Unser Auto „Lord Höördie“ ist ein Land Rover Defender (Td5) aus dem Jahr 2004. Wir haben ihn Ende Januar in Hamburg bei der sehr netten Familie LOHSE gefunden.
Er war bereits (fast) so wie er jetzt ist.
Es ist kein Campingwagen. Zwar hat „er“ „campingähnliche“ Züge, dadurch hat er aber nichts von seiner Sportlichkeit einbüssen müssen. Wir müssen durch Auf-oder Umbauten, seiner Grösse und Gewicht vor keiner Strasse / Situation Halt machen. Das war uns wichtig. Dennoch haben wir die Möglichkeit darin zu übernachten. Ein WC/Dusche haben wir nicht. Strom nur während der Fahrt. (wenn es funktioniert) Wasser transportieren wir in Kanistern (30 l reichen für 2-3 Tage) mit. Eine Solarpanele könnten wir noch nachrüsten, für dauerhaften Strom u.A. für unsere Kühlbox in den wärmen Gefilden.
Ausser zwei neuen Stossdämpfern in Bolivien, die wir irgendwann sowieso gebraucht hätten, ist er super in Schuss. Über 167.000 km hat er nun runter. Es quietschen nur die Bremsen. Damit meine ich: Quiiiiiiiiiietschen. Laut bzw. lautstark. Komischerweise aber auch nicht immer. Je nach Lust und Laune halt. Halt ein Charakterauto.
Oft hört uns schon von weitem. Hupen brauchen wir also nicht mehr.
Anpirschen? Ohne uns. Die genaue Ursache konnte uns aber auch die deutsche Werkstatt in Santa Cruz, Bolivien nicht nennen. Wenn wir an einer Ampel halten und das Auto nebenan die Fenster geöffnet hat, ernten wir oft böse Blicke. Aber wir quietschen erst mal weiter, bis wir eine günstigere Lösung gefunden haben, ausser „alles raus und neu machen.“
Unser Freund der Tapir aus Brasilien hat ja schliesslich auch eine Glocke um den Hals und alle hören ihn...
Wir haben ein hH: Ein „hübsches Hubdach“, welches nach 2-7 Handgriffen als Schlafzimmer fungiert. Besonders schön ist, dass man die eine Seite öffnen oder mit Mosquitonetz versehen kann, somit schläft man quasi unter dem Sternenhimmel. Das Dach wird (von Clemens) hochgedrückt (Luftfeder) und mit zwei Stangen im Innenraum fixiert. Geschlossen wird das Dach von uns beiden, wenn wir im Innenraum stehen und darauf achten, dass die Plane nicht an den Seiten eingeklemmt wird. Laut Beobachtern sehen wir in diesem Vorgang bereits sehr routiniert aus.
Inzwischen haben wir einige Vergleichshubdächer getroffen, die die Plane ergänzt, bzw. verstärkt, verdoppelt oder verdreifacht haben, damit mit Regen und Wind weniger Chance haben zu stören.
Wir sind da etwas rustikaler gestrickt: Dick anziehen und im Schlafsack einmummeln, notfalls mit Regenjacke und Mütze schlafen und ein Vino für die Bettschwere.
Obwohl die Eiskristalle an der Innenplane an der Lagune in Bolivien morgens beim Aufwachen schon gewöhnungsbedürftig waren. Aber es sind ja nicht immer -18 Grad.
Nachtrag: 28.11.11.
Der einzige Luxus an/in unserem Auto ist die Sitzheizung sowie die elektrischen Fensterheber. Eine Klimaanlage sucht man vergebens. Sie nachzurüsten wäre extrem teuer uns extrem Quatsch, denn sie würde - laut Erfahrungsberichten - nur die Knie kühlen. In sofern nutzen wir zum kühlen die elektrischen Fensterheber sowie zwei Lüftungsklappen unter der Windschutzscheibe.
Daher haben wir auch eine besondere "Staubsituation" im Auto. Egal. Rockt dennoch!
Wie in jedem guten Wohnzimmer haben auch wir eine ordentliche Schrankwand mit Ausziehtisch.
