24.06.2012

18.06.2012 Medellín / Kolumbien

Nachdem wir die überfüllte und sehr touristische Ortschaft La Pintada durchfahren hatten, entschieden wir, uns doch dem Verkehrschaos hinzugeben und weiter nach Medellin zu düsen. Man hatte uns empfohlen, die Tour in zwei Tagen zu machen, da extremer Verkehr Dank Feiertag auf den Strassen war...

Ob wir nun im Verkehr auf der Strasse oder in einem riesen Ferien-Anlagenteil Stau im Pool oder auf dem Parkplatz ausharren mussten…war ja gehupft wie gesprungen. Also fuhren wir weiter. War ja noch Nachmittag und die Sonne brannte. Der Vorteil war an diesem Tag, dass auch heute hier die Zufahrtstrassen in die 3 Mio. Stadt Medellín mehrspurig waren, bzw. auch die Gegenspur genutzt werden konnte. Saucool, offiziell als Geisterfahrer in eine Großstadt zu pesen! Trotz des Feiertags war auch bei der kilometerlangen Einfahrt das Polizeiaufgebot hoch. Und weiblich. Alle 100 Meter standen zwei Politessen die winkten. Was das sollte wusste kein Mensch, es war aber irgendwie niedlich und nett. Glücklicherweise fanden wir ein Hostel und bewachten Parkplatz im Stadtteil EL POBLADO, wo auch die Zona Rosa, also die Ausgehmeile ist. Glücklicherweise lag es im Süden der Stadt und somit hatten wir insgesamt die einfachste und schnellste Anreise in eine Großstadt, zumal auch die Ausschilderung besser ist und sich nicht nur auf Calles, Carreras und Avendidas bezieht. Also für Normalsterbliche gut zu finden. Danke!

Schon bei der Einfahrt in die Stadt und in unsere „Meile“ fiel und auf, dass es hier ordentlich und grün war. Modere Bauten prägten unsere ersten Blicke. Auch am Tag drauf, als wir mit der modernen S&U-Bahn in die Innenstadt fuhren (4-5 Stationen), waren wir von der Modernität der Sauberkeit dieser Stadt erst mal angetan.
Willkommen in Medellín
Netter Blick...
...von der Terrasse des Hostels "Casa Kiwi"

Medellín ist mit mehr als 2,2 Millionen Einwohnern und 3,2 Millionen Einwohnern in der Agglomeration die zweitgrößte Stadt Kolumbiens. Medellín erstreckt sich durch das ganze Áburra-Tal, ein Tal des mittleren Bergzugs der Anden im nordwestlichen Kolumbien, auf einer Höhe von 1.538 m. Medellín wird daher auch Capital de la Montaña, Hauptstadt der Berge, genannt. Die Stadt ist berühmt für ihre Gartenanlagen, ihre Blumen und die Vielfalt der Orchideen, die dort heimisch sind. Deswegen hat sie auch den Beinamen Capital de las Flores(Hauptstadt der Blumen). Medellín ist in 249 Stadtteile, barrios, unterteilt Ihre Einwohner geben der Stadt Medellín stolz Namen wie Bella Villa oder Capital de la Eterna Primavera, Hauptstadt des ewigen Frühlings, da die Temperaturen selten über 30 Grad klettern oder unter 16 Grad fallen.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 22 Grad
http://de.wikipedia.org/wiki/Medell%C3%ADn

Die Stadt lässt sich gut zu Fuss erkunden, aber auch hier gibt es ein paar dunkle Seitenstrassen, in denen man sich nicht unbedingt wohlfühlt und an den Blicken merkt, dass man wohl falsch ist.

Zwar gibt es auch hier Polizei und Militär, gefühlt aber weniger als in Bogotá. Abends sollte man aber auch hier die Innenstadt meiden. Viele Bettler und Strassenverkäufer sind unterwegs. Es gibt alles. Von laufenden Wäscheständern, Sonnenbrillenverkäufern oder DVD und Pornoverkäufern tummelt sich hier alles. Am liebsten auf der Strasse zwischen den fahrenden Autos. Über die vielen mobilen Obstwagen stolpert man fast. Eine ungewöhnliche Köstlichkeit sind grüne Mangospalten mit Salz und Limonensaft. Genannt MANVICHE. (Benannt nach dem Sushi hier Cevice) Also ich fand es lecker.
Parque de la luz
Universidad de Antioquia
Eingang S-Bahn
Mango für Manviche
La Ermita de Veracruz, älteste Kirche der Stadt (1682)
Palacio de la cultura 
Ideencentrum für den Nachwuchs der Stadt
Park der Wünsche - mit riesen 
Sprechmuschel = Concha acústica 
(eine weitere steht gegenüber)
Haus der Musik
Planetarium mit Kinoleinwand für abendliches Beisammensein
Medellín ist Frühling

Auch setzen wir uns hier 4 Stunden in den TURI-Bus und erkunden die Stadt, alle paar Kilometer stiegen wir aus und „hopt-en“ wieder hinauf. Nach wie vor unserer Ansicht nach eine schöne Gelegenheit eine Stadt kennenzulernen, wenn man nicht alt zu viel Zeit hat. 
Kirche am Parque Bolivar
typisches Dorf
"Paísa"- hoch auf dem Berg
Flughafen in / nahe der Stadt
und nochmal:
"über den Wolken..." ;)
In der Geburtstadt vom Küstler BOTERO gibt es natürlich auch ein paar schicke Werke, sogar grosste Statuen auf der Plaza Botero, dahinter befindet sich auch schon gleich ein sehr interessantes Museum mit vielen schönen Werken von ihm, aber auch von internationalen Künstlern. Wiedermal eine schöne Ausstellung.
Blick aus dem Museo Antioquia auf die Plaza las Esculpturas
Botero Skulpturen im Museum
Adam und Eva

Am Tag drauf buchten wir was gaaaaaaanz Exklusives…
Wir hatten vorab davon gehört, doch kaum jemand wusste eigentlich was, bzw. wie und wo es passieren sollte...
Wir sprangen am Vormittag in einen als Schulbus deklarierten Transporter und erkundeten die Spuren des Drogenkönigs Pablo Emilio Escobar Gaviria sowie diverse Gebäude und Stadtteile seiner Vita.
Es war zwar ein sehr spannender Vormittag, der zu gleich aber auch sehr erschreckend war, wir erhielten aber somit kleinen Einblick in die Welt des Drogenkönigs Nr. 1.
Schiesslich sind Drogen in Kolumbien bis heute ein wichtiger „Wirtschaftszweig“…und er hat diesen Zweig maßgeblich geprägt. Fast unglaublich, welche Macht man mit Kriminalität erreichen kann.
Die Stadt Medellín unterstützt diese Tour im Übrigen nicht, sie wollen das Image als Drogen-Metropole nicht ausschmücken. Junge Menschen hingegen, so unser Gefühl, mögen das Image ihres Landes...und natürlich lässt es sich, grad bei jungen Menschen, recht gut vermarkten...
Pablo Emilio Escobar Gaviria, auch „El Doctor“, „El Patrón“ oder „Don Pablo“ genannt, (* 1. Dezember 1949 in Rionegro bei Medellín; † 2. Dezember 1993 in Medellín) war ein kolumbianischer Drogenhändler.
da war die Welt noch in Ordnung
Durch groß angelegten und erstmals in der Kriminalgeschichte industrialisierten Drogenschmuggel wurde er zu einem der reichsten Menschen der Welt. Allgemein wird er als einer der mächtigsten, rücksichtslosesten und brutalsten Drogenhändler angesehen, die es je gegeben hat. Der Besitz von Feuerwaffen brachte ihm schnell den Respekt der anderen Banden ein, die damals meist nur mit Messern und Macheten bewaffnet waren. Früh schloss er sich einer Marihuana-Schmugglerbande an und beteiligte sich an Raubüberfällen auf der Straße. Ein weiterer Erwerbszweig war der Handel mit geschmuggelten Marlboro-Zigaretten. Nach Aussagen seiner Mutter war er für eine ehrliche Tätigkeit ungeeignet, denn er wollte sich schon früh große Macht aneignen. Mit 20 Jahren begann er, Autos zu stehlen, um sie zerlegt als Hehlerware zu verkaufen. Kurze Zeit später entführte er mit seiner Bande reiche Bürger und tötete sie oft auch trotz Lösegeldzahlung, um seine Macht zu demonstrieren. Escobar nutzte die ungeahnten Verdienstmöglichkeiten für seinen gesellschaftlichen Aufstieg.
In den 1970er Jahren baute er ein riesiges Drogenimperium auf. Während seiner besten Jahre soll er bis zu 1,5 Millionen US-Dollar am Tag verdient haben. Er war als der Drogenbaron Kolumbiens bekannt. Escobar zeichnete sich durch Grausamkeit und Skrupellosigkeit aus, die ihn schnell an die Spitze des Medellín-Kartells brachten. Obwohl Escobar einmal im Besitz von elf Kilogramm Kokain festgenommen wurde, gab es nie einen Prozess wegen Drogenbesitzes oder Drogenhandels gegen ihn, da der ihn belastende Polizist unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.
Seine ausgeklügelten Touren...
...bis nach Europa (er war einer der ersten)
Lachen nach Festnahme
(er wusste, dass es nicht lange sitzen würde)
Man sucht!
Durch Morddrohungen wurden auch die Richter eingeschüchtert, die den Mordprozess daher nicht noch einmal aufrollten. 1976 heiratete Escobar die 15-jährige María Victoria Henao Vellejo.
seine junge Frau
MONACO Tower in el Poblado, hier wohnte er mit Frau und Kindern
sowie Securitypersonal.
Der  Rest stand leer. Die Farbe des Hauses steht als
Synonym für die Farbe des Kokains, mit dem er es erwirtschaftet hat.
Die meisten Häuser sind hier rot/orange.
Das Haus - und weitere seiner Häuser wurden vom Calí-Kartell mit
Bomben zerstört, an denen leider nie er, sondern Unbeteiligte starben.
In all seinen Häusern, das waren viele, standen Palmen im Vorgarten
 und handliche Satelliten-Schüsseln
Genannt Miami style. 
Mit ihr zeugte er die Kinder Juan Pablo und Manuela. Die Ehe wurde nach eigener Aussage als sehr glücklich eingeschätzt, obwohl Escobar seine Frau mit unzähligen jungen Mädchen betrog. Wurde eines der Mädchen schwanger, wurde sie von Escobars Auftragsmördern getötet. Die Verfolgung Escobars durch den Staat Kolumbien wurde intensiviert, als 1989 der Präsidentschaftskandidat der liberalen Partei, Luis Carlos Galán, der für den Fall seiner Wahl eine verstärkte Offensive gegen die Drogenmafia angekündigt hatte, während einer Wahlveranstaltung in Soacha, einem Vorort von Bogotá, ermordet wurde. Nach Friedensverhandlungen erklärte Escobar 1991 schließlich einen Waffenstillstand und stellte sich der Polizei. Mit seiner Leibwache kam er, wie bei den Verhandlungen ausgemacht, in das eigens von ihm errichtete luxuriöse Gefängnis La Catedral in der Nähe seines Heimatortes Envigado. Nach mehreren Skandalen (unter anderem ließ Escobar Drogenhändler ins Gefängnis kommen und dort ermorden) wollte ihn die Regierung in ein anderes Gefängnis verlegen, woraufhin er die Flucht ergriff.
Bevor er seine neue "Zentrale" eröffnen konnte,
wurde auch sie mit Bomben angegriffen
Seine Antwort auf seine Suchanzeige:
"Wenn sie es wissen und nichts sagen,
 erhalten sie...."
Escobar starb, als eine US-kolumbianische Elite-Einheit ihn bei einer Razzia in Medellín erschoss. An seiner Beerdigung nahmen über 20.000 Menschen teil.

