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24.01.2012

13.01.2012 Fiambalá / Argentinien

Wir verliessen die Berglandschaft und trafen auf wunderschöne asphaltierte Strassen.
In der Ortschaft Saňogasta freuten wir uns wieder über das argentinische Spritproblem…Doch irgendwann trafen wir eine Dieselführende Tankstelle. Hier tauchte eine gern genommene Frage auf, die uns immer wieder gestellt wird und erstaunen lässt…
- „zahlen Sie bar oder mit Kreditkarte?““
- „mit Kreditkarte.“
- „leider nicht möglich wir nehmen nur Bargeld….“
aha.
Ebenfalls freuten wir uns die lustigen Volkswagen Modelle GOL und SURAN auf der Strassen wieder zu erblicken. In Chile toben sich die Amis, Koreaner und Japaner kräftig aus…
Wir legten kurze Zwischenstopps in Wein-und Wallnussanbaugegenden CHILECITO und in TINOGASTA für das vorerst letzte argentinische Steak ein. Völlig verwundert verliessen wir im Anschluss ohne Rechnung die Grillkneipe…im Vergleich zu Chile, wo es IMMER, selbst für nen Sack Holzkohle oder eine Zeitung einen Beleg gibt.
Region La Rioja wird durchquert von der Ruta 40
Eine Sache in diesem Land ist immer
ordentlich: Moppetparkplätze
Strassenbeläge ändern sich gerne spontan
manche Thermen sehen so aus...
Kleine Dorfkapelle
Bevor wir am Tag darauf die Rally-DAKAR-Route über der Pass SAN FRANCISCO zurück nach Chile folgen würden, wählten wir unseren Schlafplatz: Der als Rally-DAKAR Basislager stolze und staubige Ort FIAMBALA, inmitten der Wüste, in welchem Adobehäuser dominieren, führte uns in die von dort 14 Kilometer entfernte Wüstenoase: „Termas Fiambala“, welche wir durch eine geflutete Strasse erreichten.
Stau am "Flussbett"
Verbesserungsmaßnahmen
Willkommen in der Wüste bei Wind...
Die Thermen lagen versteckt zwischen Felsen. 12 saubere Becken zwischen 23 und 45 Grad, waren in den Berg hineingebastelt. Richtig toll, vor allem sauber und geschmackvoll. Auf einem separaten Parkplatz, mit eigenem WC/Duschhaus durften wir übernachten und genossen das heisse Bad und den Sundowner mit Blick auf die Wüste. Am nächsten Morgen waren wir fast die einzigen, die in den heissen Becken plantschten, bevor wir uns auf den Weg in das über 500 km entfernte Chile machten, davon waren 215 km bis zum ersten Grenzposten.
Endlich wieder...
...schöne Thermen....
...von kalt bis heiss - alles dabei!
Ausblick von UNSEREM Parkplatz
Zottidinner

12.01.2012 Valle de la Luna / Argentinien

Heute wollten wir auf den Mond, denn dieser bzw. das Mondtal lag quasi ums Eck.
Das Naturreservat Ischigualasto liegt im Nordwesten Argentiniens, im äußersten Nordosten der Provinz San Juan. Wegen seiner vollkommenen Trockenheit wird es auch Valle de la Luna (Mondtal) genannt. Es liegt in unmittelbarer Nähe des Nationalparks Talampaya und wurde gemeinsam mit diesem 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Geologisch gesehen gehören das Naturreservat und der Nationalpark Talampaya zur Ischigualasto-Formation, die sich durch guterhaltene, etwa 230 Millionen Jahre alte Fossilien auszeichnet. Unter anderem entstammen dieser Formation einige der ältesten bekannten Dinosaurierfunde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ischigualasto
Die Anreise dorthin bei Hitze und Sonnenschein war schon absolut genial. Die Strassen schlängeln sich durch Wüstenlandschaften mit Kakteen und gewaltigen Gesteinsformationen. Diese Region wurde auch gerade ein paar Tage zuvor von der Rally Dakar befahren.
Den Nationalpark Talampaya sahen wir leider nur von der Rückseite, da er wegen Überschwemmung an dem Tag geschlossen war. Aber auch die Rückseite war absolut gigantisch und feuerrot!
Das Valle de la Luna konnten wir im Konvoi, bei einer 3 stündigen Fahrt erkunden.
Verrückte Welt war das! Zwischendrin trafen wir Chinchillas, Vicunias und Eselchen.
Das Reservat belegt 8.000 Quadratkilometer und schützt eine wüstenhafte Landschaft mit von der Erosion geschaffenen skulpturartigen, kuriosen Gesteinsformationen. Das Gebiet liegt etwa 1300 Meter über dem Meeresspiegel und zeigt eine typische Wüstenvegetation, die aus Kakteen und Büschen besteht und 10 bis 20 % des Gebiets bedeckt. Das Klima ist sehr trocken, wobei es hauptsächlich während des Sommers regnet; darüber hinaus gibt es starke Temperaturschwankungen von −10 °C bis +45 °C.
Neben den Fossilfunden hat das Reservat auch eine archäologische Bedeutung, so gibt es Fundstätten vorkolumbianischer Kulturen. Die Ischigualasto-Formation besteht aus den 230 Millionen Jahre alten Ablagerungen und zeigt eine einzigartige Fossilfauna, die aus urtümlichen Reptilien, den Vorfahren der heutigen Säugetiere und Dinosauriern besteht. Zu Zeiten der Ablagerungen war das Gebiet ein vulkanisch aktives, von Flüssen dominiertes Überschwemmungsgebiet mit starken periodischen Regenfällen.

