17.06.2012

11.06.2012 Bogotá / Kolumbien

Auch der Weg zur Hauptstadt war nicht so einfach zu bewältigen. Sollte man meinen, dass eine ausgebaute Strasse in die 17 Millionen Augen Stadt führt, so hat man sich getäuscht.

Zwar ist es landschaftlich alles sehr hübsch und bergig, doch werden 80 % der Strassen werden gerade bearbeitet…also neu gemacht. Heisst, wir konnten von der eigentlich schönen, sehr bewaldeten Landschaft nicht so viel wahrnehmen, da wir uns primär auf Baumschienen, Presslufthammer, Militärposten sowie dampfende und ächzende LKW´s konzentrierten. Die Strasse schlängelte sich meist einspurig durch die Anden…und auch hier hatten wir einen kurzen Klimaschock als wir einen Pass von 3.300 m passierten und im T-Shirt und FlipFlops am Militärposten vorbeidüsten und winkten.
Ab 100 km vor der Stadt erlebten wir das grandioseste Autorennen, so O-Ton Clemens Z. aus dem Rennstall Land Rover.
Valle de Cocora
Brückenbau auf dem Weg nach Bogotá
kleines, knuffiges Städtchen mittendrin
Das ist mal eine Strasse!!
Arme hoch und Abfahrt!
Was wir NICHT wussten, dass man den Feiertag Fronleichnam einfach auf Montag gelegt hat. Wie auch in Ecuador ist man hier mit manchen Feiertagen flexibel, man schiebt sie ein bisschen, sodass man Urlaub machen kann. Nun aber setzte der Rückreiseverkehr ein und trara: wir waren mitten drin, dass dann bei Regen und Nebelfronten sowie beginnender Dunkelheit.

Zwar sind am Wegesrand diverse Hotelanlagen zu finden, doch Clemens preschte über die nur teils asphaltierten Strassen und versuchte seine Position zu verteidigen, als Formel 1 Fan ein Leichtes…zumal der Löördie nun "unten ohne" echt besser „pesen“ kann und besser die Berge hochkommt.
Willkommen in Bogotá
Eine Abart auf diesem Kontinent ist, dass Internetseiten von Hostels und Hotels bei Schliessung weiterhin aktiv sind. Braucht man ja auch nicht abstellen.
So kam es, dass wir entnervt durch die „dunklen Blöcke“ düsten und fast irre wurden, da wir die vorab ausgewählte Bude nicht fanden…das alles im Halbdunklen in saudunklen Gassen. Mit "obersaudunkel" bzw. fies aussehenden Typen. Das war ja gleich was für mich. Willkommen in der Großstadt.

Glücklicherweise stand an (fast) jeder Ecke ein Polizist der einem mit Rat und Tat zur Seite stand, ebenfalls gierige Taxifahrer die anboten uns zu einem Hotel zu bringen und dann großzügig im Anschluss für 150 m Fahrt die Hand aufhielten.

Das Kolumbianische Straßenprinzip ist eher undurchsichtig, für Leute die es nicht gelernt haben.
Die Strassen haben keine Namen sondern beziehen sich auf ein kniffeliges CALLE 1 bis xxx, CARRERA 1 bis xxx sowie AVENIDA 1 bis xxx. Freche DIAGONALEN 1 bis xxx schleichen sich ebenfalls ab und zu mit ein. Mit Sicherheit ne feine Sache, wenn man das Konzept in der Grundschule gelernt hat. Mich verwirrt es aber, dieser Zahlenwirrwar.

Bogotá ist die Hauptstadt Kolumbiens. Mit ihren 6,8 Millionen Einwohnern im eigentlichen Stadtgebiet und 7,9 Millionen in der Agglomeration (Volkszählung 2005) ist Bogotá der größte städtische Ballungsraum Kolumbiens und außerdem eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Südamerikas; (Stand 2008 an 36. Stelle in der Liste der größten Metropolregionen der Welt.) 


Der Großraum Bogotá bildet den so genannten Hauptstadtdistrikt (Distrito Capital, abgekürzt D.C.), der direkt der Zentralregierung untersteht, und hat damit einen vergleichbaren Sonderstatus wie Washington, D.C. in den USA. Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt sowie wichtigstes Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes mit Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. 


Die Stadt liegt in einer fruchtbaren Hochebene der Anden, der Sabana de Bogotá, 2.640 Meter über dem Meeresspiegel, am Fuß der zwei Kordillerenberge Guadalupe (3.317 Meter) und Monserrate (3.152 Meter). Die Fläche der Stadt beträgt 1.775,98 Quadratkilometer. Davon sind 384,3 Quadratkilometer (21,64 Prozent) städtisches Gebiet und 1.391,68 Quadratkilometer (78,36 Prozent) ländliches, überwiegend gebirgiges, Gebiet. Mehrere Flüsse und Bäche winden sich durch die Stadt. Die nahe Umgebung der Stadt ist geprägt von Weiden und Bergwäldern. 


