03.12.2011

25.11.2011 Panitao – Calbuco / Chile

Es war Samstag und es schien (wie verabredet) die Sonne. Nun sahen wir auch endlich das Gelände von Familie Anderson. Wow, Blick über die Bucht von Calbuco, blaues Wasser, bunte Fischerbötchen, die emsig um die Muschelfang-Geräte fuhren, Vulkane und das mitten in einer saftig grünen Landschaft. Es gibt schlimmere Plätze. Steve erzählte uns, dass er vor 20 Jahren diese 50 Hektar (!) gekauft hat und erst vor zwei Jahren hergezogen sei. Nun lebt er mit seiner lieben Frau und seinem Sohn in einem wunderbaren Haus, mit Blick über die gesamte Bucht und arbeitet als Herausgeber der Internetzeitung "The Santiago Times" von Zuhause.

Der Campingplatz ist schlicht. Eine Riesenwiese und eine rustikale Dusch/WC Situation. Fertig.
Toll ist, dass er seinen Gästen anbietet für die Übernachtung zu bezahlen oder im Gelände zu arbeiten…was zwei jungen Backpackern aus den USA sehr gelegen kam. Sie leben nun einem Monat dort und arbeiten einige Stunden.
Nachdem wir bemerkt hatten, dass die vergangenen Wasserfahrten ihre Spuren am bzw. im Auto hinterlassen hatten nutzen wir den Sonnenschein und starteten einen Lord Höördie Innenputztag. War ja schliesslich auch Samstag.
Von Steve erhielten wir eine Führung durch Haus und Hof, wir waren beeindruckt. Und verliebt. In sein Haus. Die komplette Seeseite bestand aus Glas, innen dominierte Holz, in einer wunderbaren, klaren und dennoch gemütlichen Architektur.
Unser Stellplatz

Blick von der Wiese

Haus mit Aussichtsturm
Er mochte dafür unser Auto sehr. Auf einen Tausch liess er sich aber vorerst nicht ein.
Somit fuhren wir weiter gen Süden, um im Fischerort „Calbuco“ noch die FERIA zu erleben. Ein Srassenmarkt, wo wir günstig Obst, Gemüse und frischen Käse erstanden. Wer frischen Fisch mag, der ist hier im Paradies. Wer ihn nicht mag allerdings auch. Kiloweise kauften wir meine geliebten Erbsen, die besten Avocados (sie sind in Chile unschlagbar) und saftige Kirschen. Kilopreis 1,50 - 2,00 €.
Calbuco


chilotische Maßeinheit



Danach ging es nach „Pargua“, (56 km entfernt von Puerto Montt) zum Fähranleger. Zwar konnte man die Insel Chiloé vom Ufer aus sehen, um die Fähre kamen wir aber nicht herum.

Comida Rapida = Schnellimbiss



Das Übersetzen mit der Pendelfähre dauerte lediglich 20 Minuten und kostete circa 12,00€. Dafür gab es Wlan. Durch den „Canal den Chacao“ erreichten wir Chacao auf Chiloé. Wir cruisten bei Sonnenschein über die satt-grüne Insel und machten uns gleich auf in die Hauptstadt Castro, welche in der Inselmitte liegt. Wir waren gespannt auf die Insel und Ihre Einwohner, die Chiloten.

27.11.2011

24.11.2011 Chaitén / Chile

„Da der Vulkan noch immer aktiv ist, bleibt die Zukunft der Stadt Chaitén ungewiss…“

Die damalige 4.000 Nasen-Enklave liegt an einer smaragdgrünen und „regenreichen“ Bucht und dient/e als Hafen und Versorgungszentrum für Siedler. Schroffe Berge geben der Stadt, wenn der Regen mal Pause macht, einen Blick auf den Vulkan Michinmahuida (2.404 m) sowie den Vulkan Corcovado (2.300 m).
Bushaltestelle

Kuhdurcheinader

Frühling in Nordpatagonien

Im Mai 2008 begann der Ausbruch des gleichnamigen und 10 km entfernten Vulkan Chaitén, der sich über einen Monat hinzog. Menschen wurden evakuiert, Tiere und Vieh verendeten. Im Frühjahr 2009 gab es einen weiteren Ausbruch. Langsam kehren ein paar Menschen zurück. Es sieht trostlos aus.

Die Einheimischen hoffen auf den Wiederaufbau, doch es bestehen Pläne, die Stadt weiter nördlich zu verlagern.







Eine neue Tankstelle und einen Supermarkt fanden wir dennoch. Frisch gestärkt wollten wir uns weiter auf in der Norden machen. Zum ersten Fährstopp Caleta Gonzales würden wir es heute noch schaffen und morgen ein Schiff nehmen…Diese Pendelfähren gehen täglich. Glücklicherweise wies uns der Tanteemmaladenbesitzer darauf hin, hier in Chaitén das Ticket zu lösen. Denn dort erfuhren wir, dass wir erst am Dienstag einen freien Platz bekommen könnten. Auf der Fähre nach Puerto Montt sei für uns und Lord Höördie allerdings noch Platz. Am mittag darauf würde sie ablegen und die Fahrt dauert ca. 8 Stunden.
Wir entschieden uns für den Seeweg nach Puerto Montt, anstelle 4-5 Tage in der regenreichen Geisterstadt zu verbringen.

Wir trafen erneut auf Janet und Tom aus Südafrika, ihre momentane Reise verlief von Alaska nach Argentinien. Sie befinden sich auf dem Weg nach Santiago um von dort ihr Auto in ihre Wahlheimat Canada zu verschiffen. (Nach einer Verschnaufpause geht es dann wohl nach Asien) Wir buchten uns wie sie in schlichte und nette Cabañas ein, verbrachten einen äußerst netten und wahnsinnig interessanten Abend mit ihnen. Wir erfuhren eine Menge von der vorherigen Reise durch Afrika und der aktueller Reise.
Schaut Euch diese Videos an…AMAZING!

Auch auf unsere Reiseroute
http://www.adventurouspirits.com/galapagos-islands-video/

Von Panama nach Kolumbien! (in unserem Fall umgekehrt)
http://www.adventurouspirits.com/squeezing-trucks-into-shipping-container/

Wir sollten bis nach Mexico...
http://www.adventurouspirits.com/millions-of-monarch-butterflies-in-mexico/

Und viele, wunderbare weitere Videos von Janet & Tom
http://www.adventurouspirits.com/travelogue/videos/

Dass es die Nacht über und am nächsten Morgen regnete müssen wir sicherlich nicht erwähnen.
Die Fähre erreichten wir pünktlich und machten uns somit auf nach „Puerto Montt“, welches von unseren „Jahresziel“ Santiago nur 1.020 km entfernt liegt. Sollte das Wetter mitspielen (es sollte angeblich nur bis Freitag regnen) würden wir aber noch einen kleinen Abstecher auf die Insel Chiloé machen…
Fähre der Naviera Austral

http://www.adventurouspirits.com/
Geniales Auto!!!
Die Fahrt auf der Fähre schaukelte etwas. Aber es hörte auf zu regnen und sogar die Sonne liess sich blicken.
Adios Chaitén!
Clemens erblickte sogar Delphine. Einen Zwischenstopp gab es in Ayacara (a.A.d.W), wo man eine Handvoll Leute mit dem Rettungsboot an Land brachte, da sie dort leben. Wir sahen faszinierende Videos und Bilder von Janet und Tom, beobachteten die Menschen an Bord, die begeistert das Bord-Fernsehen verfolgten. Filme wie Robin Hood, gefolgt von einem Splatter-Mord-und Totschlag und im Anschluss der Kung Fu Pandabär wurden in voller Lautstärke gezeigt und von Jung und Alt gleichermaßen verschlungen. 8 Stunden am Stück.
Zwischenstopp
Einladen...
...und Abfahrt!
Fähr-Office
Janet, Tom und Clemens
Generation Suppen-Tasse
Nach 9 Stunden erreichten wir dann bei adretter Abendsonne die Stadt Puerto Montt…und verliessen die Stadt direkt gen Süden, in die Ortschaft Panitao.
Anfahrt auf Puerto Montt
Denn dort sollte eine wunderbare „Campingsituation“ sein…Es war stockfinster doch wir fanden nach mehreren Anläufen das Anwesen der Familie ANDERSON. Trotz später Uhrzeit (22.30)empfing uns Steve sehr freundlich und begleitete uns auf das entfernte Campingareal. Im Dunkeln liess es sich nur erahnen, wie es im Licht aussehen würde…Heute quakten uns mehrere Dutzend Frösche in den Schlaf…

26.11.2011

22.11.2011 Futaleufú / Chile

Schon bezüglich des lustig klingenden Namens wollten wir nach Futaleufú. Ebenfalls sollte es ein Eldorado für Fliegenfischer, Rafing-und Kanufreunde sein. Touren mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad gab es hier. Das hörte doch sich genau nach unserer Hausnummer an. Es lebe der Rock´n Roll! Die meisten Besucher kommen allerdings von der argentinischen Seite, denn die Grenze liegt nur 8 km entfernt. War uns zu einfach ;) Ausserdem waren wir in der Ecke vor Wochen ja schon gewesen…und Wege doppelt fahren geht nicht. Hinter Puyuhuapi lag das etwas grössere Örtchen La Junta, allerdings war es ebenfalls aus einem Bilderbuch gefallen.

Puyuhuapi
Stadtkern Puyuhuapi
Reisen statt rasen
Gscheite Brotzeit im Auto und weiter!
Trinkwasser aus der Quelle zapfen...
oder lieber doch nicht.


In der Ortschaft Villa Santa Lucia bogen wir dann ab. Wir erreichten diesen Bergort über die schlagloch- und schotterbefallende Erdstrasse RP 231.
Zwischen diesen besagten Orten lag meist nicht viel. Mal ein Haus, mal ein Hof. Den 110 km² grossen Lago Yelcho mit stahlblauem Wasser liessen wir links liegen und erreichten gegen Nachmittag Futaleufú. Bei Regen. Es sah nicht so aus, als hätte man auf uns gewartet. Es herrschte Siesta, auf allen Kanälen. Nur unsere Reisekasse konnten wir an einem Bankomaten aufladen. Der Campingplatz, welcher sehr schön am Flussufergelegen war, schwamm davon. Hostels waren verrammelt. Nur ein Hotel – wohl das Beste am Platze, hatte geöffnet. Schnell hatten wir uns mit dieser bezaubernden Lodge „El Barranco“ angefreundet, ein trockenes Plätzchen, tolle, grosse, kuschelige Zimmer sowie eine heisse Sauna liessen auf einiges hoffen.



Bar / Restaurant
Der Eigentümer Juan Pablo gewährte uns noch einen flotten Nebensaisonrabbat und somit war die Sache für uns klar. Unser Wunsch nach Rafting fiel tatsächlich ins Wasser.


schau mir in die Augen, Kleiner!
Drei Tage versuchte Juan Pablo uns bei einem Anbieter unter zu bekommen, doch da die Flüsse über die Ufer traten, fuhr niemand. Die Angsthasen  ;)
Die Lodge war übrigens mit vielen Reisemitbringseln ausgestattet.
WC Schild

Ausser der Küche in unsere Lodge trafen wir kein weiteres Restaurant. Nur eines. Es lag IN einer Wohnung. Es war genial mitten im Wohnzimmer mit anderen Gästen Mittag zu essen….Es war auch lecker. Manchmal sind es die einfachen Ideen die funktionieren.
Mittag ....

bei "Mama Rincon"
Somit genossen wir die „freie“ Zeit und beratschlagen unseren weiteren Reiseverlauf. Unser „Termin“ in Santiago rückte näher, trödeln konnten wir nun auch nicht.
Die Insel Chiloé, westlich gelegen, wollte auf jeden Fall besucht werden. Normalerweise kann man in das nicht weit gelegene Vulkan geschädigte „Chaitén“ und von dort mit der Fähre auf die Insel in den Ort „Quellon“ übersetzen. Alternativ die Carretera Austral weiter gen Norden fahren und wenn keine Strasse mehr da ist, mit dem Schiff übersetzen. Dreimal wäre das der Fall, bis man in der Stadt Puerto Montt wäre. Von dort geht es dann wieder südlich auf die Insel…
Wir hätten uns für Variante eins entschieden, doch leider verkehrt die Fähe nicht täglich. Erst 5 Tage später sollte sie gehen. Also entschieden wir, uns der Carretera Austral zu widmen und wetterbedingt sicherlich mir ihr zu kämpfen. Viele Strassen waren durch den Regen weggewaschen und einfach nicht mehr da, oder ganze Hänge waren abgetragen und lagen auf der Strasse. Viele Baustellen mussten wir passieren, der Ausbau der Carretera scheint voran zu gehen, wobei gesagt sein muss, dass die Jungs ohne Unterschlupf den ganzen Tag auf der Strasse sind. Kein Container oder ähnliches in der Nähe. Bei Regen ziemlich ungemütlich.
Nichts gegen „FUTA“ aber 3 Tage bei Regen und Sauna reichten uns. Genug Romantik. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg, liessen es uns trotz Regen nicht nehmen, einen Marsch durch den „Regenwald“ zum Aussichtspunkt des VENTISQUERO YELCHO zu machen. Einem gewaltigen Hängegletscher.
Wasserfall am Wegesrand
ok, die Strasse müssen wir auch nehmen

Geschafft...nun zu Fuss weiter

Gletscher in Sicht


da! Er hing wie eine Zunge....

Feigenblatt war gestern.
Pitschnass fuhren wir weiter und erreichten nach nur 150 Tageskilometern die Stadt Geisterstadt Chaitén. Bei Regen. War ja klar.