Über die PanAm erreichten wir ziemlich flott die Stadt ICA, welche staubig, laut und dreckig war. Daher hielten wir uns westlich und trafen nur 5 km später in einer Wüstenlandschaft ein. Versteckt hinter gewaltigen Sanddünen, die von Sandboardern und Buggyfahrern genutzt werden, erblickten wir eine idyllische Oase. Sie war umgeben von 5 Hotels und 5 Restaurants. Circa 200 Einwohnern wohnen an diesem Flecken Erde.
Der Ort ist, aufgrund einer Oase (Laguna de Huacachina) und den sie umschließenden Dünen, eine der touristischen Attraktionen Perus. Die Dünen zählen mit einer Höhe von ca. 100 m zu den größten des Landes. Die Oase wird von einem unterirdischen Andenfluss gespeist, der mineralhaltiges Wasser mitführt, und sie so lange Zeit als Heilbad nutzbar machte. Der Wasserspiegel nimmt aber in den letzten Jahren zunehmend ab.
HUACACHINA ist auf der Rückseite des peruanischen 50 Sol-Scheines abgebildet…fiel uns aber erst jetzt auf. Nach Eis (Fahrer) und Cocktail (Beifahrer) ging es bei brütender Hitze weiter nördlich in die Wüste...wo wir in den Sonnenuntergang fuhren.
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| Chill-Out |
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| Mit dem Snowboard in der Wüste |
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| Wow! |
Der Paracas-Nationalpark (Eintritt 1,50 €) ist ein 335.000 Hektar grosses Schutzgebiet und befindet sich in der Provinz Pisco , Peru und wurde im Jahre 1975 als solches deklariert. Es wurde geschaffen, um einen Teil des Meeres und der Wüste von Peru zu erhalten, es bietet Schutz für die diversen Tierarten, die dort leben, wie zum Beispiel Mähnenrobben, Blaufußtölpel Pelikane, Pinguine und anderen Meeressäuger und Seevögel.
Berühmtes Wahrzeichen war bis August 2007 die Felsformation der Kathedrale von Paracas, die beim Erdbeben in Peru 2007 zerstört wurde
Im Dunkeln erkannten erahnten wir Dünen und Sandberge, die Strasse war relativ gut befahrbar. Man legte uns nahe, an einen für Camping vorgesehenen Platz zu fahren. Wild campen sei zwar nicht gefährlich, aber Überfälle hätte es schon gegeben. Hurra. Wir fanden auch einen ruhiges Stück Strand und richteten uns ein: heute fand der Abschiedsabend von Wera und Friso statt. Die beiden hatten nun einen Verschiffungstermin in Kolumbien und mussten daher „Schubraketen-mässig“ gen Norden. Den Abend zelebrierten wir – klar mit nem Kilo Rindfleisch, welches hervorragend auf einem von den Jungs gezimmerten Strand-Grill dahinbruzzelte. Wera und ich, die beiden „Schnippel-Tanten“ kredenzten Salat und Beilagen. Gekühlter Weisswein, eisiger Maracuja-Mangolikör, Sternenhimmel und Meeresrauschen setzten dem Ganzen das Krönchen auf.
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| ...Rind in (selbstgeschöpfter) Salzkruste (an Bananenschale) |
In der Luft lag ein leichter Verwesungsgeruch, den wir noch nicht so richtig einordnen konnten…
Am frühen Morgen war es dann schon richtig knackig warm, kaum vorstellbar nach dem recht eisigen Abend. Unsere Männer unternahmen einen Spaziergang am Strand, während wir Mädels das Frühstück vorbereiteten und Wera nochmal bei mir die Schere kreisen liess. Der immer wieder auftretende Verwesungsgeruch stammte von Tieren, die dem Humboldtstrom zum Opfer gefallen, bzw. gespült worden waren. Seelöwen, Pinguine und Vögel aller Art waren zu finden, so berichteten die Männer nach einem Strandspaziergang. Da wir uns in einem Nationalpark befanden, blieb alles so liegen wie es die Natur vorgesehen hatte.
