16.04.2012

12.04.2012 Colán & Negritos-Balcones / Peru

Weiter ging es die Panam gen Norden. Wir steuerten auf die Stadt PIURA zu, die wir aber nicht besuchten. Genug der Städte, Strand war angesagt. Wir hatten uns auch einen schönes Stück ausgeguckt, fanden es aber nicht, bzw. unser GPS kannte die Ortschaft nicht. Scheint ja ein idyllisches Plätzchen zu sein. Vorerst ging weiter gen PAITA, die Stadt die schon ziemlich dicht an der Küste liegt.
Die Landschaft ist hier irgendwie so "Wüstensteppenartig" im Wechsel. Die Strassen bis dahin zu unserer Freude gut ausgebaut, quasi Stossdämpferfreundlich. Den Löördie freut´s!

Im Sonnenuntergang preschten wir auf die Küste zu….es war noch ziemlich heiss, der Boden glühte, es roch nach Meer. Mehr ging nicht!
Nach Paita hielten wir uns nördlich, passierten diverse Fischfabriken und Ähnliches, es roch auf jeden Fall extrem nach Vogelkot….hui, der Geruch brennt in Augen und Nase!
Wir kurvten durch die Gegend, es war bereits dunkel und wir verfluchten das GPS, was unser Ziel nicht fand sowie die Minimalistische Strassenbeschilderung und Beleuchtung, die es nicht gab.

Im Rückspiegel düste ein Polizeiwagen mit Blaulicht hinter uns her...klasse.
Genau, DAS hatte uns gerade jetzt noch gefehlt…
Aber, weit gefehlt: Man hatte uns lediglich beobachtet und wir würden offensichtlich etwas suchen…Man erklärte uns den Weg nach Colán und wünschte uns einen schönen Abend.
Die peruanischen Polizisten sind doch immer wieder eine Rätsel oder auch eine Freude! In unserem Fall (bis dato) netter als erwartet!

Wir fanden die Ortschaft dann doch und hofften, dass es im Sonnenschein so schön sein würde, wie es sich im Dunklen erahnen liess. Beim Meeresrauschen schliefen wir ein. Traumhaft! Paradies?

Ja, Paradies….Blitzeblaues, sauberes und ruhiges Meer…ein sauberer Strand mit Palmen und bunten Hütten, ein grosses Holzhaus mit Plüschsofa, Ausblick und gastronomischen Raffinessen.
Hier wollte ich nie wieder weg.
Zum Wiederholten Male stelle ich fest, dass ich "mehr so der Meer-Stand-Palmen-Typ bin..."
Playa Esmeralda, Colán
Ein in Deutschland lebender Peruaner hatte hier was total Schickes geschaffen. Die Playa Colán Lodge war in der Tat genial. Leider wussten das auch andere und zum Mittag war alles ausgebucht und überlaufen. War ja auch Wochenende...
Hüttchen
Restaurant
Wir zogen weiter und fuhren dann irgendwo querfeldein um auf die Panam zu kommen.
Strom sollte es hier geben...
wir nähern uns einer Stadt...
abgelegene Häuser und Alfonso an den Panam
Dann ging es über die lustig klingende Stadt Talara nach NEGRITOS.
Ein Stück weiter durch die Wüste waren wir am Punkt BALCONES, dem westlichsten Punkt SÜDAMERIKAS angekommen. Sachen gibt´s!
Krebshuckepack
westlicher ging es nicht mehr
Besonders schön war es hier nicht, denn die gesamte Region und Küste nordwärts ist mit Ölbohrmaschinen etc. bestückt.
An einer Tankstelle fragte und eine Seňorita, wie oft wir denn schon überfallen worden sein….?!
Gar nicht – entgegneten wir. Wenn wir an Gott glaubten, würde auch alles gut gehen, so sagte sie.
Nun, in der Hoffnung ging es für uns weiter gen Norden.
Dort sollten die richtig schönen Strände kommen…auf die wir schon seit Chile warteten…
Chiclayo bis Negritos 380 km

15.04.2012

10.04.2012 Chiclayo / Peru

Wir erreichten gegen Mittag die Pforten der Stadt bzw. wuselten wir uns durch diverse Vorstädte, welche staubig und laut waren, aber vor allem ein Verkehrschaos darstellten.
Immer wieder ein Phänomen für uns, dass man SO am Straßenverkehr teilnehmen darf. Dieses Land toppt diesbezüglich tatsächlich alle anderen dieses Kontinents…und Italien.
Chiclayo ist eine Stadt im Norden und Hauptstadt der Region Lambayeque mit zirka 634.600 Einwohnern. Sie ist zirka 20 km von der Pazifikküste an der Panamericana. Die Stadt liegt inmitten eines intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebietes (bewässert durch den Staudamm von Tinajones). Chiclayo ist der nördliche Schwerpunkt der Zuckerrohr-Verarbeitung und ein Stützpunkt der Milchwirtschaft. Hier wird die Milchverarbeitet, die im kühlen Klima des in den Anden gelegenen Cajamarca-Tals produziert wird. Weitere Anbauprodukte der Umgebung Chiclayos sind Baumwolle und Reis. In der Umgebung von Chiclayo befinden sich zahlreiche Pyramiden der Mochica-Kultur. Neben zwei Pyramiden im Ort Sipán 30 km östlich von Chiclayo (Huaca Rajada) wurden bedeutende Königsgräber der Mochica-Kultur angelegt. Seit 1987 wurden dort sechzehn Gräber mit wertvollen Beigaben ausgegraben, die u.a. aus Gold, Silber, Muscheln, Lapislazuli und Ton hergestellt wurden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chiclayo

Es gab also eine Menge zu sehen. Das passierte im Übrigen bei wüstenähnlichen Temperaturen. Die Luft stand still bei 34°. Nicht gerade das Klima um sich auf archelogischen Fundorten rumzutreiben, aber es nützte ja nichts, deshalb waren wir ja her gekommen. Die Stadt selber ist wieder extrem laut, was uns ggf. auch nur so vorkam, da wir aus der ruhigeren Amazonasgegend kamen und hier das Chaos zwischen Motos, Minitaxis, Autos, LKWS, Radfahren und Fussgängern seinen Lauf nahm. Verkehrspolizisten waren zwar anwesend, konnten aber nichts ausrichten. Hier standen sie auch nicht mehr auf der Strasse, sondern in Sicherheit auf einer Art Grünstreifen und pfiffen nur aus Prinzip alle paar Minuten in ihre Trillerpfeife. Interessierte aber niemanden.
Hier möchte ich nochmal den grössten Respekt an alle Touristischen Autofahrer aussprechen. Also in meinem Fall an meinen Lieblingsmann, der sich wie immer tapfer drängelnd, fluchend und wild hupend dem ganzen Zirkus annahm und sich, bzw. uns sicher durch den Verkehr boxte. Danke, Du bist halt einfach der Beste!

Im Nordwesten der Stadt besuchten wir den Parque SANTUARIO HISTÓICO BOSQUE, ein geschütztes tropisches Stück Land. Wohl eines der grössten der Welt, by the way.
In der gesamten Landschaft verbergen sich 50 Pyramiden. Hier durften wir eine Ausgrabungsstätte im Einsatz begutachten, nachdem wir extrem lange den Ort gesucht und dann doch gefunden hatten…Die Ausschilderung der ganzen Orte, Museen, Ausgrabungsstellen ist nicht wirklich gut gestaltet und in unserem Reiseführer auch sehr verwirrend dargestellt... oder vermutlich gibt es einfach zu viel zu sehen.
In FERREŇAFE, bei Batan Grande, 18 km Nordost von Chiclayo, besuchten wir ein weiteres Museum. Das Museum Nacional Sicán. Sehr sehenswert. Hier finden sich nachgestellte Gräber und Funde des Königs SICÁN.
SANTUARIO HISTÓICO BOSQUE
Storch in the city
alle Wege führen ...
mitten in der Wüste: Modernes Museum
SICAN 
Perus Kulturen
Lambayeque- oder auch Sicán-Kultur genannt, war eine blühende Kultur im La Leche-Tal an der Nordküste von Peru im Zeitraum von ca. 700 bis 1375, zwischen dem Ende der Moche-Kultur und dem Höhepunkt des Chimú-Imperiums. Sie ist historisch mit der Huari-Ausdehnung verbunden, von der sie eine lokale Entwicklung sein könnte. Sie ist eine Prä-Inka-Zivilisation. Batan Grande nahe der heutigen Stadt Chiclayo wurde zwischen 900 und 1100 zum politischen und religiösen Zentrum der Lambayeque-Kultur. Sie bewohnte ein Gebiet des heutigen Peru zwischen den herrschenden Völkern Ecuadors im Norden und den großflächigen Gebieten der Chimú und der Chancay im Süden. Zu dieser Zeit prosperierte das Volk der Lambayeque als maritime Gemeinschaft und reisende Händler.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lambayeque-Kultur
NachbildungGrab SICAN
leuchtende Blümelein
Passionsfrucht aka Glibberfrucht, sehr lecker!!
Huacas las ventanas
hier sucht man noch
..und findet

Chiclayo hätte fast nichts zu bieten, wären da nicht der Señor de Sipán und seine Kollegen.
Der Señor de Sipán ist zwar schon tot, im Übrigen seit 1500 Jahren.
Ob er ein König, ein Adliger, ein reicher Bürger war oder ob er eine religiöse Funktion hatte, weiß man nicht. Aber man weiss, dass er sehr aufwändig beerdigt wurde. Er nahm nämlich so einiges mit sich unter die Erde. Genaugenommen über 400 Schmuckstücke aus edlem Gold, Silber und Kupfer sowie seine Frau, „zwei Konkubinen“, Soldaten, Wächter, Lamas und Hunde, wobei manchen die Füße an den Unterschenkeln abgeschnitten wurden, wahrscheinlich damit sie nicht wegrennen können (im Leben nach dem Tod).
Man fand ihn in einer 30 Meter hohen “Pyramide”, die allerdings aus ADOBE oder auch genannt Lehmziegeln bestand. Nach 1000 Jahren Regen sieht es eher aus wie ein riesiger Ameisenhaufen.
Im Gegensatz zu den Pyramiden in Ägypten, hatten diese “Pyramiden” auch keine Gänge und Räume, sondern waren inklusive der Gräber in Schichten erbaut.
Im Jahr 1987 wurde der „Lord of Sipán“ erst entdeckt und gilt als eine der wichtigsten archäologischen Entdeckungen Südamerikas seit 30 Jahren.
In den Pyramiden wurden noch viele weitere Gräber ausfindig gemacht.
Schade ist, dass man relativ wenig über dieses Volk weiß (welches lange vor den berühmten Inkas lebte). Aufgeschrieben haben die damals auch nichts. z.B. auf Steintafeln…
Das Museum mit den Überresten des Lord of Sipán sowie sämtlichen Schmuckstücke befinden sich im Nachbarort „Lambayeque“. Logischerweise herrscht auch hier Fotoverbot. Das Museum ist auch hier top modern, klimatisiert, was bei 35° Aussentemperatur auch sinnvoll ist. Allerdings ohne englische Untertitel…also wer der spanischen Sprache nicht mächtig ist, nehme sich doch bitte einen Guide oder schliesst sich einem Touroperator aus Chiclayo an. Eintritt und Parkgebühr liegen unter 5,00 €. Also machbar.
Der Weg zu den Ruinen führt über spektakuläre Sand und Schotterstrassen, zwischen Zuckerohrplantagen in das 30 km südöstliche SIPAN. Auch hier gibt es ein aufwendig gestaltetes Museum, Ausgrabungen und Funde sowie Gräber und weitere „Ameisenhügel“ ;)
Wir fanden den Hype um Lord of Sipán zwar etwas zu viel, aber dennoch ist es natürlich sehr lohnenswert. Es ist tatsächlich sehr beeindruckend. Aufwendig gestaltete Schmuckstücke, Masken, Krüge sowie die gesamte Interpretation sind sehr verständlich dargestellt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Moche-Kultur#Se.C3.B1or_de_Sip.C3.A1n
el senior Clemente
Die Zottis und Nachbau Senior Sipan
hat hier eine andere Bedeutung sagt man
Kampfzwerg in ehemaliger Rüstung
Ausgrabungsstätte Sipan
Grab-Rekonstruierung Senior Sipan
Adobestein = 6 Kilo
Blick zwischen den "Ameisenhügeln" heraus
Ansonsten war Chiclayo eher wenig ereignisreich…gäbe es da nicht ein paar Ausnahmen: Die Plaza ist nett, aber laut, da sie mehrspurig umfahren wird. Die Kathedrale ist hübsch und riesig und der örtliche Straßenmarkt MERCADO MODELO ist noch chaotischer, lauter, dreckiger als sonst in Peru oder Bolivien. Dennoch ist es immer wieder ein Phänomen, welches wir uns auch immer wieder gerne antun und begeistert begutachten und einfach „schlendern“, solange es die Lage dort zulässt.
Promotion für eine Muschelcreme die alles
sauber macht...unglaublich.
Die Kathedrahle
Im Restaurant TÍPICO LA FIESTA genossen wir den bis dato besten peruanischen Service, grandioses Essen und peruanische Weine, in einem sehr modernen Ambiente.
Bestes Restaurant, Bar & Service für uns in Peru.
http://www.restaurantfiestagourmet.com/
Nach drei Tagen und zwei Nächten ging es für uns endlich wieder an den Strand…über die Nordküste peilen wir unseren “Länderwechsel“ an.
Nächstes Ziel: ECUADOR