Über die wirklich dreckige, hässliche und verkehrschaoshaltige Stadt Juliaca erreichten wir kurze Zeit später die Stadt PUNO am Titicacasee.
Der See sorgt für das eher meist kalte und halbtrockene Klima. Regenzeit beginnt hier im Oktober und endet Ende April. Die jährlichen Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 14 °C und 3 °C. Wir hatten Glück und trafen bei Sonnenschein ein. Die Stadt sah „unfertig“ aus. Wie einige Städte, die wir bislang in Peru gesehen haben, waren die Häuser auch hier nicht fertig…unverputzt und meist nur mit dem Nötigsten zusammengezimmert.
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| Überhitzter Motorraum...meist fahren sie "offen" |
Puno hat 118.000 Einwohner und liegt 3.800 m hoch am Ufer des Titicaca-Sees im Süden von Peru und ist ebenfalls als „Ciudad de Plata“ (dt. die Stadt des Silbers) bekannt. Der Name stammt aus früheren Zeiten, in denen die Silberminen Punos zu den ergiebigsten Perus gehörten. Highlight der Stadt ist natürlich der Titicacasee…Die Höhe machte uns nach den letzten Tagen kein Problem. (Sollten wir jemals wieder auf die Zugspitze (2.962 m) kommen, werden wir es wohl körperlich kaum bemerken ;))
Glücklicherweise wussten wir im Vorfeld wo wir einen Unterschlupf für uns und Löördie finden würden, denn an diesem Tag hätte sich die Suche in der Stadt eher hingezogen…Die Stadt war ausser Rand und Band. Es war Karneval! Hellau!...der sich zwar vom brasilianischen (Halbnackte, dürre Frauen gab es hier nicht), aber nicht viel vom deutschen unterscheidet.
Die Kostüme waren zwar meist Trachten aber der Alkoholpegel war vermutlich der Gleiche…In Gruppen von Jung und Alt tanzten, musizierten und sangen sich die Vereine durch die Straßen, begleitet von begeisterten Zuschauern Es war kaum ein Durchkommen. Als wir uns auf dem Heimweg machten, kämpften wir uns durch den Startpunkt, wo alle Gruppen begannen loszulaufen. Was hier los war…Grills qualmten, Palettenweise Bier für Jung und Alt für Frau und Mann…uns so manch einer schaukelte heftig, bevor er sich in seine Tanzgruppe einreihte. Karneval ist wohl überall ein Fest.
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| Der mit dem Puma tanzt |
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| Nanu, plötzlich so dunkel hier... |
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| ER hatte ein Kostüm |
Unsere Unterkunft war ein schickes Hotel, mit „Campingmöglichkeiten“ für Fahrzeuge. Direkt am See gelegen, mit Alpacas und Meerschweinen im Garten. Der Weg zur Küche war also nicht weit…
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| Wilde Meersau auch als NUTZtier zu verwenden |
Hier trafen wir nach exakt 5 Monaten unser liebes Ostfriesisch-Holländisch-Brasilianisches Reise-Eheduo wieder. Mit Wera und Friso wollten wir noch ein paar Tage/Wochen verbringen, bevor sie und Sprinterli die endgültige Heimreise nach Deutschland antreten würden. Sie hatten die letzten Monate in Equador, den Galapagosinseln, Peru und der Heimat verbracht.
Das Wetter war meist wechselhaft. Entweder regnete, bzw. nieselte es oder es schien die Sonne. Einen halben Tag konnte man also immer gut planen.
So trieb es uns natürlich auch auf den berühmten Titicacasee, in welchem sich 49 „schwimmende Inseln“, aus getrockneten Totora-Schilf, befinden. Diese erreicht man nur mit einem Schiff, bzw, einer Tour (5 km westlich vom Hafen). Wir wussten, dass diese Tour touristisch sein würde, dennoch wollten wir alle einen Fuss auf eine der treibenden Insel setzen und die Bewohner, die UROS kennenlernen.
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| selbst ist die Frau |
Die Inseln sind alle voneinander getrennt. Mal eben „rüberhopsen“ geht nicht. Wir erhielten einen kurze Einweisung und Erläuterung über den See und die Inseln. Es leben zwischen fünf und sieben Familien auf einer Insel, ca. 2.000 Menschen gibt es hier insgesamt. Eine Krankenstation und eine Schule (Mittelstufe) gibt es ebenfalls.
http://de.wikipedia.org/wiki/Urus
Ebenfalls erklärte man uns die die Herkunft des Namens Titicaca.
Er soll auf zwei Aymara-Wörtern beruhen:
titi heißt „Große Katze“ oder „Puma“ und kaka heißt „grau“. Der Legende nach ist der erste Inka, Manco Cápac, über einen Felsen auf der Sonneninsel („Titi-Karka“, oder „Puma-Felsen“; „karka“ = Stein, Felsen) auf die Erde gestiegen. Dieser Felsen hat (mit genügend Fantasie betrachtet) die Form des Kopfes einer Wildkatze. Eine liegende Katze ist aber auch zu erkennen, wenn die Landkarte mit dem See auf den Kopf gestellt wird.
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| Erklärung des See-Namens |
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| Luftbild des Titicacasees inkl. Grenze |
Nachdem wir natürlich noch selbstgeklöppelte Schilfsachen angedreht bekommen und auch gekauft hatten, wurden wir mit dem Schilfbötchen genannt „MERCEDES“ gegen ein kleines Entgelt, auf die „Gastro-Insel“ gefahren, begleitet von 3 Kindern, die Lieder in allen Sprachen zu Besten gaben…alle Kinder hier lernen diese Lieder, ebenfalls den Dackelblick und das Handaufhalten. Es war aber nicht weiter schlimm, denn unsere waren wirklich lieb und umgänglich sowie dankbar.
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| Königin Wera spricht zum Volk |
Wir waren sowieso von den Kindern dieses Landes bis jetzt sehr angetan, so hatten wir bereits im Colca Tal auf jeden verschenkten Lutscher oder Bonbon ein anständiges „Muchas Gracias“ vernommen. Geht doch. Klasse!
Die „Gastronomie-Insel“ hatte 3 kleine Restaurants, weitere Souvenirläden, einen Kiosk, eine HOSPEDAJE, alias Hotel, sowie eine Toilette. Diese Einrichtungen nutzten wir allerdings weniger, denn so schön diese Inselchen eigentlich waren, gab es leider auch eine Menge Dreck. Müll lag herum und die Hunde die hier ebenfalls lebten buddelten für ihr Geschäft ihren Po lediglich in das aß-feuchte Schilf und „liessen laufen“… Gerne auch mal direkt neben einem. Fliessend Wasser gab es ebenfalls nicht, Strom kam über Solar natürlich für: DEN FERNSEHER ;) (es ist und bleibt ein Phänomen)
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| Hotel |
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| WC |
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| Mercedes |
Die Rückfahrt wurde zum Erlebnis, da wir „Schiffbruch“ erlitten und mehrere Minuten durch das Schilf trieben, was weder die Crew noch die Passagiere gross in Hektik oder Verärgerung versetzte. Es herrscht eine Gelassenheit, da könnten sich so einige Deutsche diverse Scheibchen von abschneiden. „Gerettet“ wurden wir erst vom 2 od. 3 vorbeikommenden Schiff (die anderen waren ja eine andere Company), indem unser Boot daran festgebunden wurde und wir gezogen wurde. Ehrenwerter Weise wurde dem Schlepper-Captain im Hafen ein voller Kanister Benzin überreicht.
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| Schilf-Fahrt |
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Hannover Maschsee vs Titicaca
ein SCHWANAMARAN |
Nach einer kräftigen Geburtstagssause machten wir uns am 7.2. wieder „auf den Patt.“ Heute ging es bei herrlichem Geburtstagswetter in das ca. 280 km entfernte La Paz in Bolivien.
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| Meerschweinfestival...leider verpasst |
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| Kathedrale |
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Handtaschen-Diebe haben keine Chance,
es sei denn, sie haben eine Schere dabei... |
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| Titicacasee südwärts... |
Das war die einzige Stadt Boliviens, die wir uns noch anschauen wollten, bevor wir wieder nach Peru zurückkehrten…die schönsten Städte und Gebiete Boliviens hatten wir schon vor Monaten mit Wera und Friso ausführlich besichtigt.
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