03.08.2012

31.07.2012 Gracias Lempira & Copán / Honduras

Der Gedanke daran, durch Honduras zu fahren, stimmte uns leider etwas “misstrauisch”.
Wir hatten aber von (fast) allen Overlandern nur Positives gehört und lediglich ein Überfall eines Deutschen Paares hatte sich vor ein paar Monaten bei dem Lago Yoioa zugetragen.
Eigentlich keine schlechte Statistik für ein Land welches einen so schlechten Ruf hat.

Honduras hat ca. 8.Mio. Einwohner, liegt an der breitesten Stelle der mittelamerikanischen Landbrücke und grenzt im Südosten an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im Südwesten an El Salvador. Im Norden liegt das Karibische Meer. 
Hier reicht das von Flüssen, Sümpfen und Lagunen durchsetzte Küstentiefland 70 Kilometer ins Landesinnere hinein. Im Süden liegt der Pazifik. Durch das vorwiegend gebirgige Land verläuft von Ost nach West ein Bergmassiv, das von mehreren Flüssen durchzogen wird. Honduras hat tropisches Klima, das in den höheren Lagen im Landesinneren gemäßigt ist. Honduras weist einen großen Umweltreichtum auf. Dazu gehören insbesondere der noch nahezu unberührte größte zusammenhängende Regenwald in Zentralamerika im Nordosten des Landes sowie das nach dem australischen Barrier-Riffweltweit bedeutendste Korallenriff-Ökosystem um die dem honduranischen Festland vorgelagerten Karibikinseln. 


Die Bevölkerung konzentriert sich auf das Hochland im Nordwesten, das Gebiet um die Hauptstadt Tegucigalpa sowie den pazifischen Süden. Anders als etwa in Guatemala gehört der überwiegende Teil der honduranischen Bevölkerung zu den Mestizen, Nachfahren von europäischen Einwanderern und den Ureinwohnern des Landes. Sie stellen etwa neunzig Prozent der Bevölkerung. Der Rest der Bevölkerung sind Indigene (sieben Prozent), Afrikaner (zwei Prozent) und Europäer (ein Prozent). Das hohe Bevölkerungswachstum verstärkt die Landflucht und lässt die Elendsviertel der Städte wachsen. Mehr als die Hälfte der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze, ein Fünftel sind Analphabeten. Unter- und Fehlernährung sind weit verbreitet. 


Die medizinische Versorgung auf dem Land ist miserabel. Honduras ist nach Haiti eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. 71,6 % der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Andere Schätzungen gehen von bis zu 80 % aus. Problematisch sind auch die aus Armut und Hoffnungslosigkeit entstandenen Jugendbanden wie „Barrio 18“ (auch als Mara 18 bekannt) oder „Mara salvatrucha“, die teilweise ganze Viertel und Städte terrorisieren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Honduras

Freunde aus Deutschland, die aus Honduras stammen, hatten ebenfalls ihre Bedenken geäußert und auf Nachfrage in Nicaragua liess man an seinen Nachbarn sowie so kein gutes Haar. Der Grenzübertritt „El Amatillo“, nach welchem man lediglich 70 km durch das Land fahren muss um dann nach El Salvador zu kommen, soll laut Reisenden mit Auto die wir trafen extrem „kostspielig“ sein. Korrupte Grenz-und Polizeibeamte - überall. Jeder möchte hier etwas von Touri-Transfer-Kuchen abbekommen. Es kursieren Geschichten von 3 Tagen Zwangsaufenthalt zwischen den Grenzen, Passwegnahme, Bussgeld wg. Auto fahren in Croques…um nur ein paar Anekdötchen zu nennen. Die 70 km glänzen anscheinend durch sehr schlechte Strassen und Polizeikontrollen.
Was auch immer an den Geschichten dran ist, uns machte es erst mal keine grosse Lust in das Land zu fahren und hofften, mit einer anderen Grenze und Strecke mehr Glück zu haben.

Wir wählten den kleinen Grenzübergang LOS MANOS, bei dem die Ausreise aus Nicaragua schon schnell und nett war. Auf honduranischer Seite begrüsste man uns freundlich und keine nervigen Schlepper waren zu sehen. Unseren Stempel gab es postwendet und beim Zoll, denn wir bekamen eine Sonderbehandlung und mussten und nicht mal anstellen. Lediglich kurz diverse Kopien unserer Papiere machen, ca. 40 $ bei der Bank nebenan einzahlen, damit der Lööride auch seinen Import-Stempel bekam.
Dann brachte uns die nette Dame vom Zoll zum Auto, verabschiedete uns lächelnd und trällerte „Bienvenidos en Honduras y viajae bien!“ (Herzlich willkommen in Honduras und gute Reise)
Wie, das war alles? Selbst die aus Prinzip grimmig schauenden Polizisten hoben winkend den Schlagbaum hoch und nach exakt 1,5 Stunden Aus-und einstempeln rollten wir vom Hof.

Das Wetter war sonnig und heiss bei über 30 Grad, die Landschaft wiedermal grün und bergig und die Strassen erneut gut in Schuss…teilweise. Denn auch hier fanden sich leider öfter Schlaglöcher, in denen kleine Kinder verschwinden könnten.

Sofort bemerkten wir, dass hier mehr Autos unterwegs waren als nebenan bei den „NICAS“…und auch sahen wir hier vermehrt moderne Pick-Ups und andere moderne Modelle. Ansonsten aber auch hier Männer zu Pferd in Jeans und mit Cowboyhut sowie mit Mensch und Tier gefüllte Pick-Up Ladeflächen.

Schön ist zu sehen, dass egal wo man auf diesem Kontinent unterwegs ist, zwei Themen IMMER aktuell und gut vertreten sind: Fussball und Liebe. Egal wo, egal wie: Überall finden sich Fussballplätze und Stundenhotels.

Vorbei an der Stadt DANLÍ steuerten wir auf die Hauptstadt TEGUCIGALPA (ca. 900.000 Einwohner) zu, die wir aber nicht besuchten. Umso erfreulicher war es, dass man die auf 950 m hoch gelegene Stadt ganz wunderbar umfahren kann und dabei an modernen Shoppingzentren, Fastfoodketten und Tankstellen vorbeikommt. Danach führen neue, hervorragend ausgebaute, zwei spurige „wie geleckte“ Strassen aus der Stadt heraus und weiter in das Land. Spätestens hier fiel uns auf, dass die Menschen in Mittelamerika weitaus besser Auto fahren als in Südamerika.
Alte Bekannte unter sich
erster (und einziger) gesichteter Landy in Honduras
wenig Kitsch, viel Handwerk
Verkauf am Strassenrand
Die weitere Fahrt dauerte gefühlt eine Ewigkeit, aber schön war es, zwischen den Bergen und Canyons entlang zu düsen. Weitere Städte trafen wir irgendwie nicht, es scheint alles recht dörflich zu sein.
Landschaft und Strassen wirken hier gewaltiger als in Nicaragua.
Alles ist hier irgendwie gewaltiger und grösser als im Nachbarland.

Wo noch nicht asphaltiert wurde, da sind die Strassen in einem erbärmlichen Zustand…und wir hatten Angst um unsere Stossdämpfer. Diese Wege sind dann meist auch eher einsam gelegen und von grimmig guckenden und mit Machete jonglierten Menschen umgeben, sodass ich dann doch mal ein komisches Ziehen in der Magengegend verspürte und nur „Schatziiiiiiiii, Gas geben“ hauchte...

Schön war ebenfalls, als wir auf auf einer abgelegenen Strasse ein parkendes Auto samt Mann mit riesiger Schrotflinte sahen und auf ihn hinzu fuhren …wartete er auf uns? Nein, es war ein Auto eines Sicherheitsservice und der Kollege musste einfach mal pinkeln gehen…nahm dazu die Flinte mit, als sie im Auto liegen zu lassen.
Sicherheit auf einer Tankstelle
Generell haben hier sogar die Sicherheitsbeamten einer Eisdiele ne grosse Wumme am Halfter oder hantieren lässig mit einer Flinte herum. Allerdings ist das Polizei und Militäraufgebot weitaus geringer als in Kolumbien. Und die Kontrollen auf den Strassen (uns gegenüber) ebenfalls.

Die Menschen am Wegesrand waren sehr zurückhaltend und irgendwie „not amused“ uns zu sehen. Schien auf jeden Fall so. Wenn wir aber mit jemanden ins Gespräch kamen, sah die Welt wieder anders aus. Nette und zuvorkommende Leute haben wir getroffen.

Wir landeten um 18:00 und nach 389 km (was für den meist guten Zustand der Strassen spricht) in der Kleinstadt GRACIAS LEMPIRA. Hier steuerten wir die FINCA BAVARIA an, wo man im Garten campen kann. Wir erhofften uns einen interessanten und köstlichen Abend bei dem angeblichen Bayer. Es kam dann aber doch etwas anders. Irgendwie.
Eingang zur Finca Bavaria
wir machten es uns nett, in einem Park ähnlichen Grundstück
hier durfte wir duschen.
Kategorie: noch schnell 3 Bier, dann geh ich duschen...
Nass-ZELLE bekommt eine Bedeutung
Blumen wie aus FIMO
Absacker bei Sundowner
Der süd- und auch mittelamerikanische Hahn beginnt seinen Tag früher als der normale Hahn in Deutschland. Gerne schon ab 3:30.
Daher starteten wir einen frühen Aufbruch und weiter ging es nach COPAN RUINAS, eine kleine, sehr schöne, bunte Stadt unweit der berühmten Maya-Pyramiden COPAN.
Schnuckelige Kathedrale in GRACIAS
Hier geht das Pferd noch selber einkaufen
...noch spart man am Asphalt
grün-grün-grün und Sonnenschein, so schön kann doch Honduras sein
Copán Ruinas, da die kleine Stadt uns so gefiel, parkten wir uns und Löördie nicht am Campingplatz / Balenario unweit der Ruinen, sondern im Hostal PATTY (20,00 $) mit schlicht und ergreifenden, großen Zimmern, super Wlan und Parkplatz mitten in der hübschen Stadt.
…einfach durch die kleinen Gassen mit bunten Häusern schlendern und/oder irgendwo hinsetzen und das Geschehen beobachten. Länger hätten wir es hier mit Sicherheit ausgehalten. Es ist ein toller Ort und für jeden Geldbeutel war etwas dabei.
Zu den Ruinen führen wir endlich wieder „stilecht“ mit einem TöffTöff.
Kleines Kirchlein...
...so schön schlicht
nette Patios...
...und unsere 3. beste Pizza
(1. Bolivien, 2. Kolumbien)
Autoscheiben sind in Honduras meist verdunkelt (überall)
und oft gepimpt..oder ähnlich.
Die Spurverbreiterung wurde mit
Sicherheit in Honduras erfunden. Zu viele.

Wir hatten gut 2,5 Stunden Zeit und besuchten (ohne viel Trubel) das Museum sowie die Ruinen. (7,00 $ und 15,00 $ p.P) Die Ruinen sind wirklich beeindruckend und irgendwie unwirklich, wie sie da mitten im Dschungel stehen und um sie herum wilde Ara-Papageien fliegen. Einfach toll.
Und einfach extrem heiss. Da machte uns aber nichts, denn überall findet man ein Schattenplätzchen.
  
Copán war eine bedeutende Stadt der Maya während der klassischen Periode (etwa 250 bis 900). Im 8. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütezeit, wurde bald darauf jedoch verlassen und verfiel, wie die meisten anderen Maya-Städte im Tiefland der Halbinsel Yucatán. Die Ruinenstätte wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts erforscht und gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wie der historische Name der Stadt lautete, ist noch nicht vollständig geklärt Die Ruinenstätte von Copán liegt im Tal des Río Copán im äußersten Westen von Honduras unweit der heutigen Stadt San José de Copán auf etwa 600 Metern über dem Meeresspiegel; die Stadt befindet sich somit am östlichen Rand des Maya-Kulturkreises. Flankiert wird das Tal von bis zu 2000 Meter hohen Bergen, die es von zerstörerischen Wettereinflüssen, etwa großen Wirbelstürmen, weitgehend abschirmen. Diese Lage verhindert auch, dass schwüle Luftströmungen die Region erreichen, was zu einem gemäßigt heißen Tropenklima führt. Im ehemaligen Gebiet der Maya kam dies in nur wenigen Städten vor. 