Hier die Hintergründe seiner Arbeit:

Er war - mit nur einem Bodyguard, zu Besuch bei seinem Onkel
Aus dem Fenster versuchte er zu fliehen
Auf dem Bürgersteig erwischte man seinen Bodyguard
Seine letzte Ruhestätte
Ungern verliessen wir Medellin, denn hier ist es echt nett und teilweise echt schick.

Ein paar Tage hätten wir es noch gut ausgehalten. Moderne Shoppingzentren, Designer -Möbelgeschäfte und Boutiquen und auch gastronomisch ist alles zu finden.
Viele Grünflächen machen es bei der Hitze einem sehr angenehm, abends kühlte es sogar etwas ab…
Ja, es gibt schon schlimmere Großstädte. Gerne kommen wir wieder.
Endlich wieder!
Döner macht schöner.
Sogar Riedeltassen sind
handelsüblich im Supermarkt zu finden
Viele Porsche sind in Kolumbien zu sehen
Unser nächstes Ziel sollte die Stadt Cartagena an der Karibik-Küste sein, doch auch der Weg dahin war beschwerlich. Auch nach Cartagena führt keine Autobahn.
Für die Strecke von ca. 650 km sollten wir 12 Stunden einplanen, so sagte man uns…und somit machten wir uns früh auf, um nicht in den Berufsverkehr zu kommen…der aber um 6:30 schon im vollen Gange war... die halbe Stadt war schon auf den Beinen, in Bussen und Autos und auf Mopeds...

Kurz hinter Medellín 
Manizales bis Medellín
4,5 Stunden für 195 km

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