31.05.2012

27.05.2012 Laguna Quilotoa / Ecuador

Zugegeben, die Hauptstadt zu verlassen ist schwieriger als in sie hineinzukommen. Denn genau 3 Wege führen hinaus und da wird selbst das GPS verrückt. Glücklicherweise sind die Strassen aber ziemlich gut in Schuss und es geht Schuss von den 2.850 m hinunter, das sogar 4 spurig.
Somit landeten wir auf der Panamericana Sur und düsten bei Sonnenschein so dahin.

Neben uns sahen wir den Nationalpark mit dem gewaltigen Vulkan COTOPAXI, welchen wir aber aufgrund von extremen Nebels mieden, weil man ihn nicht sah. Vulkane müssen sich nach unserer Zeit Chile sowieso erst mal gaaaanz hinten anstellen. Geht nicht alles und unter Zeitdruck eh nicht.

Wir steuerten nach der Ortschaft Lasso die Heimat der KICHWA Indianer an und versanken in der Abgeschiedenheit der Bergwelt…zwischen Hirten und Bauern in kleinen Bergdörfern, wo man uns vom Treppenabsatz mit grossen Augen und offenem Mund anguckte. Kinder liefen neben dem Auto mit und winkten. Die Strassenverhältnisse waren eher sandig und staubig und diverse Stellen schienen nach der Regenzeit gerade ausgebessert zu werden. Für unseren Löördie stellten selbst die „kaputten“ Strassen kein Problem dar. Tss. Easy Peasy. Löördie rockt!
Nach 5,5 Stunden Fahrt, durch gewaltige Berglandschaften mit Wäldern, Bergseen und sogar Halbwüste, erreichten wir die selbsternannte „Ortschaft“ QUILOTOA auf 3.914 m. Es war eisig kalt und es zog wie Hechtsuppe. Aber holla! Hier leben die Menschen von Schafzucht, Kartoffel-und Gersteanbau und von dem abgesoffenen Vulkankrater, weshalb wir her gekommen waren.
KRATER nicht Vulkan.

Quilotoa ist der Name einer Caldera und des darin befindlichen Kratersees, zugleich der westlichste Vulkan in den ecuadorianischen Anden. Heute liegt der höchste Punkt auf 3.914 m Höhe, Durchmesser der Caldera ist 3 km. Der letzte Ausbruch fand möglicherweise im Jahr 1280 statt. Zu dieser Zeit ereignete sich ein gewaltiger Ausbruch (Stufe 6 auf der Skala des Vulkanexplosivitätsindex), dessen Lahar und pyroklastischer Strom den Pazifikerreichten. Seitdem liegt in der Caldera ein bis zu 250 m tiefer Kratersee mit durch Mineralien entstandener grüner Färbung
City
Laguna Quilotoa
Kraterzottis
Zwar bot man uns an, dass wir vor Ort direkt stehen bleiben und übernachten könnten, doch bei den gefühlten Minusgraden und der eisigen Briese bevorzugten wir die Abreise.
(@Friso, uns fehlt immer noch ein Thermometer! ;))

Die weitere Fahrt unseres Loops war ebenfalls sensationell, durch wohl eines der schönsten Bergpanoramas Ecuadors, welches sich über dem weiten Andenbecken der Stadt Latacunga erstreckt und von vier Vulkanen bewacht wird. Leider war es extrem nebelig, sodass wir die vier nicht wirklich zu Gesicht bekamen.

Somit nutzen wir die Gelegenheit und verschenkten einen Grossteil unserer Winterkleidung am Wegesrand an einen jungen T-Shirttragenden Hirten, der in einer Holzbarracke mit Lehmboden mit seiner Grossfamilie und seiner Herde lebte. Große, freudige, feuchte Augen blickten uns aus einem von der Sonne gegerbten Gesicht an, als Fleecedecken, warme Woll-Pullover und Socken sowie Thermohosen ans Tageslicht kamen. Ach, und der alte Elektrorasierer von Clemens.

Wir "rollten noch aus" und erreichten bei Dunkelheit die an der Panam liegende Stadt Latacunga, welche mit 75.000 Einwohnern nicht so klein ist. Auf Knopfdruck fanden wir eine schöne, zentrale und sichere Bleibe mit angeschlossener Pizzeria. Die Freude über unseren Besuch war gross, denn der uruguayische Besitzer ist grosser Landyfan und rief gleich weitere „Fans“ zur Besichtigung, die dann im eigenen Landy vor fuhren…

24.05.2012 Quito / Ecuador

Tja, nun waren wir auch hier angekommen…in der Hauptstadt von Ecuador.

Quito – sprich KITO hat ungefähr 2 Mio. Einwohner und liegt wie bereits mitgeteilt ca. 20 km vom Äquator entfernt sowie in einem „Andenbecken“. Zudem liegt die Stadt auf einer Höhe von 2.850 m was uns nicht wirklich Probleme bereitete, Mindo lag ja am Tag davor schon auf 1.200 m. Einfach flach durch den Bauch atmen und Tee trinken sowie wieder warm anziehen. Im Vergleich zu den letzten Wochen war es hier "oben" schon schattig. Aber auch die Sonne liess sich mal blicken und dann  waren es gemütliche 22 Grad.
Nun endlich wieder:
Quito ist somit noch vor der bolivianischen Hauptstadt Sucre die höchstgelegene Hauptstadt der Welt und nach Guayaquil die zweitgrößte Stadt des Landes Ecuador. Jawohl. Endlich wieder Rekorde!

Fast ganz Quito befindet sich auf sandigen Böden vulkanischen Ursprungs. Erdbeben und Aschefälle haben Quito schon öfter heimgesucht. Quito ist von 14 Vulkanen umgeben und zerstörte Gebäude in der Altstadt wurden nach Erdbeben mindestens viermal wieder aufgebaut. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe, so hat UNESCO entschieden. Nicht nur ein Haus, nö gleich die gesamte Altstadt. Nicht kleckern…
http://de.wikipedia.org/wiki/Quito

Der erste Eindruck beim Hineinfahren in die Stadt erinnerte uns irgendwie an La Paz…ein Häusermeer inmitten von Bergen und Vulkanen…ein scheinbar gewaltiges Chaos…welches sich aber recht gut bewältigen liess und wir zügig im „Ausgehviertel“ Mariscal landeten, denn hier hatten wir eine Bleibe. Nämlich bei Gerd.
Gerd wurde uns schon von vielen Overlandern empfohlen, bzw. von denjenigen, die ein Fahrzeug mit einer max. Höhe von 2,63 m haben, denn dann passt man durch das Gartentor und steht sicher vor einer alten Stadtvilla. Eine hübsche Altbauvilla mit Parkettboden, Biergarten und allen Annehmlichkeiten erwartete uns. Gerd ist auf alles vorbereitet, der Gartenplatz für Wohnmobile hat alles was das Herz begehrt. Er ist halt ein Profi, denn sein Hostal "Zentrum" führt der gebürtige Hamburger und ehemalige Kiezgröße schon seit über 10 Jahren, nachdem er der Reeperbahn und der Großen Freiheit den Rücken gekehrt und sich Quito zugewandt hat. Nun ist er 82 Jahre und rockt hier die Bude. Ein super Typ! Er ist absolut hilfsbereit und nett, es gibt nichts was es nicht gibt z.B. sehr saubere Zimmer für jeden Geldbeutel mit heissen Duschen und funktionierendem Wlan. Eine Rarität in Südamerika.
www.hostalzentrum.com

Gerd und Kumpel Hans
Linda, ein knuddeliger AKITA - japanischer Kampfhund
(pack ich noch ein)
Winke Winke! Frank (Aushilfe) und Super-Gerd
Gleich am ersten Abend brachte uns Gerd mit Hundebär Linda in das erst vor ca. 5 Jahren aus dem Boden gestampfte Beton- Ausgehviertel Mariscal, welches zu Fuss 7 Min. entfernt liegt. Bei Dunkelheit nimmt man aber sicherheitshalber ein Taxi (2,00 US), denn wie in allen Städten der Welt gibt es auch „ungemütliche“ Seitenstrassen. Im Mariscal gibt es u.a. die Plaza Forch und weitere Strassen, welche ein Gastronomisches Angebot aufweisen, dass wir erst mal nicht wussten, wo wir einkehren sollten. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Unglaublich. Völlige Reizüberflutung.
Überschauliche Vorspeisen:
Kartoffelkäsedurcheinander und eine Empanda,
welche in Europa grössentechnisch unter Calzone eingestuft wird
Kleiner Hund ganz hoch!  
hier konzentriert man sich auf das Wesentliche
Um einen ersten Überblick über diese „undurchschaubare“ Stadt zu bekommen, setzen wir uns einen Tag in den allseits beliebten Doppeldeckerbus und lernten getreu dem Motto „Hopp on & hopp off“ grob die Stadt und viele Sehenswürdigkeiten kennen (und lieben). Am Tag darauf marschierten wir nochmal per Pedes die Highlights ab. Der Flughafen befindet sich lustiger weise direkt in der Stadt, sodass wir des öfteren der Kopf im Bus eingezogen haben, da die Flieger so nah über einen düsen. Lufthansa (und sicherlich auch andere Gesellschaften) fliegen diese Stadt im Übrigen nicht an. Zu speziell sei diese Stadt wg. ihrer Lage zwischen den Vulkanen und auch bzgl. der Winde. Denn das Klima ist hier etwas sonderlich. Alles kann – nichts muss. Alle 4 Jahreszeiten können innerhalb von einer Stunder vorkommen. Quito ist quasi das Patagonien von Ecuador.
mit VW on Tour
ducken!
Grüsse nach München
Bei Karl ist die Welt noch in Ordnung.
Hier gibbet den Middachstisch noch für 1,75 € = 1,40 €
Schon schön ist, dass es hier 12 Stunden am Tag hell ist. Von 6h bis 18h. Ein freudiges 12 Stundenfest. Immer. Das ganze Jahr über.
Das ist auch der Grund weshalb die Stadt neben vielen Deutschen, Schweizern und Österreichern auch noch die Holländer als Residenten beherbergt. Was treibt einen Holländer aus seiner Heimat?? Ist doch klar, die Tulpen!...bzw. die Blumen im allgemeinen. Millionen Tonnen an Blumen werden aus Ecuador jährlich exportiert…da sie bei 12 Stunden Tageslicht einfach bombastisch gelingen.

Die Altstadt ist berechtigter Weise von der UNESCO gekürt. Noch nie haben wir in einer Stadt Südamerikas so viele schöne Kirchen gesehen. Es ist unfassbar. Sind sie von aussen meist schlicht, so blitzen das Gold und die Bemalungen in Inneren. Absolut beeindruckend. Wir konnten uns nicht satt sehen. Leider darf man daher in den meisten Kirchen nicht fotografieren…
Basilica del Voto Nacional
Umbau für den Anbau?
Wäsche-Patio
Wir kamen gerade zum Tag der Firmung, wo sich alle Familien schön zurecht gemacht hatten und die Stadt voll war mit Leuten. Alle waren glücklich und stolz und auch die Strassenverkäufer witterten ihre Chance und verkauften wie sie konnten. Das Highlight sind Torten, die Tablettweise durch die Stadt geschleppt werden und direkt vor der Kirche den Hinauskommenden angedreht werden. Aber auch Schuhe, Hüte und Capes für Hunde sind hier total in! Auch hier sind bereits Kinder im Einsatz, die Jungs sind bewaffnet mit einer kleinen Holzbank zum Schuhputzen und die Mädels mit Obst und Süssigkeiten.

Wie schon in Bolivien und Peru beobachtet, haben Kinderwagen Seltenheitswert. Kinder werden entweder getragen oder sie laufen. Wenn Mama das kleine Geschwisterchen trägt und dabei vielleicht auch stillen muss, muss der kleine Knirps halt laufen. Auch wenn er es gerade erst gelernt hat. Das tut das Kind meist brav ohne große Heulerei. Es kennt es ja nicht anders. Gestillt wird hier, wie auch in Peru, recht freizügig. Also genau da, wo es halt sein muss. An der Supermarktkasse, auf der Strasse, auf dem Moped oder einfach im Gehen.
Auch Quito ist Landy-City
Virgen auf den Hügel Panecillo in 3.000 m,
benannt nach einem kleinen Brot,
mit dem der Hügel Ähnlichkeit haben soll
Die ALU-Jungfrau besteht aus 7.000 Stücken
und gilt als grösste Aluminiumdarstellung
der Welt
So sieht es nach einem SYSTEM aus...ist es aber nicht ;)
Bordstein-Snack 
auch hier gibt es Leckeres
auf den Hund gekommen...
Iglesia Santo Domingo und Denkmal Mariscal Sucre
Centro Cultural
Die neuen Pril-Blumen sind eingetroffen.
(Gefertigt aus PET-Deckeln)
Wir durften uns sogar im Präsidentenpalast umsehen…ja, zwar mussten wir regelrecht einen „Daten- Striptease“ hinlegen, aber was tut man nicht alles. Präsident Rafael Correra, der seit 2007 im Amt ist, macht seine Sache sehr geschickt. So wird bei der Besichtigung oft erwähnt, dass er alle Gastgeschenke nicht behält, sondern diese im Palast für das Volk ausstellt. In seiner ebenfalls geschenkten Münzsammlung fand sich auch eine PHILAMONIKA aus Österreich. Eintritt kostete diese 1 Stündige Besichtigung nicht und man bekommt danach noch Foto von sich, gemacht im Innenhof, mit Widmung geschenkt. Wow, den Correra muss mein doch einfach mögen, zumal er sich besonders für gute, asphaltierte Strassen in Ecuador einsetzt und das gefällt uns bis dato natürlich besonders. Sollten sich Peru und Bolivien mal ne verdammt dicke Scheibe abschneiden ;).
Im Regierungspalast
VIP
diese Tafel wüsste ich zu füllen!!!
Hier geht der Dank an Herrn Putin
Gruss aus Wien
der goldene Saal mit allen Präsidentengemälden
an der Landesflagge , vor der jeder salutieren muss
Wachwechsel
In Quito kann man sicherlich ohne Probleme eine Woche verbringen…so viele Museen, Klöster, Kirchen und sonstige Sehenswürdigkeiten gibt es anzuschauen…und da ist das ebenso schöne Umland noch nicht eingerechnet…3 Tage sind aber schon schön, um einen kleinen Einblick zu bekommen.
Kirche LA COMPANIA, von aussen schlicht
Quelle Internet
das Innere versetze uns ins Staunen!
7 t Blattgold wurden verarbeitet.
Einfach nur fantastisch und wunderschön!
Quelle: Internet
mein Blattgoldbaby im Eingang zur Kirche
Iglesia San Francisco
...auch gewaltig...
und wunderschön bunt!
La Merced
Convento San Francisco
die "Unzertrennlichen"
Danach machten wir uns auf und erkundeten das südliche Umland.

Anreise nach QUITO
via Mindo (A) über Mitad del Mundo (B) nach Quito