04.12.2011

30.11.11 Petrohué / Chile

Nach Ankunft auf dem Festland machten wir einen kurzen Halt in Puerto Montt. Zwar hatten wir wenig Positives über diese Stadt gehört, aber zum Tanken und Einkaufen wäre die Stadt sicherlich zu gebrauchen. Auf Anhieb erscheint die ca. 200.000 Einwohner Stadt, die als Wirtschafts-und Verkehrsknotenpunkt der Region Los Lagos fungiert tatsächlich nicht so hübsch. Allerdings lenken ein paar moderne Bauten und das Wasser ab.

Und es gibt einen MC Donalds ;), welchen wir nach über 2,5 Monaten wieder trafen…aber nicht besuchten, da wir der Hoffnung waren eine gute Parilla zu finden. Haben wir auch, nämlich die Beste der Stadt. Fogón de Cotelé lag etwas ausserhalb, mit Blick auf das Wasser, indem bereits die ersten mutigen-oder bekloppten ins Wasser sprangen. Das Haus war Kegelförmig gebaut, oben zog der Rauch ab (oder auch nicht) Innen gab es nur 7 Tische, in der Mitte des Raumes stand der Grill, wo der Chef das Fleisch vor sich hin brutzeln liess, welches sich man im Vorfeld aus 3 verschiedenen Fleischbrocken auswählen durfte. Hinzukamen köstliche Beilagen, Stockbrot und ein sehr netter Service und ein Top-Preisleistungsverhältnis. Manchmal kann es echt einfach sein, die simplen Ideen sind es!


Zwar rochen wir im Anschluss ebenfalls gebraten, aber damit sollte man sich bei einem Besuch in einer Parilla einfach abfinden.
Nachdem man auf offener Strasse irgendwas lautstark gegen unser Auto geworfen hatte, hielt Clemens ein wenig später an um zu schauen, was es gewesen sein könnte…oder ob etwas vom Auto/Dachträger gefallen sei. Während ich im Auto wartete, als Clemens die Strasse runter lief, näherte sich ein ziemlich schräger Typ unserem Auto, auf das halbgeöffnete Beifahrerfenster zu. Es war mir ja klar, dass dieser leicht schwindelige, wahrscheinlich volltrunkene was von MIR wollte, also hüpfte ich als er das Auto und mein Fenster erreichte auf den Fahrersitz um die Zündung zu drehen, damit ich das Fenster hochlassen könnte. Das einzige was sich tat war die Alarmanlage (da das Auto verriegelt war)…was den Burschen aber nicht abhielt, durch das Fenster zu tätscheln…immer wieder. Den halben Kopf steckte er sicherheitshalber auch noch rein.
Ich versuchte ihm fast freundlich, dass ich echt andere Probleme hatte, als mich um ihn zu kümmern…und sprach „energisch“... Völlig entgeistert sah er mich an – ich denke, er bekam große Angst vor mir  - und verliess unser Auto. Nach einigen weiteren Minuten hatte ich dann auch unsere lautstarke Alarmanlage im Griff und Clemens sah mich entrüstet an, als ich schweißgebadet im Auto saß. Bloß weg hier.
Danach fiel ein weiter volltrunkener fast vor unser Auto, der hatte allerdings schon den kompletten Kopf aufgeschlagen, blutete demnach so vor sich hin und tropfte die Strasse voll.
Netterweise nahmen sich ihm zwei Passantinnen an. Nun aber echt weg hier.

Noch einmal fix tanken, Auto waschen, neue Kirschen und Erbsen eingekauft und dann ab in das 23 km entfernte Puerto Varas, welches unter zwei schneebedeckten Vulkanen lag. Der OSORNO sowie der CALBUCO. Sah schon sehr ehrfürchtig aus.
Deutsche wurden im späten 19. Jhr. angeworben, dass Seengebiet zu besiedeln. Ihre Spuren sieht man noch heute in Architektur, Industrie-und Milchwirtschaft und Speisen. Vor allem in KUCHEN. Überall gibt es KUCHEN.
Die Stadt bietet viel Abenteuersport, meist auf dem Wasser. Die Stadt liegt am wunderschönen Lago Llanquihue .Hinzu kommen nette Restaurants, Bars und Hotels. Wir fuhren allerdings auf der RP 225 weiter östlich zum Nationalpark „Vincente Pérez Rosales“, wo der Vulkan Osorno zu Hause ist.

was für ein perfekter Vulkan!
http://de.wikipedia.org/wiki/Osorno_(Vulkan)
Zwischen „Kuchenhinweisen“ und deutschen Hotels, dem blitzeblauen See links, fuhren wir bei  20 Grad und Sonnenschein durch die sattgrüne Natur. Bedingt durch das schöne Wetter, hatten wir einen grandiosen Blick auf den "aktiven" Vulkan Puyehue, der gemütlich vor sich hin "spuckte". Nach 45 km erreichten wir das 1.250 Seelendorf ENSENADA und von da ging es weitere 20-30 Minuten auf einer Schotterstrasse weiter, zwischen Wald, Fluss und Aschebergen. Mittendrin gelbe „Löwenmäulchen“, teilweise sind die Büsche über 2 m hoch. Wir erreichten PETROHUÉ. Eine Einwohnerzahl ist nicht bekannt, es gibt nur 2 Unterkünfte und einen geschlossenen Campingplatz am schwarzsandigen Strand, welcher am Ufer des Lago Todo Los Santos liegt. Das schien uns für unsere Übernachtung der ideale Ort, denn dieser Platz, inmitten der Vulkane war wirklich majestätisch.

der AKTIVE Vulkan Puyhue
http://de.wikipedia.org/wiki/Puyehue_(Vulkan)



Hotelkomplex in Petrohué
Blöd nur, dass wir mit hundert von kleinen miesen Fliegen zu kämpfen hatten, die ruckizucki das Auto belagert hatten…nur gut, dass es nun einen Staubsauger in unserem „Auto-Halt“ gibt…

Mächtig thronten die Vulkane über uns. Die Nacht war äusserst warm und ruhig.
Unser Standplatz für die Nacht
Guten Morgen, weiter geht´s!
Geografisch lagen wir nun übrigens auf der Höhe des argentinischen „San Carlos de Bariloche“, wo wir Mitte Oktober bereits waren.

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