30.10.2011

22.10.2011 Península Valdés / Argentinien

Die etwa 3625 km² große Halbinsel Valdés (spanisch Península Valdés) liegt an der Atlantikküste.
Sie ist ein Naturreservat und wurde 1999 von der UNESCO auf die Welterbeliste gesetzt. Sie besteht größtenteils aus karger Landschaft und einigen kleineren Salzseen.
Von besonderer Bedeutung ist die Halbinsel wegen der Meeressäugetiere, die sich an ihrem Ufer und vor ihren Küsten tummeln. Dies sind an der Küste Seelöwen und See-Elefanten. Der von der Halbinsel und einer Landzunge des pagonischen Festlands gebildete südliche Golfo Nuevo ist Lebensraum der Südkaper. Diese Bartenwalart kommt in der zweiten Jah-reshälfte hierher, um sich fortzupflanzen und ihre Jungen zur Welt zu bringen, da das Wasser im Golf ruhiger und wärmer ist als auf dem offenen Meer. Im offenen Meer, vor den Küsten der Halbinsel, leben auch Schwertwale (Orcas).
Es gibt an den Küsten mehrere Kolonien der Magellan-Pinguine. Diese Magellan-Pinguin-Kolonien leben friedlich in unmittelbarer Nähe zu den gewaltigen See-Elefanten.
Das Innere der Halbinsel ist eine trockene und heiße Steppenlandschaft mit kniehohen Sträuchern und von der Sonne verbrannten, dürren Grasbüscheln. Trotz des Klimas wird sie von zahlreichen Tieren bevölkert, wie dem Nandu (Südamerikanischer Straußenvogel),dem Guanaco (Verwandter der Lamas), den Maras und dem Gürteltier.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vald%C3%A9s

Wir hatten Glück und konnten an einem windfreien und sonnigen Tag eine Wal-Tour machen und trafen einige - vor allem freundliche Wal- Exemplare. Zwei Mütter (ca. 10 m Länge) mit Kindern, die so interessiert waren, dass sie sich sehr lange und sehr nah bei uns aufhielten. Danach folgten noch zwei Jungtiere und zwei Ältere, die gleich eine Länge von min. 14 m hatten. Diese Tiere sind und bleiben einfach beeindruckend und irgendwie beruhigend.
guckguck
Danach ging es für uns über die Insel. Einige Stationen gab es zu erkunden. Die wenigen Strassen die es gibt bestehen aus Schotter oder Sand. Schafherden und Guanacos, Füche und Gürteltiere sowie diverse Vogelarten trifft man bei der Fahrt über die Insel häufig.
Im Norden gibt es eine gemischte Kolonie. Hier tummeln sich Seelöwen und die südlichen See-Elefanten, es sind die grössten Robben der Welt. Sie wirken gewaltig.
Die Bullen sind nicht wirklich „putzig“ mit ihre Rüsseln, zumal sie oft sehr aggressiv sind wenn sie ihren Harem verteidigen. Wie bei den Seelöwen herrscht oft ein Machtkampf.
Viele Narben sind an den Tieren zu sehen. Die Weibchen haben nur einen kleinen Rüsselansatz.
http://de.wikipedia.org/wiki/See-Elefanten
Auch einer Pinguin Kolonie statteten wir einen Besuch ab und zudem sahen wir auch unsere ersten Orcas (Schwertwale). Leider nur aus der Ferne, aber wir haben zwei Stück gesehen...
"Orca-Schwert-Suchbild"
Pünktlich zum Sundowner trafen wir in der Bucht „Punta Pardelas“ ein, sie liegt etwas unterhalb des Ortes. Hier darf man "frei" stehen.
Perfekt der Natur angepasst.
Unser Standplatz
Es war auch hier traumhaft. Sonnenuntergang, Sternenhimmel, glückliche Wale und ein milder Abend boten sich uns. Wir konnten uns nicht satt sehen. Die „Walgesänge“ und das Meeresrauschen begleiteten uns in den Schlaf. War das schön kitschig.

Die Nacht war allerdings nicht mehr so ruhig. Wir hatten das Gefühl abzuheben, so heftig war der Wind. Wir standen zwar voll im Wind, etwas geschützt von einer Düne, dennoch peitschte der Wind um unser Zeltdach. Hui. Karlsson vom Dach liess grüssen.
Mitten in der Nacht auf den Fussboden zu klettern und eingezwängt dort zu schlafen fanden wir auch um diese Uhrzeit ungemütlich. Daher galt: Oropax und Abfahrt.
Somit hörten wir das Gepeitsche an der Zeltplane nicht und alles war muckelig.