Copán wird durch die im Zentrum gelegene „Hauptgruppe“ dominiert, eine zentral gelegene Ansammlung von Gebäuden und auch Gebäudekomplexen mit einer Fläche von rund 12 Hektar. Sie wird wiederum durch eine große freie Fläche in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt. Der nördliche Teil umfasst mit drei Stufenreihen, an die sich mehrere Plattformen anschließen, den „Großen Platz“, in dem mehrere Stelen mit in Maya-Hieroglyphen verfassten Inschriften stehen. Die sogenannte Akropolis bildet dagegen neben einigen kleineren Bauten den Südteil der Hauptgruppe und besteht aus einer Vielzahl von Terrassen und Plattformen, auf denen sich wiederum weitere Gebäude erheben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cop%C3%A1n
Erstmal einen Überblick verschaffen
mitten im Dschungel, da liegen sie
Ara´s fliegen umher
Mozart, bist DU das??
Los Zottis ;)
Diese Tempelanlagen beeindruckten uns sehr.
Mich fast noch mehr als Machu Picchu...was aber auch an der Umgebung und dem genialem Wetter gelegen haben kann, was in Peru leider nicht der Fall war.
Egal wie: Wer vorbeikommt: ANGUCKEN!
Einstufung: Absolutes HIGHLIGHT!

Leider ging es auch her bereits am nächsten Tag für uns weiter. Copán Ruinas ist einer dieser Orte, wo wir noch weitere 1-2 Tage ausgehalten hätten.
Nach nur 10 Minuten Fahrt erreichten wir schon die Grenze zu Guatemala, LA FLORIDA

Was sollen wir sagen? …das Ausstempeln handelten wir in exakt 7 Minuten ab, da die Beamten im Schatten auf dem Bürgersteig sassen und uns am Auto abholten und zum Schalter geleiteten.
Kopien der Papiere für den Export des Autos machten sie sich selbst und ebenfalls eine Kopie für uns.
Wie nett!

Als wir gerade los wollten, fing uns eine Dame vom Tourismusverband ab und führte eine Befragung durch…. zu Land und Leuten, Strassen und Städten….Essen und Trinken und Sicherheit und Preisen und und und... man scheint sich für seine "Kundschaft" zu interessieren.
Der Tourismusverband von Honduras begrüsst so seine Gäste
(aus Guatemala kommend)
Tja, und dann checkten wir schon in Guatemala ein und waren „erstaunt“ dass wir doch irgendwie in unserem Land Nr. 13 überlebt  und nicht EINE MARK extra an einen Polizisten abgedrückt hatten.
Das wiederum lag vermutlich daran, dass wir zwar ein paar Kontrollen passiert hatten, uns aber niemand angehalten sondern freundlich durchgewunken hatte…und das auf den gesamten 547 gefahrenen Kilometern.
Nicaragua Grenze VIA HONDURAS bis Guatemala Grenze
Honduras? Kann man DOCH gut machen! Darüber sind wir sehr froh!
Bekommt definitiv ein "ILike“ und "Gefällt mir“ ;)
Keine Angst haben - sondern "Abfahrt!"

01.08.2012

29.07.2012 León & Ocotal / Nicaragua

Das Prozedere „Ausstempeln“ in Costa Rica dauerte 1 Stunde. Aber auch nur, weil wir für die Ausreise Kopien unserer Auto-Importpapiere machen mussten und die „Bude“ mit dem Kopierer gerade Pause hatte. Daher warteten dort wir 20 min. Ansonsten muss man lediglich Mengen an sog. „Schleppern“ abschütteln, die einem bei dem Weg über die Grenze Helfen möchten und schon steht man in Nicaragua. Hoppla. Aber auch hier Schlepper, allerdings dreimal so viele.


Mit Freundlichkeit und „Nein Danke“ hatten wir sie von uns fern halten können.
Lediglich einer von ihnen biss sich fest, obwohl wir im mehrfach mitteilten, dass wir ihn nicht benötigen, da wir mit Sprache und Ablauf vertraut sind. Er war wie ein Schosshund, er lief vor und mit und nebenher und überhaupt. Er fand es vermutlich einfach cool, uns, die mit dem hier auffälligsten Auto über den doch etwas wirren Platz zu führen. Wir ignorierten ihn so gut es ging, doch ab und zu half er tatsächlich, bzw. hatte schon in der Schlange unseren Platz besetzt oder pfiff das passende Personal zu uns. Schlecht war er nicht, zumal er nicht im VORFELD eine krumme Summe genannt hatte, sondern erst mal arbeitete. Er bekam zum Schluss ein Handvoll Dollar, bedankte sich lächelnd per Handschlag und wünschte uns eine gute Reise.

