24.02.2012

13.02.2012 Cusco / Peru

Wir verliessen Puno via Ruta 3 und stoppten zwecks Tanken und Kohleziehen nochmal in der Horrorstadt Juliaca. War nicht sooo schlimm wie damals angenommen. Ausser, dass auch hier Karneval und somit Verkehrsstopp und Stress war. Danach machten wir uns auf gen Cusco…der angeblich schönsten Stadt Perus. Das wollen wir ja mal sehen...

Cusco (auch Cuzco, auf Quechua Qusqu oder Qosqo) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region und der Provinz Cusco im Zentrum des peruanischen Andenhochlandes. Sie liegt in 3.416 m Höhe und hat 348.935 Einwohner. Sie ist Sitz eines Erzbischofs und einer Universität. Die wechselvolle Geschichte als Hauptstadt des Inkareiches, die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung und die Landschaft inmitten der Anden machen sie zum Anziehungspunkt vieler Touristen. Als Ausgangspunkt zu der Inkastadt Machu Picchu ist sie weltbekannt geworden.
1983 wurde sie in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen.


Wir erreichten die Stadt nach 300 km über das Hochland, welches bis über 4.000 m hoch gelegen war. Vorerst sahen wir ausser saftig grüner, bergiger Natur und wenigen Menschen, nix. Es war fast friedlich. Das änderte sich, Serpentinen nahmen zu, genauso wie Dörfer und Menschen am Wegesrand sowie Maisfelder. In den Strassengräben sassen kleine Kinder oder Frauen, welche auf die Rinder, Schaf oder Eselherden aufpassten trotz strömenden Regens harrten sie der Dinge..ohne Regencape oder Knirps…sie waren klitschnass bis auf die Knochen, wirkten dennoch glücklich und winkten lieb, wenn sie uns sahen.
Adieu, Puno!
kommt ein Wagen voll beladen...
Peru Rail
egal wo und wie: gekickt wird IMMER
Wera und Friso, die wir kurzfristig für 2 Tage „freiliessen“, da sie sich den Colca Canyon anschauten, hatten eine besondere Begegnung: Sie nahmen eine Tramperin samt Kind mit, in welches sich, besonders Wera – verständlicherweise – verliebte. Es gibt sie also d/noch, die Liebe auf den Ersten Blick.
Lama Love!
by Wera & Friso
http://entdeckungsreise.jimdo.com
Den einzigen Campingplatz der Stadt „Quinta Lala“ fanden wir fast überschwemmt vor. Er lag etwas oberhalb der Stadt bei den Ruinen. Das GPS hatte uns zuvor durch die engen und überfüllten Gassen, der uns auf Anhieb gefallenen Stadt, geführt. Ja sogar Treppenstufen wollte es uns hochschicken. Nach den sonstigen Einbahnstraßen eine willkommene Abwechslung.

Hatten wir erwähnt, dass es immer noch viel regnete?