als Fotograf gefragt...
Gegen Abend fuhren wir weiter gen Norden, der „Shortcut“ über das Örtchen „Pagancillo“ bot uns halbtrockene Flussbetten und rote Sandstrassen. Riesige Felsen waren im Sonnenuntergang und fliegende Papageischwärme boten uns einen traumhafte Kulisse. Vereinzelt sahen wir eine Lehmhütte mit Kindern, die vor der Tür im Staub spielten.
Danach landeten wir auf der Ruta 40, die uns in die Berge führte. Es war schon fast stockfinster, die einspurige Straße schlängelte sich gewaltig und mächtig die CUESTA DE MIRANDA hinauf und hinunter. Die Straßen waren unsagbar eng, entgegenkommende Fahrzeuge oder LKW´s kamen nur um Haaresbreite an uns vorbei. Abgründe ohne Sicherung machten die Sache nicht einfacher. Straßenbeleuchtung? Fehlanzeige. Aber es war wunderschön. Aber völlig unwirklich, nach dem Tag in der Wüste…
Unser eigentliches Ziel CHILECITO schien für heute unerreichbar. So entschieden wir, an einer geschützten kleinen Parkbucht die Nacht zu verbringen, ca. 40 km vor der Stadt Chilecito. Der Strassenverkehr wurde weniger und wir genossen eine ruhige Nacht inmitten der feuerroten Berge, mit einem morgendlichen Ausblick auf ein saftgrünes Tal....und nem Kilo roten Sand in der Karre...grrrr.

Unser Stellplatz lag genau neben einer Gedenkstätte.
Difunta Correa (die verstorbene Correa, eigentlich María Antonia Deolinda y Correa) war eine Frau, die 1841 auf der Suche nach ihrem Mann angeblich in der Wüste Argentiniens verdurstet ist. Ihr Kind jedoch war dank der Muttermilch nicht gestorben, es lag saugend an der Brust der toten Mutter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Difunta_Correa

23.01.2012

11.01.2012 San José de Jáchal / Argentinien

Schweren Herzens verließen wir unseren schönen Stellplatz am Bächlein.
Bei den  Pflanzen rechts wurde die Bewässerung eingestellt,
diese Erfolgt /eigentlich) durch extra angelegte Gräben,
siehe Pflanzen links
grüngrüngrün
Bushaltestellen sehen im Elquital so aus
Heute wollten wir es wissen: 185 km östlich von Vicuňia, wo wir erst wieder eine Tankstelle und Bankautomaten fanden, starteten wir zu einer spektakulären Achterbahnfahrt über den Pass „PASO DEL AQUA NEGRA“ nach Argentinien. Die Ruta 41 klettert das VALLE DE TURBINO hoch, beginnt erst harmlos, entlang der in der Sonne leuchtenden Berge und Felsen. Dann wird die Vegetation wird dürftiger, die Höhe steigt an.
Relativ „schnell“ erreicht man den höchsten Pass zwischen Chile und Argentinien mit 4.765 m. Die Strassen sind nicht asphaltiert, aber dennoch sehr gut befahrbar…nur eine enormer Enge. Gegenverkehr ist eher unangenehm, da rangiert und getüddelt werden muss, bis man aneinander vorbei ist, ohne Geländer/Sicherung in Sicht. Serpentinen schlängeln sich die Berge hoch, der Ausblick und die abwechslungsreichen Farben sind atemberaubend. Zwischendrin folgt mal eine farbenfrohe Lagune. Ohne Worte. Die schnellansteigende Höhe ist für Mensch und Auto gewöhnungsbedürftig. Man sollte sich nur ganz langsam bewegen. In kurzer Hose und FlipFlops macht es da oben erst richtig Laune - vergessen ist der Temperaturunterschied von ca. 20 Grad, wenn man auf fast 5.000m Höhe sich den Hintern abfriert - dafür aber diese Natur erleben darf. Es ist einfach gewaltig.
Löördie stottert und schnauft wenn er sich mit seinen 3 Tonnen in die Höhe schiebt.
Denkmal
da steht ein Pferd auf weiter Flur...
Der Pass ist einer der besten Orte um die Schneegebilde namens „Büßerschnee“ zu bewundern.

