24.02.2012

16.02.2012 Machu Picchu / Peru

Um das Highlight des Landes, die Inka Stadt Machu Picchu sehen zu können, muss man im Vorfeld einige Reglementarien einhalten. Sonst geht Nüschte oder auch Null.
Von wegen ins Auto setzen, vorfahren, austeigen, bezahlen, angucken, abfahren…Haha, Denkste! Bloß keinen Individualtourismus.
Hier eine Kurzifo:
Machu Picchu (alter Gipfel) ist eine gut erhaltene Ruinenstadt in Peru. Die Inkas erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert in 2360 Metern Höhe auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln des Huayna Picchu und des Berges gleichen Namens (Machu Picchu) in den Anden über dem Urubambatal der Region Cusco, 75 Kilometer nordwestlich der Stadt Cusco. Die terrassenförmige Stadt war und ist nach wie vor sowohl über einen schmalen Bergpfad mit einer kleinen Anlage im Gipfelbereich des Huayna Picchu wie auch über vergleichsweise größere Inka-Pfade mit der einstigen Hauptstadt des Inkareiches Cusco verbunden.

Normalerweise gibt es folgende Möglichkeiten, um sich das Spektakel anzuschauen:
Ein 3-4 tägiger Fussmarsch, genannt INCA Trail, angeblich äusserst anstrengend, aber lohnenswert. Hätten wir gerne gemacht, doch leider ist dieser genau im Februar aufgrund von Streckenausbesserungen geschlossen…
Zugfahrt (ca. 3 Stunden) mit 1 x umsteigen in einer netten, touristischen Ortschaft
Hubschrauberrundflug (wurde momentan auch nicht angeboten)
Aber bevor man sich darüber Gedanken macht, muss man sich ein Eintrittsticket besorgen. Aber auch das ist nicht so einfach. Am einfachsten ist es wohl sich für eine Agentur zu entscheiden und ihnen die Orga in die Hände geben. (Im Nachhinein ist man ja immer schlauer…) Agenturen gibt es in Cusco an jeder Ecke. Ob man will oder nicht, sie finden Dich….
Wenn man die Tour individuell buchen und organisieren möchte, gibt es zwei Ticket-Büros in der Stadt. Alternativ kauft man sein Ticket via Internet, was zwar etwas kniffelig, aber machbar ist.Hier sieht man den „Buchungsstand“ des ausgewählten Tages. Lediglich 2.500 Personen haben täglich Zutritt zu der Inca Stadt. Für ein weiteres I-Tüpfelchen, den nebenan liegenden Berg Wayna Picchu, von dem man – mit Glück – einen grandiosen Blick auf dem Machu Picchu hat, sind lediglich täglich 400 Pax zugelassen. ABER: diese 400 Nasen werden in zwei Slots aufgeteilt: Man bucht also den Slot zwischen 7:00/8:00 oder aber zwischen 10:00/11:00. In unserem Fall war der spätere Slot bis Sonntag ausgebucht. Wir buchten also am Mittwoch unser Ticket für Freitag und den Slot WaynaPicchu um 7:00/8:00. Den Weg dorthin wollten wir natürlich mit unseren Autos antreten. Zugfahren fanden wir alle extrem nervig. Vor allem Clemens, der ehemalige Pendler, legte bei dem Wort BAHN schon die Ohren an.
(Züge seien laut Tourinfo „easy“ buchbar…es verkehrten zwei Linien: PERU Rail und INCA Rail)
Nun, so einfach wie wir uns das gedacht hatten war es aber nicht: Der Weg dorthin war zwar für uns und unsere 4 x 4 Stars Löördie & Sprinterli machbar, doch man munkelte, dass die Strecke bei Santa Teresa unterbrochen sei, da ein flotter Erdrutsch die Strasse blockierte und dieses Unterfangen erst am Freitag behoben sein würde.
Also entschieden wir uns die Sache mal genauer anzuschauen, bzw. den ersten Stopp in der Ortschaft OLLANTAYTAMBO einzulegen, um dort für eine kurze 1,5 Std. Fahrt auf einen Zug zu springen.
Diesen Ort erreichten wir nach einer wunderschönen 2,5 Stundenfahrt über das „CUSCO-nesische“ Hinterland. Neben dem Regen liess sich auch die Sonne blicken und ermöglichte wunderschöne Ausblicke, z.B. auf das Tal URUBAMBA, welches von Maisfeldern und Kakteen umgeben war.
sau schön hier
Meiner!
kleine Örtchen
junge Viehtreiber!
Winke winke!
Urubamba