Das etwas „ausführlichere“ Prozedere hier, welches ein paar Zwischenschritte mehr hatte, ging also doch recht schnell.
Die Panikmache war umsonst gewesen.

2 x 1,00 $ Eintritt zur Immigration
2 x 12,00 $ Eintritt in das Land
1 x 5,00 $ Eintritt für PKW Nummernschild
1 x 36,00 $ (Zoll) 1 x 17,00 $ Autoversicherung (min. 1 Monat)
1 x 3,00 $ Desinfektion aussen für PKW.
(Die oben genannten Preise können etwas höher sein als Wochentags.)

Die Währung CORDOBA wechselten wir zwar vor Ort, bezahlen ist aber mit Dollar möglich.
Kopien mussten wir das erste mal seit Langem keine machen.

Nun, völlig überrascht von viel Freundlichkeit, gemeinsamen Lachen mit der Beamtentruppe sowie einem Besuch im örtlichen DUTY FREE, waren wir exakt um 11:55, nach 1:55 Std. auf dem Weg in die neue (wenn auch nur kurze) Welt.

Desinfiktion
Hatte wiedermal nicht wehgetan…somit hatten wir unseren 26 ten Grenzwechsel vollzogen und befanden uns in Land 12 unserer Reise auf diesem Kontinent. Wir pesten also los.

Es war bedeckt bei 33 Grad. Die Strassen waren in erstaunlich guten Zustand, die Landschaft war grün, die Menschen am Wegesrand beim sonntäglichen Ausflug waren entweder verwirrt oder erfreut darüber uns zu sehen, guckten also etwas sprachlos oder winkten.

Der Staat Nicaragua liegt in Zentralamerika. Er grenzt im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica sowie im Westen an den Pazifik und im Osten an die Karibik. Nicaragua wird parallel zur Pazifikküste von einer Kette aktiver Vulkane durchzogen, weshalb es auch das Land der tausend Vulkane genannt wird. In Nicaragua leben etwa 5,68 Millionen Menschen (Stand 2007), von denen etwa 90 % in der Pazifikregion und im Managua-Gebiet leben. 


Wegen der hohen Arbeitslosigkeit gibt es in Nicaragua eine ausgeprägte Landflucht. Dabei ist die Hauptstadt Managua das wichtigste Ziel. Allerdings ist auch hier die wirtschaftliche Situation nicht wesentlich besser, und die Verstädterung bringt ihre eigenen Probleme mit sich. 


Fast 80 % der nicaraguanischen Bevölkerung lebten 2005 von unter 2 US$ pro Tag, rund 45 % von 1 US$ oder weniger. Der Nordwesten des Landes durchlebte 2005 eine Hungersnot, die immer noch nicht ausgestanden ist. Die Energiewirtschaft des Landes ist zu 70 % von Erdölimporten abhängig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nicaragua
Guter Asphalt...
...böser Asphalt
Bedingt durch das nebelige Wetter und die rennende Zeit fuhren wir nicht die Insel Ometepe an, die nur per Fähre zu erreichen ist, sondern die wohl schönste Stadt des Landes, genannt LEÓN. Lediglich eine Polizeikontrolle hielt uns an und maßregelte unser Fahrverhalten, welches unter normalen Umständen keinerlei Diskussion wert gewesen wäre, da es sich aber einen Sonntag handelte, wo gerne Menschen betrunken nach einen ausgedehnten Frühschoppen von der Kneipe auf die Strasse kullern oder Kinder vor das Auto springen, bat man uns heute BESONDERS vorsichtig zu fahren.

Das war übrigens der einzige Kontakt zur Polizei in diesem Land, nach dem attraktiven Polizisten an der Grenze, der eine vermeintliche Autokontrolle nach 30 Sekunden abbrach und das Auto als „sauber“ befand.

Die Hauptstrassen des Landes sind in echt gutem Zustand. Die PanAm (hier C1) führt fast schnurstracks gen Norden. Der Weg an die Pazifikküste ist ebenfalls gut ausgebaut, da sich hier inzwischen internationale Hotelketten sowie weiterer Tourismus angesiedelt haben.

