25.03.2012

21.03.2012 Chacas / Peru

Wir zogen weiter…die Fahrt war erneut spektakulär, die Strassenverhältnisse teilweise ebenfalls. Blitzende Seen und saftig grüne Berge mit Schneebedeckten Gipfeln boten uns abermals ein tolles Panorama.
Unsere Mittagspause legten wir in der Kleinstadt San LUIS auf 3.130 m ein. Hier wurden wir recht merkwürdig beäugt, anscheinend eher ungewöhnlich sich hier her zu verirren.
Die Zapfsäule im Wohnzimmer
Am Spätnachmittag erreichten wir die 5.000 Einwohnerstadt CHACAS auf 3.360 m, welche durch eine besonders hübsche Lage zwischen den Bergen bestach.
Es fiel direkt auf, dass es hier etwas hübscher und geordneter zuging. Weisse hübsche Häuschen, mit aufwendigen Holzverkleidungen, sowie eine wunderschöne Kirche machten die Plaza zu einer Besonderen, für eine Kleinstadt eher untypisch.
Chacas
Pflückblumen am Wegesrand
Leider waren alle von den 5 im Ort verfügbaren Hotels ausgebucht. Straßenbaufirmen, die Ihre Leute in dem Gebiet zur Ausbesserung der Strassen und Tunnelbau im Einsatz hatten, hatten alles in Beschlag genommen. Eine Tankstelle oder einen bewachten Parkplatz gab es nicht. Die nächste Stadt lag zu weit weg und vom Camping im freien riet man uns ab. Wir klopften bei der Polizei an. „Deinem Freund und Helfer“. Sie bestätigten, dass es KEINEN gesicherten Parkplatz für uns und Auto gäbe. Wir könnten von ihrer Tür stehenbleiben, (mitten auf der Strasse) alternativ bei den „Italienern“ fragen.
Wir entschieden uns für die ITALIENER und fuhren zu einem grossen Tor.
Dahinter verbarg sich eine Art Wirtschaftshof etc.
Eingang zur Schreinerei
Bildhauer und Co.
Löördie und sein neuer, italienischer Landy-Kumpel
St. Martin von Chacas ist eine peruanische Stadt, ein Stadtteil der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Asunción , in der Lage Region Ancash . Die Bevölkerung beträgt circa 5.334 Menschen. Chacas wurde in den 1570er Jahren gegründet. Die Stadt ist bekannt für Andaluz - Canario Architektur, gekennzeichnet durch engen Gassen, Häuser mit Balkonen und geschnitzten Türen. Hergestellt durch Handwerkern der Don Bosco-Stiftung, welche „Padre Ugo Censi“ ins Leben gerufen hat.
http://it.wikipedia.org/wiki/Ugo_De_Censi

„Operation Mato Grosso“ ist ein Zusammenschluss von nationalen und ausländischen Freiwilligen, zur Entwicklung von Aktivitäten um die Armut in Brasilien, Bolivien, Ecuador und Peru zu bekämpfen. Das geschiet durch Projekte im Zusammenhang mit Bildung, Ausbildung, Gesundheit, Wohnungen, ländliche Elektrifizierung, Förderung und Ausbildung von Handwerkern. Das alles soll zur Verbesseung der Lebensqualität von Tausenden Menschen beitragen.
Die Organisation wurde 1966 in Lombardei , Italien von Pater Ugo de Censi gegründet, um sich gemeinsam für die Ärmsten in der Region Mato Grosso , Brasilien einzusetzen.
Jahre später, in Zusammenarbeit mit italienischen Missionaren, wurde die Operation nach Peru, Ecuador und Bolivien erweitert.
Über 2.500 freiwillige (meist Italiener) leben in Südamerika und helfen bei diesem Projekt. Weiterhin gibt es Gruppen von Freiwilligen, die aus ihrem Herkunftsland Italien helfen, z.B. Schulmaterial beschaffen oder Leute für den Vororteinsatz akquirieren.