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| Ähnlich wie bei uns! Quelle http://www.ex-tec.de/ |
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| Ähnlich wie bei uns! Quelle http://www.ex-tec.de/ |
Inzwischen sind wir bei einem eigenen Küchenschrank und einem Vorratsschrank angekommen. Unsere Mini-Campingausrüstung wie zwei Sätze Geschirr und zwei Thermosbecher-und Kannen, haben wir inzwischen etwas aufgestockt… Wir „tuppern“ inzwischen wieder in diversen Grössen, haben ein Filetiermesser, eine Schöpfkelle, eine große Salatschüssel (LOGO), Nudelsieb, Holzbrettchen und Weingläser. Richtige Glas-Gläser. Die mussten einfach sein. (Sie haben diverse Fahrten und Strassen überlebt und machen stets mächtig Eindruck, wenn wir mit denen um die Ecke kommen. Die Utensilien, die wir von Freunden und Familie geschenkt bekommen haben, sind dauerhaft im Einsatz...hier ein Teil zur Ansicht..
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| schnelltrocknende Handtücher |
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| Der Weltbeste Thermobecher |
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| klein - aber grosse Wirkung - Lampe |
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| Stirnlampe - für freie Hände |
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| Allroundbeutel |
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| ... |
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| Schutzengel fährt mit ( 4 weitere dabei) |
Erstmalig in unserem Leben besitzen wir einen Kartoffelstampfer, eine Picknick-Kühlbox sowie einen Schnellkochtopf…In der „Höhe“ will der Gaskocher am liebsten ewig- bis gar nicht in die Gänge kommen. Es sei denn mit einem Schnellkochtopf. Aber findet mal in Bolivien einen handlichen Kochtopf, der weniger als 5 Liter fassen kann? Platz haben wir nämlich nur beschränkt…schon erwähnt? Platz hat übrigens kaum ein Reisender. Egal welche Grösse das Auto hat: Platz ist immer Mangelware. Dennoch haben wir nochmals aufgestockt und es gibt seit neustem einen Wasserkocher (auf Campingplätzen gibt’s Strom, wir sparen dadurch Gas-Kartuschen) und für Clemens einen Gusseiserenen Topf zum Brot backen. Ich kaufte einen Handstaubsauger um die diversen „Sand-und Aschevarianten“ aus dem Auto zu bekommen…
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| Windgeschützte Kochstelle für den Schnellkochtopf |
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| Clemens´Neuer (rechts) |
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| Kristina ´s Neuer |
Kommen wir zu unserem heißen Püster.
Genauer gesagt, ist er eine mobile Heizung.
Für 15,00€ ist der „heiße“ Bolivianer zu uns gekommen. Gerne hätten wir ihn in Uruguay und Brasilien „damals“ schon eingesetzt. Für kommende Destinationen wird er uns einheizen. In Bolivien war er schon sehr wirksam. Wenn wir ihn nicht benötigen, fährt er bei den Klamotten auf dem Dach mit.
Ja, wir sind bekloppt. Aber das immerhin mit frischem Brot im sauberen Auto mit heissen Speisen und Getränken sowie nem heissen Hintern.
Klamotten sind ein Thema. Wie vermutlich in jedem Haushalt.
Allerdings wollten wir nicht nur in Outdoor-Hose, Fleece und Trekkingsandalen rumlaufen. So etwas hatten wir bis vor kurzem nämlich gar nicht. Unsere ersten „richtigen Outdoorklamotten haben wir in Bolivien, vor dem Salar zusammengekauft…Nun nutzen wir sie gerne, tragen aber auch weiterhin“ normale“ Klamotten.
Somit haben wir mehr zum „Wechseln“ dabei… zwischendrin wird Kleidung auch verschenkt. In Bolivien haben wir eine gut gefüllte Tasche in den Bergen unter das Volk gebracht.
Mitten in den Bergen steht vermutlich ein kleines Mädchen bei -15 Grad in meinem geblümten Sommerkleid. Sie wird schön bunt und schick aussehen. Aber der nächste Sommer kommt bestimmt.
