03.08.2012

31.07.2012 Gracias Lempira & Copán / Honduras

Der Gedanke daran, durch Honduras zu fahren, stimmte uns leider etwas “misstrauisch”.
Wir hatten aber von (fast) allen Overlandern nur Positives gehört und lediglich ein Überfall eines Deutschen Paares hatte sich vor ein paar Monaten bei dem Lago Yoioa zugetragen.
Eigentlich keine schlechte Statistik für ein Land welches einen so schlechten Ruf hat.

Honduras hat ca. 8.Mio. Einwohner, liegt an der breitesten Stelle der mittelamerikanischen Landbrücke und grenzt im Südosten an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im Südwesten an El Salvador. Im Norden liegt das Karibische Meer. 
Hier reicht das von Flüssen, Sümpfen und Lagunen durchsetzte Küstentiefland 70 Kilometer ins Landesinnere hinein. Im Süden liegt der Pazifik. Durch das vorwiegend gebirgige Land verläuft von Ost nach West ein Bergmassiv, das von mehreren Flüssen durchzogen wird. Honduras hat tropisches Klima, das in den höheren Lagen im Landesinneren gemäßigt ist. Honduras weist einen großen Umweltreichtum auf. Dazu gehören insbesondere der noch nahezu unberührte größte zusammenhängende Regenwald in Zentralamerika im Nordosten des Landes sowie das nach dem australischen Barrier-Riffweltweit bedeutendste Korallenriff-Ökosystem um die dem honduranischen Festland vorgelagerten Karibikinseln. 


Die Bevölkerung konzentriert sich auf das Hochland im Nordwesten, das Gebiet um die Hauptstadt Tegucigalpa sowie den pazifischen Süden. Anders als etwa in Guatemala gehört der überwiegende Teil der honduranischen Bevölkerung zu den Mestizen, Nachfahren von europäischen Einwanderern und den Ureinwohnern des Landes. Sie stellen etwa neunzig Prozent der Bevölkerung. Der Rest der Bevölkerung sind Indigene (sieben Prozent), Afrikaner (zwei Prozent) und Europäer (ein Prozent). Das hohe Bevölkerungswachstum verstärkt die Landflucht und lässt die Elendsviertel der Städte wachsen. Mehr als die Hälfte der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze, ein Fünftel sind Analphabeten. Unter- und Fehlernährung sind weit verbreitet. 


Die medizinische Versorgung auf dem Land ist miserabel. Honduras ist nach Haiti eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. 71,6 % der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Andere Schätzungen gehen von bis zu 80 % aus. Problematisch sind auch die aus Armut und Hoffnungslosigkeit entstandenen Jugendbanden wie „Barrio 18“ (auch als Mara 18 bekannt) oder „Mara salvatrucha“, die teilweise ganze Viertel und Städte terrorisieren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Honduras

Freunde aus Deutschland, die aus Honduras stammen, hatten ebenfalls ihre Bedenken geäußert und auf Nachfrage in Nicaragua liess man an seinen Nachbarn sowie so kein gutes Haar. Der Grenzübertritt „El Amatillo“, nach welchem man lediglich 70 km durch das Land fahren muss um dann nach El Salvador zu kommen, soll laut Reisenden mit Auto die wir trafen extrem „kostspielig“ sein. Korrupte Grenz-und Polizeibeamte - überall. Jeder möchte hier etwas von Touri-Transfer-Kuchen abbekommen. Es kursieren Geschichten von 3 Tagen Zwangsaufenthalt zwischen den Grenzen, Passwegnahme, Bussgeld wg. Auto fahren in Croques…um nur ein paar Anekdötchen zu nennen. Die 70 km glänzen anscheinend durch sehr schlechte Strassen und Polizeikontrollen.
Was auch immer an den Geschichten dran ist, uns machte es erst mal keine grosse Lust in das Land zu fahren und hofften, mit einer anderen Grenze und Strecke mehr Glück zu haben.

Wir wählten den kleinen Grenzübergang LOS MANOS, bei dem die Ausreise aus Nicaragua schon schnell und nett war. Auf honduranischer Seite begrüsste man uns freundlich und keine nervigen Schlepper waren zu sehen. Unseren Stempel gab es postwendet und beim Zoll, denn wir bekamen eine Sonderbehandlung und mussten und nicht mal anstellen. Lediglich kurz diverse Kopien unserer Papiere machen, ca. 40 $ bei der Bank nebenan einzahlen, damit der Lööride auch seinen Import-Stempel bekam.
Dann brachte uns die nette Dame vom Zoll zum Auto, verabschiedete uns lächelnd und trällerte „Bienvenidos en Honduras y viajae bien!“ (Herzlich willkommen in Honduras und gute Reise)
Wie, das war alles? Selbst die aus Prinzip grimmig schauenden Polizisten hoben winkend den Schlagbaum hoch und nach exakt 1,5 Stunden Aus-und einstempeln rollten wir vom Hof.

Das Wetter war sonnig und heiss bei über 30 Grad, die Landschaft wiedermal grün und bergig und die Strassen erneut gut in Schuss…teilweise. Denn auch hier fanden sich leider öfter Schlaglöcher, in denen kleine Kinder verschwinden könnten.

Sofort bemerkten wir, dass hier mehr Autos unterwegs waren als nebenan bei den „NICAS“…und auch sahen wir hier vermehrt moderne Pick-Ups und andere moderne Modelle. Ansonsten aber auch hier Männer zu Pferd in Jeans und mit Cowboyhut sowie mit Mensch und Tier gefüllte Pick-Up Ladeflächen.

Schön ist zu sehen, dass egal wo man auf diesem Kontinent unterwegs ist, zwei Themen IMMER aktuell und gut vertreten sind: Fussball und Liebe. Egal wo, egal wie: Überall finden sich Fussballplätze und Stundenhotels.

Vorbei an der Stadt DANLÍ steuerten wir auf die Hauptstadt TEGUCIGALPA (ca. 900.000 Einwohner) zu, die wir aber nicht besuchten. Umso erfreulicher war es, dass man die auf 950 m hoch gelegene Stadt ganz wunderbar umfahren kann und dabei an modernen Shoppingzentren, Fastfoodketten und Tankstellen vorbeikommt. Danach führen neue, hervorragend ausgebaute, zwei spurige „wie geleckte“ Strassen aus der Stadt heraus und weiter in das Land. Spätestens hier fiel uns auf, dass die Menschen in Mittelamerika weitaus besser Auto fahren als in Südamerika.
Alte Bekannte unter sich
erster (und einziger) gesichteter Landy in Honduras
wenig Kitsch, viel Handwerk
Verkauf am Strassenrand
Die weitere Fahrt dauerte gefühlt eine Ewigkeit, aber schön war es, zwischen den Bergen und Canyons entlang zu düsen. Weitere Städte trafen wir irgendwie nicht, es scheint alles recht dörflich zu sein.
Landschaft und Strassen wirken hier gewaltiger als in Nicaragua.
Alles ist hier irgendwie gewaltiger und grösser als im Nachbarland.

Wo noch nicht asphaltiert wurde, da sind die Strassen in einem erbärmlichen Zustand…und wir hatten Angst um unsere Stossdämpfer. Diese Wege sind dann meist auch eher einsam gelegen und von grimmig guckenden und mit Machete jonglierten Menschen umgeben, sodass ich dann doch mal ein komisches Ziehen in der Magengegend verspürte und nur „Schatziiiiiiiii, Gas geben“ hauchte...