Das waren also DIE ITALIENER. Natürlich gewährte man uns Einlass. Senior BRUNO führte uns über das gesamte Gelände und zeigte uns die einzelnen Stationen. Wir begannen mit dem Schreinereibetrieb...der Kooperative Handwerker Don Bosco. Sie gewährleistet, dass junge Handwerker eine  "materielle und auch moralische" Zukunft haben. Ihre gebauten Möbel werden in andere Länder verkauft, vor allem nach Italien, USA und Spanien.
Wunderschöne Möbel, wir hätten direkt zuschlagen können... aber es wäre dann doch etwas eng im Auto.
Guckt Euch das bitte an: (und bestellt!)
http://www.artesanosdonbosco.com/

Weitere Einrichtungen sind ist das “Don Bosco Technological Institute”. Nach sechs Semestern wird den Studierenden der Titel “künstlerische Baufachleute in Holz” verliehen, was auch das Erlernen von Kunst Design, Kunstgeschichte und Informatik beinhaltet.
Eine grosse Schule ist fast Mittelpunkt des Ortes. Das Katholische Pädagogische Institut Don Bosco bietet so allen Kindern der Region die Möglichkeit zu lernen. Auch werden die Lehrer der Region unterichtet, um ihr Wissen zu optimieren und optimal weitergeben zu können.
Häuser für Strassenkinder gibt es ebefalls. Die pirañitas sind “rebellische” Straßenkinder. In der Wüste von Tangay wurde ein Haus gebaut, bei denen zusätzlich durch Bildung und der Arbeit im Kontakt mit Tieren und Natur die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erreicht wird.
Das Mama Ashu Hospital befindet sich ebenfalls in Chacas. Es stehen 36 Betten zur Verfügung, Notaufnahme, Radiologie, Labor, Kreißsaal, OP, Pharmazie und Zahnmedizin.
rechts das Krankenhaus - links Schule, Werkstätten und Co.
Ein weiteres Krankenhaus wurde vor kurzem in Yanama eröffnet. Die Patienten werden meist von italienischen Ärzten und Krankenschwestern behandelt, die eine gewisse Zeit vor Ort sind und durch Spenden finanziert werden.
Jedes Jahr werden eine Million Pflanzen gepflanzt. Bisher wurden mehr als 1.500 Hektar aufgeforstet. Das Collo Wasserkraftwerk in Chacas liefert an die umliegenden Provinzen, über 5.000 Familien profitieren davon.
Tja, das waren wir erstmal platt.
Wir wurde sehr freundlich von allen Beteiligten aufgenommen. Ob von den Kindern, Arbeitern oder der Volontären sowie den Orts-ältesten die in Armenküche sassen und auf ihr Essen warteten.
Alle waren interessiert, nett und zuvorkommend.
Zum Essen wurden wir ebenfalls eingeladen. Ein grosser Speisesaal in dem über 100 Menschen zusammenkamen.
Das Haus
Speisesaal - Ruhe vor dem Sturm
Es wurde gesungen und gebetet. Pater UGO war ebenfalls anwesend.
Das Essen war köstlich und das Schöne war, dass Niemand hungrig vom Tisch aufstehen musste.
Dieser Abend war besonders und sehr ergreifend.

Völlig “geplättet” von den neuen Eindrücken genossen wir die Nacht im Auto, in völliger Ruhe – aber sicher auf dem Wirtschaftshof “der Italiener”...bevor wir uns am nächsten Morgen beim Frühstück (und einer Spende) bei allen bedankten und verabschiedeten...dann ging unsere Tour weiter...über den knapp 4.900 m hohen Pass Punta Olympico, welcher uns trotz Schnee und Matsch einen grandiosen Blick auf die weissen Cordilleren bescherte.
ES WAR ATEMBERAUBEND.

Die Cordillera Blanca in den nördlichen Anden Perus ist mit einer Länge von 180 km und über 50 Bergen über 5700 m die höchste Gebirgskette des amerikanischen Kontinents (nur in Asien finden sich im Schnitt höhere Gebirgsketten). Übersetzt heißt der Name Weiße Kordillere, was auf die starke Vergletscherung hindeutet. Ein weiterer Name ist Cordillera Tropical. Zwischen diesem Gebirgszug und dem Pazifik befindet sich die Cordillera Negra, die völlig schneefrei ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cordillera_Blanca
Strassenbauarbeiten
"Bitte Hupe betätigen"
HAHA!!!
...es ging höher.
und es ging (noch) schöner!
Freuden...
....Tänzchen!
zwei Lagunen für zwei Zottis!
auf 4.860 m wurde es dann schattiger...
die Strassen waren auch nicht sonderlich gut in Form...
zum Glück wurde hier schon geräumt
Ein "Seelein" am Berg
die Strasse geht serpentinenartig hinab...(siehe ganz links)
Neuschnee, juhu!
...und dann waren wir fast wieder in der Zivilisation angekommen und "rollten aus"...bis wir die Stadt HUARAZ erreichten...

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