Jeweils 1 grosse und/oder 1 kleine Reisetasche haben wir griffbereit im Auto, sodass wir nicht erst lange wühlen und suchen müssen, wenn es in ein Hotel geht. Die Taschen sind übrigens der Hit. Wie ein „Fass ohne Boden“. („Gym & Weekender“ von American Apparel)
Die Winter oder Sommerkollektion fährt also IM Auto oder AUF dem Auto in Wasser-und Staubfesten PVC Säcken mit.
Schuhe haben wir beide zu viele mit dabei. Nach und nach werden sie „abgetragen“ und entsorgt…(oder neu gekauft)
Also, Kleidung und Schuhe werden nach und nach weniger…Obwohl es sehr schwer ist, der Auswahl hier zu wiederstehen. Es gibt so viele tolle und hübsche Sachen zu unglaublichen Preisen. Unser neuestes Konzept lautet daher: Für das was man neu kauft, wird eine alte Sache weggetan...
Vorräte sollte man immer haben. Wie im richtigen Leben.
Hier ist es schwierig, manche Dinge zu bekommen. Sollten sie einem über den Weg laufen: KAUFEN. Beispielsweise gute Pasta. Die meisten Nudeln schmecken „mushi“…was so viel bedeutet wie lätschert oder labbrig. Und das hat nichts mit der Kochweise zu tun. Die Beschaffenheit ist einfach so. Also gute Produkte, Vollkorn-oder Biolebensmittel, Roggenmehl zum Brot backen oder HARIBO Gummibärchen werden gebunkert. Solange es unser Stauraum zulässt. Das gleiche gilt übrigens auch für guten Wein. Hierfür erweitern wir den Stauraum gerne spontan und es entstehen oft ungeahnte Möglichkeiten. Allerdings treffen wir auch an den unmöglichsten Stellen Flaschen wieder. I like.
Manche Lebensmittel gibt es aber so gut wie gar nicht: z.B. Quark, Naturjoghurt, HARIBO, Lakritze oder leckere Milch und natürlich ein anständiges Schwarzbrot. Sehr selten findet man ein „Original“ in einer deutschen Kolonie. Daher backt Clemens nach wie vor selber, wenn wir einen Ofen oder eine „Glut“ zur Hand haben. Die passenden Zutaten sind nicht immer zu bekommen…Wir fahren ab und zu mit 2-3 Kilo Roggenmehl durch die Gegend, wenn wir es in einem Reformhaus bekommen haben.
Die spanische Sprache spricht Clemens schon lange. Und sehr gut. Gelernt ist gelernt. Ich auch. Immer wieder aufs Neue. Mal geht das Lernen besser, mal schlechter. Mit Händen und Füssen geht aber nach wie vor Einiges. In Brasilien und kleinen Dörfern in Paraguay und Bolivien haben wir allerdings beide unsere Hände und Füsse benötigt, da es schon eigenwillige Sprachen sind…und man entweder Spanisch nicht versteht oder nicht verstehen will. Aber wir haben alles im Griff.
Unterkünfte finden, bzw. auf Hotel-und Campingsuche in den jeweiligen Städten begeben wir uns meist spontan. Eine erste Auswahl erfolgt durch Reisefüher und Internetrecherche. Dadurch, dass wir immer auf einen gesicherten Parkplatz in Hotelnähe angewiesen sind, schauen wir spontan vor Ort. Unter den „Overlandern“ existiert ein reger Austausch an Informationen, GPS Daten und Listen…Daher wissen wir ungefähr, wo hinfahren sollen oder auch nicht. Appartements wie in Buenos Aires oder Córdoba recherchieren wir im Vorfeld. Nach Lage, Lautstärke und Parkplatzsituation im Internet, schreiben dann den/die Eigentümer/Vermittlungsagentur 1-2 Tage vorher an, besichtigen und entscheiden.
Das Campingleben ist für uns beide neu.