Landschaftlich sieht es auch hier so grün und bergig wie in Panama und Costa Rica. Es fällt auf, dass weitaus weniger Autos im Einsatz sind. Kleinbusse sind mit Mensch, Tier und Möbeln beladen, viele Pferdegespanne, Fahrräder und Fussgänger sind unterwegs. Hier leben endlich wieder richtige Cowboys, die in Jeans und mit Hut über Wald und Wiese oder auch Strasse reiten oder ihre Herden treiben. Die Städte am Wegesrand wirken relativ klein.
Es sind lediglich Ortschaften. Die Häuser sind meist schlicht. Oftmals auch sehr schlicht. Also arm. Aber: auch hier gilt: zwar keine Tür in den Angeln, kein fliessend Wasser, schlafen auf einem Laken auf dem Lehmfussboden aber eine Satellitenschüssel auf dem Dach haben…
Abgelegen von alle dem finden sich oftmals richtig grosse Anwesen oder Haciendas.
Wir liessen die Hauptstadt Managua rechts liegen und steuerten LEÓN an.


León, vollständig Santiago de los Caballeros de León, ist die Provinzhauptstadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirkes León im Westen Nicaraguas. Die Stadt hat ungefähr 158.000 Einwohner und liegt unweit des Pazifischen Ozeans und ist ein Zentrum des Erdnuss- und Zuckeranbaus. León wurde 1524 von Francisco Hernández de Córdoba gegründet. Das erste León (León Viejo) befand sich allerdings ca. 30 Kilometer vom heutigen entfernt. Nach einem Ausbruch des Momotombo, der die Stadt schwer traf, wurde León in der Nähe der indigenen Siedlung Subtiaba neu gegründet. Die Ruinen des alten León gehören heute als León Viejo zum UNESCO-Weltkulturerbe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Le%C3%B3n_(Nicaragua)

Schon bei Durchfahren waren wir begeistert von diesem kleinen, ursprünglichen Bunten Fleck in der grünen Bergwelt. Hier gefiel es uns auf Anhieb. Eine sichere, schöne und saubere Bleibe für uns fanden wir auch: Endlich konnten wir mal die Österreicher unterstützten.

Wir schlenderten am Frühabend durch die Stadt, eine wunderschöne Kolonialstadt. Viele Gebäude, die in den Revolutionsjahren zerstört wurden, sind bis heute noch nicht restauriert bzw. wiederaufgebaut worden. Trotz bröckelndem Putz ist es hier nett und ursprünglich. Den Abend genossen wir in einem schönen Restaurant vor der Kathedrale.
Nacatamal
http://de.wikipedia.org/wiki/Nacatamal
Gallo Pinto  (Reis mit Bohnen) Bananen und gekochtes Rindfleisch
http://www.cuisimonde.com/die-kueche-nord-und-mittelamerikas-
und-der-karibik/mittelamerika/die-kueche-nicaraguas.html
köstliche Litschis fürn Appel und n Ei
Saftbar
Liquados (Fruchtsäfte mit Milch, Zucker und Wasser)

Nach einem Stadtbummel am Vormittag ging es dann leider schon weiter in die Nähe der Grenze zu Honduras. Denn auch hier müssen wir durch.
Die Fahrt durch das Land war wieder heiss, grün und schön.
Es gab auf den Strassen immer etwas zu sehen, was eine Fahrt logischer Weise recht angenehm macht.
Kindersitz
und das Bett MUSS mit
Cowboy on Tour
MmM
Mann mit Machete

Die Stadt OCOTAL ist klein und staubig, aber liebenswert.
Freundlich und hilfsbereit war man auch hier zu uns.
hier wird Werbung noch GROSS geschrieben (und selbst gemalt)
endlich wieder spontane, gut und günstige Handwerker
Reifen auswuchten fürn Heiermann
Das Highlight war, als wir unser Auto und uns sicher im Ortgrössten Hotel FRONTERA abstellten, dass ein Camerateam vom lokalen Sender uns entdeckte und befragte. So eine spannende Geschichte liess sich der rasende Reporter Marvin natürlich nicht nehmen uns so kam es, dass wir vor laufender Kamera die „BANDERA von Nicaragua“ an unser Auto anbrachten, danach Clemens einen Schwank aus unseren Reiseerlebnissen preis gab und wir zum Schluss zu dritt auf Löördies Motorhaube saßen und Marvin uns mit großen Augen zuhörte und sich über seine für ihn „einzigartige“ Story freute.

Das war ein schöner und lustiger Abschluss und wir waren traurig, nur so kurz in diesem schönen und freundlichen Land gewesen zu sein.
Die Zottis in den 18:00 Nachrichten
"Gringos viajan"
Nach einem traditionellem Frühstück besuchte uns Marvin und brachte uns zum "Sender."
eher deftig ;)) aber ausgewogen

Hier stellte er uns den Chef des Senders vor, der in seinem schicken Wohnhaus das gesamte Studio etc. eingerichtet hat. Hier überspielte man uns den Bericht „Gringos viajan“…danach nahmen wir den rasenden Reporter ein Stück mit in Richtung Grenze, wo er einen morgendlichen Interview-Termin hatte. Erst mal hielten wir aber kurz am Kiosk, er brauchte eine Stärkung…und zog sich um 9:05 ein kühles Bierchen auf. Fast verständlich, denn es waren schon über 30 Grad...und das Wurst, Bohnen  Bananengemisch vom Frühstück vermeldete Sodbrennen.
Studio (und Leinwand)
Eierkartons dämpfen nach wie vor gut
man zeigt uns "unseren" Bericht
..und danach wurde eine gesamte Region nach Clemens benannt...
Wir erreichten die staubige und auf ca. 1.350 gelegene Grenze um kurz vor 9:30. Auch hier das gleiche Bild. LKW`s wohin wir sahen…an denen wir auch hier vorbei fuhren und direkt vorm Schlagbaum zum Stehen kamen. Ab da ging es „los“…an jedem Fenster ein andere Beamter, um die herum Schlepper und Geldwechsler, die alle schlau dazwischen quatschten, wie auch Kinder und Mütterlein, die versuchen Obst und/oder Bananenchips zu verkaufen. Getoppt wurde das alles von Ziegen und Strassenhunden inmitten der kleinen Wellblech-und Holzbarracken die sich als Migration, Zoll und Polizeistation erwiesen.
Es sah alles so schlimm und unstrukturiert aus, aber das „Auschecken“ erledigten wir in Minuten, da uns die freundlichen Brummifahrer an der langen Schlange beim Zoll vorbei winkten. Hach, wie nett das war.
Nur 100 m weiter und wir standen schon in Honduras.

Nun waren wir aber echt gespannt, was uns hier erwarten würde…in dem Land, in dem die Polizisten und Beamten als die korruptesten des gesamten Kontinents gehandelt werden…

Info:

Das Potential für einen genialen, abwechslungsreichen Urlaub ist definitiv in Nicaragua da.
Denn auch hier gibt es zahlreiche Nationalparks, Vulkane und eine gigantische Tierwelt. Ebenfalls die noch im Vergleich zu Costa Rica und Panama unentdeckte Pazifik und Karibikküste und die Insel Ometepe, die mit ihren zwei Vulkanen zu einem echten Highlight auf diesem Landstrich gehören soll... 

Nicaragua ist noch nicht versaut, es ist noch ursprünglich. Und es ist arm.
Trotz Armut soll es hier sicher sein. Wir fühlten uns sicher.
Die großen Raubzüge finden wohl eher weiter „nördlich“ statt.
Es ist „tranquillo“ und „gesund“, so selbst die Einheimischen. 

Preislich ist es hier natürlich auch noch ursprünglicher, obwohl der Dieselpreis mit 1,00 $ / l relativ hoch ist, dafür sind Restaurantbesuche und das Einkaufen günstiger als in Costa Rica und Panama.

Ein schönes Land, es ist (noch) so jungfräulich.
Wir hoffen, dass das noch eine Weile so bleibt und wir eines Tages wiederkommen können, denn Nicaragua ist bei unserem nächsten Besuch in Zentralamerika definitiv Nummer 1 auf unserer „to do Liste.“ Darauf stossen wir an:
Macuá = Flor de Cana (Rum, hier weiss)
mit Guaven, Orangen und Zitronensaft
"zarte" 477 km haben wir insgesamt zurückgelegt