30.06.2012

27.06.2012 Stahlratte / Kolumbien bis Panama

Weshalb wir uns für den Seeweg nach Panama entschieden haben und nicht für schlappe 400 US (one way) geflogen sind, warum wir eigentlich unseren Lord Höördie in einen Container verfrachten mussten und irgendwie stinkig auf die Griechen sind, das lest ihr genau hier:

Als Tapón del Darién (auch unter Darién Gap bekannt) bezeichnet man die letzte Lücke in der Panamericana, einer durchgängigen Straßenverbindung zwischen Nord- und Südamerika. Die Stelle liegt im Darién, einem Regenwaldgebiet im Südosten Panamas und im Nordwesten Kolumbiens. 
Dort fehlen noch etwa 110 km Straße, um die Verbindung zu komplettieren. Diese liegen zwischen Yaviza in Panama und Barranquillita beziehungsweise der Hafenstadt Turbo in Kolumbien. In der Gegend gibt es zwar keine Straßenverbindung, aber ein weitreichendes Netz von Wegen und Pfaden. Es ist daher beispielsweise möglich, die Lücke zu Fuß zu überwinden, da an jedem Fluss in der Nähe von Ansiedlungen normalerweise Boote zu mieten sind. 
Die Flüsse können auch schwimmend überwunden werden. Auch mit Motorrädern und mit allradgetriebenen Geländewagen wurde der Tapón del Darién schon bezwungen, zum ersten Mal im Jahr 1960. Ebenso wurde der Tapón del Darién bereits mit Fahrrädern durchquert, wobei die Fahrräder über weite Strecken getragen werden mussten. 
In der Praxis ist diese Art der Durchkreuzung des Gebiets jedoch heute wegen der Guerilla-Aktivitäten nicht zu empfehlen.
 


http://de.wikipedia.org/wiki/Tap%C3%B3n_del_Dari%C3%A9n

Es gibt viele Vermutungen (od. Gründe) weshalb diese Lücke noch nicht geschlossen wurde. Vermutlich soll es weiterhin den Armen von dem Reichen Kontinent trennen.

Aufgrund des Darian Gaps pendeln diverse Yachten und Segelschiffe zwischen den beiden Ländern. Fliegen wäre auch machbar, die Kosten sind aber unverhältnismäßig hoch. Eine angedachte Fähre sollte eigentlich seit dem 10. Mai im Einsatz sein und zwischen Cartagena und Panama City pendeln.
Tut sie aber nicht. Zwar wurden Tickets verkauft, auch Overlander und Speditionen stellten sich drauf ein und warteten auf das Schiff, aber nix passierte. Inzwischen wurden die Ticketkosten erstattet und man verlädt sein Auto wieder in Container.
Zu schön wäre es gewesen. Wir hätten in diesem Fall enorme Kosten und Zeit gespart.
Ob und wann es mit der Fähre doch noch losgeht, ist fraglich.
>Nach vorheriger Besichtigung wählten wir die Bremer STAHLRATTE.
Über 100 Jahre hat die rüstige Dame schon auf dem Buckel. Mit über 50 m und zwei Masten eine kuschelige Grösse für bis zu 22 Besatzungsmitglieder. Wir hatten Glück und es war eine ausserplanmässige Tour, die exakt in unseren Fahrplan passte.
Cartagena Stadt
Stahlratte
Bremen meets Hamburg
12 Passagiere kamen immerhin zusammen und so segelten wir mit Capitan Ludwig sowie Crew Nicole und Ioan nach dem zeitintensiven Behördenkram (ausstempeln) gegen Vormittag bei strahlendem Sonnenschein los.

Nach einem gewaltigen Frühstücksauftakt an grosser Tafel, beschnupperten wir uns alle erst mal. Wieder mal war es eine interessante Reisegruppe.
Jeder hatte eine spannende Geschichte. Zwei auf dem Dingi aufs Boot transportierte Motorradräder gehörten Isaac und Alex aus Australien. Carla und Mel kamen ebenfalls aus Australien, Mikkeline aus Dänemark, Jessica aus Kolumbien ging in Panama auf Jobsuche, Jonathan aus London sowie Ron aus Guatemala mit seiner polnischen Freundin Paula.

Ja, wenn eine/r eine Reise tut gibt es eine Menge zu erzählen.
gemeinsam Hand anlegen 
Clemens hoch hinaus
Capitano bereitet das Abendessen vor
Die Reisedauer über das offene Meer betrug 26 Stunden. Der Seegang war nur leicht zu spüren und ich genoss bei einer lauen Briese die Sonne und die Überfahrt.

 Am Tag darauf landeten wir pünktlich zur Mittagsszeit im Paradies und genossen den Spaß im Naß.
Es war genial. Hatten wir uns vor nicht mal 2 Jahren hier geschworen, eines Tages erneut her zukommen?...nun waren wir da, an diesem besonderen Ort.
...versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen...

Die San Blas Inseln (spanisch Archipiélago de San Blas) befinden sich im Karibischen Meer und bilden eine Inselgruppe mit 365 Inseln . Die San-Blas-Inseln gehören zur Comarca Kuna Yala (früherer Name: San Blas) östlich des Panamakanals, einem autonomen Gebiet, das sich entlang der panamaischen Karibikküste von El Porvenir bis hin zur kolumbianischen Grenze erstreckt Die Mehrheit der tropischen, mit Palmen bewachsenen Inseln ist durch Korallenriffe geschützt. Da die Unterwasserwelt noch intakt ist, ist dieser Archipel reich an Korallen, Krabben, Hummer, Muscheln und Fischen. Die San-Blas-Inseln werden von etwa 25.000 Kuna einer indigenen Ethnie Panamas bewohnt und selbst verwaltet. Sie leben auf etwa 50 der 365 Inseln. San Blas wird von den Kuna in der eigenen Sprache „Kuna Yala“ genannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/San-Blas-Inseln
Bienvenido, Balboa
(Bier aus Panama)
Stahlratten-Chillout
Schlafraum für alle!
(Rechts die Zotti-Kajüte
Leider fing es am Nachmittag an zu schütten und zu Gewittern, sodass wir das geplante Insel BBQ auf dem Schiff und nicht auf der Insel veranstalteten. Aber auch bei Regen behält diese meist unberührte Landschaft natürlich ihren Charme und die Stimmung auf dem Dampfer erhielt nur einen kleinen Dämpfer. Am nächsten Morgen ging es weitere 3,5 Stunden durch die leicht trübe, verregnete Inselwelt bis wir in der Nähe des Festlands ankerten.
Zertifizierter Läufer im Klinikverbund Südwest
(siehe T-Shirt)
Byebye Stahlratte
ab in den Dschungel
Der Behördenkram fand auf dem Schiff statt. Danach ging es zur „Anlegestelle“ mitten im nichts, genannt Catí, wo man uns im Jeep in 3 Stunden in die Millionenstadt Panama City shuttelte… Aus dem Dschungel in den (Grossstadt-) Dschungel.
Panama City

26.06.2012 freundliche Überraschung / Kolumbien

Zugegeben, ein bisschen Muffe vor der Reise durch dieses Land im eigenen Auto hatte ich schon. Clemens hatte maximal etwas Respekt, da er das Land und seine Bewohner schon vor Jahren kennen – und lieben gelernt hatte. Ich hatte von Reisenden nur positives Feedback zum Thema Land und Leute gehört, natürlich unter Einhaltung der normalen „Sicherheitsbestimmungen“.

Leider hatten wir nur knapp 4 Wochen Zeit, dieses wunderbare und vor allem grüne Land zu bereisen.

Aufgrund dessen haben wir einige schöne Dinge, wie die im Osten liegende Landschaft und Städte noch nicht besucht.


Die Kolumbianer sind ein sehr freundliches Volk. Sehr interessiert und neugierig. Großstädte sind modern, schick und extrem besiedelt, auf dem Land und in Dörfern herrscht meist ein schlechter Zustand und man lebt in armen Verhältnissen. Der Gegensatz von arm und reich liegt in diesem Land sehr nah beieinander, so meine Meinung.

Man merkt, dass viele Menschen das Land nach vorne bringen wollen, das Land was einen schlechten Ruf hat. Jeder verbindet mit dem Land: Drogen, Kriminalität und Korruption. Das alles findet auch statt.

Viele Menschen möchten etwas verändern und es wird viel unternommen. Drogenkontrollen sind obligatorisch, Bewachung und Militär gehören zum Alltag.

Bevor unser Auto in den Container verladen wurde, wurde das gesamte Auto, jede Schublade, jede Socke, jedes Buch begutachtet…erst von einer Mitarbeiterin der Polizei, danach von Linda, dem in Deutschland ausgebildeten Drogenspürhund. Mit Drogen will das Land nicht mehr in Verbindung gebracht werden. (was bei 10,00 US/Gramm Koks nicht so einfach ist…denn das Drogengeschäft läuft wohl noch immer spitzenmässig…so Insider.)

Von der Kriminalität haben wir glücklicher Weise nichts mitbekommen, haben aber auch schlauer weise nicht danach gesucht. Man sollte sich trotz gutem Gefühl an gewisse Spielregeln halten, wenn man z.B. von Polizeikontrollen ermahnt wird, dass man noch auf der Strasse ist oder sich in gewissen Viertel oder Gegenden aufhält, die man meiden sollte. Manche Touristen hören und denken weniger und geraten dann in Situationen die man niemanden wünscht. Journalisten die sich in abgeschiedene Gebiete einschleichen um ne schicke Story über die Paramilitär oder die Guerilla zu schreiben und sich wundern, dass man auf schnüffelnde Schreiberlinge in Militärklamotte keine Lust hat.
Dann passieren Geschichten, die man der Presse entnehmen kann.
Die Guerilla kann mit Touristen eigentlich nichts anfangen. Zu klein ist der Fisch. Lieber sind ihnen "gestopfte" Einheimische, da gibt es mehr zu holen.

Natürlich ist es ein komisches Gefühl zu wissen, dass diese kriminellen und Gruppen im Land sind und nach wie vor Menschen quälen und töten. Kolumbien scheint im Wandel, viele machen mit, sind aktiv und WOLLEN was verändern.

Menschlich und landschaftlich ist das Land für uns wirklich ein Highlight…wenn auch landschaftlich nicht so vielseitig wie die anderen Länder. Aber auch  kulinarisch reiht sich das Land bei uns recht weit oben ein ;)) Endlich wieder gute Grillrestaurants und richtig gute Pizza!
...sowie meist hübsche Frauen und gut aussehende Männer.  ;)
Willkommen in Italien
Wir sind froh, dass wir hier gewesen sind und hoffen darauf, eines Tages den Rest des Landes erkunden zu können…wir hoffen, dass viele Reisende sich selber ein Bild von Kolumbien machen und sich nicht von Berichten abschrecken lassen.

Überzeugt Euch selbst, Kolumbien kann richtig was! Doppeldaumen hoch!

So, nun schliessen wir endgültig das Kapitel Südamerika und schauen auf exakt 48.575 gefahrene Kilometer in 9 Ländern, an 190 Übernachtungsplätzen inkl. 24 Grenzübertritte, zurück.

Mannometer war das eine geniale, fantastische, oft atemberaubende und sehr abwechslungsreiche Zeit. Danke dafür, Du schöner Kontinent!


Durch Zufall bemerkten wir, dass wir auf diesem Kontinent exakt 365 Tage on Tour waren, denn nach unser Container-Reise-Verschnaufpause in Buenos Aires waren wir am 28.06. mit dem Auto gestartet...
1 Jahr später stiegen wir erneut auf ein Schiff.

Bitte alle einsteigen, next Stop:

27.06.2012

21.06.2012 Cartagena / Kolumbien

Und auf ein Neues: grüne Berge, asphaltierte Strassen, völlig verrückte LKW, PKW und Motorradfahrer…stundenlang ging es auf und ab, sahen viel Militär, Armut, Autopannen und Unfälle am Wegesrand, während wir durch die kolumbianischen fuhren. Nach der Stadt „Sincelejo“ wurde es schlagartig flacher und die Vegetation tropischer. Das Klima ebenfalls. Hier stand die Luft und die Luftfeuchtigkeit gab Alles. Ein Fest für alle Naturlocken. Heiss war es ja sowieso schon.



Wir wollten die Distanz von 653 km an einem Tag schaffen…aber der weg nahm einfach kein Ende…es zog sich. Ein paar unfreiwillige Stopps später, bedingt durch Unfälle oder Bauarbeiten, sahen wir dann endlich die Abzweigung nach Cartagena. Nun hiess es Schubkarete, da es langsam Dunkel wurde. Und im Dunkeln lässt es sich in Kolumbien nicht grad gut munkeln. Haha. Weit kamen wir nicht denn eine Gruppe Polizisten hielt uns an. Leider hatten wir unsere Pässe und Fahrzeugschein so gut versteckt, dass wir auf Anhieb nicht wussten wo. Nach kurzer Wühlerei fanden wir sie dann doch im Geheimfach „Dreckwäsche“ und man befahl uns auszusteigen. Diesmal stand ich musste ich ebenfalls aus dem Wagen und stand musste raus und stand Rede und Antwort. Wenn ich den gespielt-erst-böse dreinschauenden Kollegen verstand…Denn: die spanische Sprache ist ab Region Medellín immer komischer und unverständlicher geworden Es wird mehr genuschelt und manche Worte sind uns völlig fremd. Selbst Clemens gibt teilweise auf. So, Clemens hingegen hatte die „Hände zum Himmel“ bzw. auf dem Motorhaube und gab sich einer Körperkontrolle hin…
Diese Aktion lief wahrscheinlich unter dem Deckmantel „ Touris einen Schreck einjagen“.
653 km in flotten 13 Std.
Selbstauslöser

Gerade nach Einbruch der Dunkelheit, fuhren wir auf einen vollgemüllten Parkplatz des Hotels Bellavista – werder Bella noch Vista – ein Hotel „etwas“ ausserhalb aber direkt am Strand, wo vermutlich 95% aller Overlander bleiben, da es einen grossen Parkplatz gibt.
...wie schön ist Kolumbien
Anfahrt auf Cartagena
In Cartagena wollten wir eigentlich nur kurz bleiben, der Kommenden Fähre nach Panama mal auf den Zahn fühlen und dann weiter an die Küste und der karibischen Sonne frönen. Es kam aber anders. Egal, nun waren wir erst mal hier. Und hier war es schön. SEHR schön sogar. Der Altstadtkern der Millionenstadt Cartagena de Indias gehört zum Welt-Kulturerbe der UNESCO und wurde in den letzten Jahren im Stil der Kolonialzeit komplett restauriert und ist picobello sauber, viele putzige Restaurants und edle Boutiquen. An einigen Ecken stehen Polizisten oder Militär und schauen sich die Leute genau an, achten insbesondere auf Touristen, die Müll wegwerfen oder auf zu aufdringliche einheimische Straßenhändler. Die Menschen hier sind ausgesprochen nett und hilfsbereit.

Eigentlich ist die gesamte Altstadt eine einzige Sehenswürdigkeit. Ansonsten kann man noch das Convento de la Popa besichtigen, das ist ein Kloster auf einem Stadtberg. In der gesamten Stadt laufen Kaffeehänlder herum. Kolumbianer trinken einen süßen, gebrühten Kaffee, genannt "tinto". Dieser wird überall in der Stadt von den "tinteros", den fliegenden Kaffeeverkäufern für 0,10 € verkauft. Ebenfalls gibt es die "fliegenden Straßenhändler“, die einem alles andrehen wollen..und die man erfolgreich abweist, indem man mit einem freundlichen Lächeln und einem "Nein, Danke" (das aber auf Spanisch ;) antwortet. Funktioniert. Die Stadt ist grundsätzlich als sicher anzusehen, wenn man die üblichen Vorsichtsmaßregeln beherzigt, die aber genauso für jede deutsche Innenstadt gelten. Leider sind hier Reichtum und Armut extrem nah beieinander. Hier handelt es ich nicht um Viertel, sondern eher um Haustürenabschnitt, viele Bettler und Obdachlose finden sich. Aber ist echt schön. Wie viele sagen, die SCHÖNSTE Stadt Kolumbiens. Ja, kann ich bestätigen. Die Stimmung hier ist einzigartig. Überall gut gelaunte Menschen, Musik mit rhythmischen Klängen, zu den gut aussehende Menschen ihre Hüften und Popöchen kreisen lassen...Die Karibik lässt grüssen.
stürmte vor uns auf die Strasse, schmiss
sich vor die Autos um den Verkehr für uns zu regeln
gekauft!
Teig-Knetmaschine für Zotti-Brot
Da die griechische Fähre noch sicherheitshalber in Griechenland steht und viele Overlander seit dem 10.5. auf die Verschiffung von/nach Panama warten, entschieden wir uns dann doch eher für die Container Variante. Zwar teurer, aber sicherer. Also, das man überhaupt ankommt. Wie bekamen spontan einen Termin bzgl. Einen Containerpartner gab es auch, somit konnten wir auch noch etwas Geld sparen. (Kosten: Container 1.000 US pro Auto zzgl. Panama-Hafen-Handling…noch offen) Luis Ernesto uns seine Frau Sonia von ENLACE CARIBE wurden uns bereits von vielen empfohlen, mit ihnen waren auch schon seit Monaten schriftlich in Kontakt. Nun sassen wir voreinander und es ging alles zügig. Es gab noch Einiges zu tun. Von wegen noch Wochen hier in der Karibik abhängen…Unterschriften, Auto „klar“ machen, ausmisten und Reisegepäck packen.
1.FC Karibik Kicker
3 Nasen tanken Super
wir zogen in das St. Pauli von Cartagena...
....und fanden eine schöne Bleibe: Casa Mara
3 Tage später war der Lord im Container verzurrt, bereit für die Reise nach Mittelamerika. PANAMA….der Ort, wo uns die Idee dieser Reise gekommen ist.
Adios, Südamerika!
Wir hingegen wählten eine andere Art der Verschiffung und werden gleich durch die traumhafte Kulisse der San Blas Inseln segeln und das Kapitel SÜDAMERIKA langsam schliessen...
Mal schauen, auf welche geniale Idee wir diesmal kommen. ;)
Flitter-Suite 2010
San Blas 2010