21.07.2011

15.07.2011 Yby Yau / Paraguay

Auf der Landkarte fand ich den Namen der Stadt Yby Yau noch lustig.
In der Realität dann eher weniger.
Nach unserem Lagunenabenteuer und der Ankunft über Stock und Stein in Santa Rosa, lobten wir mal wieder unseren Lord Höördie. Die Strecke hatte er wunderbar gemeistert. In manchen Schlaglöchern und Wurzeln hatte er zwar auch etwas geächzt, aber wir waren heile zurück.

Wir machten einen Abstecher in den Ort Nueva Germania und erhofften uns deutsche Bäckereien etc. um unsere Vorräte wieder aufzustocken. Leider hat der Ort wenig zu bieten und vor allem kein Schwarzbrot oder frischen, geschmackvollen Käse.
Ordnung muss sein
Schon wieder waren wir in der Dunkelheit unterwegs. Am Strassenrand zu parken erschien uns in der Gegend nicht wirklich sicher. Orte auf der Durchreise hatten weder Camping noch Hotel. Also fuhren wir weiter.
Die Landschaft war wunderbar. Die Sonnenuntergänge waren in diesem Land besonders schön.

Dann fuhren wir ein in Yby Yau. Die Stadt liegt 359 km von der Hauptstadt Asuncion entfernt und ist mit 21.500 Einwohnern schon eine Stadt… die wir aber nicht wahrnahmen, da wir direkt in die nächste Polizeikontrolle rasten da wir nebenbei nach einer Bleibe oder einer sicheren Tankstelle suchten. Ein Autohof o.Ä. sollte zum Campen auch geeignet sein.


Der Polizist empfahl uns bald ein Hotel aufzusuchen und zeigte über die vierspurige Strasse …es war das Einzige weit und breit. Inzwischen war es dunkel und wir genervt. Überall sahen wir Autos, Lastwagen, Trucks. Wir klopften also im Hotel Andy an…
Der Weg führte uns offensichtlich durch ein Wohnhaus, gelegen an der Hauptverkehrsstraße. Die Familie wohnte mittendrin. Es war sehr warm, stickig und dreckig. Ein nerviger kleiner Hund kläffte und wuselte uns an den nackten Waden herum.
Ein Zimmer lag etwas abseits der anderen, im Innenhof, wo wir auch (sicher) parken konnten. Und das war die Hauptsache. Da die Auswahl in diesem Ort beschränkt war, die Laken einen sauberen Eindruck machten, stimmten wir zu. Die Überachtung sollte uns zusammen umgerechnet 14,00 € kosten.
Die Tür zum Hof mit Feierabendbier

Die Bilder des Bad sowie den tierischen Besuchern verkneifen wir uns hochzuladen.

Das Geld mussten wir Andy sofort geben. Frühstück sowie anderes Essen gäbe es im Übrigen nicht. Gegenüber seien aber mehrere Tankstellen und Grills.

Wir aßen einen Grill-Gockel neben der Tankstelle.
Ganz wohl fühlten wir uns dort nicht. Irgendwie war der Ort unheimlich. Und Touristen waren nicht wirklich ein Highlight an diesem Fleck. Jugendliche, Trucker und bettelnde kleine Kinder waren unsere Unterhaltung.

Die Nacht war furchtbar. Erst konnten wir nicht einschlafen, das Zimmer stank, es war heiß und etwas mulmig war uns auch.
Mitten in der Nacht hämmerte es an der Tür. Kerzengerade und mit pochendem Herzen saßen wir im Bett, bewaffnet mit Maglite und Baseballschläger.

Nun würden wir verscharrt werden. Und das in einem Ort, den kein Mensch aussprechen könnte…das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt…

Es war aber kein Einbrecher oder Mörder, sondern Andy, der sich Sorgen machte, ob wir im Zimmer sind. Nach unserem Abendessen waren wir über den Hof in unser Zimmer gekommen…und er hatte uns somit nicht gesehen. Hach, Andy war also doch ein Guter.

Ich konnte nicht schnell genug morgens loskommen. Ich sass schon auf gepackten Taschen als Clemens die Augen öffnete. Da ich schon einen Frosch im Waschbecken und einen Salamander auf Augenhöhe an der Wand hatte auf nüchternen Magen, war es nicht zwingend mein Lieblingsplatz.
Auf nach Bella Vista!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen