19.04.2012

17.04.2012 Cuenca / Ecuador

Die Grenze vor der man uns viel schlechtes erzählt hatte war „easy peasy“ und verlief problemlos. Gleich zu Beginn eine Besonderheit im neuen Land: Bevor wir Stempel in unserem Pass, bzw. die Zollpapiere für den Löördie bekamen, mussten wir eine Versicherung abschliessen. Diese ist in Ecuador Pflicht und mir 5,00 US für einen Monat bezahlbar. Es gibt sie nur monatsweise und kann überall verlängert werden. Mehr als 3 Monate kann man innerhalb eines Jahres allerdings nicht in Ecuador bleiben. In allen anderen Ländern, ausser Brasilien, hingegen schon. Raus aus dem Land, Kaffeetrinken, zurück und neue 3 Monate, hurra.
In Ecuador begrüsste man uns nett und freundlich, selbst die sonst oft mürrischen Zöllner und strengen Polizisten waren sehr zuvorkommend und gutaussehend ;) Kleiner Witz.

So, aber wo genau waren wir denn nun und was erwartete uns in dem Land, was bis jetzt ALLE Reisenden als ein, oder das HIGHLIGHT von Südamerika empfanden.


Ecuador ist eine Republik im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru und hat etwa 15 Millionen Einwohner. Die im Andenhochland (Sierra) auf 2850 m gelegene Hauptstadt heißt Quito; die größte Stadt Guayaquil liegt in der Pazifikküsten-Ebene (genannt Costa). Das Land ist nach der Äquatorlinie benannt, die durch das Staatsgebiet verläuft, wobei sich der Großteil desselben in der südlichen Hemisphäre befindet. Die Galápagos-Inseln befinden sich etwa 1000 km westlich der Küste im Pazifik. Ecuador ist geographisch, topographisch, klimatisch und ethnisch eines der vielfältigsten Länder der Erde. Schon Alexander von Humboldt bemerkte vor 200 Jahren, dass die einzige Konstante in der Geographie Ecuadors seine Vielfalt sei. Ecuador grenzt an Kolumbien (590 km), an Peru (1420 km) und an den Pazifischen Ozean. Die gesamte Länge der Landesgrenzen beträgt 2010 Kilometer. Die Landesfläche ist mit 272.046 km² etwas größer als die von Großbritannien (244.140 km²).
http://de.wikipedia.org/wiki/Ecuador

Logischerweise war es auch hier heiss und sonnig. Gleich zu Beginn begrüssten uns gewaltige Bananen-Plantagen. Kilometerweise führte der Weg durch die saftig grünen Bananenbäume mit ihren „bereits eingetüteten Stauden“. Ein Löwenanteil gehört dem Unternehmen DEL MONTE….also Augen auf beim Bananenkauf. Kommt alles von hier und sie sahen echt lecker aus!
Danach ging es in die Berge…ja, denn nach dem Strand folgen? Genau Kartoffel, äh, nein, ich meine die Anden. Hier schlug das Wetter zwischenzeitlich etwas um und es wurde kühler und auch ein Nieselregen liess sich blicken. Auch hier sind die Anden natürlich beeindruckend.
neue Verkehrszeichen.
Wieder UNGERADE Zahlen
Nach circa 270 km erreichten wir unsere erstes Ziel in Ecuador: Die angeblich schönste Stadt hatten wir uns gleich zu Beginn rausgepickt. Cuenca (von span. cuenca - „Becken“) ist mit rund 277.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Ecuadors und Hauptstadt der Provinz Azuay. Sie liegt südlich von Quito, ihrem Namen entsprechend in einem andinen Hochlandbecken in 2450 bis 2600 m Höhe. Der Tomebamba durchfließt die Stadt, die kleineren Flüsse Machangara, Yanuncay und Tarqui passieren ihren Nord- bzw. Südrand.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cuenca_(Ecuador)

