18.04.2012

17.04.2012 Adios PERU despues 70 dias!

So, nun zu Dir, PERU!

Wir waren 70 Tage zu Besuch in diesem Land.
Unabhängig davon, dass es hier auch eine Menge zu sehen gibt, wie man unseren vergangenen Blog-Einträgen entnehmen kann, haben wir uns hier auch sehr wohl und meist auch sicher gefühlt.
Das Land ist unbeschreiblich und einzigartig.
Grandiose Naturspektakel wie Wüste, Dschungel oder die gewaltigen Anden mit Canyons und Lagunen, gemischt mit archelogischen Fundorten und bis heute im Norden den für uns schönsten Strand.
In der Menge und Masse an Sehenswürdigkeiten ist das Land wohl einzigartig auf diesem Kontinent. Man könnte ohne Probleme noch viel länger bleiben...es gibt einfach zu viel zu sehen.
Nein, uns war nie langweilig. Im Gegenteil. In keinem anderen Land haben wir öfter mal ein paar Tage an einem Ort verbracht wie hier. Kann man gut machen. Zudem fanden wir hier das beste Obst und auch unerwartet gute peruanische Weine, manche waren auch SEHR gut!

39 Orte haben wir zur Übernachtung gewählt. (oder auch mal wählen müssen)

Im Gegensatz zu seinem Ruf empfanden wir Peru als ein sicheres Reiseland. Wir waren natürlich auch stets sehr vorsichtig und haben ausser ein paar Malen nie frei campiert, das Auto stets sicher geparkt oder ein Hotelzimmer genommen. Andere Reisende haben wiederum NUR frei campiert und haben sich dennoch sicher und wohl gefühlt.
Die Menschen hier begegnen einem meist unsicher und zurückhaltend, das Gespräch muss von einem selbst ausgehen, damit man seine Infos bekommt. Ausgenommen sind Großstädte, wo man Touristen gewöhnt ist.

Preislich ist es auch ziemlich passabel hier. Es ist nicht sooo günstig wie in Bolivien, aber im Durchschnitt günstiger als Argentinien und Chile.

Eine Besonderheit in diesem Land sind seine Menschen und ihre Angewohnheiten.
Auch sie sind (bis dato für uns) einzigartig.
Hier ein paar Highlights, die nicht böse gemeint sind, sonst wären wir sicherlich nicht so lange geblieben…aber man braucht aber eine gewisse Zeit, um sich daran zu gewöhnen oder auch nicht ;)
- Das Hupen ist wie schon öfter beschrieben eher ein Volksport…es ist auch nicht wirklich mehr lustig, sondern nur extrem störend. ALLES hupt immer und der Grund bleibt auf der Strecke, bzw. ist nicht ersichtlich.

-Motos und Minitaxis die natürlich sehr praktisch sind, machen das normale Verkehrschaos nicht gerade besser…zumal sie fast alle auch eine Hupe haben!

- Im Nachhinein wird übrigens auch gerne gehupt. Nach oder während dem Überholmanöver wird man gerne angehupt, soll quasi sagen „ich bin jetzt neben Euch oder an Euch vorbei“…

- Das Verständnis ein Kraftfahrzeug zu fahren, ist ihnen leider nicht gegeben.

- Wenn man mal fälschlicherweise eine Einbahnstraße genommen hat, schreien ALLE auf Dich ein. Ob Oma am Straßenrand, der Polizist etc. Dass man grad in einer Einbahnstraße ist erfährt man aber dadurch nicht. …also selber überlegen, was man falsch gemacht haben könnte…

- Wenn an jmd. nach dem Weg fragt, sind die Beschreibungen darauf sehr wild und verlaufen meist im Sande: „Immer geradeaus, dann mal rechts und irgendwann links, da ist dann irgendwo ein Platz…“

- Taxifahrer in Großstädten haben oft keine Ahnung über ihre Stadt:
Wir: „Kennen Sie das Hostal/Camping YX?“…
Er: “Ja natürlich!“
Schon nach 3 Minuten wird er unruhig und es wird klar: ER KENNT ES NICHT…und man sucht dann gemeinsam….