Auch hier war der Touri-Kuchen im vollen Gange…bzw. GROSS gebacken…Am Wegesrand Büdchen, Hostels etc. und Menschen mit Bauchläden, die vors Auto sprangen um uns etwas zu verkaufen.
Wir landeten im Inka Örtchen OLLANTAYTAMBO. Hier war es knuffig, hätte es nicht geregnet…Wir parkten und verschlossen unsere Autos auf einem angrenzenden Parkplatz, schnürten unsere „Bündel“, inkl. Wanderklamotten, einem Übernachtungspaket und tigerten zur Bahnstation, um zu erfahren, dass ALLE Züge ausgebucht waren. Auch am nächsten Morgen, sodass wir unseren „Wayna Picchu Slot“ vergessen könnten. Zwar fuhren die meisten Menschen mit dem Zug dorthin, aber das Kontingent für die Züge war erschöpft, was wir nicht verstanden, denn die Buchungszahlen sind ja bekannt und somit müsste eigtl. ausreichend Kapazität für Zugfahrten sein, zumal die Strasse ja dicht war. Man sollte also für die frühe Wayna Picchu Besichtigung vorab eine Übernachtung im angrenzenden Ort buchen (Tourikuchen!) sonst käme man dort nicht rechtzeitig hin…
Die Bahnangestellten kümmerte unser Transportproblem herzlich wenig und so liess man uns gleich doppelt „im Regen stehen“.
Die Stimmung in unserer Runde war vom Feinsten!
Die Lösung sah nun so aus: Auto fahren.
Nachdem wir Busfahrer, Polizei und Mopetfahhrer befragt und alle drei Parteien uns eine andere Antwort genannt hatten, versuchten wir unser Glück. WIR würden um die Stelle schon herumkommen, sollte sie tatsächlich dicht sein. Wir starteten um Punkt 19:30. Der Weg beinhaltete freundlicherweise einen Pass von 4.261 m, auf dem wir mit Schnee und Schneematsch kämpften. Der Weg bestand aus Serpentinen noch und nöcher, war aber relativ gut ausgebaut und wies fast komplett „Blinkis/Katzenagen/Reflektoren“ auf der Fahrbahn auf.
Es kamen uns viele vollbeladenen LKW´s entgegen, was uns Hoffnung gab, den Weg nach AQUA CALIENTES (Ausgangspunkt für den Machu Picchu) heute noch zu erreichen. Die Strasse wurde schlechter. Hänge waren abgestürzt und Felsbrocken in allen Grössen lagen auf der Strasse. Wasserschwälle-und Fälle flossen über sie Strasse. Grad im Dunklen war nun äußerste Vorsicht geboten, denn sobald man um eine Ecke kam, lag die Strasse voller Geröll und/oder Wasser sodass wir vorsichtig vorbei rangieren mussten…der Gegenverkehr auch. Es war wirklich mühsam. Ich freute mich allerdings schon auf die Rückfahrt bei Tageslicht, denn landschaftlich und abenteuerlich war es sicherlich eine Fotostrecke wert. Nun war es aber stockfinster und es regnete unaufhörlich. Fototechnisch also eine glatte 6.
Zwischenzeitlich hatten wir uns überlegt, dass wir von Santa Teresa die letzten 10 km nach Aqua Calientes per Anhalter fahren würden, wäre die Strecke unpassierbar.
Aber so weit kam es - oder kamen wir - gar nicht…Nach exakt 125 km und 3 Stunden (!!!) Fahrt war die Reise beendet und das obwohl wir noch nicht in Santa Teresa sondern in Santa Marta waren. Die Strasse war weg. Eine Schlammlawine war frisch den Abhang heruntergekommen und hatte die Strasse bedeckt. Ein paar mutige Moppetfahrer versuchten ihr Glück. Doch selbst die Crossfahrer die des Nachts unterwegs waren, verstummten in dem 1 m tiefen Schlamm und waren mit ihren Maschinen gefangen. Bis zu fünf Personen benötigten sie um die Maschinen wieder herauszubekommen…Es dauerte ewig.
Wir beratschlagten. Die Nacht über stehenbleiben und hoffen, dass sich „schnell“ etwas tut und ebenfalls hoffen, dass die weitere Strasse frei wäre…doch schon bei der Hoffnung nach „schnell“ war uns allen klar, dass das auf diesem Kontinent nicht passieren würde.
Also drehten wir um. Unnötig zu sagen, dass die Strassen und das Wetter nicht besser wurden. Unsere Stimmung im Übrigen auch nicht. Gekrönt wurde das Ganze durch eine nächtliche Polizeikontrolle. Wenns kommt, da dicke. Den Rest der Fahrt versüssten wir uns mit dem NDR Podcast von Frau Bettina Tietjen…Tietjen talkte bis kurz vor 2:00 für uns, bis wir wieder exakt da standen wo wir von Stunden unser Abenteuer Machu Picchu gestartet hatten.
Um 5:40 trällerte Friso „Guten Morgen“ und verschwand mit Sprinterli und Ehefrau Wera zum Bahnhof. Laut Peru Rail gab es keinen Zug mehr..Inca Rail hatte gestern Abend schon geschlossen…und Friso gab die Hoffnung nicht auf, dass wir ggf. dort noch ein Plätzchen bekommen würden. Unsere Holland-Brasilianer sollte Recht behalten und zückte 4 Tickets. Wow. Fix noch einen Sprint zu Zug absolviert und dann war unser Ziel doch wieder näher. Die Zugfahrt verbrachten wir auf fett gepolsterten Ledersesseln sowie Café und Tee satt, Weras frisch geschmierten Stullen und logo: Hartgekochten Eiern. Wenn man schon mal eine Reise tut, dann richtig!...für 50 US Dollar (one way, versteht sich).
Endlich wieder Zug fahren...
Gib Stulle!
draussen tobt der Fluss...

