04.12.2011

02.12.11 Valdivia & Niebla / Chile

Wir fuhren weiten östlich und waren schon kurz vor der argentinischen Grenze. Es war zwar warm, aber diesig….somit war die Aussicht mau. Also zogen wir ab.
Die Ruta 215 Retour gen Osorno, von da weiter auf der PanAm, welche hier hervorragend ausgebaut ist. Wir bogen nach 65 km auf die 207 und düsten nordwestlich auf die Stadt „Valdivia“ zu. Von der Stadt hatten wir so rein Garnichts gehört, erhoffen uns aber eine Internetverbindung sowie ggf. an der Küste etwas Strand und ggf. auch mal wieder Sonne.


Auf den zweiten Blick war die Stadt doch nicht so übel. Es gab alles. Sogar Seelöwen mitten in der Stadt beim täglichen Fisch- und Früchtemarkt an der Costanera.


Valdivia ist eine Stadt im Süden Chiles ungefähr 15 Kilometer vom Pazifik entfernt. Sie hat 153.500 Einwohner Die Stadt ist Hauptstadt der Región de los Ríos und Sitz der Universidad Austral de Chile. Valdivia ist Sitz eines römisch-katholischen Bischofs.
Das Klima ist ganzjährig feucht-gemäßigt. Die Region ist insbesondere im Südwinter regenreich; die Temperaturen schwanken zwischen 8 °C im Juli und 17 °C im Januar.

Aha – daher auch hier alles super grün und bewachsen! Ohne Regen keine grünen Bäume. War ja schon immer so.
Nach einem Apothekenbummel, da sich inzwischen auch noch Fieber breitgemacht hatte, einer MC Donald Burger-Pommes-Session (die erste seit Monaten, es schmeckt dann ja wirklich köstlich) und einem kurzen Stadtbummel, fuhren wir weiter gen Pazifik und kurvten durch die kurvigen Strassen…und durchfuhren klitzekleine Dörfchen, in denen der Tourismus zwar ausgebrochen – aber unter Kontrolle war. Soll heissen, es gab etwas Hotellerie, bzw. Cabaňas und Camping, mal ein Büdchen und mal etwas mehr, aber zweckmäßig und vermutlich von und für Chilenen.
Seerosenalarm

grösste Brauerei der Region

auch eine Brauerei in der Region



Zwischendrin mal ein Strand vor dem sich bunte Fischerboote tummelten. Oder Tsunami Hinweis- Evakuierungsschilder. Wir befanden uns quasi "neben" Neuseeland.

Die Saison schien allerdings noch nicht eröffnet, da es nicht so einfach war einen Schlafplatz zu finden und da es regnete als gäbe es kein Morgen, nahmen wir die nächst Beste Cabaňa in „NIEBLA“ und pflegten die Erkältung bei Wasserblick vor dem Kamin…und der Regen nahm kein Ende…
Am nächsten Morgen drehten wir in Valdivia eine kleine Runde über den Fischmarkt und dann ging es weiter gen Vulkanlandschaft…weitere Vulkane sollen aktiv sein.
Fischmarkt...
...sowie Gemüse und Co.


Ceviche  - soll ein Genuss sein!
http://de.wikipedia.org/wiki/Ceviche

die Abfälle fallen runter...
...und alle bekommen davon etwas ab...
...und sind glücklich

01.12 11 Entre Lagos / Chile

Mit unserer ersten Erkältung im Gepäck ging es bei sommerlichen Temperaturen weiter. Wir umfuhren den See Lago Llanquihué, doch leider war es so diesig, dass wir den aktiven Vulkan nicht sehen konnten.
Wir passierten einige kleine Ortschaften, unter Anderem Puerto Octay, welche die erste von Deutschen besiedelte Ortschaft hier am See war.
Auch in der Stadt Frutillar erwartete uns KUCHEN. Aber nicht nur das. Das aufgeräumte verträumte Städtchen scheint ein geruhsamer Ort, der primär der Entspannung und der Aussicht dient. Erinnerte mich an den Tegernsee.



Auszug:
Ab 1846 besiedeln deutsche Einwanderer die Gegend um den Lago Llanquihue. Sie gründen die Hauptstadt der heutigen Region Puerto Montt, im Jahre 1853. Frutillar wird ebenfalls von deutschen Einwanderern am 23. November 1856 gegründet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Frutillar

Hier aßen wir zu Mittag. Natürlich im Club Alemán. Danach ging es auf Kuchensuche. Niemand sprach übrigens hier (mit uns) Deutsch.
Aber generell waren hier in der Region viele blauäugige zu sehen.



holt den Kuchen raus im Kuchenhaus

danach ab ins Hotel/Restaurant Bauernhaus
keine leichte Entscheidung
Danach ging es weiter auf der Panamericana/Ruta 5 bis in die Großstadt Osorno, inkl. kleiner Stadtrundfahrt, dann weiter über die "Landstrasse 215" um in das idyllische "Entre Lagos" zu kommen.
frische Früchte to go...
...und auch Marmeladen und andere Kalorien
Wir fuhren durch Wälder und Felder, auf einer gut ausgebauten Strasse. 6 km hinter der Ortschaft, die wiederum klein und fein war, erreichten wir einen grandiosen, sehr aufgeräumten Campingplatz mitten am stahlblauen See. Umgeben von Bäumen und im Windschatten von Hecken konnten wir den ersten sommerlichen Abend geniessen.


Aschewiese



Ausblick Standplatz

30.11.11 Petrohué / Chile

Nach Ankunft auf dem Festland machten wir einen kurzen Halt in Puerto Montt. Zwar hatten wir wenig Positives über diese Stadt gehört, aber zum Tanken und Einkaufen wäre die Stadt sicherlich zu gebrauchen. Auf Anhieb erscheint die ca. 200.000 Einwohner Stadt, die als Wirtschafts-und Verkehrsknotenpunkt der Region Los Lagos fungiert tatsächlich nicht so hübsch. Allerdings lenken ein paar moderne Bauten und das Wasser ab.

Und es gibt einen MC Donalds ;), welchen wir nach über 2,5 Monaten wieder trafen…aber nicht besuchten, da wir der Hoffnung waren eine gute Parilla zu finden. Haben wir auch, nämlich die Beste der Stadt. Fogón de Cotelé lag etwas ausserhalb, mit Blick auf das Wasser, indem bereits die ersten mutigen-oder bekloppten ins Wasser sprangen. Das Haus war Kegelförmig gebaut, oben zog der Rauch ab (oder auch nicht) Innen gab es nur 7 Tische, in der Mitte des Raumes stand der Grill, wo der Chef das Fleisch vor sich hin brutzeln liess, welches sich man im Vorfeld aus 3 verschiedenen Fleischbrocken auswählen durfte. Hinzukamen köstliche Beilagen, Stockbrot und ein sehr netter Service und ein Top-Preisleistungsverhältnis. Manchmal kann es echt einfach sein, die simplen Ideen sind es!


Zwar rochen wir im Anschluss ebenfalls gebraten, aber damit sollte man sich bei einem Besuch in einer Parilla einfach abfinden.
Nachdem man auf offener Strasse irgendwas lautstark gegen unser Auto geworfen hatte, hielt Clemens ein wenig später an um zu schauen, was es gewesen sein könnte…oder ob etwas vom Auto/Dachträger gefallen sei. Während ich im Auto wartete, als Clemens die Strasse runter lief, näherte sich ein ziemlich schräger Typ unserem Auto, auf das halbgeöffnete Beifahrerfenster zu. Es war mir ja klar, dass dieser leicht schwindelige, wahrscheinlich volltrunkene was von MIR wollte, also hüpfte ich als er das Auto und mein Fenster erreichte auf den Fahrersitz um die Zündung zu drehen, damit ich das Fenster hochlassen könnte. Das einzige was sich tat war die Alarmanlage (da das Auto verriegelt war)…was den Burschen aber nicht abhielt, durch das Fenster zu tätscheln…immer wieder. Den halben Kopf steckte er sicherheitshalber auch noch rein.
Ich versuchte ihm fast freundlich, dass ich echt andere Probleme hatte, als mich um ihn zu kümmern…und sprach „energisch“... Völlig entgeistert sah er mich an – ich denke, er bekam große Angst vor mir  - und verliess unser Auto. Nach einigen weiteren Minuten hatte ich dann auch unsere lautstarke Alarmanlage im Griff und Clemens sah mich entrüstet an, als ich schweißgebadet im Auto saß. Bloß weg hier.
Danach fiel ein weiter volltrunkener fast vor unser Auto, der hatte allerdings schon den kompletten Kopf aufgeschlagen, blutete demnach so vor sich hin und tropfte die Strasse voll.
Netterweise nahmen sich ihm zwei Passantinnen an. Nun aber echt weg hier.

Noch einmal fix tanken, Auto waschen, neue Kirschen und Erbsen eingekauft und dann ab in das 23 km entfernte Puerto Varas, welches unter zwei schneebedeckten Vulkanen lag. Der OSORNO sowie der CALBUCO. Sah schon sehr ehrfürchtig aus.
Deutsche wurden im späten 19. Jhr. angeworben, dass Seengebiet zu besiedeln. Ihre Spuren sieht man noch heute in Architektur, Industrie-und Milchwirtschaft und Speisen. Vor allem in KUCHEN. Überall gibt es KUCHEN.
Die Stadt bietet viel Abenteuersport, meist auf dem Wasser. Die Stadt liegt am wunderschönen Lago Llanquihue .Hinzu kommen nette Restaurants, Bars und Hotels. Wir fuhren allerdings auf der RP 225 weiter östlich zum Nationalpark „Vincente Pérez Rosales“, wo der Vulkan Osorno zu Hause ist.

was für ein perfekter Vulkan!
http://de.wikipedia.org/wiki/Osorno_(Vulkan)
Zwischen „Kuchenhinweisen“ und deutschen Hotels, dem blitzeblauen See links, fuhren wir bei  20 Grad und Sonnenschein durch die sattgrüne Natur. Bedingt durch das schöne Wetter, hatten wir einen grandiosen Blick auf den "aktiven" Vulkan Puyehue, der gemütlich vor sich hin "spuckte". Nach 45 km erreichten wir das 1.250 Seelendorf ENSENADA und von da ging es weitere 20-30 Minuten auf einer Schotterstrasse weiter, zwischen Wald, Fluss und Aschebergen. Mittendrin gelbe „Löwenmäulchen“, teilweise sind die Büsche über 2 m hoch. Wir erreichten PETROHUÉ. Eine Einwohnerzahl ist nicht bekannt, es gibt nur 2 Unterkünfte und einen geschlossenen Campingplatz am schwarzsandigen Strand, welcher am Ufer des Lago Todo Los Santos liegt. Das schien uns für unsere Übernachtung der ideale Ort, denn dieser Platz, inmitten der Vulkane war wirklich majestätisch.

der AKTIVE Vulkan Puyhue
http://de.wikipedia.org/wiki/Puyehue_(Vulkan)



Hotelkomplex in Petrohué
Blöd nur, dass wir mit hundert von kleinen miesen Fliegen zu kämpfen hatten, die ruckizucki das Auto belagert hatten…nur gut, dass es nun einen Staubsauger in unserem „Auto-Halt“ gibt…

Mächtig thronten die Vulkane über uns. Die Nacht war äusserst warm und ruhig.
Unser Standplatz für die Nacht
Guten Morgen, weiter geht´s!
Geografisch lagen wir nun übrigens auf der Höhe des argentinischen „San Carlos de Bariloche“, wo wir Mitte Oktober bereits waren.