07.09.2012

30.08.2012 San Blas bis Topolobampo / Mexico

Weiter ging es gen Küste, endlich mal wieder die Füsse in den Sand bohren, Bauch in die Sonne strecken und ggf. mal ein Buch zur Hand nehmen, welches kein Reiseführer ist.

Hatten wir doch aus Zeit und vor allem Wettertechnischen Gründen in Mexico die Karibik-und Pazifikküste ausgelassen und uns auf die schönen Städte konzentriert.

Wir wählten den„berühmten Ort“ San Blas, den jeder Maná-Fan (Musikband aus Mexico) von diesem schönen Lied sicherlich kennt.
http://www.youtube.com/watch?v=teprNzF6J1I

Weshalb man dieses schöne Lied diesem Ort gewidmet hat ist uns schleierhaft, dennoch war es toll, durch eine grüne Sumpfregion zu fahren, nachdem wir das Hochland verlassen hatten und hinter der Stadt TEPIC abwärts“ fuhren. Somit waren wir nun wieder in den (noch) wärmeren Gefilden.

In San Blás gab es nicht viel, hätten wir doch die Supermärkte in TEPIC aufgesucht. Das was es gab, das kauften wir ein, um etwas südlich von der Ortschaft an einem der vielen Campingplätze, oder hier genannt RV Plätze (Recreational Vehicle = Freizeitauto…) mal wieder eine „Grillage“ zu veranstalten.
Ging auch soweit gut, denn die Location war toll, wir hörten aus dem Bett das Meeresrauschen und wir hatten das wirklich schöne und gepflegte Gelände für uns alleine. Sogar mit Poollandschaft und Palmengarten. Der Strand war leider nicht so doll und die Ströhmung zu heftig.
Leider hatten wir auch alle Mücken und Mini-Stechfliegen für uns alleine.
Mein Freund der Baum
Endlich wieder Pelikane
Die lieben Nachbarn

Die erste Nacht war bezüglich Hitze und stechendem Vieh der blanke Horror, die zweite war nach einem plötzlichem Unwetter-Gewitter-Hurricane-Ausläufer (der uns urplötzlich von der Liege holte und dann 6 Stunden andauerte) schon etwas besser.

Dem angedachte zweiten Grillabend  verlegten wir Dank Unwetter in das ansässige Restaurant EDEN und trafen dort Petter aus Schweden, bzw. seit einem Jahr aus Guadalajara und widmeten uns den Corona – Vorräten des Hauses und tauschten dabei Erfahrungen aus was das Leben oder den Aufenthalt in diesem Land anbelangt. Das war sehr nett und interessant. Diese Region hatte wohl vor einem Jahr einige Schicksalsschläge erlitten. Bedingt durch das Drogenkartell wurden Leute gekidnappt und man hatte in der Stadt Tepic im Supermarkt fast 30 Personen am helllichten Tage hingerichtet. Doch gut das wir dort nicht einkaufen waren. Weiter nördlich bei der Stadt Culiacán sollten wir uns auf Militärkontrollen einstellen, da auch dort die Region als „Drogenregion“ bekannt ist und diese Gruppen zwar Touristen (meistens) nichts antun, man ihnen aber auch nicht plötzlich bei ihren Aktionen in die Quere kommen möchte, wie oben beim Supermarkt Massaker. Auch ein hier lebender Amerikaner den wir kennenlernten, berichtete uns von Barrikaden wir brennenden Autos und anderen Wegsperren, wo man einfach mal wenn es doof läuft reinschlittert und unfreiwillig mittendrin ist. Gut zu wissen.

All diese Insider-Informationen brauchte ich nämlich nicht wirklich.
 http://de.wikipedia.org/wiki/Drogenkrieg_in_Mexiko 
Petter alias Oliver Pocher

Zerstochen wie ein Autan-Testgelände, (das letzte Mal so schlimm in Kolumbien an der Karibikküste) ging es für uns gen Norden. In der Grossstadt MAZATLAN, welche Mexicos grösster Handelshafen und ein beliebtes Reiseziel von USA Touristen ist. So sah es hier auch aus. Tolle, lange Strände, mit Bettenburgen in Hülle und Fülle…unfassbar viele. Dazu das gesamte Bespaßungsprogramm, wie Spielhöllen, Casinos, Cartbahn, Bars für Männlein und Weiblein, Golf und Minigolfanlagen, Yachtclub…also alles. Und: Supermärkte mit den Namen GIGANTE oder MEGA.
Ich war erneut erstaunt von dem (Über) Angebot, den breiten Gänge, wo man zu viert mit Einkaufswagen durchsausen kann, der gigantischen Auswahl und USA verdächtigen Großpackungen, diese kannte ich zwar schon von USA Besuchen, doch das lag schon etwas hinter mir.

Da wir auch hier nicht gerade zur Hauptsaison aufschlugen, fanden wir 4 verschlossene Camping/Trailerparks und einen geöffneten, wie in einer Sardinenbüxe, eingeschachtelt zwischen Bettenburgen…dritte Reihe. Nö, das war nix. Es war brütend heiss und ich wollte ans Meer und bei einer lauen Sommernacht das Meer erneut rauschen hören. Gegen Frühabend pesten wir weiter gen Norden und hatten einen „Favoriten“ im Auge. Petra und Klaus, die wir nicht persönlich kennengelernt haben, haben die wohl ausführlichste Internetseite mit allen wichtigen Infos sowie Stellplätzen, mit Kurz Beschreibung und GPS Koordinaten.
www.abenteuertour.de