Um 7:00 begann das private Whale-Whatching. Dick eingemummelt „flanierte“ ich am Strand, als die Sonne aufging und die Wale sich für den Tag in Form brachten, umherhüpften und gute Laune verbreiteten. An diesem Örtchen blieben wir noch, erkundeten die Gegend bei langen Spaziergängen, immer mit Blick auf die Wale, die sich ungestört bewegten.

Hier trafen wir einige Reisende, darunter Deutsche, Italiener, Franzosen, Holländer, Italiener und vor allem Schweizer. Ist überhaupt noch jemand in diesem Land? Hallo Schweiz, jemand zu Hause? Schweizer scheinen ein sehr reiselustiges und mutiges Völkchen zu sein. Wir treffen sie in allen Altersklassen und in allen Varianten. Zu Fuss, mit dem Fahrrad, im großen oder im kleinen Auto, für kurze oder lange Aufenthalte. Das nur so nebenbei.

3 Tage und 3 Nächte blieben wir auf Valdés. Länger hätten wir es auch ausgehalten, aber der Süden rief.
Es war ein einzigartiges Erlebnis.
Und wenn wir können, werden irgendwann in unserem Leben nochmal wiederkommen.
Es war sehr beeindruckend.

Auch hierfür vergeben wir wieder eine 1…aber diesmal mit Sternchen.
Mutter & Kind

21.10.2011 Puerto Madryn / Argentinien

Da war er, der Atlantik. Endlich! Immer wieder schön! Gegenüber vom Campingsplatz lag er.. Nichts gegen Seen und Flüsse, aber das Meer ist halt einfach eine andere Hausnummer.
Puerto Madryn liegt in der Bucht des Golfo Nueco. Mit flotten 60.000 Einwohnern, Ferienhäusern-und wohnungen überschaulich und fast schon gemütlich.
Die Stadt ist der zweitgrößte Fischereihafen des Landes sowie das Tor zum Tierschutzgebiet Península Valdés.
Die Stadt liegt am Fuß der patagonischen Meseta, welche im Golfo Nuevo in der Form eines natürlichen Amphitheaters zum Meer hin abfällt. Nördlich an den Golf schließt die Halbinsel Valdés an, ein weltbekanntes Naturreservat (seit 1999 UNESCO-Weltnaturerbe), auf der die Tierwelt der Küste bis heute weitgehend intakt ist Die Vegetation ist in der gesamten Umgebung spärlich und vom Monte, einer steppenhaften Buschlandschaft, geprägt.
Das Klima ist geprägt vor allem durch die starken Winde, die Pamperos, die von Südwesten her blasen

http://de.wikipedia.org/wiki/Puerto_Madryn
Eine Hafenpromenade, davor Dünen, Strand und Meer…dahinter meist schlichte und nicht zu hässliche Häuser. Die Strassen und Strände sind recht sauber, die Menschen sind sehr freundlich. Es sind gute Geschäfte und Supermärkte vorhanden, also auf Anhieb eine schmucke Geschichte hier!
Nördlich und südlich verlaufen kilometerweise Strände, schöne, ruhige Plätze, wo sich Tiere beobachten lassen oder die „Travallers/Overlanders“ aufgereiht stehen und den Meerblick geniessen können.
Das Highlight sind die südpazifischen Glattwale, die von ca. Juli bis Oktober ganz nah am Festland schwimmen, sodass man sie mit dem blossen Auge sehen kann.
Clemens gab den argentinischen Meeresfrüchten eine Chance, welche aber leider auf Grund der schlechten Tagesform des Kochs ungeniessbar waren. Er kam endgültig zu der Erkenntnis, das Argentinien auch nicht für Meeresfrüchte bekannt sei.

Wir besuchten das nahe gelegene Naturreservat „Punta Loma“ wo wir einen Haufen Seelöwen antrafen. Übereinandergestapelt „chillten“ sie in der Sonne. Alle Grössen und Farben waren zu finden. Auffallend waren die „Bullen“ die ganz schön stinkig werden können, wenn jmd. der Familie zu nahe kommt oder aufmuckt.
Es war laut und roch sehr muffig. Aber genial und so schön anzusehen.
Tiere unbeschwert in freier Natur. Schon sehr schön!
Robbendurcheinander

Wir machten uns auf zur Halbinsel Valdés, welche ca. 90 km nördlich von Puerto Madryn liegt. Auf dem Weg dahin befreiten wir fix eine festgefahrene argentinische Grossfamilie, welche mit ihrem Auto auf einer Bodenschwelle fest hing. Lord Höördie strotze erneut durch Souveränität und man dankte uns von Herzen. Jeden Tag eine gute Tat.

