06.03.2012

03.03.2012 Nationalpark Yanachaga-Chemillén / Peru

Das Wetter meinte es gut mit uns. Die Sonne schien und wir genossen die kurvenreiche und immer noch recht schlammige Fahrt durchs Grüne.
Den Bereich  HUAMPAL des Nationalparks wollten wir uns heute anschauen. Sektor Paujil, welcher richtig „amazonas-like“ ist, war a) weit weg und b) überflutet.
Der gesamte Park umfasst gesamt 122 000 ha, die von einer Höhe von 400 bis 3500 m reichen.
Hauptzweck des Nationalparks ist die Erhaltung der Hochtäler und Zubringer der Flüsse, um die beständige Produktion in den Tälern zu sichern und um durch Bodenerosion verursachte Naturkatastrophen zu vermeiden. Klingt gut.

Wir landeten bald in einer "Challenge", da die Fahrt ins Stocken kam.
Ein dicker LKW versperrte den Weg, da er "feststeckte". Die Strasse war abgesackt und ein knubbeliger Stein in der Felswand hinderte ihn ebenfalls. Tja Männers und nun? Sie, man fährt hier gerne mal zu dritt, buddelten und machten, der Fels saß fest und die Straße wurde einfach nicht breiter.
Wenn man nicht alles selber macht…also sattelten wir den Lord und bereiteten die Winde vor. Mit 4 Tonnen Zugkraft wäre der olle Stein ja wohl erledigt.
Nach zwei Mal kräftigem Hau-Ruck, bei dem sich Löördie in den Sumpf eingrub, wackelte der Stein wie ein Milchzahn und wir zogen ihn auf die Strasse. Den Rest würden ja wohl die 3 LKW Insassen erledigen können. Konnten sie aber nicht. Auch die Zuschauer konnten nichts ausrichten. Also weiter im Text: In WINDES-eile erledigen wir auch das und die Strasse war wieder befahrbar.
2 Kurven später fuhr uns fast ein Moppetfahrer über „den Haufen“ und schlitterte an uns vorbei und dann mit seinem Gefährt über den Boden. Was machte er auch nur auf UNSERER Spur… Danach tat sich erst mal nix. Toll. Wo genau war das nächste Krankenhaus?
Er berappelte sich aber recht flott, grinste und versuchte seine Maschine zu starten…das klappte nach dem 10. Versuch und die Fahrt konnte endlich weitergehen.
hier ist die Welt noch in Ordnung!
plopp. das sass er fest. bis wir kamen
Der Park befindet sich im zentralen Urwald Perus. Die pflanzliche und tierische Vielfalt ist enorm. Die Landschaft ist meist bergig mit einigen ebenen und hügeligen Abschnitten, also drei Landschaftstypen: Gebirge, Hochurwald und Tieflandurwald und gehört zum Einzugsgebiet des Amazonas.
Die Flora ist eine der vielfältigsten des Landes. Es wird in folgende Zonen unterschieden: tropischer Urwald (im unteren Teil), Bergurwald, Nebelwald (etwas höher gelegen), Zwergwälder und Grasflächen (in den hoch gelegenen Teilen).
Die unzählige Artenvielfalt bei Moosen, Farnen, Flechten, Orchideen, Bromelien, Rohrgewächsen, Bäumen, wie z.B. Ulcumano, Diablo fuerte, Zeder, Nussbaum und Eiche, ist eine ganz außergewöhnliche Attraktion.
Das Tierreich ist durch 59 Säugetierarten wie Flussotter, Jaguar, Brillenbär, Zwergreh, Machetero (alle gefährdet) gekennzeichnet. Recht häufig sind Ameisenbären, Gürteltiere, Faultiere, Waschbären, verschiedene Wildschweinarten und Tapire. Die repräsentativsten der 427 Vogelarten sind Adler Harpyie, Gallito de las rocas / Felsenhahn), Relojero, Quetzal, Tukan. Bei den Reptilen finden wir u.a. den Lamón, den Jergón, die Shushupe (Buschmeisterschlange) und Naka naka. In den Flüssen wurden 31 Fischarten registriert, z.B. Corvina, Boquichico, Lisa, Chupadora, Zungaro und Sabalo. Verschiedene Froscharten bei den Amphibien sowie eine Vielzahl von Weichtieren und Insekten sind zu finden. Selbst ein lebendes Fossil, Phyllum Onychophora, wurde beobachtet.

Die sahen wir aber alle NICHT, obwohl ich mich mit dem 2 m grossen Brillenbär schon gerne duelliert hätte.
Wir landeten an der Ranger Station des Parks und erfuhren, dass man auf dem Gelände auch campen kann. Der Zeltplatz ist nach einem 10 minütigem Fußmarsch und ohne Auto erreichbar. Der Parkeintritt ist übrigens mit 1,20 € / 1 Tag und 2,50 € / 3 Tage preislich sehr im Rahmen…
Wir erschienen hier zur Mittagszeit. Es regnete. Na toll.
Die beste Zeit um Vögelchen zu sehen war zwischen 16:00-18:00. Alternativ 5:00-7:00. Hieß, wenn wir die Attraktion der Region, den berühmt berüchtigten FELSENHAHN sehen wollten, mussten wir hier bleiben und übernachten, denn um 17:00 die 4 stündige Rückreise anzutreten wäre Kokolores, bei dem Wetter und der ab 18:00 eintreffenden Dunkelheit. Die beiden Ranger waren nett und liessen uns vor dem Office parken, bzw. die Nach wohnen. Das angrenzende Moped-Carport wurde zu unserem trockenen Wohnzimmer.
Also richteten wir uns auf eine Nacht im Dschungelcamp ein.

