27.08.2011

19.08.2011 Samaipata / Bolivien

Wir ärgerten uns, dass wir in Güembe zu wenig Zeit hatten und nun das Wetter uns hängen liess. Zu gerne hätten wir tolle Fotos von den Vögeln und Schmetterlingen geschossen, leider Dank Zoll und Regen nicht machbar. So stieg die Vorfreude auf Galapagos...
Bolivianischer Wäschetrockner
Die Fahrt verlief fast problemlos. Ausser einer Polizeikontrolle. Der Polizist suchte den Stempel, das Formular von José sagte ihm nichts. Er konnte auch nicht lesen. Also ganze Geschichte von Vorne erklärt…Das konnte ja die nächsten Wochen heiter werden.
Die Landschaft wurde bergig. Wir sahen, wie der GPS – Höhenzähler nach oben schoss.
Über die Bergstrassen quälten sich neben uns auch Busse und LKW´s. Überholmanöver waren spannend. Wir erreichten den kleinen Ort Samaipata und steuerten direkt die Finca La Víspera an. Wir hatten gehört, dass es ein kleines Paradies sein sollte. Galt dies auch für Regenwetter? Begrüsst wurden wir auf Deutsch. Hurra, schon wieder ein „Ausreisser?“…es war Piet aus den Niederlanden, der hier sowohl ein Hotel, Cabaňas, Camping, Kräutergarten, Restaurant, Shop…auf die Beine gestellt hatte und betrieb. Vor 28 Jahren war er her gekommen.
Hier waren wir auf über 1.600 m Höhe. Bis dato unser Rekord auf der Reise.
http://de.wikipedia.org/wiki/Samaipata

Es war wirklich schön, auch bei Regenwetter. Glücklicher Weise gab es noch ein freies (warmes) Zimmer, sollten wir nicht im Auto schlafen wollen. Dazu eine Küche und ein privates Bad mit „europäischer“ Duschsituation. Es war kalt und bei der Vorstellung 3 Tage bei inzwischen 14 Grad und Regen im Auto zu sein, war so „naja“. Da das Zimmer auch nicht sehr viel mehr kostete, nahmen wir dankend an. Den Abend verbrachten wir in bunter Runde. Neben Wera und Friso waren noch Susan (Australien / Brisbane) und Philipe (aus Österreich / Wien) vor Ort. Die beiden waren mit Motorrad und einen Motorrad Gespann unterwegs und hatten sich erst auf der Tour kennen – und lieben gelernt. Es gibt sie noch die gute Romantik.

Tipps und Tricks wurden ausgetauscht, Speisen und Getränke auf den Tisch gebracht und geteilt. In San José hatten wir auch schon ein spannendes Paar getroffen: Belgierin & Spanier, die mit ihrer 3 jährigen Tochter auf dem Fahrrad (und im Cruiser) unterwegs waren…dazu im 7 Monat schwanger waren…nun wollten sie erst mal pausieren, bis das zweite Kind da sei. Nach ca. 4 Monaten sollte es dann weitergehen…täglich wurden ca. 60-80 km zurückgelegt. Geschlafen wurde meist in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kirchen etc. Seit das Mädchen 1 Jahr sei, sind die beiden mit ihr unterwegs.
Mir fehlen bis heute die Worte. Bei allem Respekt…

Schweizer sind ebenfalls reiselustig. Man trifft sie sehr oft, neben Franzosen!
Eine Familie im bunten, umgebauten Reisebus mit 4 (!) Kindern (5-17 Jahre)…die nebenbei unterrichtet werden. Manche verzichten auch auf Unterricht und schicken die Kinder nebenbei in die Schule, wenn sie mal eine Woche irgendwo stehen…

Zwei Frauen aus Deutschland (ca. 50 Jahre), gestartet vor 1,5 Jahren in Alaska…weitere 1,5 Jahre sollen folgen. Mit Ihrer Allradfreien VW Caravelle hatten sie bis heute KEINEN Cent für die Übernachtung ausgegeben. Das sollte auch so bleiben…

So, nun aber wieder zu uns.
Am nächsten Morgen fühlte sich Clemens bei Tageslicht wie in der Heimat Österreich. Berge. Hübsche Berge. Berge bei 3 Grad. 3! Trés! Wir geht das? Vorgestern waren es noch über 30 Grad! Piet sagte, die Kältefront dauert höchstens bis Dienstag. Mal sehen, ob er Recht haben sollte.

Ein Feuer loderte, es war gemütlich.
Clemens muckelte am Auto und versuche den roten Sand aus dem Auto zu bekommen. Nachdem ich die Schubladen und den „Küchenkrempel“ im Auto sortiert hatte, kümmerte ich mich um kaputte Hosen, Hemden etc. Also ein „fast normaler“ Samstag mit Auto-und Haushaltspflege.
Lord Höördie auf Finca la Víspera
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Wera´s köstlicher Glühwein im August

Das örtliche Fitnessstudio
Am Nachmittag erkundeten wir den Ort. Auf dem örtlichen Mercado wollten wir Hackfleisch für die obligatorische Wochenend-Bolognese kaufen.
Da die „Kühlkette“ trotz eisigen Temperaturen aus Clemens` Sicht beim örtlichen „Fleischhauer“ unterbrochen war (das Fleisch hatte in der Tat eine merkwürdige Farbe und einen Haufen Fliegen) und uns mehrere abgetrennte Rinderköpfe entgegensprangen, disponierten wir um auf all'arrabbiata…

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