Der Zentrale Platz in der Stadt heisst hier "Plaza Abdón Calderón," welcher von riesigen Araukarien umgeben ist. Hier befinden sich die alte Kathedrale (La Catedral Vieja) mit der ältesten Orgel Ecuadors und die 1885 begonnene, aber wegen diverser Erdbeben nicht  fertiggestellte neue Kathedrale (La Nueva Catedral). Hier finden 10 000 Gläubige Platz. Sehr beeindruckend, ihre 4 blauen Kuppeln leuchten über die gesamte Stadt.
Blick über einen Teil der Stadt
Weg in die Stadt
La Catedral Vieja
La Nueva Catedral
Die Altstadt Cuencas wurde 1999 auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Cuenca gilt als das „Athen Ecuadors“ und hat offensichtlich europäischen Einfluss.
Viele Europäer trifft man hier an.
Gastronomisch kann man sich hier auch richtig gut austoben…
Café Austria
zu Hause schmeckt´s...
...dann aber doch am Besten.
Rinderrouladen mit Knödeln
Restaurant Tiesto´s..
...sehr köstlich und gemütlich! 
Nuss-Pralinentorte mit Café aus Ecuador
Wir besuchten das Panamahut-Museum, in welchen man uns die Arbeitsgänge der traditionellen Strohhuterstellung zeigte. Beeindruckend. Und für alle die immer noch denken, er käme aus Panama, der haben sich getäuscht, denn er kommt: AUS ECUADOR.
Er wird innerhalb von 3 Monaten per Hand hergestellt und kostet bis zu 900 US.
http://de.wikipedia.org/wiki/Panamahut
Hut in Arbeit
vRnL
Clemens neuer Hut
grandiose Auswahl
Cuenca ist eine wirklich schöne Stadt, ja hier gefiel es uns sehr gut. Auf den ersten Blick erscheint uns Ecuador recht teuer, wenn man die Restaurant-und Supermarktpreise begutachtet und vergleicht.
Auswahl im Supermarkt...
...erfreut und dann doch.
BIO-Lieblingswein aus Chile
Weingut EMILIANA, Casablanca 
Tanken hingegen ist mit ca. 0,25 € / Liter ein wahrer SCHNAPPER! Die offizielle Währung hier ist übrigens der US Dollar. Unterkunft fanden wir beim „kleinen Hubert“ auch hier genannt HUMBERTO. Ein Stellplatz etwas ausserhalb der Stadt (20 Min. Fussweg) wo vermutlich alle Overlander mit Auto hinkommen. Hier wohnten wir auf einem Bauernhof, mit Hund, Katze, Maus und fielen alle paar Meter über eines der unendlich vielen Hühner. Es war eher eine Art „Campingsituation“, mit Unterstand, heisser Dusche und Internet sowie frischen Eiern und Familienanschluss. Nach 2 Tagen Regen erwies sich die grüne Wiese mehr als matschiger Acker. Zwar gab es mittags mal eine Runde wunderbaren Sonnenschein, doch nachts kam erneut die Sintflut.
Brauner Bär
Nun peilen wir nochmal die südliche Region Ecuadors an und machen uns bei Regen und ca. 16°auf in die Region Loja…ja, nicht immer nur Sonnenschein, vorerst Schluss mit dem FlipFlopwetter.

Ach ja, HUPEN tut man hier nur, wenn es sein muss, Motos und Minitaxis sind nicht zu sehen.
 Das Leben scheint also wieder seine normalen Gang zu nehmen.
Tumbes, Peru bis Cuenca, Ecuador, ca. 270 m

18.04.2012

17.04.2012 Adios PERU despues 70 dias!

So, nun zu Dir, PERU!

Wir waren 70 Tage zu Besuch in diesem Land.
Unabhängig davon, dass es hier auch eine Menge zu sehen gibt, wie man unseren vergangenen Blog-Einträgen entnehmen kann, haben wir uns hier auch sehr wohl und meist auch sicher gefühlt.
Das Land ist unbeschreiblich und einzigartig.
Grandiose Naturspektakel wie Wüste, Dschungel oder die gewaltigen Anden mit Canyons und Lagunen, gemischt mit archelogischen Fundorten und bis heute im Norden den für uns schönsten Strand.
In der Menge und Masse an Sehenswürdigkeiten ist das Land wohl einzigartig auf diesem Kontinent. Man könnte ohne Probleme noch viel länger bleiben...es gibt einfach zu viel zu sehen.
Nein, uns war nie langweilig. Im Gegenteil. In keinem anderen Land haben wir öfter mal ein paar Tage an einem Ort verbracht wie hier. Kann man gut machen. Zudem fanden wir hier das beste Obst und auch unerwartet gute peruanische Weine, manche waren auch SEHR gut!

39 Orte haben wir zur Übernachtung gewählt. (oder auch mal wählen müssen)

Im Gegensatz zu seinem Ruf empfanden wir Peru als ein sicheres Reiseland. Wir waren natürlich auch stets sehr vorsichtig und haben ausser ein paar Malen nie frei campiert, das Auto stets sicher geparkt oder ein Hotelzimmer genommen. Andere Reisende haben wiederum NUR frei campiert und haben sich dennoch sicher und wohl gefühlt.
Die Menschen hier begegnen einem meist unsicher und zurückhaltend, das Gespräch muss von einem selbst ausgehen, damit man seine Infos bekommt. Ausgenommen sind Großstädte, wo man Touristen gewöhnt ist.

Preislich ist es auch ziemlich passabel hier. Es ist nicht sooo günstig wie in Bolivien, aber im Durchschnitt günstiger als Argentinien und Chile.

Eine Besonderheit in diesem Land sind seine Menschen und ihre Angewohnheiten.
Auch sie sind (bis dato für uns) einzigartig.
Hier ein paar Highlights, die nicht böse gemeint sind, sonst wären wir sicherlich nicht so lange geblieben…aber man braucht aber eine gewisse Zeit, um sich daran zu gewöhnen oder auch nicht ;)
- Das Hupen ist wie schon öfter beschrieben eher ein Volksport…es ist auch nicht wirklich mehr lustig, sondern nur extrem störend. ALLES hupt immer und der Grund bleibt auf der Strecke, bzw. ist nicht ersichtlich.

-Motos und Minitaxis die natürlich sehr praktisch sind, machen das normale Verkehrschaos nicht gerade besser…zumal sie fast alle auch eine Hupe haben!

- Im Nachhinein wird übrigens auch gerne gehupt. Nach oder während dem Überholmanöver wird man gerne angehupt, soll quasi sagen „ich bin jetzt neben Euch oder an Euch vorbei“…

- Das Verständnis ein Kraftfahrzeug zu fahren, ist ihnen leider nicht gegeben.

- Wenn man mal fälschlicherweise eine Einbahnstraße genommen hat, schreien ALLE auf Dich ein. Ob Oma am Straßenrand, der Polizist etc. Dass man grad in einer Einbahnstraße ist erfährt man aber dadurch nicht. …also selber überlegen, was man falsch gemacht haben könnte…

- Wenn an jmd. nach dem Weg fragt, sind die Beschreibungen darauf sehr wild und verlaufen meist im Sande: „Immer geradeaus, dann mal rechts und irgendwann links, da ist dann irgendwo ein Platz…“

- Taxifahrer in Großstädten haben oft keine Ahnung über ihre Stadt:
Wir: „Kennen Sie das Hostal/Camping YX?“…
Er: “Ja natürlich!“
Schon nach 3 Minuten wird er unruhig und es wird klar: ER KENNT ES NICHT…und man sucht dann gemeinsam….

- Ein Phänomen, welches für Parkplätze, Restaurants, Platz am Strand etc. gilt:
Am liebsten setzt/parkt man sich genau neben uns.
Das gesamte Restaurant kann leer sein, mit 96% Sicherheit wählt man den Platz neben uns. Dito am Strand oder auf einem leeren Parkplatz.

Diese Eigenschaft trifft aber auch exakt auf die (Nord)-Chilenen zu…

- Dem Auto wird hinterher gepfiffen…
Erst dachte ich, dass man mich so „hot“ findet, inzwischen weiss ich, dass es dem Auto gilt ;(

- Das Mobiltelefon ist immer dabei, gerne auch auf Lautsprecher geschaltet.
Ob der Grenz-und Zollmann, der Polizist im Einsatz, oder das Personal an der Museumskasse, ja sogar selbst in Bewerbungsgespräch (im Restaurant beobachtet) geht man zwischendrin einfach mal ans Telefon…Das hat Vorrang und zählt nicht als unhöflich.

- Musik sollte auch hier immer laut gehört werden, dabei macht es keinen Unterschied, ob die Musikanlage, bzw. Boxen defekt sind und es knistert und rauscht. Laut muss es sein!

- Ausser in 3 Restaurants (der „gehobenen“ Küche) hatten wir NIE einen Restaurantbesuch wo es das, was wir bestellt haben auch gab. IRGENDWAS fehlt immer, auch wenn es auf der Karte steht oder als MENÜ angeboten wird.

- …der Tisch im Restaurant wird oftmals nur zur Hälfte abgeräumt. Generell gilt, Service nur dann, wenn es unbedingt sein muss. (Ausnahmen bestehen!)

- Schön ist, dass die meisten Preise, welche wir in unserem Reisefüher sahen, gleich geblieben sind. Das ist im Vergleich zu allen anderen besuchten Ländern leider nicht der Fall.