Schön war ebenfalls, als wir auf auf einer abgelegenen Strasse ein parkendes Auto samt Mann mit riesiger Schrotflinte sahen und auf ihn hinzu fuhren …wartete er auf uns? Nein, es war ein Auto eines Sicherheitsservice und der Kollege musste einfach mal pinkeln gehen…nahm dazu die Flinte mit, als sie im Auto liegen zu lassen.
Sicherheit auf einer Tankstelle
Generell haben hier sogar die Sicherheitsbeamten einer Eisdiele ne grosse Wumme am Halfter oder hantieren lässig mit einer Flinte herum. Allerdings ist das Polizei und Militäraufgebot weitaus geringer als in Kolumbien. Und die Kontrollen auf den Strassen (uns gegenüber) ebenfalls.

Die Menschen am Wegesrand waren sehr zurückhaltend und irgendwie „not amused“ uns zu sehen. Schien auf jeden Fall so. Wenn wir aber mit jemanden ins Gespräch kamen, sah die Welt wieder anders aus. Nette und zuvorkommende Leute haben wir getroffen.

Wir landeten um 18:00 und nach 389 km (was für den meist guten Zustand der Strassen spricht) in der Kleinstadt GRACIAS LEMPIRA. Hier steuerten wir die FINCA BAVARIA an, wo man im Garten campen kann. Wir erhofften uns einen interessanten und köstlichen Abend bei dem angeblichen Bayer. Es kam dann aber doch etwas anders. Irgendwie.
Eingang zur Finca Bavaria
wir machten es uns nett, in einem Park ähnlichen Grundstück
hier durfte wir duschen.
Kategorie: noch schnell 3 Bier, dann geh ich duschen...
Nass-ZELLE bekommt eine Bedeutung
Blumen wie aus FIMO
Absacker bei Sundowner
Der süd- und auch mittelamerikanische Hahn beginnt seinen Tag früher als der normale Hahn in Deutschland. Gerne schon ab 3:30.
Daher starteten wir einen frühen Aufbruch und weiter ging es nach COPAN RUINAS, eine kleine, sehr schöne, bunte Stadt unweit der berühmten Maya-Pyramiden COPAN.
Schnuckelige Kathedrale in GRACIAS
Hier geht das Pferd noch selber einkaufen
...noch spart man am Asphalt
grün-grün-grün und Sonnenschein, so schön kann doch Honduras sein
Copán Ruinas, da die kleine Stadt uns so gefiel, parkten wir uns und Löördie nicht am Campingplatz / Balenario unweit der Ruinen, sondern im Hostal PATTY (20,00 $) mit schlicht und ergreifenden, großen Zimmern, super Wlan und Parkplatz mitten in der hübschen Stadt.
…einfach durch die kleinen Gassen mit bunten Häusern schlendern und/oder irgendwo hinsetzen und das Geschehen beobachten. Länger hätten wir es hier mit Sicherheit ausgehalten. Es ist ein toller Ort und für jeden Geldbeutel war etwas dabei.
Zu den Ruinen führen wir endlich wieder „stilecht“ mit einem TöffTöff.
Kleines Kirchlein...
...so schön schlicht
nette Patios...
...und unsere 3. beste Pizza
(1. Bolivien, 2. Kolumbien)
Autoscheiben sind in Honduras meist verdunkelt (überall)
und oft gepimpt..oder ähnlich.
Die Spurverbreiterung wurde mit
Sicherheit in Honduras erfunden. Zu viele.

Wir hatten gut 2,5 Stunden Zeit und besuchten (ohne viel Trubel) das Museum sowie die Ruinen. (7,00 $ und 15,00 $ p.P) Die Ruinen sind wirklich beeindruckend und irgendwie unwirklich, wie sie da mitten im Dschungel stehen und um sie herum wilde Ara-Papageien fliegen. Einfach toll.
Und einfach extrem heiss. Da machte uns aber nichts, denn überall findet man ein Schattenplätzchen.
  