Unseren Slot erreichten wir mit dem 6:40 starteten Zug natürlich nicht. Wir waren gespannt, ob man uns noch Einlass gewähren würde, bzw. in die zweite „Gruppe“ verfrachten könnte…
Wir landeten in Aqua Calientes und suchten den Bus. Die Fahrt zum Eingang der Inca Stadt dauerte erneut 30 Min., kostete extra und war mit ca. 15,00 (Hin & Rück) vergleichsweise günstig. Danach hiess es Schubrakete zum Eingang.
Ausgangspunkt Machu Picchu: Aqua Calientes
Tickets hatten wir nicht einzeln ausgedruckt, daher: Warten…dann aber flux an den Ruinen vorbei, die schon erahnen liessen, dass es trotz dem ganzen beeindruckend werden würde. Das Highlight aber war: ES REGNETE NICHT!
Da simma!
Man liess uns problemlos nach Vorlage unserer Tickets zum Wayna Picchu hinein…Der Weg dahin war allerdings mühsam und hoch. Hohe und vor allem viele Treppenstufen, Nebel und ansteigende Hitze erschwerten den zwei stündigen Aufstieg.
...Aufstieg!
nicht so ungefährlich bei Regen und glitschigen Stufen
Als wir oben ankamen, waren die Wolken nicht weniger geworden und DER Blick auf den Machu Picchu war in Neben gehüllt. Als dann auch endlich der Regen einsetze, war unser Glück perfekt.
wie Sie sehen, sehen Sie NIX
immerhin ein Vögelchen
warten auf den freien Blick
naaaa, geht weg, Wolken!

Zwischendrin rückten die Nebelwolken ein Stück zur Seite. Ein Puzzlelbild hatten wir am Ende des Tages zusammen. Der Regen folgte weitere 3 weiter Male, bis wir auf die Knochen nass waren. Egal, STIMMUNG!
Trara, der Machu Pichhu...
Brotzeit im Regen
egal, schee wars
Gleich startet der Abstieg...Klitschnass und fertig!
Um 13:30 machten wir uns auf den Rückweg. Gerade die Jungs waren ziemlich gefrustet, denn der Machu Picchu war eines der Highlights, die auf Ihrer Südamerikareise ganz oben auf der „To do“ Liste standen und nun primär vernebelt war.
Ich hingegen war dennoch beeindruckt…auch die Puzzlebilder fand ich klasse.
Danach schlenderten wir noch durch die Inca Stad Machu Picchu. Das haute uns – trotz Regen - aus den Latschen. Zwar gibt es darüber relativ wenige Infos, sowie keine Beschilderungen, aber die imposante Bauweise und Grösse der Stadt sind mehr als beeindruckend.
Sie stören jedes Bild, diese Ampelmännchen oder Teletubbies
sieht giftig aus
Natürlich gab es erst mal KEINE Bahn für uns zurück und somit waren wir gedanklich schon eine Nacht in Aqua Calientes….ABER: Auch das lösten unsere Göttergatten und kamen erneut mit einem Inca-Rail-dicke-Ledersitze-Ticket zurück. Bis zur Abfahrt um 19:00 genosen wir Rotwein und Pizza vor einem Steinofenkamin..
Um 21:00 landeten wir in Ollantaytambo un wir wollten nur noch eine heisse Dusche und ein trockenes Bett. Am Bahnhof erfuhren wir, dass am Tag darauf alle Züge aufgrund des Wetters stillgestellt wurden, die Flüsse hatten über 640 m³ pro Sekunde erreicht. Normal waren es 550 m³ zu dieser Zeit. Hatten wir doch Glück gehabt!
Wir steuerten das Hostel LAS POSADAS mit Parkplatz an. Wen ich nun sage, dass in unserem Zimmer das heisse Wasser streikte, Ungeziefer und Spinneneier unsere Untermieter waren, wir uns später vom WC ausschlossen und die Tür eigenständig aufbrechen mussten, wundert es sicherlich nach dem Kapitel Machu Picchu keinen.
Trotz allen Strapazen, schlechtem Wetter und den finanziellen Ausgaben, waren wir alle vier froh, dieses weltweit einzigartige Inca Städtchen besichtigt zu haben. Somit verbuchten wir diesen Ausflug unter: „Langweilig kann jeder. Wir sind halt Rockstars.“

13.02.2012 Cusco / Peru

Wir verliessen Puno via Ruta 3 und stoppten zwecks Tanken und Kohleziehen nochmal in der Horrorstadt Juliaca. War nicht sooo schlimm wie damals angenommen. Ausser, dass auch hier Karneval und somit Verkehrsstopp und Stress war. Danach machten wir uns auf gen Cusco…der angeblich schönsten Stadt Perus. Das wollen wir ja mal sehen...

Cusco (auch Cuzco, auf Quechua Qusqu oder Qosqo) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region und der Provinz Cusco im Zentrum des peruanischen Andenhochlandes. Sie liegt in 3.416 m Höhe und hat 348.935 Einwohner. Sie ist Sitz eines Erzbischofs und einer Universität. Die wechselvolle Geschichte als Hauptstadt des Inkareiches, die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung und die Landschaft inmitten der Anden machen sie zum Anziehungspunkt vieler Touristen. Als Ausgangspunkt zu der Inkastadt Machu Picchu ist sie weltbekannt geworden.
1983 wurde sie in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen.


Wir erreichten die Stadt nach 300 km über das Hochland, welches bis über 4.000 m hoch gelegen war. Vorerst sahen wir ausser saftig grüner, bergiger Natur und wenigen Menschen, nix. Es war fast friedlich. Das änderte sich, Serpentinen nahmen zu, genauso wie Dörfer und Menschen am Wegesrand sowie Maisfelder. In den Strassengräben sassen kleine Kinder oder Frauen, welche auf die Rinder, Schaf oder Eselherden aufpassten trotz strömenden Regens harrten sie der Dinge..ohne Regencape oder Knirps…sie waren klitschnass bis auf die Knochen, wirkten dennoch glücklich und winkten lieb, wenn sie uns sahen.
Adieu, Puno!
kommt ein Wagen voll beladen...
Peru Rail
egal wo und wie: gekickt wird IMMER
Wera und Friso, die wir kurzfristig für 2 Tage „freiliessen“, da sie sich den Colca Canyon anschauten, hatten eine besondere Begegnung: Sie nahmen eine Tramperin samt Kind mit, in welches sich, besonders Wera – verständlicherweise – verliebte. Es gibt sie also d/noch, die Liebe auf den Ersten Blick.
Lama Love!
by Wera & Friso
http://entdeckungsreise.jimdo.com
Den einzigen Campingplatz der Stadt „Quinta Lala“ fanden wir fast überschwemmt vor. Er lag etwas oberhalb der Stadt bei den Ruinen. Das GPS hatte uns zuvor durch die engen und überfüllten Gassen, der uns auf Anhieb gefallenen Stadt, geführt. Ja sogar Treppenstufen wollte es uns hochschicken. Nach den sonstigen Einbahnstraßen eine willkommene Abwechslung.

Hatten wir erwähnt, dass es immer noch viel regnete?

Wera und Friso hatten sowohl im Colca Tal, als auch „a la minute“ auf dem Campingplatz das Sprinterli ausbuddeln müssen. Zum Glück kamen wir erst später hinzu  …wo Wera erneut einen Rekord im Blitz-Manicure-Programm aufstellte.
Wir wählten erneut den „Maria & Joseph Platz“ unter dem Dach, allerdings heute mal zwischen brütenden Hühnern…meine Freude zwischen dem Federvieh zu wohnen hielt sich in Grenzen.
Neben Wera und Friso, unserem lieblings-Ostfriesen-Holland-Doppel-Powerpack, fanden sich dort noch weitere lustige und liebe Leute auf dem Gelände ein…wie zum Beispiel Ingrid und Jörg aus Deutschland, (Lutherstadt Eisleben) die mit Ihrem Unimog im April 2010 in Kanada gestartet sind, um die Welt zu umrunden…Ebenfalls Ray und Jo, ein weiteres Deutsch-Holländisches Duo, aus Rothenburg an der Wümme, mit ihrem silbernen Sprinter, der bereits bei unserer Ankunft festgefahren war. Jo wartete eigtl. auf Bodenfrost um dort wieder herauszukommen…Ein FIAT Ducato aus Gmunden in Oberösterreich war ebenfalls eingesackt und sass fest. Hinzu kamen Andrea und Lukas aus der Schweiz, die wir schon in La Paz getroffen hatten. Das seit 11 Monaten tourende Schweizer Duo sackte am nächsten Morgen mit Ihrem Defender (!!) ein, sodass alle man anpacken mussten, in Nachhinein waren es allerdings nur die Sandbleche, die wirklich „aus der Patsche“ halfen. Wolfgang aus Wien traf mit seiner Mercedes Iglhaut ein, fuhr einmal komplett über die inzwischen schwimmende Wiese uns sass auch fest. Um Deutschlands Nachbarn fast komplett zu machen kam am Tag darauf noch das französischer Ehepaar Luc und Caroline mit ihren vier gut geratenen Söhnen sowie deren fast 10m langen Ford. Unabhängig davon, dass es langsam eng auf dem eher provisorisch angelegten Campingplatz wurde, blieben sie schlauerweise vor der Tür stehen und gaben sich nicht der Schlammschlacht hin. Ein weiteres Paar aus Frankreich tat es ihnen gleich…
da sah die Welt noch fast gut aus
Defender steckt fest...
WC-Haus
Dusche vom Feinsten. Model Niagara
Es gab ein Haus am Rande des Platzes mit sehr rustikaler WC-Duschsituation und Internet. Durch den Regen sah es ziemlich säuisch irgendwann aus. Und wir auch. Richtige Profis hatten Gummistiefel dabei. Andere gingen barfuß in Crocs oder FlipFlos, danach samt Montur unter die Dusche.
Die Stadt Cusco ist tatsächlich sehr schön. Kolonial sagt man sogar dazu. Der Tourismus ist am boomen. JEDER, aber wirklich jeder will etwas vom grossen Kuchen abhaben. Kirchen sind lediglich gegen eine Eintrittsgebühr zugänglich. Man kann kaum einen Schritt vor der anderen setzen ohne von jmd. angesprochen zu werden. Restaurantschlepper, Tourenanbieter oder Souvenirverkäufer machen einem den Gang durch die Stadt schon schwer. Zwischendrin auch kleine Kinder die selbstgebastelte Sachen oder Krempel an den Mann/Frau bringen wollen.
Willkommen in Cusco!
auch hier wird geheiratet
Neben den touristischen Klamottenläden mit Ponchos, Chullas und Co (aus China) gibt es ebenfalls diverse hochwertige Bekleidung. Besonders beliebt und edel ist Alpaka. Lieber noch Baby-Alpaka. Spitzenreiter bzw. das Edelste ist die Wolle des Vicunia. Ein hübscher Schal, dessen Material Cashmere ähnelt, kostet schon mal schlanke 800 US Dollar. Für einen Schal eigentlich doch gerade angemessen.
Neben landestypischen Restaurants finden sich hier auch MC Donalds , KFC und Starbucks. Aber alles verpackt in kleinen schnuckeligen Kolonialhäuschen. Auch waren wir mal richtig modern aus und genossen die moderne peruanische Küche des renommierten Restaurants „Chi Cha“. Die peruanische Küche gefällt uns bis dato recht gut. Sie ist vielseitig oftmals ausgewogen aber auch experimentell. Damit meine ich aber keine Meerschweinchen.
Selbst peruanische Weine kann man gut trinken. Sie kommen meistens aus der Region ICA oder noch weiter südlich bei Arequipa.
Preislich liegt man hier bei Hotels, Essen, Wein, Diesel/Benzin.im Mittelfeld, gemessen an den chilenischen und bolivianischen Preisen. Diesel ist mit 4,00 € pro Gallone (3,8 l) sogar recht teuer. Allerdings ist es uns nicht gelungen, bei unserem Bolivien Kurztripp zu tanken. Momentan haben Ausländer Tank-Technisch nix zu melden….
In Cusco gibt es natürlich auch einen grossen Mercado, wo es köstliche Leckereien und anderen Sachen, u.A. auch Dienstleistungen gibt. So liess ich eine neue Hose ändern sowie einen Reissverschluss einnähen und bezahlte dafür knapp 2,00 €. Obst und Gemüse gibt es endlich wieder in Hülle und Fülle und vor allem ist es köstlich und günstig.
Wera stürmt den Markt
??? Schön ist anders...
...lecker?
"Singer" Power
Die nettesten Polizisten trafen wir auch hier. Denn als wir am Rande einer kleinen, aber gut frequentierten Strasse parkten, sprach uns ein Polizist an. Vorab entschuldigten wir uns und beteuerten, wir würde in ein paar Minuten weiterfahren…doch das interessierte ihn nicht, eigentlich wollte er doch nur wissen, ob es uns gut geht und alles „tranquillo“ ist…
Mit Hinblick auf weiteren Regen widmeten wir uns eines Tages dem Grund, weshalb wir eigentlich hier her gekommen waren: Dem Ausflug nach Machu Picchu. Aber das soll ein eigenes Kapitel werden…Schon die Buchung und Anreise könnte ein Bestseller werden….also, holt Euch schon mal was zu trinken und zu knabbern…
Es kam der Tag, wo Ingrid und Jörg mit ihrem Unimog weiterzogen…und es dauerte nicht lange, da schlossen sich ihnen alle an. In der Hoffnung, von dem Unimog aus dem Matsch und Schlamm befreit zu werden…Natürlich hatten der Unimog eine Seilwinde und Kraft…und so nahm „ER“ sich den ganzen Platz und seine Gäste nacheinander vor…ausser uns natürlich ;) Neben Winde, vereinten Kräften und Körpereinsatz aller, sowie allen verfügbaren Sandblechen war der Campingplatz nach 2 Stunden von Autos bereinigt…und wurde daraufhin erst mal geschlossen.
Die Buddel-Bande
Die Tage in Cusco waren trotz Regen und vor allem nächtlicher Kälte schön und besonders interessant. Es war für uns das Erste Mal, so gebündelt zu stehen und so viele verschiedene Nasen zu treffen, Informationen, GPS Karten, Reisführer und Material auszutauschen oder Erlebnisse zu teilen. Waren wir doch bis dato antizyklisch gefahren und hatten vergleichbar wenige Overlander getroffen. (Das grösste Treffen findet übrigens Sylvester in Ushuaia / Feuerland statt)

Weitere interessante Infos findet man auch hier:
http://zottisontour.blogspot.com/p/liebe-leute-unterwegs_12.html

Mit einem Ticket (45,00€) für den Einlass der sagenumwogenden Inca-Ruinen bzw. DER weltberühmten Inca-Stadt MachuPicchu, machten wir uns auf den Weg gen Norden…
Luftlinie sind es nur wenige Kilometer Entfernung…doch sollte es nicht so einfach sein, dort anzukommen…