- Ausser das Abenteuer Machu Picchu waren alle Museums oder Eintrittspreise und Parkbesuche preislich im Rahmen. Der Flug über Nazca bildet eine Ausnahme. Es ist halt ein Privatflug. (Der sich unserer Ansicht nach gelohnt hat)

- Etwas schade ist wie oft beschrieben die Müllsituation. Gerade gestern auf dem Weg zur Grenze, fuhr vor uns ein peruanischer Reisebus, aus welchen Abfall via Fensterwurf entsorgt wurde. Dabei sprechen wir nicht von Obst oder Gemüseabfällen…
Das Gefühl für Umwelt und Natur ist hier leider noch nicht angekommen. Schade, dass man sein eigenes Land so offensichtlich verschmutzt und dabei vor nichts Halt macht. Schämt Euch!

- Das es an unserem vorletzten Tag zu einem ungünstigen Vorfall kam, ist unglücklich.
Dass die Armut hier teilweise sehr gross ist und viele Menschen vor nichts zurückschrecken, wel sie nichts zu verlieren haben, ist auch leider klar.
Aber, das kann ja bekannter Maßen überall passieren.

Also, wir haben einfach nur Pech gehabt, wie viele andere Menschen leider auch, überall auf dieser Welt.

Wir sind trotz des Vorfalls nicht böse, Peru.

Wir hatten 69 geniale Tage in einem fantastischen Land! Danke dafür!

Info an die beiden Jungs: Wenn ich Euch nochmal erwische, gibt´s gewaltig den Hintern voll, denn die restliche Zeit im Paradies habt ihr uns mächtig versaut!

...aber wenn man in einer Wellblech-Siedlung an der PanAm mit dem Namen "NUEVA ESPERANZA" lebt, ist vielleicht das Einzige was einem noch Hoffnung gibt, ein Überfall am Strand auf Touristen...um sein weiteres Leben zu beschreiten, oder gar beschreiten zu können. Schade.
Der Ort hinter unserem (gedachten) Paradies
Nueva Esperanza = Neue Hoffnung
Wir haben die Hoffnung, dass uns so etwas nicht nochmal passiert und bereisen nun die kommenden Wochen das schöne Land Ecuador. Darauf freuen wir uns sehr!

16.04.2012

13.04.2012 Máncora & Zorritos / Peru

Wir hangelten uns an der Küste entlang gen Norden. Wüste und Steppe begleiteten uns. Zwischendrin „erhaschten“ wir einen Blick auf den blitzeblauben Pazifik. Viele kleine Orte, bzw. Siedlungen mit sehr, sehr einfachen Häusern - um nicht zu sagen arm- standen am Wegesrand der Panam.
Der angepriesene „Geheimtipp“ Máncora erwies sich als kleines, aber inzwischen sehr touristisches Highlight für Ausländer und Einheimische. Kein Geheimnis.
Dennoch war es nett und überschaulich und hatte einen wunderbaren Strand.