- Ein Phänomen, welches für Parkplätze, Restaurants, Platz am Strand etc. gilt:
Am liebsten setzt/parkt man sich genau neben uns.
Das gesamte Restaurant kann leer sein, mit 96% Sicherheit wählt man den Platz neben uns. Dito am Strand oder auf einem leeren Parkplatz.

Diese Eigenschaft trifft aber auch exakt auf die (Nord)-Chilenen zu…

- Dem Auto wird hinterher gepfiffen…
Erst dachte ich, dass man mich so „hot“ findet, inzwischen weiss ich, dass es dem Auto gilt ;(

- Das Mobiltelefon ist immer dabei, gerne auch auf Lautsprecher geschaltet.
Ob der Grenz-und Zollmann, der Polizist im Einsatz, oder das Personal an der Museumskasse, ja sogar selbst in Bewerbungsgespräch (im Restaurant beobachtet) geht man zwischendrin einfach mal ans Telefon…Das hat Vorrang und zählt nicht als unhöflich.

- Musik sollte auch hier immer laut gehört werden, dabei macht es keinen Unterschied, ob die Musikanlage, bzw. Boxen defekt sind und es knistert und rauscht. Laut muss es sein!

- Ausser in 3 Restaurants (der „gehobenen“ Küche) hatten wir NIE einen Restaurantbesuch wo es das, was wir bestellt haben auch gab. IRGENDWAS fehlt immer, auch wenn es auf der Karte steht oder als MENÜ angeboten wird.

- …der Tisch im Restaurant wird oftmals nur zur Hälfte abgeräumt. Generell gilt, Service nur dann, wenn es unbedingt sein muss. (Ausnahmen bestehen!)

- Schön ist, dass die meisten Preise, welche wir in unserem Reisefüher sahen, gleich geblieben sind. Das ist im Vergleich zu allen anderen besuchten Ländern leider nicht der Fall.

- Ausser das Abenteuer Machu Picchu waren alle Museums oder Eintrittspreise und Parkbesuche preislich im Rahmen. Der Flug über Nazca bildet eine Ausnahme. Es ist halt ein Privatflug. (Der sich unserer Ansicht nach gelohnt hat)

- Etwas schade ist wie oft beschrieben die Müllsituation. Gerade gestern auf dem Weg zur Grenze, fuhr vor uns ein peruanischer Reisebus, aus welchen Abfall via Fensterwurf entsorgt wurde. Dabei sprechen wir nicht von Obst oder Gemüseabfällen…
Das Gefühl für Umwelt und Natur ist hier leider noch nicht angekommen. Schade, dass man sein eigenes Land so offensichtlich verschmutzt und dabei vor nichts Halt macht. Schämt Euch!

- Das es an unserem vorletzten Tag zu einem ungünstigen Vorfall kam, ist unglücklich.
Dass die Armut hier teilweise sehr gross ist und viele Menschen vor nichts zurückschrecken, wel sie nichts zu verlieren haben, ist auch leider klar.
Aber, das kann ja bekannter Maßen überall passieren.

Also, wir haben einfach nur Pech gehabt, wie viele andere Menschen leider auch, überall auf dieser Welt.

Wir sind trotz des Vorfalls nicht böse, Peru.

Wir hatten 69 geniale Tage in einem fantastischen Land! Danke dafür!

Info an die beiden Jungs: Wenn ich Euch nochmal erwische, gibt´s gewaltig den Hintern voll, denn die restliche Zeit im Paradies habt ihr uns mächtig versaut!

...aber wenn man in einer Wellblech-Siedlung an der PanAm mit dem Namen "NUEVA ESPERANZA" lebt, ist vielleicht das Einzige was einem noch Hoffnung gibt, ein Überfall am Strand auf Touristen...um sein weiteres Leben zu beschreiten, oder gar beschreiten zu können. Schade.
Der Ort hinter unserem (gedachten) Paradies
Nueva Esperanza = Neue Hoffnung
Wir haben die Hoffnung, dass uns so etwas nicht nochmal passiert und bereisen nun die kommenden Wochen das schöne Land Ecuador. Darauf freuen wir uns sehr!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen