08.02.2012

31.01.2012 Arequipa / Peru

Auch heute war die Anreise einfach unglaublich…wieder durch die Berge, zwischen ächzenden Tankwagen quälten wir uns die sandigen Hügel hoch, an Mienen vorbei, bis wir endlich in Arequipa auf 2.300 m landeten, die Stadt welche das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des südlichen Perus darstellt. Die Stadt hat knapp 800.000 Einwohner und ist seit 2000 UNESCO Weltkulturerbe. Der Pazifik liegt nur 75 km Luftlinie entfernt, somit herrscht ein mildes und sonniges Klima das ganze Jahr über.
Schilfhof
Miene Cerro Verde
Vorort von Arequipa
Einige Vulkane befinden in der nahen Umgebung, der 5.822 m hohen Misti, der 6.057 m hohen Chachani und den kleineren und entfernteren Pichu Pichu. Sie ann man allerdings nur bei gutem Wetter sehen. In unserem Fall war es realtiv warm aber bewölkt, ab und zu gab es einen kleiner Schauer.
Nicht weit von Arequipa gibt es Schluchten u.A. den Colca Cañon, der mit 3000 m Höhenun-terschied mit zu den tiefsten der Welt zählt.
Die Herkunft des Beinamens „die weiße Stadt“, mit dem sich Arequipa schmückt, bezieht sich wahrscheinlich nicht auf das weiße Sillar-Gestein vulkanischen Ursprungs, mit dem viele der alten historischen Gebäude im Zentrum Arequipas erbaut wurden, sondern eher auf die hellere Hautfarbe der einstmals im Stadtzentrum lebenden spanischstämmigen Bewohner, die es den Einheimischen verboten, in der Innenstadt zu leben.
Das Gebiet wird häufig von heftigen Erdbeben heimgesucht und im Durchschnitt gibt es täg-lich zwölf Erdbewegungen. Große Teile der Stadt sind durch Beben zerstört. Der die Stadt überragende Schichtvulkan Misti ist noch aktiv.

Unsere schöne Unterkunft „Las Mercedes Hostal“ (S16 24 2.5 W71 32 32.3) lag zentral. Neben tollem Ambiente von Haus und Hof, gab es die Möglichkeit im Garten zu campieren. Hier trafen wir unsere zweiten Österreicher. Bevor wir es uns gemütlich machen konnten, mussten wir allerdings erst mal wieder den Lord in Einsatz bringen und Peruanern aus der Patsche helfen.
Schön blau! Las Mercedes
Der Lord imEinsatz
Sehr nette Österreicher aus Mödling
Bei unserem Ersten Stadtbummel landeten wir in einer Demo, hier riefen alle lauthals ORO NO, AQUA SI (gegen GOLD , also den Bau einer Miene und für Wasseranschlüsse in den Aussenbezirken…)
Danach besuchten wir die einzigartige Kathedrale, wo wir von einer perfekt englisch sprechenden Dame begrüsst wurden.
Die Kathedrale von Arequipa gilt als einzigartig in Peru, da sie die gesamte Seite der Plaza de Armas einnimmt. Mit ihrem Bau wurde 1629 begonnen, ihre heutige endgültige Form erhielt sie aber durch den 1844 abgeschlossenen Wiederaufbau nach einem Brand. Nur wenige Jahre später wurde sie durch das starke Erdbeben von 1868 erneut schwer beschädigt. Der beim Erdbeben von 2001 herabgestürzte Glockenturm wurde bis 2004 wieder aufgebaut. Zum Ende des 19. Jahrhunderts ließ man für die Kathedrale eine Kanzel aus Frankreich und eine Orgel aus Belgien anschaffen. Zudem wurde an vielen Stellen Marmor aus Italien verwendet. Die Kathedrale von Arequipa ist zudem eine der weniger als 100 Kirchen weltweit, denen es erlaubt ist, die Flagge des Vatikan zu hissen.
Orgel aus Belgien
Vom Dach der Kirche hatten wir einen wunderbaren Ausblick über die gesamte Stadt und die vielen Dachterrassen, die als Restaurant oder Bar genutzt werden. Sehr fein und clever!
Lama Leder hält alles
Plaza de Armas
Kling Glöckchen!
Neben der Huperei, die fast monoton ist, muss man vor kleinen Minitaxis und den Kleinbusen / Collectivos aufpassen die wie irre durch die Strassen preschen…und dabei hupen! Diese Collektivos trifft man des Öfteren auch voll besetzt an Tankstellen. Auch Taxen fahren gerne mit einem tanken, bevor die Fahrt dann losgeht. Völlig überraschend sahen wir in der Stadt keinen einzigen Strassenhund. Erst in den Aussenbezirken waren wieder ein paar unterwegs.
gutes, günstiges Obst an jeder Ecke
...es gibt auch alte, hässliche Häuser
DAEWOO Flitzer
auffrischen unsere Kunstsammlung
Bimmel und Bommel
Ein wirkliches Highlight war das Kloster Santa Catalina, es gehört zu eines der der wichtigsten religiösen Bauwerke aus der Kolonialzeit und wurde 1579 erbaut. Es liegt mitten in der Stadt. Hier begrüsste uns Seňora Carmen, in perfektem Deutsch.
Es wurde erbaut, da die bereits vorhandenen drei Klöster die Novizinnen nicht aufnehmen konnten. Viele der reichen spanischen Familien gaben ihre zweite Tochter für „Gott und Himmelreich“ ins Kloster. Für das Kloster Santa Catalina ummauerte man kurzerhand ein 20.426 m² großen Teil der Stadt und begründete damit eine autarke Siedlung. Bis zu 150 Nonnen sollen hier zusammen mit ihren Bediensteten in strenger Klausur gelebt haben. Alle 4 Jahre wurden fortan 8 Novizinnen aufgenommen, die eine Mitgift von mindestens 1.000 Goldpesos zum Unterhalt des Klosters erbringen mussten. Erst nach einer Reform 1871 nahm das Kloster auch Novizinnen ohne Mitgift auf. Trotz dieser ersten Liberalisierung dauerte es bis 1970, bis das Kloster auf Initiative der verbliebenen Nonnen renoviert wurde und seine Geheimnisse der Öffentlichkeit zugänglich machte: Englische Teppiche, spanische Seidenvorhänge, flämische Spitzentücher, gepolsterte Stühle, Damast, feines Porzellan und Silber gehörten zur „Ausstattung“
Ab ins Kloster
Wäsche-Waschstrasse
Waschmann bei der Arbeit
Die Iglesia de la Compañía und weitere Kirchen sind ebenfalls sehr beeindruckend und ein Besuch ist lohnenswert.
Auch widmeten wir uns der peruanischen Küche…und fanden vieles auf Anhieb köstlich.
Chica de Jora - INKA Getränk (u.A Mais)
Alpaca Steak
Achtung scharf - aber lecker
Rocoto Relleno
http://viventura.de/blog/peru/1216-gericht-des-monats-aus-peru-rocoto-relleno
Anderes ist dann doch eher gewöhnungsbedürftig.
Meersau als Nutztier
http://de.wikipedia.org/wiki/Cuy#Nutztier
Arequipa ist definitiv eine Reise wert, sehr interessant und hübsch dazu. Neben zahlreichen Märkten, Geschäften für landestypische Klamotten, findet sich auch Burger King und Pizza hat sowie einen gut sortierter Supermarkt, in welchem auch völlig unerwartet Deutsche Lebensmittel zu finden waren. Schwer beeindruckt und froh, ein paar Tage in der Stadt gewesen zu sein, machten wir uns auf, in das 97 km nördlich entfernte COLCA TAL. Das Wetter war etwas diesig und 
nebelig...
hier wird Trinkwasser gefordert
...dieser Weg wird kein leichter sein...

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