15.08.2012

11.08.2012 San Cristóbal de las Casas / Mexico

Auf dem Weg nach San Cristóbal erkundeten wir die mexikanische Bergwelt, welche mit Straßenverkäufern und Toppes gespickt war. Von beidem gab es zu viel, beides war zu penetrant. Aber schön war es landschaftlich dennoch.
Je höher wir kamen, umso breiter wurde das Grinsen von Clemens, denn es würde kühler.
Gegen Spätnachmittag erreichten wir die 185.000 Einwohner Stadt und quartierten uns etwas ausserhalb auf dem Campingplatz „San Nicolas“ ein.
Mexico ist ähnlich wie Argentinien ein „Camping-Land“ und somit gibt es fast überall die Möglichkeit sicher, aber nicht immer sauber, zu stehen.
Nach einer wunderbaren Grill & Backsituation in unserer kleinen Gartenlaube, dem nächtlichen, gewaltigen Gegenguss und fallenden Temperaturen, erkundeten wir am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein die wunderschöne, bunte Stadt.
Fleisch & Brotzeit

San Cristóbal de las Casas ist eine Stadt im zentralen Hochland von Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat von Mexiko. Die Stadt liegt auf 2.100 m Höhe. Sie wurde als Pueblo Mágico ausgezeichnet. (Ein Pueblo Mágico (Magischer Ort) ist eine Ortschaft in Mexiko, die wegen ihres typischen und gepflegten Charakters als besonders sehenswert ausgezeichnet wurde.)


Die Stadt hieß ursprünglich nur San Cristóbal; die Ergänzung de las Casas wurde später angefügt, um an Bartolomé de Las Casas zu erinnern, einen spanischen Dominikanermönch, der als Bischof von Chiapas in der Kolonialzeit für die Rechte der indigenen Bevölkerung eintrat. 

Die Stadt ist weltberühmt für ihre Kolonialarchitektur und ist eines der wichtigsten touristischen Ziele in Chiapas. Das Bergland um San Cristobal ist hauptsächlich von Mayas bewohnt. 

Die Bewohner dieser Dörfer sprechen Spanisch häufig nur als erste Fremdsprache, wenn überhaupt. 1994 geriet San Cristóbal de las Casas kurzzeitig in den Fokus der Weltöffentlichkeit, als die Zapatisten, organisiert in der EZLN, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzen und den Folgen der Globalisierung kritisch gegenüberstehen, dort ihren Aufstand begannen. San Cristóbal wurde drei Tage von den Zapatisten besetzt, bis die mexikanische Armee diese wieder von dort verdrängte. Die Zapatisten zogen sich anschließend ins umliegende Bergland und in die Urwälder an der Grenze zu Guatemala zurück. 
http://de.wikipedia.org/wiki/San_Crist%C3%B3bal_de_las_Casas

Auch diese Stadt ist wunderschön, die Strassen ordentlich und aufgeräumt. Sie hat diverse hübsche und beeindruckende Gebäude sowie alles was man sonst benötigt. Sogar finden sich hier endlich wieder Strassencafés! Long time no see!

Für unseren Geschmack gibt sogar leider etwas zu viel von ALLEM, denn es scheint ein Aussteigerparadies zu sein und somit ist es hier nur bedingt authentisch…alle  toben sich hier aus. Geschmackvoll ist es, keine Frage. Krempel gibt es nicht.

Frauen in bunten Gewändern, die mit ihren Kindern durch die Gassen ziehen, Straßenverkäufer und Männer mit Cowboyhut im Schatten der Bäume lassen einen erahnen, wo man ist. Ansonsten gibt es eine wunderschöne Fussgängerzone, welche eine Bar, Café und Restaurantauswahl aufweist, dass einem die Ohren klingeln. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Somit aßen wir hier unser bestes Thai Curry.
Hut oder Handlesen?
Bestes grünes Thai-Curry
Vino y Tapas Bar (von 3 Italienern) hat Sperrstunde um 24:00
Weinkunde
 Trotz Regenzeit tummeln sich unendlich viele Touristen hier, es gibt keine Sprache die wir hier nicht vernommen haben. Angeführt natürlich von Italiener,Franzosen und Mexicanern.
Die Stadt scheint sehr sicher und man kann abends problemlos durch die Strassen laufen. Das Polizeiaufgebot ist minimal. Wenige Pump-Gun-Männer in Sichtweite, was das „Flanieren“ wiederum sehr angenehm macht, weil man nicht ständig in einem Gewehrlauf schaut.

