Schon bezüglich des lustig klingenden Namens wollten wir nach Futaleufú. Ebenfalls sollte es ein Eldorado für Fliegenfischer, Rafing-und Kanufreunde sein. Touren mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad gab es hier. Das hörte doch sich genau nach unserer Hausnummer an. Es lebe der Rock´n Roll! Die meisten Besucher kommen allerdings von der argentinischen Seite, denn die Grenze liegt nur 8 km entfernt. War uns zu einfach ;) Ausserdem waren wir in der Ecke vor Wochen ja schon gewesen…und Wege doppelt fahren geht nicht. Hinter Puyuhuapi lag das etwas grössere Örtchen La Junta, allerdings war es ebenfalls aus einem Bilderbuch gefallen.
 |
| Puyuhuapi |
 |
| Stadtkern Puyuhuapi |
 |
| Reisen statt rasen |
 |
| Gscheite Brotzeit im Auto und weiter! |
 |
| Trinkwasser aus der Quelle zapfen... |
 |
| oder lieber doch nicht. |
In der Ortschaft Villa Santa Lucia bogen wir dann ab. Wir erreichten diesen Bergort über die schlagloch- und schotterbefallende Erdstrasse RP 231.
Zwischen diesen besagten Orten lag meist nicht viel. Mal ein Haus, mal ein Hof. Den 110 km² grossen Lago Yelcho mit stahlblauem Wasser liessen wir links liegen und erreichten gegen Nachmittag Futaleufú. Bei Regen. Es sah nicht so aus, als hätte man auf uns gewartet. Es herrschte Siesta, auf allen Kanälen. Nur unsere Reisekasse konnten wir an einem Bankomaten aufladen. Der Campingplatz, welcher sehr schön am Flussufergelegen war, schwamm davon. Hostels waren verrammelt. Nur ein Hotel – wohl das Beste am Platze, hatte geöffnet. Schnell hatten wir uns mit dieser bezaubernden Lodge „El Barranco“ angefreundet, ein trockenes Plätzchen, tolle, grosse, kuschelige Zimmer sowie eine heisse Sauna liessen auf einiges hoffen.
 |
| Bar / Restaurant |
Der Eigentümer Juan Pablo gewährte uns noch einen flotten Nebensaisonrabbat und somit war die Sache für uns klar. Unser Wunsch nach Rafting fiel tatsächlich ins Wasser.
 |
| schau mir in die Augen, Kleiner! |
Drei Tage versuchte Juan Pablo uns bei einem Anbieter unter zu bekommen, doch da die Flüsse über die Ufer traten, fuhr niemand. Die Angsthasen ;)
Die Lodge war übrigens mit vielen Reisemitbringseln ausgestattet.
 |
| WC Schild |
Ausser der Küche in unsere Lodge trafen wir kein weiteres Restaurant. Nur eines. Es lag IN einer Wohnung. Es war genial mitten im Wohnzimmer mit anderen Gästen Mittag zu essen….Es war auch lecker. Manchmal sind es die einfachen Ideen die funktionieren.
 |
| Mittag .... |
 |
| bei "Mama Rincon" |
Somit genossen wir die „freie“ Zeit und beratschlagen unseren weiteren Reiseverlauf. Unser „Termin“ in Santiago rückte näher, trödeln konnten wir nun auch nicht.
Die Insel Chiloé, westlich gelegen, wollte auf jeden Fall besucht werden. Normalerweise kann man in das nicht weit gelegene Vulkan geschädigte „Chaitén“ und von dort mit der Fähre auf die Insel in den Ort „Quellon“ übersetzen. Alternativ die Carretera Austral weiter gen Norden fahren und wenn keine Strasse mehr da ist, mit dem Schiff übersetzen. Dreimal wäre das der Fall, bis man in der Stadt Puerto Montt wäre. Von dort geht es dann wieder südlich auf die Insel…
Wir hätten uns für Variante eins entschieden, doch leider verkehrt die Fähe nicht täglich. Erst 5 Tage später sollte sie gehen. Also entschieden wir, uns der Carretera Austral zu widmen und wetterbedingt sicherlich mir ihr zu kämpfen. Viele Strassen waren durch den Regen weggewaschen und einfach nicht mehr da, oder ganze Hänge waren abgetragen und lagen auf der Strasse. Viele Baustellen mussten wir passieren, der Ausbau der Carretera scheint voran zu gehen, wobei gesagt sein muss, dass die Jungs ohne Unterschlupf den ganzen Tag auf der Strasse sind. Kein Container oder ähnliches in der Nähe. Bei Regen ziemlich ungemütlich.
Nichts gegen „FUTA“ aber 3 Tage bei Regen und Sauna reichten uns. Genug Romantik. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg, liessen es uns trotz Regen nicht nehmen, einen Marsch durch den „Regenwald“ zum Aussichtspunkt des VENTISQUERO YELCHO zu machen. Einem gewaltigen Hängegletscher.
 |
| Wasserfall am Wegesrand |
 |
| ok, die Strasse müssen wir auch nehmen |
 |
| Geschafft...nun zu Fuss weiter |
 |
| Gletscher in Sicht |
 |
| da! Er hing wie eine Zunge.... |
 |
| Feigenblatt war gestern. |
Pitschnass fuhren wir weiter und erreichten nach nur 150 Tageskilometern die Stadt Geisterstadt Chaitén. Bei Regen. War ja klar.