10.08.2011

05.08.2011 Schiff nach Porto Jofre / Brasilien

Es war soweit. Es sollte losgehen. Die Stimmung bei uns vieren war etwas getrübt, da wir uns fast alle am Abend vorher den Magen bei Pizza verdorben hatten. (ich bei Pizza natürlich nicht, klar!) WIr hatten aber zugesagt, somit kamen wir nicht drumherum. Vormittags wurden "Vorräte" gekauft, falls das Essen an Bord nicht munden sollte. Um 15:00 standen wir vor dem Schiff, ein munteres Treiben herrschte. Mehrere Arbeiter wuselten und beluden das Schiff über schlichte Holzlatten./Bretter. Plötzlich näherten sich "Fremde" unserem Boot und gingen schnurstracks und voll beladen in den Schlafsaal und hingen ihre Hängematten auf. Es kamen mehr. Mehr Leute und mehr Hängematten....So hatten wir nicht kalkuliert! Das Blatt wendete sich, denn das war nicht mehr eine lustige Bootsfahrt mit 4-6 Leuten...
Als wir anfingen die Autos auf das angrenzende Panton/Barke über zwei Holzlatten zu manövrieren, entdeckten wir zwei neue Gesichter grinsend am Uferrand. Wera mit W und Friso aus Cuxhaven. Mit ihrem Mercedes "Sprinterli" wollten sie ebenfalls den Seeweg des Pantanal erkunden und waren durch Zufall am Abend davor hier gelandet. Da Friso gebürtiger Brasilianer ist, klappte die Verständigung beim Einweisen der Autos. Auch Super-Clemens bugsierte unseren Lord Höördie auf die Barke, die sonst meist Rinder transportiert...




Nach gut 3-4 Stunden war die Barke voll. Neben den 3 Autos fanden sich Baumaterialien, ca. 20 x 200 Liter Dieselfässer und andere Dinge auf der Barke. Wir hatten gerade noch Platz unser Auto von hinten zu öffnen...denn wir entschieden, die zwei Tage im Auto zu schlafen.
Gegen 20:00 legten wir ab. 360 Kilometer Flussfahrt lagen vor uns...auf einem Versorgungsschiff für diejenigen, die in der Pampa lebten. Die Leute an Bord waren in Corumbá zu Besuch oder beim Arzt gewesen und waren nun auf dem Weg nach Hause...

Der morgen begann um 6:30. Durch unsere Bullaugen sahen wir schon die Farben des Sonnenaufgangs und hörten, dass der Schiffsalltag schon im vollen Gange war. Die Crew (5 Personen inkl. Koch) wuselten und räumten. Beluden das Beiboot und lieferten an kleinen Häusschen am Uferrand die bestellten Waren aus. Das Spiel ging bis spät in die Nacht. Wie man dort eine "Adresse" findet war uns schleierhaft...denn das Boot hatte keine wirkliche Technik an Bord. Grad mal einen Funk. Die Besatzung sagte, dass man es halt irgendwann weiss... im Dunkeln war die Sache allerdings schon schwieriger, aber auch das packten sie.
Unser Schiff mit Barke...
Hängemattenhausen

Die meisten Mitreisenden verbrachten die Zeit in ihren Hängematten und liessen sich nicht häufig blicken. Wir 6 hingegen hatten eine Menge zu ratschen...Wera und Friso waren schon über 11 Monate unterwegs und genossen ihre Hochzeitsreise. Ende des Jahres sollte es (ggf) zurück in den Norden Deutschlands gehen.

Zwischendrin gab es Essen, welches frisch und lecker zubereitet wurde. Die Küche war übrigens der sauberste Ort auf dem Schiff, was uns freudig stimmte.
Die Flussfahrt war atemberaubend. Die Natur unberührt und einzigartig, Tiere tummelten sich am Uferrand. Was es doch ausmachte, dass hier nicht so oft jemand vorbei kam...alles so schön und friedlich.

Waschweiber 


Friso in Action
Am Samstag (und Sonntag) feierten wir unseren ersten Hochzeitstag. Vermutlich hätten wir uns das vor Wochen ein wenig anders vorgestellt, doch nun war es für uns ein wirklich schöner Ort.
Die Zottis 1.0

Das 2. Frühstück gab es So. morgen "im Ort" in dem wir morgens schon kurz festmachten um Waren und einige Passagiere auszuladen...natürlich lief am Uferrand schon ein Grill...
Das "Pantanal-Rind" ist eher dürr...
Moin Welt, ich bin wach!

unser neuer Passagier 
bei der Arbeit
Piranha
Am Sonntagabend um Punkt 18:15 landeten wir in Porto Jofre. Das Abladen im Dunkeln war schon grosses Kino, aber auch das wurde in Teamwork gewuppt.

Schliesslich hatten wir unsere 3 Fahrzeuge auf dem Strand stehen.

Der Ort besteht aus einem Hotel, welches für eine Nacht 600 US Dollar / Person aufruft, allerdings kein 5***** ist und einem Campingplatz der laut und dreckig und teuer ist. Die Wahl war nicht schwer. Wir campten zu sechst in freier Wildbahn. Nämlich da, wo wir gelandet waren. Andrea und Thomas bekamen ein Zelt und der Rest in seinen Autos. Am Lagerfeuer bei Rotwein liessen wir die letzten Tage (und Monate) Revue passieren und quatschten bis in die Nacht.
We did it!

Friso, Tina, Clemens, Andrea, Thomas ( v L n R)
Foto by Wera
Nachts hörten wir Caimane, Cabybaras und Vögel aller Coleur,  direkt in unserer Umgebung. Sicher fühlten wir uns dennoch. Nach einem gemeinsamen Frühstück machten wir uns auf den Weg:
Die Tranpantaneira lag genau vor uns!

...ob wir hier endlich den Jaguar treffen würden?

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