30.07.2012

28.07.2012 Lago Arenal & La Cruz / Costa Rica

Erst mal das, was wir lang nicht hatten…Also für mich ein Schnitzelchen und für den Gatten ein paar knackige Bratwürstel, als wir in NUEVO ARENAL Halt machten.

Mein Letztes Hefeweizen hatte ich nach Weihnachten in Santiago de Chile, also gönnte ich mir hier ein freches 0,3 l für 3,70 US. Es war besser denn je. Direkt nach der eigentlich einzig bewohnten und belebten Strasse in diesem „Stadl“ gingt es links-rechts-links und schon befanden wir uns auf einem Privatgrundstück (des Landes) direkt am See.
Mitten im Grünen unter Bäumen hat man einen gigantischen Ausblick auf den See und kann ebenfalls kostenlos campen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Arenal-See
freies (kostenloses) Camping am See möglich

Ebenfalls peilten wir die Umrundung des 1973 gebauten Stausees ARENAL an, um in die Nähe des aktiven VULKAN ARENAL zu kommen…
http://de.wikipedia.org/wiki/Arenal

Der See ist inzwischen 80 km² und somit der grösste See und wichtigste Energiequelle des Landes, die Strom bis Nicaragua und Honduras liefert. Auch der Tourismus hat nicht lange auf sich warten lassen und somit finden sich hier nun Hotelanlagen, Restaurants, Sportfischereien und Surfschulen. Das alles auch gut und gerne unter Schweizer und Deutscher Leitung.
Das Klima hier auf 540 m ist nämlich sehr erträglich, auch wenn es in unseren Fall mal immer wieder mal geschüttet hat. Costa Rica scheint somit auch die Heimat vieler Auswanderer zu sein…bevorzugt aus der Schweiz, gefolgt von uns Piefkes, wie man uns im Land meines Mannes freundlich nennt.

Wir umrundeten den See und konnten trotz recht guter Sich keinen Blick auf den Vulkan Arenal „erhaschen“…denn das, so sagt man ist „Touri Nepp Nr. 1“ zzT in Costa Rica. Die Bilder des sprühenden Vulkans und sein gesamtes Touristisches Anhängsel ist Kokolores. Denn ausser Wolken sieht man nix. Seit Jahren scheint der Kollege in den Wolken zu stecken und sprühen ist schon lange passé. Macht ja nix, muss man ja nur wissen und daher buchten wir keine überteuerte Nachtsafari oder Wanderung sondern staunten nicht schlecht, wie bereits in der Nacht der Regen runterprasselte als ginge die Welt unter, alles stand unter Wasser. Beim Donnern waren wir allerdings dann doch nicht sicher, ob es sich um Gewitter oder den dann doch lebendigen Vulkan handelte.

Egal, die Gegend um den See und den Vulkan ist wunderschön, es gibt viele schicke Lodges und Hotels, sowie Thermen und heisse Flüsse. Selbstverständlich auch Backpacker-Hotpots wie Zb. die Kleinstadt La Fortuna, die bei Düsseldorf Fans und Rucksackreisenden beliebt ist, obwohl man keinen Blick auf den Vulkan, dafür Flatratesaufen und sogar ein Burger King seine Beliebtheit hat. Stichwort: Prioritäten setzen.

Monteverde, Nuevo Arenal, La Fortuna  = ca. 114 km

Von dort ging es für uns wieder gen Norden, leider tickte die Uhr…denn wir haben ein ungefähres Timing im Kopf und das sagt uns, dass wir zügig vorankommen mussten, wenn wir ausreichend Zeit in Mexico und den USA verbringen wollten.

Den wunderschönen und uns angepriesenen Rio Celeste in Parque des Vulkan Tenorino fuhren wir an. Kilometerweise fuhren wir bei max. 40 km/h über schlechte bzw. sau schlechte Strassen. Schlaglöcher wo ein Vorderreifen bequem drin Platz hatte. Regen und Nebel wurden zu unseren Freuden. Oder Feinden? Wir sahen nichts, fuhren dennoch weiter, hangelten uns entlang…um einem knallblauen Fluss zu um-und bewandern. Doch Platzregen und Hagel machten uns einen Strich durch die Planung. Flüsse übergelaufen, kein Durchkommen. Der gedachte Weg von hier quer übern Berg gen PanAm war ebenfalls weg. Selbst mit unserem Wagen, so die Bewohner, sei der Weg nicht passierbar. Also, umdisponieren. Demnach zurück. Weg doppelt gefahren. Grrr.

Angekommen in der Stadt UPALA hielten wir uns westlich und hatten dort wieder Glück mit teilweise recht guten Strassen…bis wir Spätnachmittag bereits ca. 30 km vor der nicaraguanischen Grenze Halt machten. Und dieser Halt, liebe Freunde lag im Paradies…denn bei Agi und Guido liess es sich wunderbar aushalten. Inmitten zwischen riesigen Bäumen, wunderschön am Fluss gelegen haben die beiden Schweizer seit 15 Jahren sich einen Traum auf 68 Hektar erfüllt. Neben Wanderwegen, Restaurant und schnuckeligen Appartements, lassen sich hier Tiere beobachten die freudig über das Gelände toben. Highlights sind Brüll und Klammeraffen sowie die faulen Faultiere und Vögel. Ein toller Ort, an dem auch Camper herzlich und gerne aufgenommen werden. Ein MUSS für jeden der hier lang kommt:
http://www.canas-castilla.com/


Nach zwei Tagen mussten wir leider weiter und machten uns sonntagfrüh auf an die Grenze nach Nicaragua, denn sonntags, so hofften wir sei weniger los…an dem Ort, der sonst als die chaotischste Grenze in Mittelamerika gehandelt wird, da es die Einzige Verbindung für PKW´s und LKW´s zwischen Costa Rica und Nicaragua ist.
LKW´s warten - wir fahren


Costa Rica hat uns sehr gut gefallen, auch wenn wir viel zu wenig gesehen haben und das Land einfach so viel zu bieten hat. Landschaftlich und auch menschlich gefiel es uns hier sehr, es erinnert uns aber auch an Panama sowie an Ecuador, obwohl in beiden Ländern die Strassen besser sind.

Menschlich war man auch hier stets sehr freundlich, aber auch eher zurückhaltend zu uns, aber ein Satz, den wir dennoch hier, auch in der Hauptstadt, sehr oft hörten: „con mucho gusto = mit großem Vergnügen.
Die Polizeipräsens ist eher gering, was aber auch daran liegen kann, dass sie nur (wie in Panama) auf der PanAm stattfindet und diese sind wir kaum, bzw. nicht gefahren.
Zudem gibt es nur wenige Polizeiwagen...

Mit "grossem Vergnügen" kommen wir gerne eines Tages zurück und besichtigen den Rest der schönen "Schweiz von Mittelamerika."

Info: Da wir uns ab Panama im „BONUS TRACK“ (= 1 Jahr on Tour "Plus") befinden, müssen wir nun Prioritäten setzten. Wer unseren Blog regelmässig verfolgt weiss, dass unsere Rückreise zum Ende des Jahres geplant ist…daher haben wir nun unsere letzten Highlights gesetzt:
Mexico und USA…die beiden "kleinen" Länder sind ja eher „schnell“ zu bereisen…

Daher: Arme hoch und Schubrakete, Nicaragua – wir kommen!

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