Zu später Stunde stolpert man leider über kleine Kinder die Blumen verkaufen. Diese Kinder sind obdachlos, bzw. müssen bereits im Alter von 4 Jahren anfangen zu arbeiten, da sie für ihren Schlafplatz in Übernachtungsstellen bezahlen müssen. Von Einheimischen erfuhren wir, dass San Cristobal ein großes Problem mit Strassenkinden hat. Eine Auffangstelle gibt es hier für die Steppkes nicht. Es wird auch nichts dagegen unternommen. Es ist halt so.

Auch tagsüber sieht und erlebt man viele Kinder, die Ketten, Puppen und Figürchen etc. verkaufen. Sie laufen in Scharen mit ihren Müttern durch die Strassen und sprechen Leute an, in der Hoffnung ein paar Pesos zu verdienen, werden allerding von Mutter beobachtet und weitergeschickt.
Das ist teilweise leider extrem penetrant.
Die Blumenkinder haben diese Eltern nicht mehr, sie können oder wollen ihre Kinder nicht mehr aufziehen. Die Kinder sind auf sich alleine gestellt. Für uns völlig unvorstellbar, dass ein 4-5 jähriger nachts durch die Strassen und Kneipen rennt um sich seinen Schlafplatz, für ein paar Stunden, zu finanzieren. Denn ab früh morgens geht die Suche nach ein paar Pesos weiter. Unglaublich, wie diesen kleinen Personen ihr Kindheit geraubt wird. Spielende Kinder sieht man lediglich bei den Touristen.
Demo gegen Waffen
Chicharrón (frittierte Schweinehaut)
mmmh, Mango am Stiel
...mit Limone und Chili
Neonbeleuchtung in Landesfarben am Altar
Blumenlädchen
Grill-Stube
Meine neue Leidenschaft: Tür "Klopf-Klopf"-er
Päuschen zum Nachmittag
Buchhandlung LA PARED tauscht Bücher & Reisefüher. Super nett!
Kathedrale
schön schlicht

Die Stadt ist sehr sehenswert und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Auch hier gibt es eine grandiose Restaurant und Hotelauswahl (von $ bis $$$$$) sowie eine tolle Ausflugsprogramme in die Umgebung.
 Man sollte aber nicht erwarten, dass man hier das „typische“ Mexico trifft, bzw. DAS was man sich  unter Mexico vorstellt… Leider (noch) keinen Sombrero und Kaktus gesichtet…dafür Mezcal und Tequilla.
Ok. Man nimmt was man kriegt. Salut!
Bier darf in Strassencafés nur aus Gläsern getrunken werden. Flaschenverbot.
220 km in 3:30 Std. von Palenque nach San Cristóbal

13.08.2012

10.08.2012 Palenque / Mexico

Nach den kleinen Anlaufschwierigkeiten waren wir  froh hier zu sein und genossen die Fahrt durch die Gemeinde. Wir stoppten in der Stadt EMILIANO ZAPATA und besuchten unseren ersten mexikanischen Supermarkt…so viel sei gesagt: Die kommenden Wochen werden wir weder verhungern, noch verdursten. Hier wird so Einiges aufgefahren, was mit Sicherheit auch für die US Touris gedacht ist.
futtern am Wegesrand
bessere Straßen für besseres Leben
Der bislang grösste Nervkram an Mexiko bis jetzt sind die TOPES. In Guatemala waren sie im Norden schon öfter aufgetaucht, ansonsten waren sie seit Peru fast so gut wie verschwunden. Hier finden sie sich teilweise alle Hundert Meter. Topes sind übrigens Bodenschwellen, auch bekannt als schlafende Hunde oder pennende Polizisten oder, oder, oder…auf jeden Fall sind sie hier so ausgeprägt, dass wenn man sie übersieht, das Auto einen gewaltigen Satz macht und Besteckkasten und Schränke neu einsortiert werden können. Na das wird ein Spaß. Wir erreichten, nach weiteren 3-5 Militärkontrollen, am Nachmittag bei Regenguss das Örtchen Palenque, wo sich weitere Maya Ruinen befinden, die wir uns natürlich auch noch ansehen wollten. Der Regen nahm kein Ende. Es regnete so stark, dass auch heute gewisse Tropfen den Weg in das Auto fanden. Soll heissen: Ein Landy ist nie dicht. Daher gibt die ein oder andere Stelle, wo je nach Standlage auch gern mal hineinregnet. Mal mehr und mal weniger, mal gar nicht. Der angepeilte und nette Campingplatz MAYA BELL, nur 2 km von den Ruinen entfernt, fiel buchstäblich ins Wasser. Hier gibt es leider keinen Unterstand, was sonst ggf. noch machbar gewesen wäre…demnach blieben wir dennoch dort, nahmen aber eine schnuckelige Schilfbedachte Hütte und verlegten unser angedachtes BBQ auf die Miniveranda.
Langsam! Kinder in Freiheit ;)
Am Morgen nach dem Regen ging es zum Eingang der Ruinen. Erschrocken waren wir darüber, was hier los war…schon fünf Leute fingen uns am Auto ab, Guides, Kinder mit Schmuck, Muttchen mit Obst, Parkplatzwächter etc. Der Eintritt ist mit 4,50 € eigentlich ein Witz, dafür wird man sein Geld über einen Guide los. Generell ist man hier der Ansicht, dass wir – die Touristen – und vor allem im eigenen Auto angereist, extrem viel Geld haben und daher ihnen davon was abgeben könnten. Das wir dafür gearbeitet und gespart haben sowie all unser Hab und Gut verkauft haben, ahnen sie nicht und versehen sie nicht. In Südamerika hat man uns das nie so direkt ins Gesicht gesagt. Dennoch fanden wir mit unserem erneut sehr gut englischsprechendem Guide Ernesto einen gesunden Mittelweg und somit führte man uns um, in, an und auf die Ruinen.  