Es gibt ca. 13.000 Einwohner und es ist wohl das ideale Surfrevier, denn hier befinden sich die besten „linksdrehenden“ (?) Wellen des Landes…yeah, hang loose!
Das Tor zum Paradies
Zottibrot mit Butter und Salz.
Naja und köstlichem Torrontes/Weisswein aus Argentinien
Die Küste entlang waren weisse Strände zu finden, mit schicken, topmodernen Hotels. Überall schauten wir nach einem geeigneten Campingplatz oder ein/e Appartement/Cabaňa mit Küche. Beides ist in Peru eher Mangelware. Nach langer Suche fanden wir ein kleines Appartement sogar in erster Reihe mit Meeranschluss. Zwar hatten wir aufgrund der etwas alten und rustikalen Bauweise Untermieter in Form von Kakerlaken, dennoch genossen wir es. 
Das Wetter war nach wie vor spitzenmässig mit über 30 Grad und die Sonnenuntergänge einfach fantastisch. Neben kochen und Brot backen machten wir einen Abstecher ins Dorf.  Nämlich zu Angela aus Oberösterreich. Sie betreibt seit 12 Jahren dort ein vegetarisches Restaurant und nun noch eine Yogaschule. Schau an. Sachen gibt es
Kneipe mit Galerie und selbstgebauten Möbeln
Salute, alles Gute!
mit Kreativität ist alles möglich!
Neuer Art von Hunden!
Hässliche Hunde wie diese gibt es hier öfter.
Ohne Haare, bzw Fell
...neue Art von Kaktus...
...neue Art von (peruanischem) Tisch...
In Hannover ist er  handelsüblich zu erwerben.
...neue Art Pisco Sour.
Pisco Sour con Maracuja.
EXTREM köstlich!
Ausblick am Morgen
Ausblick am Abend
Unseren letzten Stopp in Peru vor Grenzübertritt wollten wir nähe TUMBES machen. In ZORRITOS sollte es ebenfalls tolle Strände geben. Aber auch hier war die passende Bleibe nicht einfach zu finden.
Es gab einen Campingplatz an der Panam bei km 1235, der war allerdings überfüllt von Mensch und Mücken.
Nördlich von ZORRITOS sahen wir DEN Strand der Strände. Menschenleer, weisser Sand und Palmen. Das musste unser sein, es wäre der krönende Abschluss für knapp 70 Tage in Peru.
Zu diesem Strand gehörte ein Hotel, für welches wir uns dann auch entschieden, da man uns einen netten Rabat gewährte, die Zimmer und die gesamte Anlage mit zu den saubersten in Peru gehörten. Das dazugehörige Restaurant hatte unerwartet köstliche Speisen im Angebot.
Am Mittag stürmten wir den Strand. Es war atemberaubend. Niemand da, alles unser. Ein paar Tagesgäste waren am Hotelpool, der aber war aufgrund der Strandbreite sehr weit weg. Daher war es ruhig und die Welt schien mal wieder gut zu uns zu sein. Auf zwei extra für uns angeschleppten Liegen genossen wir den „FEIERABEND“ ….
alles...
...unser...
Urlaub!
schon schön hier....
Aufgrund der isolierten Lage, sind dort auch kaum, bzw. keine Fussgänger etc. unterwegs. Als wir dann dem SPASS IM NASS frönten und das sauberste Stück Pazifik seit Chile bestiegen und genossen, sahen wir zwei Jugendliche (?) mit einem Fussball am Strand entlang kommen.
Sofort ereilte uns beide der Gedanke, dass diese Situation komisch war, denn vom Meer zum Strand musste man eine kleine Böschung hinauf. Es haben sich aufgrund der Brandung circa 1,5 m Versatz gebildet. Also ein leichtes den Fussball kurz hochzuspielen und an unseren Liegen zu hantieren. Also sprinteten wir aus dem Wasser, Clemens hüpfte den Versatz hoch. Die Jungs sprinteten auch, aber auf mich zu und einer hielt mir eine Pistole vor den Körper, das alles tat er in einen Art „Duck-Haltung, um nicht von der Hotelterrasse gesehen zu werden. Er wollte mich wohl packen und schrie mich an, aber ich machte einen eleganten Satz zurück und schrie zurück. Dann folgte ich Clemens auf die „Höhe“ auf unsere Liegen zu. Packte sicherheitshalber unsere Sachen und schrie erneut. Aber um Hilfe, in allen Sprachen die ich gerade griffbereit hatte. Clemens hatte inzwischen die Hände erhoben und beruhigte den offensichtlich nervösen Buben, der Clemens anhielt MICH doch wieder runter zu schicken…(vermutlich damit ich als Geisel unten warte, während Clemens Geld holen geht..) Das sah Clemens aber überhaupt nicht ein und hielt dem Vogel immer noch die Brust entgegen, solang bis ich ein Stück weg war und Clemens nun anschrie, er möge jetzt endlich abhauen. Es dauert zwar einen kurzen Augenblick, doch dann trafen Hotelgäste und Personal ein…die Jungs schwirrten ab und wir kamen mit einem Schrecken davon. Aber der sass! Hauhaua! Action-Jackson!
Ausser dem Hotelgast fragte bis heute übrigens kaum jemand von der Crew bei uns nach, was war oder wie es uns ergangen ist. Wir erfuhren aber, dass es so was noch nie hier gegeben hat und angeblich hat die Polizei, die 10 Minuten später aufkreuzte, die beiden eingefangen. Die Pistole sei nicht echt gewesen. Warum am Abend dann 2 Sicherheitsbeauftrage mit Stadionstrahlern und 11 Kampfhunden über den Strand schlenderten bleibt ungeklärt.

Die Zottis haben in Zorritos die Räuber in die Flucht geschlagen...bzw. WEG-GESCHRIEN!
Uns geht es gut, wir haben immer noch einen leichten Schock, hoffen aber, das Erlebnis und vor allem die Bilder schnell zu vergessen, um unsere Reise unbeschwert fortführen zu können, denn für uns waren 69 von 70 Tagen in Peru sehr schön, spannend, aufregend und ein grandioses Naturspektakel. Das lassen wir uns doch (hoffentlich) nicht von zwei „Möchtegern Räubern“ versauen! Think positive!
Am 17.04. verlassen wir Peru via Grenze Tumbes und besuchen eine neue, spannende Welt: ECUADOR!
Negritos via Máncora bis Zorritos 165 km