Wera und Friso hatten sowohl im Colca Tal, als auch „a la minute“ auf dem Campingplatz das Sprinterli ausbuddeln müssen. Zum Glück kamen wir erst später hinzu  …wo Wera erneut einen Rekord im Blitz-Manicure-Programm aufstellte.
Wir wählten erneut den „Maria & Joseph Platz“ unter dem Dach, allerdings heute mal zwischen brütenden Hühnern…meine Freude zwischen dem Federvieh zu wohnen hielt sich in Grenzen.
Neben Wera und Friso, unserem lieblings-Ostfriesen-Holland-Doppel-Powerpack, fanden sich dort noch weitere lustige und liebe Leute auf dem Gelände ein…wie zum Beispiel Ingrid und Jörg aus Deutschland, (Lutherstadt Eisleben) die mit Ihrem Unimog im April 2010 in Kanada gestartet sind, um die Welt zu umrunden…Ebenfalls Ray und Jo, ein weiteres Deutsch-Holländisches Duo, aus Rothenburg an der Wümme, mit ihrem silbernen Sprinter, der bereits bei unserer Ankunft festgefahren war. Jo wartete eigtl. auf Bodenfrost um dort wieder herauszukommen…Ein FIAT Ducato aus Gmunden in Oberösterreich war ebenfalls eingesackt und sass fest. Hinzu kamen Andrea und Lukas aus der Schweiz, die wir schon in La Paz getroffen hatten. Das seit 11 Monaten tourende Schweizer Duo sackte am nächsten Morgen mit Ihrem Defender (!!) ein, sodass alle man anpacken mussten, in Nachhinein waren es allerdings nur die Sandbleche, die wirklich „aus der Patsche“ halfen. Wolfgang aus Wien traf mit seiner Mercedes Iglhaut ein, fuhr einmal komplett über die inzwischen schwimmende Wiese uns sass auch fest. Um Deutschlands Nachbarn fast komplett zu machen kam am Tag darauf noch das französischer Ehepaar Luc und Caroline mit ihren vier gut geratenen Söhnen sowie deren fast 10m langen Ford. Unabhängig davon, dass es langsam eng auf dem eher provisorisch angelegten Campingplatz wurde, blieben sie schlauerweise vor der Tür stehen und gaben sich nicht der Schlammschlacht hin. Ein weiteres Paar aus Frankreich tat es ihnen gleich…
da sah die Welt noch fast gut aus
Defender steckt fest...
WC-Haus
Dusche vom Feinsten. Model Niagara
Es gab ein Haus am Rande des Platzes mit sehr rustikaler WC-Duschsituation und Internet. Durch den Regen sah es ziemlich säuisch irgendwann aus. Und wir auch. Richtige Profis hatten Gummistiefel dabei. Andere gingen barfuß in Crocs oder FlipFlos, danach samt Montur unter die Dusche.
Die Stadt Cusco ist tatsächlich sehr schön. Kolonial sagt man sogar dazu. Der Tourismus ist am boomen. JEDER, aber wirklich jeder will etwas vom grossen Kuchen abhaben. Kirchen sind lediglich gegen eine Eintrittsgebühr zugänglich. Man kann kaum einen Schritt vor der anderen setzen ohne von jmd. angesprochen zu werden. Restaurantschlepper, Tourenanbieter oder Souvenirverkäufer machen einem den Gang durch die Stadt schon schwer. Zwischendrin auch kleine Kinder die selbstgebastelte Sachen oder Krempel an den Mann/Frau bringen wollen.
Willkommen in Cusco!
auch hier wird geheiratet
Neben den touristischen Klamottenläden mit Ponchos, Chullas und Co (aus China) gibt es ebenfalls diverse hochwertige Bekleidung. Besonders beliebt und edel ist Alpaka. Lieber noch Baby-Alpaka. Spitzenreiter bzw. das Edelste ist die Wolle des Vicunia. Ein hübscher Schal, dessen Material Cashmere ähnelt, kostet schon mal schlanke 800 US Dollar. Für einen Schal eigentlich doch gerade angemessen.
Neben landestypischen Restaurants finden sich hier auch MC Donalds , KFC und Starbucks. Aber alles verpackt in kleinen schnuckeligen Kolonialhäuschen. Auch waren wir mal richtig modern aus und genossen die moderne peruanische Küche des renommierten Restaurants „Chi Cha“. Die peruanische Küche gefällt uns bis dato recht gut. Sie ist vielseitig oftmals ausgewogen aber auch experimentell. Damit meine ich aber keine Meerschweinchen.
Selbst peruanische Weine kann man gut trinken. Sie kommen meistens aus der Region ICA oder noch weiter südlich bei Arequipa.
Preislich liegt man hier bei Hotels, Essen, Wein, Diesel/Benzin.im Mittelfeld, gemessen an den chilenischen und bolivianischen Preisen. Diesel ist mit 4,00 € pro Gallone (3,8 l) sogar recht teuer. Allerdings ist es uns nicht gelungen, bei unserem Bolivien Kurztripp zu tanken. Momentan haben Ausländer Tank-Technisch nix zu melden….
In Cusco gibt es natürlich auch einen grossen Mercado, wo es köstliche Leckereien und anderen Sachen, u.A. auch Dienstleistungen gibt. So liess ich eine neue Hose ändern sowie einen Reissverschluss einnähen und bezahlte dafür knapp 2,00 €. Obst und Gemüse gibt es endlich wieder in Hülle und Fülle und vor allem ist es köstlich und günstig.
Wera stürmt den Markt
??? Schön ist anders...
...lecker?
"Singer" Power
Die nettesten Polizisten trafen wir auch hier. Denn als wir am Rande einer kleinen, aber gut frequentierten Strasse parkten, sprach uns ein Polizist an. Vorab entschuldigten wir uns und beteuerten, wir würde in ein paar Minuten weiterfahren…doch das interessierte ihn nicht, eigentlich wollte er doch nur wissen, ob es uns gut geht und alles „tranquillo“ ist…
Mit Hinblick auf weiteren Regen widmeten wir uns eines Tages dem Grund, weshalb wir eigentlich hier her gekommen waren: Dem Ausflug nach Machu Picchu. Aber das soll ein eigenes Kapitel werden…Schon die Buchung und Anreise könnte ein Bestseller werden….also, holt Euch schon mal was zu trinken und zu knabbern…
Es kam der Tag, wo Ingrid und Jörg mit ihrem Unimog weiterzogen…und es dauerte nicht lange, da schlossen sich ihnen alle an. In der Hoffnung, von dem Unimog aus dem Matsch und Schlamm befreit zu werden…Natürlich hatten der Unimog eine Seilwinde und Kraft…und so nahm „ER“ sich den ganzen Platz und seine Gäste nacheinander vor…ausser uns natürlich ;) Neben Winde, vereinten Kräften und Körpereinsatz aller, sowie allen verfügbaren Sandblechen war der Campingplatz nach 2 Stunden von Autos bereinigt…und wurde daraufhin erst mal geschlossen.
Die Buddel-Bande
Die Tage in Cusco waren trotz Regen und vor allem nächtlicher Kälte schön und besonders interessant. Es war für uns das Erste Mal, so gebündelt zu stehen und so viele verschiedene Nasen zu treffen, Informationen, GPS Karten, Reisführer und Material auszutauschen oder Erlebnisse zu teilen. Waren wir doch bis dato antizyklisch gefahren und hatten vergleichbar wenige Overlander getroffen. (Das grösste Treffen findet übrigens Sylvester in Ushuaia / Feuerland statt)

Weitere interessante Infos findet man auch hier:
http://zottisontour.blogspot.com/p/liebe-leute-unterwegs_12.html

Mit einem Ticket (45,00€) für den Einlass der sagenumwogenden Inca-Ruinen bzw. DER weltberühmten Inca-Stadt MachuPicchu, machten wir uns auf den Weg gen Norden…
Luftlinie sind es nur wenige Kilometer Entfernung…doch sollte es nicht so einfach sein, dort anzukommen…

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