23.07.2011

16.07.2011 Ponta Porá / Brasilien

Früh in Yby Yau gestartet freuten wir uns auf Bella Vista. Über den Ort gab es keine Lektüre, wir wussten aber, dass es dort einen Campingplatz sowie einen Grenzübergang nach Brasilien gäbe. Erst campen und dann würden wir wieder nach Brasilien „rübermachen“. Von dort sollte es nach Bonito gehen und im Anschluss in das Sumpfgebiet Pantanal in der Nähe der Stadt Miranda.
Bella Vista erreichten wir planmäßig zum späten Vormittag. Die Anfahrt war ebenfalls spektakulär. Stunden fuhren wir über knallrote und schnurgerade Pisten. Kaum ein Mensch zu sehen. Ab und zu mal eine Fazenda mit Rindern, aber sonst waren wir bei brütender Hitze alleine. Bella Vista hatte natürlich keinen Campingplatz bzw. hatte davon niemand gehört. Zwei Unterkünfte sahen schlimmer aus als bei Andy. Daher entschieden wir uns direkt in Brasilien einzuchecken und weiter nach Bonito zu fahren.



Bella Vista ist eine Kleinstadt in der Region Amambay in Paraguay und hat rund 5.700 Einwohner. Sie ist eine Grenzstadt zu Brasilien am Río Apa gelegen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegt die brasilianische Stadt Bela Vista im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Die Stadt lebt hauptsächlich von Landwirtschaft und Viehzucht.
Grenze ist nicht gleich Grenze ist. Klar, waren wir darauf vorbereitet, dass es irgendwann passiert..aber heute?...unseren Ausreisestempel aus Paraguay bekamen wir von dem gelangweilten und in der Sonne Mate trinkenden Beamten.
Kirche in Bella Vista

Schmetterling 88 > ochenta y ocho

Unsere Zollbestätigung des „temporärer Imports des Autos“ mussten wir dem Paraguaynischen Zollbeamten übergeben.

In Brasilien würden wir dann ein neues Formular bekommen, neuen Einreisestempel etc. …das Spiel hatten wir schon an jeder Grenze machen müssen.
Die brasilianische Behörde lag direkt hinter der Brücke.
Blöd nur, dass es Samstag war und dort niemand zu finden. Wir erfuhren, dass Autos hier nie eingeführt werden. Falsche Grenzstation.
Ab nach Ponta Porá. Unsere Stimmung stieg. Die Hitze auch.

Strahlender Sonnenschein und wir sassen in Auto. 130km Fahrt durch Brasilien zur anderen Grenzstation…die in einer Stadt lag, die ähnlich schlimm wie Ciudad del Este sein würde…Hier verschmelzen das brasilianische Punta Porá und das paraguayische Pedro Juan Caballero. Allerdings ohne das man es mitbekommt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pedro_Juan_Caballero


Somit cruisten wir durch die überfüllten Strassen und suchten die passenden Ämter. Erst in Paraguay…Automeilen und getunte Autos ohne Ende. Bässe rumsten. Die Stadt bebte.

Wir fanden ein Amt, welches sich aber nicht für uns zuständig fühlte.
Es war außerdem Samstag und die Herren schauten Fussi. Wiederwillig nahm man unser Papiere des temporären Imports von Lord Höördie entgegen. Nun benötigten wir nur noch den bras. Einreisestempel und die Papiere für den Import des Autos in Brasilien…Normalerweise befindet sich der Zoll an einer Grenzstation, bzw. in Unmittelbarer Nähe. Hier lag der Fall aber anders. Wieder durchkreuzten wir die Stadt.

Wir klingelten (!) bei der Polizei. In Notfällen bekämen wir hier auch unseren Stempel. Wir fanden, es war ein Notfall. 10 Min. später waren wir offiziell eingereist.

Nun zum Auto. Wir fanden das Zollamt. Menschen standen in Schlangen auf der Strasse. Das Amt quoll über. Haben die Sa. Nachmittag nichts anderes zu tun?
Man schob uns mit unserem Anliegen an allen vorbei. Stimmung in den Reihen…
Die Menschen hatten ihre Belege vom Einkaufen (da Shoppingmöglichkeiten ohne Ende/Zollfrei) in den Händen und konnten sich damit ihre MwSt. zurückholen…daher auch die Mengen an Menschen.

Der kleine Zollmann erklärte uns, dass wir das Formular, welches wir benötigen, erst am Dienstag verfügbar sei…Montag ist Feiertag. WIR erklärten ihm, dass das auf KEINEN Fall geht. JETZT benötigen wir es…Wir wären extra aus Bela/Bella Vista gekommen…(und diese Stadt fanden wir nebenbei furchtbar)

Er telefonierte. Es kam Hilfe. 20 Min. später stand unser Mann des Tages vor uns:
Leandro César. Er kannte das Formular und war extra aus seinem Urlaub gekommen…in T-Shirt und FlipFlops hatte uns ein Beamter noch nie bedient.
Eine Stunde später hatten wir alles.
Hurra, nun war es dunkel. Nun fix eine Bleibe suchen. Camping gab es nicht…die Tankstellen in der Stadt waren furchtbar, laut und dreckig.

Man warnte uns schon, dass die Hotelsuche keinen Sinn hat. Die Stadt ist am WE überfüllt von Shoppingwütenden des gesamten Kontinents…zumal es nur ca. 10 Hotels gab. Die klapperten wir alle ab. ALLE. Und alle waren ausgebucht. ALLE!

Nun? Bela Vista im Dunklen ansteuern? Wir waren kaputt. Dusche und schlafen wäre nett.
Auf einer Tankstelle kauften wir Cola zum Wachbleiben und wollten gerade doch nach Bela Vista aufbrechen. Wir sahen vier junge Leute um unser Auto schleichen. Sie posierten vor und mit Lord Höördie. Offensichtlich schien es ihnen zu gefallen. Als sie sahen, dass wir aus Deutschland kommen, war die Freude gross. Sie kämen aus der Nähe von Blumenau und daher wären sie alle blond und könnte ein bisschen Deutsch sprechen.

Wir erklärten unser Anliegen…sie wollten uns sofort helfen. Wir fuhren mit Ihnen zum Onkel des einen, der dort lebte. Er wüsste noch Hotel - Geheimtipps. Aber auch diese waren voll.

Letzter Tipp: Ab in ein Motel.
Motels heissen hier „Moulin Rouge“ oder „ELA & ELE“…liegen abseits und sind auch stundenweise zu bewohnen.

Wir steuerten Drei Motels an. Um 20:00 war Hochkonjunktur bzw. Stau vor der Einfahrt.
Wäre also auch eher kein ruhiger Abend. Zudem läge die Nacht bei umgerechnet 250,00 €.

Kristina´s Stimmung war auf dem Höhepunkt. War denn kein Ende in Sicht? Dann doch wieder lieber zu Andy…
Somit steuerten wir dann doch eine Tankstelle an. Sie lag etwas abseits und wir reihten uns zwischen den Last-und Tankwägen ein. Ein Sicherheitsbeauftragter öffnete und die Wasch-und WC Raum-Situation. Wunderbar sauber.

Somit saßen wir um 20:30 bei Crackern und Dosenbier auf der Petrobras Tankstelle, geografisch war es vermutlich schon wieder Paraguay. Wir schliefen gut und sicher.

Früh morgens machten wir uns auf den Weg in das Shoppingareal China Shopping…um en Hype dieser Stadt zu verstehen. Danach aber schnell weg. Auf nach Bonito, denn das klang irgendwie schön…also bonito.

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