An der ca. 20 km von Puerto Madryn entfernten Playa Flecha ist das Wasser besonders warm und die Wal-Quote hoch. Hier sahen wir auch ein paar durch das Wasser gleiten.
Meergemüse
Der Eintritt um in/auf – so sagt man - eines der schönsten Tierschutzgebiete Südamerikas zu kommen beträgt ca. 11,00 €/ Nase. Dafür darf man aber so lange bleiben wie man möchte. Fair geht vor! Die Insel hat lediglich einen minikleinen Ort, das Dorf Puerto Pirámides.
Klein aber fein, denn hier gibt es einen funktionierende Tankstelle und einem Geldautomaten, der im Vergleich zu anderen Orten, viel Bargeld ausspuckte, einer Handvoll Unterkünften und Restaurants sowie Whale-Watching-Ausflugsanbietern und einem Campingplatz. Der haute uns zwar nicht aus den Socken, lag dafür aber nah am Strand. Somit verbrachten wir unseren ersten Abend dort am Strand. Der Sonnenuntergang und der Sternenhimmel waren Filmreif. Die Nacht war mild und der Wind war wie weggeblasen.
Vor uns im Wasser versammelten sich 4 Walmamas mit ihren Kindern und genossen die Ruhe und das stille Meer zur Abenddämmerung.
Hallo? Wie schön war das bitte im Gesamtbild?
Wiedermals waren wir in einem Bilderbuch gelandet.
Schon der erste Abend hier hatte sich gelohnt.
Auch die Schiffe gehen schlafen...
Hier einige Infos zu den Südkapern auch genannt Südlicher Glattwal.

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdkaper

20.10.2011 Von West (Esquel) nach Ost (Puerto Madryn) / Argentinien

Wir starteten gegen 8:00 unsere Tagestour von circa 650 Kilometern.
Nach Möglichkeit wollten wir die „Überfahrt von West nach Ost“ auf der Ruta 25 an einem Tag schaffen. Nach den vielen gesehen Seen, wollten wir endlich mehr Meer. J

Das Meer hatten wir Zuletzt in Uruguay gesehen. Atlantik schnall Dich an, wir kommen!
Wir stellten uns auf eine öde, triste Fahrt durch die Pampa der Region Chubut ein.

Chubut ist eine der fünf argentinischen Provinzen Patagoniens. Sie erstreckt sich von den Anden im Westen bis zum Atlantik im Osten. Die Nord- und Südgrenzen zu den Provinzen Río Negro und Santa Cruz wurden einst relativ willkürlich mit dem Lineal gezogen.
Während die Anden, die in dieser Region nur noch selten Höhen von über 2.500 m erreichen, vorwiegend von Feuchtwäldern bedeckt sind, ist im Schichtstufenland im Rest der Provinz Steppenvegation und niedrige Buschwälder (Monte) vorherrschend.
Durchflossen wird die Provinz von West nach Ost vom Río Chubut.

Infos zu Patagonien:
Patagonien umfasst übrigens ein Drittel des achtgrössten Landes der Welt…ist das nix?
Von wegen trist, denkste.

Zu der Fahrt kann man nicht viel sagen, ausser:
Unerwartet Abwechslungsreich und gewaltig.  Nach anfänglichen flachen „Steppen und Monte“ folgten Felsformationen in leuchtenden Farben…das alles gab es dann immer wieder Wechsel. 


Es gab zwischendrin auch einen See mit Flamingos. Es war atemberaubend und wirklich super cool. Unser Mittagessen nahmen wir staunend am Wegesrand ein und zückten unsere „vorgeschnippelten Eintopf  im Schnellkochtopf“…gut vorbereitet sein ist die halbe Miete.
Denn die Möglichkeiten auf der Strecke essen zu gehen oder einzukaufen waren gering, bis gar nicht vorhanden.  Tankstellen waren  abgezählt.  Und die meisten Tankstellen in der Pampa konzentrieren sich auf das Wesentliche. Benzin und Diesel. Punkt.

Wir hielten in Orten mit walisischem Einschlag, die einige Teehäuser und prominente Besucher vorweisen. In „Gaiman“ einen kleinen Örtchen war sogar Lady Diana schon zu Gast…weiter östlich liegt die ebenfalls walisische Stadt „Trelew“ welche wir nicht ganz so schick fanden. Ausser zwei Museen war dort nicht viel zu holen. Wir fuhren also weiter nach Puerto Madryn.
Das Meer rief schon. Am Abend landeten wir auf einem ACA (ähnlich ADAC) Camping mit über 800 Plätzen. Zum Glück aber nur wenig besucht. Die meisten Wohnmobile etc. stehen weiter nördlich am Strand. Da wollten wir nach Dusche, einkaufen und Essen auch noch mal hin. 

19.10.2011 Esquel / Argentinien

Wir verliessen Bariloche und waren froh, dass wir doch dort waren.
Die Landschaft änderte sich bei der Weiterfahrt vorerst nicht, auf der Fahrt gen Süden. Offiziell waren in nun schon in Patagonien eingereist. Das Wetter war (wie fast immer) auf unserer Seite. Sonne!...aber der patagonische Wind war dennoch da. An den mussten wir uns nun gewöhnen. Denn gerade für den Wind ist Patagonien berühmt. Wir erfuhren, dass im Süden alle vier Jahreszeiten innerhalb von Stunden und teilweise sogar Minuten möglich waren…das hiess dann wohl „zwiebeln“ was das Zeug hält.
Wir stoppten nach „zeitlich überschaubarer Fahrt“ in El Bolsón, dem so genannten Hippie und Backpackerparadies. War ebenfalls sehr schön zwischen den Bergen gelegen, kleine Häuser, es roch nach Friede-Freude-Eierkuchen. Dennoch beliessen wir es lediglich bei einer „Kaffee-Kuchen-Situation“ sowie einer Ermahnung durch die Polizei, wegen Einbahnstrassenfahrerei. Oweih.

El Bolsón ist eine kleine Stadt (14.000 Einwohner) im Süden Argentiniens, in der Region Patagonien. Der in einem Andental gelegene Ort ist hauptsächlich als Fremdenverkehrszent-rum bekannt und ist eine der Hochburgen des Rucksacktourismus in Argentinien
In El Bolsón befindet sich eine der weltweit zwei Brauereien außerhalb Deutschlands, die Rauchbier nach Bamberger Brauart herstellt…oder sollten wir doch noch einen Augenblick bleiben?
El Bolsón ist eine kleine Stadt (14.000 Einwohner) im Süden Argentiniens, in der Region Patagonien. Der in einem Andental gelegene Ort ist hauptsächlich als Fremdenverkehrszent-rum bekannt und ist eine der Hochburgen des Rucksacktourismus in Argentinien
In El Bolsón befindet sich eine der weltweit zwei Brauereien außerhalb Deutschlands, die Rauchbier nach Bamberger Brauart herstellt...
oder sollten wir doch noch einen Augenblick bleigen?
http://de.wikipedia.org/wiki/El_Bols%C3%B3n
Danach waren keine "Seen mehr zu sehen".
Wir „betraten“ nun die Region „Chubut“…
Nach den heutigen 300 Km erreichten wir unser Tagesziel „Esquel.“
Esquel ist eine Stadt im Nordwesten der Provinz Chubut, Patagonien in Argentinien. Sie zählt fast 29.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Departamento Futaleufú. Der Name stammt aus der Sprache der Mapuche und bedeutet Klette, die hier mit dem Calafate und anderen dornigen Sträuchern zur lokalen Flora gehört.
Die wichtigste Stadt der Region an den Anden liegt am Ufer des Flusses und Tales Esquel, umgeben von den Hügeln La Zeta, La Cruz, Cerro 21 und des Berges La Hoya. Esquel ist auch bekannt als schneesicherer Skiort mit qualitativ hervorragendem Schnee, der von Juli bis Mitte des Frühlings zu sehen ist. Bekannt sind auch die Wild- und Fischressourcen.

Prominenter Sohn der Stadt ist Aldo Duscher, argentinischer Fußballspieler mit österreichischem Pass…
http://de.wikipedia.org/wiki/Esquel

Selbstverständlich besuchten wir auch „La Trochita“ genannt „The Old Patagonian Express“. Vom Bahnhof hatte man einen schönen Blick über die Stadt.
Eine wichtige touristische Attraktion der Stadt ist die Schmalspurbahn in 750 mm Breite, die mit regulär laufenden Dampflokomotiven deutscher (Henschel & Sohn GmbH, Cassel) und amerikanischer belgischer) Waggons seit 1922 bis dato (2005) zwei bis drei Mal wöchentlich für touristische Zwecke fährt. Die Geleise befinden sich zwischen Esquel - Nahuel Pan und El Maiten - Leleque Museum. Die Bahn wird örtlich La Trochita und im Englischen The Old Patagonian Express nach dem gleichnamigen Buch von Paul Theroux genannt. Seit 1922 werden die Heizkessel der Loks mit schwerem Petroleum geheizt, aktuell mit einer Mischung aus Heizöl und Ablassöl aus Schiffsmotoren im Verhältnis 1:5, in den Werkhallen von El Maiten gepflegt und mit nach den ursprünglichen Plänen hier einzeln gefertigten Ersatzteilen repariert.

Der am Ortsausgang/Eingang liegende Campingplatz NAHUEL PAN war zu unserer Freude sehr sauber, günstig und hatte heisse Duschen. Hurra. Ohne Sonne war es nämlich schnell eisig…und der Wind zeigte sich auch hier von seiner aktiven Seite.