03.11.2011

30.10.2011 Monumento Natural Bosque Petrificados / Argentinien

“Versteinerte Bäume””…das klang spannend und sie lagen (fast) auf unserem Weg. Die Schotterstrasse RP 49 zweigt von der Ruta 3 ab und führt 50 km schnurstracks durch die Landschaft, in welcher keine Besiedlung am Wegesrand war. Irgendwo kilometerweise entfernt lagen ein paar Estancias.
3,5 Stunden lagen nach der Abfahrt in Puerto Deseado hinter uns. Der einzige Campingplatz 20 km vor dem Park schien geschlossen und traf sowieso nicht unseren Geschmack. Daher war es mal wieder Zeit, eine Lord Höördie Action zu starten. Da freies campen strengstens verboten war, was Hinweisschilder preisgaben, bugsierte Captain-Clemens unseren Hauptakteuer über Stock und Stein und wieder Stock und Stein und Strauch und Staub und dann hatten wir den perfekten Standplatz, im Windschatten, der sich in den vom Sonnenuntergang gefärbten Felsen befand. Landschaftlich hätte es auch Bolivien sein können.
Die Nacht war irgendwie unwirklich, besser gesagt mucksmäuschenstill. Dieser Zustand erinnerte uns an die Nächte auf dem Salar de Uyuni in Bolivien. Kein Vogel, kein Hund und kein Wind zu hören. Abgefahrenes Gefühl.

Nur das Tippeln eines Tieres um unser Auto (vermutlich Reinecke Fuchs) vernahmen wir in dieser Nacht.

Frisch – fromm – fröhlich – frei traten wir am nächsten Morgen zur Baumkunde an.
Thema: „versteinert“.
Vor etwa 150 Millionen Jahren bedeckte Vulkanasche hier einen Wald und erstickte alles Lebendige. Später sickerte dann Mineralreiches Wasser durch das Geröll und durch Osmose gelangten die Minerale in die Pflanzen und bildeten diese Zelle für Zelle nach. Bei den versteinerten Bäumen erkennt man die Jahresringe und Astlöcher. Der längste Baumstamm misst 36 m.
Auch mal interessant. So manche Dinge hat man einfach nicht auf dem Schirm. Was es nicht alles gibt…und die Landschaft sah hier wieder völlig anders aus, als die letzten paar Hundert Kilometer…
Weiter gen Süden liessen wir San Julian links liegen, die Landschaft wurde wieder flacher und wir bogen abends, völlig abgekämpft nach 600 gefahrenen Kilometern in die Stadt Río Gallegos zum Boxenstopp ein.
Von hier waren es nur noch 600 km bis an das Ende der Welt…und auch hier warnte man uns vor den patagonischen Winden.

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