Rangerhütte und wir
Orchidee
hübsch, nä?
Einer der beiden Ranger sponserte uns eine Privatführung durch den Park. Es begann harmlos auf einem Trampelpfad, dann über eine Hängebrücke, danach gingen wir querfeldein. YEAH! Let´s fetz ;)
Es tröpfelte und summte um uns herum, der reißende Fluss tobte. Das viele Grün um uns war tierisch, bzw. tierisch grün. Die tierischen Lebewesen waren meist klein, krabbelten oder stachen. Um diese Zeit waren der Brillenbär und die Affen außer Haus.
Felsenhahn? Fehlanzeige.
Dennoch war es wunderschön, richtig modrig, sumpfig und schwül. Gut für Haut und Haare.
hat ja auch was...
Dschungel-Pfad
hier wächst viel "von der Decke..."
"ich kaufe ein E und löse:
BOCKWURST"
Eine Pilz-Stafette
so schön moooosig hier
ein ♥  für den Dschungel 
die gemeine Dschungel-Kirsche
jede Art ist nummeriert und dokumentiert
welcome to the jungle!
Nach einem selbst kreierten Spätlunch, suchten wir diesen Felsenhahn…
mal fix was "geschnippelt"
Es gab einen Baum, wo ab 16:00 ca. 10-15 dieser Exemplare eintreffen sollten. Schon klar.
Was soll ich sagen…in Brasilien haben wir auch schon mal vor einem vermeindlichen TUKAN Baum gewartet...

Aber auf einen Felsenhahn ist Verlass.
Punkt 17:30 flatterte er an. Ich taufte ihn spontan NEMO.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tiefland-Felsenhahn
Der Ausflug am Abend in die WC und Duschsituation wurde zum Erlebnis. Selten so viele verschiedene Krabbel - und Flattertiere auf einem Haufen gesehen. Dagegen war der Dschungel nichts.
Auch unser Zeltschlafzimmer befreite ICH von Faltern, Motten und Schmetterlingen, bevor wir die Nacht mit den Mosquitos alleine waren.
Unsere Nachbarin
Ranger: "ja, sie ist ein BISSCHEN giftig"
Um 6:30 rollten wir samt Lord Höördie zum Felsenhahnbaum, tranken Käffchen und guckten in die Äste. Die weibliche Felsenhenne kam kurz vorbei, war aber auch schnell wieder weg. Sie ist im Vergleich zum Mann auch etwas unscheinbarer, so in oliv-dunkelbraun…

Regenfrei fuhren wir dann zurück nach OXAPAMPA.
sitzt bevorzugt auf Bäumen und "isst sie auf..."
Ein lebendes Stöckchen alias STOCKINSEKT
Orchidee
Stadien dieser Welt
Der "Versorgungswagen" beliefert kleine Siedlungen
Schön ist anders, Du armer Truthahn.
Café to go...
NELORE-Rind mit Buckel, den man auch essen kann
"Hauben-Snack"
Hier suchten wir uns eine neue Unterkunft und besuchten am Morgen darauf eine Werkstatt. Unsere kaputten GUMMIBUCHSEN (wie auch immer sie in Wirklichkeit heissen mögen…) wurden angepasst und neu eingebaut. Klackern ade. 1 Std. Manpower und Materialeinsatz: 10,00 €. Kann man nicht maulen.
Dschungel-Doris for president!
Gute Buchse - böse Buchse (vRnL)
Dann nahmen wir OXAPAMA nochmal ausführlich unter die Lupe und genossen Platzregen (ab Spätnachmittag bis morgens) und schwüle Wärme. (ab morgens)
Und siehe da, so schlecht war es hier gar nicht. Clemens fand es erneut „knuffig“ und ich war erstaunt, dass es hier alles gab. Zwei, drei "exotische" Dinge hatten wir auf der Shoppingliste für Lima, doch siehe da, nach 6 Mal rumfragen, umdrehen, nachfragen und rückfragen haben wir es hier gefunden.
Unser Holzbüdchen im EL TRAPICHE
...mit Restaurant...
(man beachte die elegante Betondecke)
Neues Essen in den VEGGIE Weeks:
Spiegeleier, Reis, Banane
Holzkirche in OXAPAMPA
Büdchen an Büdchen an Büdchen an Büdchen an Büdchen
Markthalle
Müllabfuhr
Restaurante
Köstlichkeiten aus der Region:
Café, pure Schoki, Orangenmarmelade,
Pollen/Blütenstaub, Guaraná Marmelade
(vRnL)
Dicke Freunde
er (rechts) steht auf Mais ;)
die einzige Wäscherei 
ein Kindergarten mit besonderem Konzept
Auszeit!
Hier noch ein zwei Anekdötchen aus Peru:
In Deutschland und Österreich sind Helme für Motorradfahrer obligatorisch. In peruanischen Städten sind sie häufig nicht gerne gesehen, da man des Öfteren für einen Bankraub, Überfall etc. sich einen Helm aufsetzt. Hätten nun die Motorradfahrer auch noch einen auf, käme es zu Verwechslungen. Klingt logisch…ist aber so. Man sieht tatsächlich keinen Helm auf irgendeinem Motorrad.
Auch schön: Wenn man bei uns mit dem Auto fährt und links blinkt kann man doch erwarten, dass das hintere Auto anhält. Hier ist das ein wenig anders: Links blinken heisst vorerst anhalten und warten bis alle hinteren Autos überholt haben. Dann darf ich abbiegen…
Das gilt aber auch für andere Länder auf diesem Kontinent, wie z.B. Brasilien.

Wir mischten auch eine Feuerwehr auf...
Ebenfalls recherchierten wir unsere morgige  Etappe:
Wie kommen wir von hier wieder möglichst spektakulär weg und zurück an die Küste?
Denn dort wartet nun Perus Hauptstadt LIMA auf uns…

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