Palenque war eine bedeutende Stadt der Maya. Sie liegt im heutigen mexikanischen Bundesstaat Chiapas und gehört seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe. . Die Stadt liegt auf einer Terrasse an den Hügeln des weiter im Süden gelegenen Hochlands von Chiapas und erstreckt sich rund zwei Kilometer in Ost-West-Richtung. Zahlreiche kleine Bäche fließen durch die archäologische Zone von Palenque. 

Die Ruinen, für die oft künstliche Terrassierungen angelegt wurden, schmiegen sich an die grünen Hügel des Hochlands an, die in die Architektur der Stadt integriert wurden. Bisher wurden erst circa 5 Prozent der Bauten freigelegt. Der Rest ist noch vom Dschungel überwachsen. 

Das Zentrum der Stadt bilden der Tempel der Inschriften, der vermutlich das bekannteste Gebäude Palenques ist, und der ihm gegenüberliegende Palast. Neben dem Gebäudekomplex der benachbart liegenden sogenannten Kreuzgruppe gruppieren sich um das Zentrum noch viele weitere alleinstehende Bauten, die auf Sockelplattformen errichtet wurden. Nahezu alle Gebäude wurden mit feinen und detailreichen Stuckreliefs verziert, sowohl im Inneren als auch aus den Außenwänden. Ebenso typisch für Palenque ist das häufige Auftreten von Nischen sowie die Dachkämme vieler Bauten. Unter anderem deshalb gilt die Architektur der Ruinen von Palenque oft als besonders elegant und anmutig. 
http://de.wikipedia.org/wiki/Palenque 
Ruine, noch nicht "geborgen" bzw. freigelegt

überall auf dem Gelände finden sich klene Verkaufstände.Wir finden, dass es ablenkt...
Die Anlage ist wirklich sehr beeindruckend und extrem gut für Touristen „vorbereitet“. Man kann kaum einen Schritt vor den anderen machen, ohne nicht ein neues Fotomotiv vor Augen zu haben. Wir hatten Glück und das Wetter blieb trocken, dennoch war es unerträglich heiss. Nach knapp 2 Stunden Führung bestiegen wir einige Pyramiden selber und marschierten über das Gelände, welches ebenfalls im Dschungel liegt. Das erst circa 5 Prozent der Bauten freigelegt worden ist und der Rest noch vom Dschungel überwachsen ist, ist kaum vorstellbar. Zwar ist es hier weit aus touristischer als bei Tikal und Copán, aber das stellen wir hinten an, denn die Arbeit, die hier geleistet wurde, versetzt einen ins Staunen.
Hier wohnte schon ein Österreicher http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Friedrich_von_Waldeck
Einfach nur WOW, die Detailarbeit, wie Stuck, Fresken und Co. Absolutes Highlight! Doppeldaumen hoch. Uns haben alle genannten drei Maya Ruinen gefallen, denn alle sind einzigartig und bestechen durch ihre Merkmale, Besonderheiten sowie Vor und Nachteile. Alle drei sind absolut empfehlenswert und ein Besuch lohnt sich!

Weiter ging es für uns gen Süden, die Berge hinauf in wohl eine der schönsten Städte Mexicos, genannt San Cristobal.
Grenze via Tenosique nach Palengue (196 km) in 4,5 Stunden