Nahhafte Nahrung
Huckepack
Unser Beiwagen :)
Sommerliche 30 Grad zum Spätnachmittag
Taxi
Yachtclub von Mazatlan
 Abseits der Cuota fanden wir ihn, direkt am Meer sollte er liegen. Tat er auch, aber die hohen Zäune und Tore waren verschlossen. Glücklicherweise dauert es nicht lange und wir fanden weitere „RV-Parks“. In einem von ihm steuerten wir dann unsere Nachtruhe an und genossen vorerst den Grillabend bis auch hier in furchtbares Unwetter und danach die Mücken die Nacht zur Höllenqual machten…

Inzwischen gab es kein Körperteil, das keinen Mückenstich hatte und wir waren nach diesen Unwetter-Mosquitonächten fix und fertig.
Trailerpark Tortuga
13:00 - die Frisur schwitzt
 Nach Polizei, Militär und sogar Fruchtkontrolle bei den wir unser Obst rigoros abgeben mussten, steuerten wir die kleine Hafenstadt Topolobampo an.
Sie liegt am Pazifik im Norden des mexikanischen Bundesstaates Sinaloa, nahe der Stadt Los Mochis. Topolobampo sollte ein sozialistisch geprägter Ort des Warenaustauschs und der Völkerfreundschaft werden.
Es blieb jedoch bei einem Traum. Es ist weiterhin ein Kaff.
Die Bucht von Topolobampo, den drittgrößten natürlichen Meereshafen der Welt bietet Delfine, Seelöwen und viele verschiedene Vogelarten, wie Braunpelikane, Kormorane, Pracht-Fregattvögel, Blaufuß-Tölpel, Seeschwalben.
Das alles sahen wir aber nicht, wir wollten lediglich zum Fähranleger, der uns aus der Mücken-Hitze-Gewitter Region wegbrachte.
Auf der ca. 25 km lange Strasse von Los Moschis bis zum Hafen trafen wir leider auf ein paar Hindernisse. Am Wegesrand waren viele Familien und/oder Männer-Grüppchen in das sonntägliche „Beisammensein / Picknick“ vertieft und das auch gerne mit ner Dose Bier in der Hand. Wir beobachten die Flaschen und Dosenberge, die lieblos dort liegen gelassen wurden, oder aber auch im Hohen Bogen aus fahrenden Autos geworfen wurden und gelegentlich unsere Motorhaube trafen.
Eigentlich wissen wir, dass Autofahren am Nachmittag eines Wochenendes nicht unbedingt in Mexico (oder generell) zu empfehlen ist, aber manchmal geht es halt nicht anders. Prompt sausten wir in eine Radarkontrolle, da wir das kurze Stück von 200 m Geschwindigkeitsreduzierung aufgrund von „Ablenkung vom Wegesrand sowie fliegenden Bierdosen“ nicht mitbekommen hatten.

Hier zeigte man uns stolz den Strafen – Katalog, die Radarpistole und wir sollten für 15 km zu viel, viel bezahlen. Dass wir uns auf die betrunkenen Autofahrer und die fliegenden Bierdosen konzentriert hatten und alle anderen sowieso schneller fuhren, interessierte „Bimmel & Bommel“ überhaupt nicht.
Touristen gehören gemolken. Strafe muss sein.
Generell war man in der Region nicht sonderlich freundlich zu uns. Als wir der Polizei sagten, dass wir aus Alemania und nicht aus USA kommen, liess man sich auf einen Deal ein und wir bezahlten ein Drittel der Strafe vor Ort und man wünschte uns eine gelungene Fährfahrt.

Von hier gibt eine Fähre auf die Halbinsel BAJA CALIFORNIA, welche um 23:00 in nur 7 Stunden (täglich ausser Samstag) nach LA PAZ schippert. Aus Mazatlan gib es ebenfalls eine, die benötigt aber ca. 17 Stunden. Wir ergatterten spontan ein Ticket für uns und Löördie und dann hiess es warten.

Wir kamen zu Letzt auf das Schiff, sodass wir als erstes das Schiff verlassen konnten, so der nette Mann mit Bauhelm und Sicherheitsweste, der uns stolz berichtet, in KIEL eine Weiterbildung gehabt zu haben.

Die Fähre California-Star war voll…es gab Liegesitze, Bars und Restaurants sowie günstige Kabinen (bis 4 Personen) mit heissen Duschen, kostenlosem Abendessen und Café am Morgen, dazu überall eisige Klimaanlage. Profis hatten dicke Wolldecken dabei und bibberten unter ihnen.
Das Konzept des „Runterkühlens“ auf 16 Grad Raumtemperatur habe ich bis heute nicht verstanden…werde ich auch nie.

Um 5:00 ertönte der Weckruf, ab 5:20 der Ausruf nach UNS. Lustig übrigens, wenn Mexicaner versuchen österreichische Nachnamen auszusprechen :)
Schliesslich waren wir eine der ersten auf der Rampe und fuhren gut gelaunt und NICHT von Mücken zerstochen vom Schiff, waren wieder eine Stunde älter geworden (+8 Std) und fuhren direkt in den Sonnenaufgang…aber nur bis zur ersten Militär-Kontrolle und Durchsuchung...

Welcome to the Baja California Sur oder auch Süd-Niederkalifornien...dem "Naherholungsgebiet" und/oder dem Alterswohnsitz vieler US-Amerikaner.
Laut Insider Infos erwartete uns hier auf der Wüstenhalbinsel zu dieser Jahrezseit die RICHTIGE Hitzewelle...aber wohl auch die schönsten Strände...na dann auf...nur noch knapp 2.000 km bis in die USA. Hurra.
Tequila (A) - San Blás (B) - Celestino (C) bis Topolobampo (D) ca. 1100 km = ca. 14, 5 Stunden

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen