Über Mirjam erfuhren wir, dass selbst sie keinen Kontakt von einem Schiffsanbieter hat, der auch Autos befördert…wir sollten uns in Corumbá durchfragen…. Wenn und das gelingen würde, wären wir mehrere Tage auf einem „schlichten“ Schiff…
Da Andrea und Thomas für wilde Ideen zu haben sind, beschlossen wir, die „Operation Pantanal Seeweg“ gemeinsam in den Angriff zu nehmen und nach Corumbá aufzubrechen.
Wenn wir den Ort Porto Jofre mit dem Schiff erreichen, werden wir die Strasse „Transpantaneira“ fahren, die durch das nördliche Pantanal führt. Sie ist dort die einzige Strasse und wird uns über 130 Brücken nach „Poconé“ führen. Über „Cáceres“ werden wir dann weiter nach Bolivien reisen und die kommenden Wochen dort verbringen.
Andrea und Thomas werden weiter in Brasilien bleiben und den Norden erkunden.
Die Fahrt nach Corumbá erfolgte auf 120 km meist asphaltierter Strasse. Die Landschaft war atemberaubend, die Farben der Natur einzigartig. Gegen Nachmittag erreichten wir eine kleine, hässliche Stadt. Im Vorfeld hatten wir gelesen, dass die Grenzstadt nicht ganz ohne ist und primär dem „Handel und „Schmuggel“ nach/von Bolivien dient. Hauptsächlich Drogen und Autos.
Nach einigen Anläufen fanden wir dann am Nachmittag eine Bleibe, in der wir uns alle vier wohlfühlten und unsere Autos sicher standen. Und wir sogar – wichtig – einen Grillplatz vorfanden, der an einem hübschen Pool gelegen war. Erst bei Tageslicht sollten wir sehen, dass der Zustand der Zimmer eigentlich schlimmer als im Hotel Andy war, sogar die Stromleitungen im Badezimmer waren offen, was die morgendliche Dusche bei kalt-lauwarmem Wasser nicht erträglicher machte. Aber man lernt damit zu leben. Immerhin war das Frühstück Weltklasse. Soviel zum „Victoria Palace“ Hotel.
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| on the way to Corumbá |
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| Ausflugsschiffe im Hafen |
Am Abend lernten wir im Hotel Marcello kennen. Marcello sass vor seinem Zimmer und rauchte. Wir kamen ins Gespräch und erzählten von unserem Vorhaben nach Bolivien zu fahren. Wir sahen in entsetzte Augen. Nach Marcellos 5 minütigen Monolog, der nur furchtbare Geschichten über Autoklau in Bolivien beinhaltete, war uns die Lust vergangen. Nach seinen Erzählungen könnten wir mit unserem Auto keine 5 Kilometer über die Grenze kommen, ohne dass wir dann von einer „Bande“ mit Pistolen überfallen werden und uns das Auto entrissen werden würde…Klingt spannend. Aber woher weiss er das, wollte ich wissen…Marcello war bei der Polizei. Drogendezernat. Ach so. Klang auch ja spannend.
Nach einem gut sortierten Grillabend und einer Menge Polizeigeschichten machten wir uns am nächsten Tag, Samstag in die Hafengegen auf und suchten nach einem Cargo- Schiff.
Bei unserer Suche bemerkten wir, dass die Stadt an manchen Stellen doch ganz hübsch war. In der Hafengegend standen ein paar richtig schmucke Häuser. Generell fand man viel alten Bestand, der aber leider ziemlich runtergekommen war.
Wir fanden den sogenannten Cargohafen. Und ein Ponton/Barke. Und eine abgewrackte „Nussschale“ sowie eine Handvoll portugiesisch sprechende Hafenarbeiter.
Es dauerte nicht wirklich lang, da hatte Andrea die Jungs mit ihrem Spanisch im Griff und sie verhandelte mit dem Eigentümer, schlug einen „Spezialpreis“ für 4 Personen und 2 Autos raus.
…dann guckten wir uns das Schiff genauer an. Das Gute vorab: Wir können keine Milben oder Flöhe von verwanzten Matratzen bekommen. Es gibt nämlich keine. Wir müssten uns nur noch jeder eine Hängematte besorgen.
Essen wird es auf dem Schiff geben. Die Küche sieht jetzt nicht soooooooooooooooo schlimm aus. Da haben wir hier schon schlimmeres sehen müssen.
Es gibt sogar ein eigenes Damen WC/Dusche. Wenn Andrea und ich dort erst mal neu renoviert und mehrere Runden Sagotan verteilt haben, wird es sogar fast gehen, ohne dabei 10 Tode zu sterben. Freitagnacht solle der Kahn losgehen. Die Fahrt dauert so – mas o menos – 2,5 Tage. (360 km) Von den Kosten billiger als Benzin für den 1.200 km Umweg durch das Land. Zumal das Pantanal von der Seeseite sonst nirgends zu begutachten ist ausser mit dem Schiff an diesen Stellen nicht zu erreichen ist. Wir hofften, vom Schiff aus endlich einen LEOPARDEN zu Gesicht zu bekommen…denn der ist noch scheuer und seltener als ein Tapir oder Ameisenbär.
Soviel zur Theorie.
Wir liessen uns eine Nacht Bedenkzeit, obwohl Clemens sofort Feuer und Flamme war. Endlich wieder auf das Wasser. Endlich Abenteuer und den ganzen Tag angeln…
Auch ich war gedanklich schon auf dem „Schiff“…aber erst nachdem ich mich erkundigt hatte, dass wir jeder Zeit auch zum Auto gehen könnten…sollte mir das Hängemattenleben nicht unbedingt zusagen, wäre ja noch mein kuscheliges Bettchen in Höördie sicher.
Essen (wahrscheinlich Reis, Bohnen und Fisch) wird sowieso überbewertet, Duschen und WC auch. Wird alles schon schiefgehen. Wir wären immerhin min. zu viert. Und 3,5 Tage sind keine 6 Wochen. Noch nicht. Zudem rollte eine Hitzewelle von 38 Grad auf uns zu. Vielleicht halten sich die Mosquitos aufgrund des Fahrtwindes von uns fern. Von den Stichen hatten wir alle nämlich schon eine Menge. Neben meiner 3 Zeckenbisse, die ich mir im Sumpf eingefangen hatte.
Gibt’s hier eigentlich irgendwo Piraten?
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| das hübsche Corumbá |
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| alt vs neu |
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| Unser Schiff... |
Die Gegend war tatsächlich sumpfig und wir mussten oft durch das Wasser. Den Wasserstand prüfte natürlich ich. Erst später, als ich wadentief im Schlamm und Wasser stand, kam mir in den Sinn, dass ggf. auch ein Wadenbeisser in der Gegend sein konnte.
Die Schotterpisten waren teilweise wirklich in einem desolaten Zustand, doch was soll ich sagen…“ unser Höördie matt datt.“
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| leichte Überschwemmung |
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| bei der Arbeit! Foto by Thomas Schenkelberg |
Wir trafen unseren ersten Ameisenbär. Gleich zwei Mal. Allerdings tot.
Viele tote Tiere lagen am Wegesrand. Das Wasser war vor Wochen so schnell gestiegen, dass sich viele Tiere nicht retten konnten. Ich war traurig. Ich wollte so gerne einem Ameisenbär sehen. Und dann erhörte er mich. Vor uns wackelte ein Busch. Ich hielt die Kamera drauf, als das gute Tier wirklich uns vor das Auto lief und gemütlich dahin trottete. Er war gross. Gross wie ein Hund. Also ein richtiger Hund. Er sah putzig aus mit seinem Rüssel und seinen komischen Gliedmassen. Irgendwie passte an ihm nichts zusammen. Aber er gefiel mir. Das schöne war, wir trafen an dem Nachmittag noch zwei weitere Exemplare, Vögel, Tucane und Capybaras….und auch die Natur war wieder wunderschön!
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| by Thomas Schenkelberg |
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| Anton der Ameisenbär |
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| by Thomas |
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| Der Jabiru Storch - ich korrigiere: der grösste Storch der Welt |
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| http://de.wikipedia.org/wiki/Jabiru_(Vogel) |

























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