Als Büßereis bzw. Büßerschnee werden bis 6 m hohe Schnee- und Eispyramiden in Hochgebirgen der Tropen und Subtropen bezeichnet..
Verursacht wird Büßerschnee durch ungleichmäßige Abschmelzung bei starker direkter Sonnenstrahlung und geringer Luftfeuchtigkeit in der randtropisch-subtropischen Trockenzone. Die Spitzen der Schneepyramiden zeigen Richtung Mittagssonne. Für Bergsteiger stellt diese Art von Gletscher- und Firnfeldoberfläche in der Regel eine unüberwindbare Schwierigkeit dar.
http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BC%C3%9Fereis

Ebenfalls liegen auf chilenischer und argentinischer Seite beeindruckende Gletscher.
Löördie und der Büßerschnee
Gletscher
Achtung, Achtung: Baustelle!
könnte auch in Bolivien sein
Denkmalpflege auf 4.700m in kurzer Büx
Mallorca ist halt überall
Der chilenische Grenzposten und Zoll befindet sich in JUNTAS DEL TORO. Im absoluten nix begrüssten bzw. verabschiedeten uns freundliche Beamte. Es folgte eine Fahrt durchs Niemandsland bevor wir in Argentinien AQUA NEGRA eintrafen. Ab hier ist die Strasse wunderbar asphaltiert.
Bei den Grenzpolizisten erfragten wir uns noch den Parilla-Geheimtipp in der nächstgelegen Stadt San José de Jachal, die weitere 70km von der Grenze entfernt lag. Die Fahrt schien kein Ende zu nehmen, war aber definitiv die Reise wert.
Als wir uns schon auf unser argentinisches Steak freuten und den Tag völlig beeindruckend Revue passieren liessen, durchfuhren wir das beeindruckende Tal TEMPEL DES WINDES. (Ort RODEO) Danach folgen Kilometerweise gewaltige Felsen und Berglandschaften, Steppenähnliche Vegetation.
Tempel des Windes

Das alles haute uns dann völlig aus den Socken. Was für ein Tag - was für ein Ritt!

Total beeindruckt, fasziniert aber auch abgekämpft nach hunderten Kilometern, erreichten wir die Ortschaft San José de Jáchal. Auf den ersten Blick war die Stadt trist, trostlos und unheimlich. Auf den zweiten auch. Dennoch fanden wir einen sauberen uns sicheren Stellplatz für uns und Löördie…und sogar ein Zimmer mit Aussicht.
Das Fenster zum Himmel
Um 22:00 gingen wir noch schnell „nen Happen essen“ und waren (fast) die einzigen, am Montagabend, im zentralen Grillrestaurant/Parilla der Stadt. Ab 23:00 füllte es sich langsam und ab 24:00 war der Laden voll. Grillplatten, Cola und Bier, Körbeweise Weissbrot wurden Familien mit /ohne Kindern gereicht. Alle hatten gute Laune. Wir auch. Denn schliesslich hatten wir heute einen absolut fantastischen Tag, den wir erst mal verdauen mussten, so beeindruckend war er gewesen. Zwar war das Steak nicht weltmeisterverdächtig, doch endlich gab es wieder Fernet Branca…mit Cola.
das argentinische Grillrestaurant
Am Morgen revidierten wir unsere Meinung über das Städtchen, denn im Hellen sah es nicht ganz so furchtbar und gefährlich aus.
Nur ein bisschen.