Ein normaler Abschied zwischen uns vieren wäre viel zu langweilig gewesen. Glücklicherweise hatte sich das Sprinterli die Nacht zuvor nochmal kräftig festgefahren und Wera lag direkt nach dem Frühstück unter dem Auto und buddelte.
Also durfte der Lord nochmal ran, welch ein Abschluss!
Ruckizucki zog er seinen grossen Kumpel problemlos aus dem Sand. Dann ging alles auch ziemlich schnell und die DREI brausten gen Norden, mit der Gewissheit, dass wir uns spätestens in Deutschland wiedersehen würden! Darauf freuen wir uns jetzt schon sehr!
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| Löwenzahnsuppe |
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| zieeeeeeeeeeeh, Löördie, zieeeeeeeeeeeh! |
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| Die "Kathedrale" heute |
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| ...vor dem Erdbeben 2007 |
…mit einer dicken Träne im Knopfloch fuhren wir weiter südlich in den Park, wo sich nach den ein paar Touristen-Attraktionen die Strasse veränderte. Sie wurde etwas „rockiger“ und Löördie durfte endlich erfahren, wie die Strassenverhältnisse - wenn vorhanden - in der Wüste sind.
Und auch das konnte er! Zwar mussten wir die Differenzial Sperre einschalten, wenn die Steigung und der Sand zu heftig wurden, aber er schnaufte lediglich etwas und schob sich die Dünen hoch. Auch die Schräglage beherrscht er perfekt…Er ist einfach ein Allroundtalent!
A F R I K A – wir (können) kommen.
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| Lagune mit Flamingos... |
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| ...die auch fliegen können. |
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| Mutige fahren ohne 4 x 4 |
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| (Tote) Schildkröte/n- |
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| -Suppe! |
Unseren Schlafplatz fanden wir passend zum Sundower. Mitten im Nichts genossen wir die Ruhe und den Blick auf den Pazifik, beobachten Tiere und genossen erneut Meeresrauschen und einen gigantischen Sternenhimmel.
Geweckt durch die ansteigende Wärme und das Krächzen der Möwen, Kormorane und Pelikane unternahm ich bereits um 6:00 einen Strandspaziergang. Gibt es eigentlich etwas Schöneres als im Sonnenaufgang bei Briese und Wärme einen Strand für sich alleine zu haben? Ich denke nicht.
Den Tag „hingen wir mal richtig ab“, angelten, lasen, chillten oder stürzten uns in die heftige Brandung.
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| ein Oystercatcher hat sich ein Krebslein geschnappt |
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| weiss der Geier? |
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| Ein Delphinschwarm tobte vor unserer "Haustür" |
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| Qualle mit 70 cm Durchmesser |
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| Einfach nur schön! |
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| Böse Strasse! |
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| Düne pur! |
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| !!! |
Gegen Nachmittag entschieden wir doch weiter zu fahren. Man hatte uns „gesehen“…und es wird empfohlen, wenn man „wild campt“ sein Nachtquartier am besten bei Dunkelheit aufzuschlagen.
Die Fahrt wurde anstrengend, da wir uns in die Parkmitte verlagerten und wir uns dort eigentlich eine gut ausgebaute Strasse erhofft hatten. Gab es aber nicht. Im Gegenteil. Es gab keine. Dank GPS ahnten wir, wo eine sein sollte, doch meistens handelte es sich dabei nur um Dünen und weitere Steinwege. Nach 2 Stunden Fahrt und grad mal 15 Kilometern, auf denen wir mehrmals „tüchtig“ (Danke Wera!) rangieren mussten um nicht steckenzubleiben, entschied Capitano Clemens um 18:30 hinter einer (uneinsehbaren) Düne die Nacht einzuläuten.
Ausser ein paar LKW´s, die sich mühsam des Nachts durch die Sandberge schoben, hörten wir hier absolut nichts und nach totem Tier roch es hier übrigens auch nicht.
Bereits um 5:00 turnten wir durch die Gegend, frühstückten und machten uns auf.
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| !!! |
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| Nachtquartier |
Eigentlich wollten wir wieder im Norden des Parks an den Strand, doch plötzlich standen wir im Militärgebiet, in welchem Explosionsgefahr herrschte. Hoppla.
Naja, ICH wollte ja die Küstenstrasse fahren… ;)
Durch ein Schlupfloch erreichten wir die Zivilisation und kamen nochmal "ganz neu rein."
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| Obacht! |
Im angrenzenden Ort PARACAS buchten wir eine Bootstour, die uns zur Reservat gehörigen Inselgruppe ISLAS BALLESTAS, auch genannt „Mini Galapagos“ oder „poor man´s Galapagos“ bringen sollte…wir waren gespannt.
Vom Boot aus sahen wir noch eine Nazca-Linien-ähnliche Felszeichnung, den den Candelabro de Paracas (Der Kerzenleuchter von Paracas). Er ist 100 m hoch und 50/60 m breit. Diese Zeichnung ist aber bedeutend jünger und diente wahrscheinlich Seefahrern als Orientierungszeichen zur Navigation.
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| Unser Bötchen |
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| Taschensitzer |
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| Flugformation |
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| ...und er peste an uns vorbei |
Nach 20 Minuten erreichten wir die zerklüftete Inselgruppe, welche unangefochten von VÖGELN dominiert wurde. Warum genau mich ICH als Vogelfreund mich hier hin verirrte, lag nur daran, dass ich das Kleingedruckte nicht gelesen hatte. Irre waren die Pelikanschwärme, die dicht über das Wasser sausten und nur lässig ihren Schnabel zum Fischfang aufmachten.
Sie waren einfach überall. In dem Ausmaß haben wie das noch nicht erlebt. Unglaublich!..sowie geruchsintensiv. Hier lernten wir, dass die Ausscheidungen der Vögelchen, ebenfalls nach Verwesung riechen…wie die Tage zuvor in der Wüste. Auf den Inseln wird im 7 Jahres Rhythmus GUANO (Dünger) abgebaut der durch die verschiedenen Ausscheidungen der Tiere entsteht. Ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region.
http://de.wikipedia.org/wiki/Guano
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| Vögel und Seelöwen-ALARM |
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| Blautölpel!...erst ne Runde knutschen... |
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| ....und dann YMCA (mit blauen Füssen) |
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| VögelVögelVögel |
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| Seelöwenchillout |
Während der wackeligen Fahrt bemerkte ich zunehmend, dass sich meine Vogelscheu langsam verabschiedete. Ich Angst? Pah! Ich entdeckte meine Liebe zu Flamingos und Pelikanen ;)…die ich nun auch nach Deutschland exportieren muss.
(By the way: allerdings stehe ich immer noch mit Tauben und flatternden Hühnern auf Kriegsfuss)
Auch die Seelöwen waren in Grossgruppen zu sehen, wie wir es noch nie gesehen haben. Hier stanken sie aber irgendwie weniger als in Argentinien oder Chile ;)
Obwohl wir noch nicht auf Galapagos waren, ist der Vergleich dazu wohl etwas spaßig.
Zwar haben wir diese Tiere schon in den vergangenen Monaten gesehen, dennoch war es für einen 2,5 Std. Trip (15,00) eine wirklich schöne Geschichte, in einer wunderschönen Natur.
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| Kormorane |
Daumen hoch!
Den kleinen Touriort PARACAS verliessen wir aber so schnell wie wir gekommen waren. Gibt sicherlich schlimmere Orte, aber wir wollten die Nachbarstadt PISCO mal genauer anschauen…
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| Paracas |
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| NUEVO Paracas |
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| ...von wegen Fussball & Mode: SAFTBAR |
Für mich war diese Wüstenlandschaft mit Pazifikblick, Briese und Sonnenschein ein magischer Ort. Mit einer der Schönsten und aufregendsten, die wir bis dato besucht haben.
Liegt aber auch sicherlich daran, dass ich auf Wüste mit Meer und Sonnenschein stehe ;)
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| Route von Nazca (A) über ICA (B) bis Paracas (C) |