Da sich die Stadt auf der tektonischen Platte von Südamerika befindet, erlebt sie auch hin und wieder Erdbeben. Diese und einige Brände führten in den Jahren 1785, 1827, 1917 und 1948 dazu, dass ein Großteil der Bauten aus der Kolonialzeit nicht mehr erhalten sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bogot%C3%A1

Nach sicherer Landung in einem Hotel mit Parkplatz trafen wir uns direkt in einem der besten und verrücktesten Restaurant der Stadt mit unserem lieben Andre H. aus HH, der wir nun zu den dritten Mal auf diesem Kontinent trafen, da er beruflich hier öfter im Jahr verkehrt. Nach Buenos Aires, Montevideo schafften wir es nun auch ein Jahr später hier. Und das feierten wir erneut bei fantastischem Grillgut und Vino. Es war köstlich und lustig! So soll es sein. (Andre, Du kannst ruhig öfter kommen ;) )

Andre war so nett und spielte Postbote und Clemens erreichten noch des nachts persönliche Geburtstagsgrüsse aus Österreich und Deutschland. Danke an alle die „mitgespielt“ haben.
Es war eine gelungene Überraschung, unsere Gummibären, Fishermen´s Friend und Salinovorräte sind nun auch endlich wieder aufgestockt und wir sind EM ausgehfein.
Unser lieber Andre H. aus HH im coolsten
Laden der Stadt "Andrés Carne de Res"
http://www.andrescarnederes.com/
Dieses seidenzarte Stück Kuh kann
durchaus mit Steaks aus Buenos Aires konkurieren!
Überraschung gelungen. Happy Birthday

Unsere Nichten Flora & Felicita haben ein besonders großes und
schönes Herz für Ihren Onkel Clemens gemalt.
Danke ihr beiden Lieben!
Unser Neffe, mein Patensohn Max hat schon das Schiff für unsere
Rückreise gemalt. Danke lieber Max, ein super tolles Schiff ist das!
Und auch Benjamin, unser Neffe und Patensohn
von Clemens hat sich über unseren Rücktranport bereits
Gedanken gemacht. Grün ist ja bekanntlich die
Hoffnung. Danke lieber Benjamin,
das ist ein klasse Lastwagen!
Nach der ersten Nacht „etwas ausserhalb“ zogen wir am Tag darauf in das Ausgehviertel, in Kolumbien genannt ZONA ROSA. Hier waren wir sicher. Denn Restaurants, Bars, Cafés Shoppingmalls und eine Hand voll Hotels/Hostels hatten sich hier niedergelassen und sorgen dafür, dass es auf den Strassen sicher ist. Es war so modern hier, dass ich nicht schnallte, in Bogotá zu sein. Es hätte auch die Mönckebergstrasse in HH sein können.
Clemens, der vor 15 Jahren bereits in Bogotá 6 Wochen gearbeitet hat, erkannte die Stadt kaum wieder. Viel hat sich die letzten Jahre getan…und vor allem: überall Militär und Polizei.

Es darf geheiratet werden
EM gucken im Irish Pub...
(die deutsche Ecke befand sich links ausserhalb des Fotos)
...aber wir waren die Könige!
Es gibt weiterhin die ZONA G in der schicke Restaurants und Bars zu finden sind….auch hier fühlten wir uns eher wie in Hamburg, Paris oder Wien, auch, was die Preise anbetraf.
Günstig ist Kolumbien nämlich nicht.
Für mich stellte die Stadt ein riesiges Chaos dar. Es dauert alles und es staut sich.
Wie in jeder Grossstadt bleibt man am besten in seinem KIEZ, aber wir Touris wollten natürlich auf die Innenstadt und Altstadt anschauen.
Das wirklich ausgeklügelte Bussystem des TransMilenio ist top und man erreicht günstig, easy und sauber fast jede Himmelsrichtung. Die Fahrt mit dem Taxi, vor allem zur Rushhour ist dagegen grenzwertig…zumal viele Taxifahrer besch…schummeln was den Fahrpreis angeht.
Das hingegen, so Clemens, hat sich nicht geändert…
Bushaltestellen
Bekam man in anderen Ländern für MINUTOS
noch etwas zum  Essen,  kauft man hier Minuten
zum Telefonieren
Auch hier beweist man Geschmack
Glücklicherweise haben noch eine Runde durch das Cento Historico gedreht…quasi die Altstadt, denn wären wir nur in Innenstadt, der Region des berühmten MUSEO DEL ORO, dem Goldmuseum geblieben, hätte ich mich gefragt, weshalb man genau diese Stadt besuchen muss…zumal hier tatsächlich eine Menge schwindelige Menschen rumlaufen und man von Polizei und Co.KG gesagt bekommt, dass man ab spätestens 19:00 diesen Stadtteil verlassen sollte…wird dann dort eher ungemütlich.

viele Menschen lernen Deutsch.
Freiwillig.
Das Goldmuseum...
...hat viele schöne Dinge...
...auch grosse Smaragde.
Das ist das erste Exponat des Museums
Heute:
Schattenspiele mit Clemens :-)
Das historische Centrum ist wirklich schön, allerdings sind wir inzwischen schon recht verwöhnt von anderen schicken Altstadt-Adressen auf diesem bezaubernden Kontinent.

Brezel und Chips Station (leicht gefettet)
Die Kathedrale
...von Innen
auch hier: Augen auf beim Strassenlauf...
Ein gefährlicher und böser DROGENSUCHHUND.
(Sind fast überall im Einsatz: Hotels, Shoppingzentren etc.)
Ein Schrank zum Glück und Obst muss unten liegen
Präsidentenpalast
"Templo San Augustin"


Licht gegen Geld
Besondere Strassen tragen doch einen Namen
Konditoreikette
 Ein Highlight ist aber das „Museo BOTERO“, (in sehr berühmter kolumbianischer Künstler) welches man kostenlos besuchen kann und wo noch weitere Kunst-Ausstellungen angegliedert sind.

Fernando Botero (* 19. April 1932 in Medellín) ist ein kolumbianischer Maler und seit 1976 auch Bildhauer. Fernando Botero ist einer der bekanntesten bildenden Künstler Lateinamerikas. Geboren wurde er 1932 als Sohn einer in bescheidenen Verhältnissen in den Anden lebenden Familie. Der junge Fernando Botero begann im Alter von 12 Jahren zu malen. Bereits Ende der 50er Jahre hat er zu seinem eigenen, heute weltberühmten Stil gefunden. Sein Thema ist der Mensch, das menschliche Leben mit all seinen Facetten. Die Darstellung der Figur erlebt eine besondere Ausprägung in seinen Arbeiten, denn er zeigt den menschlichen Körper, wie auch alle anderen Formen, in überzeichneten Proportionen. Die Kunst von Botero verfügt über eine sehr spezielle Charakteristik. Alle seine Figuren sind dick – sehr dick. In seiner Ästhetik sind dicke Menschen schön.

Wir liebten das Museum, denn wir lieben den Künstler.
Einige Werke des Künstlers waren uns zwar schon vorher bekannt, dennoch wanderten wir stundenlang durch die farbenfrohe Bilderlandschaft.
(Ein besonderer Gruss an dieser Stelle an Matthias S. aus W. in Ö)
Mona
Das Bild mag ich besonders gern
.... in diesem Augenblick habe ich den Alarm ausgelöst...zu nah dran ;)
Pferd mit Pfunden
Garfield bis Du es?
auch sie haben zugenommen ;)
auch er bekam von Botero sein Fett weg
Miró und Picasso lassen grüssen
Das Klima war so naja… Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 13,3 Grad Celsius. Zwar gab es mal Sonnenschein bei 18 Grad, aber auch Platzregen setzte abends mal ein.

Natürlich fuhren wir auch  mit der Seilbahn auf den  Berg „Cerro Monserrate“ und genossen den grandiosen und wolkenlosen Ausblick über BB.
BIG Bogotá!
Burg mit Prinz
Café Santa Clara
Mal wieder: Zottis über den Wolken (auf 3.152 m)
Nur ein kleiner Teil von Big Bogotá.
Völlig  begeistert waren wir, selbst in der Hauptstadt, über die lieben Menschen.
Alle waren nett und freundlich, hiessen uns willkommen, winkten uns zu, hielten den Daumen hoch und riefen „Bienvenido a Colombia!“

Der meist gehörte Satz bis jetzt in Kolumbien: CON MUCHO GUSTO – mit großem Vergnügen!
Und das meint man hier wirklich so.

Seit 11 Tagen sind wir in diesem Land unterwegs und fühlen uns sehr wohl.
Wir hoffen, dass das so bleibt!

Weiter geht´s also gen Norden!

300 km in 7 Stunden...
(Salento bis Bogotá)

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