02.2012 La Paz / Bolivien

Die Stadt, die oftmals fälschlicherweise als Hauptstadt sowie Grösste Stadt Boliviens genannt wird, versetze mir schon beim ersten Blick auf der Stadtplan eine leichte Panik. Das Konzept war: kein Konzept zu haben. Zudem hatte die Stadt einen Ruf vom größten Chaos…und einige Touristen waren zwar in die Stadt rein – leider aber nicht lebend hinausgekommen…Klang irgendwie alles nach Krimi…also passend für meinen Geburtstagsausklang.
Dabei war der Tag so entspannt gewesen…die schnellste Stempel- und Zollabfertigung in COPACABANA, Mittagessen in der Sonne, eine fantastische Aussicht auf den Titicacasee sowie eine Pontonübersetzung an der schmalsten Stelle des Sees…mehr ging nicht!
Grenze Peru - Bolivien
Die Frauen bei der Arbeit
Copacabana
Allemann ARME hoch!
Hier werden Autos gesegnet
Sprinterli on Tour
eine Pontonfahrt ist lustig...
Co-Pilot
alte Sau!
Fast…Wir näherten uns der Stadt und wir waren erneut froh, dass wir mit Wera und Friso auf Tour waren…denn beide GPS Geräte waren mal mehr oder weniger bei der Sache und fanden unsere Unterkunft nicht…vorher genossen wir aber die Anreise in die Grosstadt...
...unsere Bötchen
Somit irrten wir im Dunklen im Horroszenario: In sämtlichen Marktstrassen des Bereiches EL ALTO, in welchem alleine schon fast 1 Mio. Menschen lebten und eine weitere Mio (gefühlt) in den Strassen unterwegs waren…Frauen, Kinder, Frauen mit Kindern, Hunde, Polizisten, Taxifahrer…mir fällt nichts ein, was nicht da war. Immer wieder versperrte ein COLLECTIVO/Minibus den Weg, das Geschreie war gross, denn die Wagen mussten ja auch angepriesen werden...dann die „Kunden“ mit allem Klöterkram einsteigen…das wiederum fanden die Polizisten nicht witzig und pfiffen mit Trillerpfeifen und wild gestikulierend auf den Fahrer ein, er möge endlich losfahren und den Weg räumen…sehr sympathisch, obwohl dennoch kaum ein Durchkommen war. Schlimmer als befürchtet. WEIT AUS! Wir fanden den Weg sehr mühsam und fuhren dann über die „Autobahn“ in den unteren Teil der Stadt…auf der BAHN trifft man ebenfalls Fussgänger, Jogger, Fahrradfahrer, Tiere und was auch immer…Aber wir hatten DEN Blick über die Stadt, der erahnen liess, dass die Stadt was Besonderes sein würde…im Dunklen zumindest.
Etwas angeschlagen, da die Nacht zuvor auch „alle Neune getroffen hatte“ durchfuhren wir das VALLE DE LA LUNA (unser Drittes) und standen dann endlich vor dem Ziel:
HOTEL OBERLAND, was ca. 12 km vom Stadtcentrum entfernt lag. (3,50 € Taxifahrt)
Wera & Friso mit Sprinterli, Andrea & Lukas (Defender)
Lord Höördie und die Zottis
So, das lassen wir erst mal sacken und streuen ein kurzes Intro über diese Stadt ein:
La Paz (La Paz de Ayacucho, ist der Regierungssitz Boliviens (Hauptstadt: Sucre). Mit einer Höhe von 3200 bis 4100 m ist die Stadt der höchstgelegene Regierungssitz der Erde. Der volle Name der Stadt lautete zunächst Nuestra Señora de La Paz („Unsere Liebe Frau des Friedens“) wegen eines verhinderten Aufstandes der indigenen Ureinwohner; den heutigen Namen erhielt sie 1825 zum Gedenken an die siegreiche Schlacht bei Ayacucho im Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier.
Die Stadt liegt im Landkreis (Municipio) La Paz auf etwa 3.600 m in dem rund 400 Meter tiefen Canyon des Río Chokeyapu, der in die umgebende Hochebene des Altiplano eingeschnitten ist und sich zu einem Talkessel mit einem geschützten und angenehmen Klima weitet.
Auf der Hochebene westlich von La Paz ist die Stadt El Alto entstanden, die inzwischen mit 949.912 Einwohnern größer als La Paz ist; dort befindet sich auch der internationale Flughafen La Paz-El Alto. Der Höhenunterschied zwischen den weiter talabwärts gelegenen südlichen Stadtteilen mit vielen Villen und dem Stadtrand am oberen Ende des Talkessels beträgt knapp 1000 m, was bei der Abfahrt von El Alto hinunter nach La Paz zu einem der spektakulärsten Ausblicke Boliviens führt. Zwischen der Höhenlage der Wohnviertel und dem sozialen Status ihrer Bewohner existiert eine eindeutige Beziehung: je höher die Lage, desto ärmer die Bewohner. Bei einer durchschnittlichen Abnahme der Temperatur um 0,6 °C je 100 m liegt die Differenz zwischen den tiefsten und den höchsten Wohnlagen bei immerhin 6 °C im Jahresmittel.
Die Stadt wird vom mächtigen Illimani (6.439 m) mit seinen vier Gipfeln beherrscht.


Ob nun Santa Cruz (wo wir eine Woche beim Zollamt sassen) oder La Paz die meisten Einwohner hat, ist bis dato nicht zu klären. Einheimische, Literatur und Internetseiten behaupten etwas anders. La Paz´s „inner Circle“ hat eine Menge Nasen und mit den Aussenbezirken stellt es für UNS Santa Cruz in den Schatten. (Die Stadt war eh doof.)
Den Tag darauf startete trotz Sonnenschein eher semi schön, da sich ein Verdacht auf „Blinddarm“ inkl. Fieber und Schmerzen ankündigte. Zügig wurde ein Deutschsprechender Doc konsultiert und kam zum Hausbesuch auf den Campingplatz. Kurz danach erfolgte der Besuch vom Labor zur Blutabnahme und weiteren Proben…Zwei Stunden später durfte ich mir die Ergebnisse im Krankenhaus „Regenbogen“ abholen und nochmal die Ultraschallabteilung anschauen….natürlich gab es automatisch Chefarztbehandlung. Die Kosten für alle Behandlungen waren minimal.
Die Stadt ist schön. Viele alte und auch neue Gebäude. Kleine enge Gassen, die vollgestopft sind. Menschen, Tiere Sensationen. Viele Strassen sind nach Bereichen unterteilt, so gibt es eine Friseurstrasse, Sportklamottenstrasse, Schuhstrasse, Lampenstrasse… usw.
Trotz Verkehrschaos: Brav anstehen!
Panflöten Werkstatt
Frischer Saft 0,30 l für 0,30 €


Zwischendrin Marktstrassen mit allem was man sich vorstellen kann…Neben Haushaltsartikeln, Obst, Gemüse, toten Tieren, Käse und gekochten Speisen, finden sich Schuhe, CD´s und selbstverständlich die obligatorischen Ponchos, Chullas und Souvenirartikel… Leider selten richtig hübsche Klamotten dabei. Der Verkehr ist tatsächlich ein Chaos, die Minibusse halten einfach an, sobald jmd. aus und einsteigen möchte. Trotz funktionierenden Ampeln regelt zusätzlich Polizei der Verkehr…mittendrin Frauen die schleppen…was Frauen hier schleppen geht auf keine Kuhhaut. Den Rücken bepackt, Kinder auf dem Arm und noch eine Tasche in der Hand. Männer laufen schweigend neben her.
Bündel und Melonenhut
Präsidentenpalast
Parlamanetsgebäude
Die Marktfrauen faszinieren mich ungemein. Stundenlang harren sie in der Kälte, DER Hitze oder beim Regen aus, verkaufen so gut sie können um am Ende ein paar Bolivianos in der Tasche zu haben. Auf´s Klo gehen fällt aus…das sieht man meist aber erst am Abend, wenn die Strassen leer sind.
Karnevallsartikel
Saftbar und Restaurant
Popcorn Varianten
Lampen an!
"mir läuft das Wasser
 im Munde zusammen"
Schuhputzer sind alle vermummt...als Schutz vor
 Diskriminierung 
Modere Kirche
Trotz Regenzeit war es tagsüber relativ warm, teilweise sogar kurze Hosenwetter. Abends hingegen wurde es richtig schattig. Regen gab es auch. Oft. Oft einen halben Tag lang. Aber wir hielten selbst bei strömenden Regen in unserem Lord durch. War sogar richtig kuschelig.
Die Stadt ist wirklich anders. Sie ist beeindruckend. Und auch faszinierend, wie sie zwischen den gewaltigen Bergen liegt und Millionen Menschen beherbergt. Sie ist aber auch ein Chaos. Fazit: Die Stadt erhält von uns ein schönes Kompliment: Wenn man mich zwingen würde in der Stadt ein paar Monate/Jahre zu leben, würde ich mich nicht unbedingt wehren…denn es gibt eine Menge zu entdecken und zu erleben…und der Titicacasee ist auch nicht weit entfernt.
UND: Es gibt zwar keinen MC Donalds, doch zu unsere Freunde viermal Burger King! ...und RACLETTE!
Wir fuhren sicherheitshalber über den Markt zurück...
Raclette im Oberland
Raclette flambée
tschuldigung, dürften wir mal durch?
…wohl genährt und gesund ging es zurück an den Titicacasee, um das Schöne Peru weiter zu erkunden.
...ein Schiff wird kommen.
Pontonpartner (PANIK!)