Copán war eine bedeutende Stadt der Maya während der klassischen Periode (etwa 250 bis 900). Im 8. Jahrhundert erlebte sie ihre Blütezeit, wurde bald darauf jedoch verlassen und verfiel, wie die meisten anderen Maya-Städte im Tiefland der Halbinsel Yucatán. Die Ruinenstätte wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts erforscht und gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wie der historische Name der Stadt lautete, ist noch nicht vollständig geklärt Die Ruinenstätte von Copán liegt im Tal des Río Copán im äußersten Westen von Honduras unweit der heutigen Stadt San José de Copán auf etwa 600 Metern über dem Meeresspiegel; die Stadt befindet sich somit am östlichen Rand des Maya-Kulturkreises. Flankiert wird das Tal von bis zu 2000 Meter hohen Bergen, die es von zerstörerischen Wettereinflüssen, etwa großen Wirbelstürmen, weitgehend abschirmen. Diese Lage verhindert auch, dass schwüle Luftströmungen die Region erreichen, was zu einem gemäßigt heißen Tropenklima führt. Im ehemaligen Gebiet der Maya kam dies in nur wenigen Städten vor. 


Copán wird durch die im Zentrum gelegene „Hauptgruppe“ dominiert, eine zentral gelegene Ansammlung von Gebäuden und auch Gebäudekomplexen mit einer Fläche von rund 12 Hektar. Sie wird wiederum durch eine große freie Fläche in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt. Der nördliche Teil umfasst mit drei Stufenreihen, an die sich mehrere Plattformen anschließen, den „Großen Platz“, in dem mehrere Stelen mit in Maya-Hieroglyphen verfassten Inschriften stehen. Die sogenannte Akropolis bildet dagegen neben einigen kleineren Bauten den Südteil der Hauptgruppe und besteht aus einer Vielzahl von Terrassen und Plattformen, auf denen sich wiederum weitere Gebäude erheben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cop%C3%A1n
Erstmal einen Überblick verschaffen
mitten im Dschungel, da liegen sie
Ara´s fliegen umher
Mozart, bist DU das??
Los Zottis ;)
Diese Tempelanlagen beeindruckten uns sehr.
Mich fast noch mehr als Machu Picchu...was aber auch an der Umgebung und dem genialem Wetter gelegen haben kann, was in Peru leider nicht der Fall war.
Egal wie: Wer vorbeikommt: ANGUCKEN!
Einstufung: Absolutes HIGHLIGHT!

Leider ging es auch her bereits am nächsten Tag für uns weiter. Copán Ruinas ist einer dieser Orte, wo wir noch weitere 1-2 Tage ausgehalten hätten.
Nach nur 10 Minuten Fahrt erreichten wir schon die Grenze zu Guatemala, LA FLORIDA

Was sollen wir sagen? …das Ausstempeln handelten wir in exakt 7 Minuten ab, da die Beamten im Schatten auf dem Bürgersteig sassen und uns am Auto abholten und zum Schalter geleiteten.
Kopien der Papiere für den Export des Autos machten sie sich selbst und ebenfalls eine Kopie für uns.
Wie nett!

Als wir gerade los wollten, fing uns eine Dame vom Tourismusverband ab und führte eine Befragung durch…. zu Land und Leuten, Strassen und Städten….Essen und Trinken und Sicherheit und Preisen und und und... man scheint sich für seine "Kundschaft" zu interessieren.
Der Tourismusverband von Honduras begrüsst so seine Gäste
(aus Guatemala kommend)
Tja, und dann checkten wir schon in Guatemala ein und waren „erstaunt“ dass wir doch irgendwie in unserem Land Nr. 13 überlebt  und nicht EINE MARK extra an einen Polizisten abgedrückt hatten.
Das wiederum lag vermutlich daran, dass wir zwar ein paar Kontrollen passiert hatten, uns aber niemand angehalten sondern freundlich durchgewunken hatte…und das auf den gesamten 547 gefahrenen Kilometern.
Nicaragua Grenze VIA HONDURAS bis Guatemala Grenze
Honduras? Kann man DOCH gut machen! Darüber sind wir sehr froh!
Bekommt definitiv ein "ILike“ und "Gefällt mir“ ;)
Keine Angst haben - sondern "Abfahrt!"

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