Klar, waren wir "Anno Filzschuh" mal zelten mit Eltern und Brüdern, oder im Sportverein über das Wochenende…aber Camping über einen wirklich längeren Zeitraum „auf rollenden Rädern“ haben wir noch nicht getan. Wir haben auch KEINEN Probelauf mit unserem Auto gemacht.
KEINEN. Wir treffen Leute, die haben Probeläufe in Tunesien, Schweden oder Timbuktu hinter sich.
Den Probelauf im Garten meiner Eltern habe ich abgeschmettert. Was wäre gewesen, hätten wir es „doof und ungemütlich“ gefunden? Ausserdem „wirkt“ es über 10.000 Kilometer entfernt der Heimat sowieso anders. Genau SO ist es richtig gewesen. Unsere erste „Campingsituation“ hatten wir in Paraguay an der Laguna Blanca. Genial.
Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt und geniessen es. Ganz besonders in freier Wildbahn ist es immer ein richtiges Erlebnis. Alles im Auto hat selbstverständlich seinen Platz, ALLES. Jeder Zentimeter ist genutzt. Natürlich sind es sind immer ein paar Handgriffe, bevor „es dann losgeht“, aber durch Leben im Auto erlebt man die Natur tatsächlich anders, als wenn man sich in ein Hotel verkrümelt. Je nach Wetter und Laune besuchen wir aber auch so eines noch…die Abwechslung ist für uns, mit der Art von Auto und Campingmöglichkeiten, begrenzt und daher optimal.
Heimweh kommt immer seltener vor. Richtiges Heimweh haben wir (noch) nicht bzw. nicht mehr. Es ist mehr das Verlangen nach gewissen Situationen oder die Erinnerungen, die uns sagen lassen „hach, das wäre jetzt schön“ oder „ das vermisse ich“…Soll nicht heissen, dass wir Familie und Freunde nicht gerne mal bei uns hätten, aber Dank der modernen Technik wie eMail, Facebook, Skype findet eine Menge Austausch statt und wir sehen, wie es Euch geht und wie unsere 3 Neffen und 3 Nichten „wachsen und gedeihen“.
Sehr schade ist, nicht in schönen oder auch traurigen Situationen „Hand-in-Hand“ jmd. beistehen zu können. Seid Euch aber gewiss, dass wir gedanklich bei Euch sind.
Mal eben rüber „beamen“ ist leider noch nicht erschaffen. Kommt hoffentlich als nächstes.
Wir haben eine kleine Foto und Videoausrüstung dabei.
Neben der Kamera Olympus PEN EP 1 haben wir von unseren Freunden einen genialen Mini Camcorder HD von Panasonic geschenkt gekommen. Unser Allrounder ist die Panasonic Lumix Full HD, die Stoss- Wasser-Staubfest ist. Sie ist immer dabei. Klein wie eine Zigarettenschachtel. Alle 3 machen nicht nur tolle Bilder, sondern auch super Videos.
Bilder werden im Nachhinein aus Zeit- und Kenntnis-Gründen nicht bearbeitet. Nehmt was ihr kriegt ;)
Unser Blog. Er ist unser Tagebuch. Wir haben keinen doppelten Boden. Kein Schreib und Klebeheft. Nicht immer einfach, teilweise zwischen Tür und Angel zu schreiben, Bilder zu verkleinern und hochzuladen, aber unsere Eindrücke verarbeiten wir dadurch, dass wir sie aufschreiben und bebildern.
Wir sehen und erleben so Einiges. Schön wenn viele von Euch daran teilhaben wollen und den ZOTTIS regelmässig einen Besuch abstatten. Wir hörten schon von vielen, dass wir z.B. Sonntags direkt nach dem Frühstück dran kommen, bei anderen zum Kaffee & Kuchen, bei anderen vor dem Tatort oder gar Montagfrüh im Büro, bevor die Woche losgeht oder einfach mal so Zwischendurch. Das freut uns natürlich sehr. Weiterhin werden wir versuchen „aktuell“ zu sein und unsere Anekdötchen in die Welt zu senden.
Es lebe die „Zottizeitung!“ (Danke an Max V.)
Wir danken unseren treuen Fans! :-)
Bei weiteren Fragen einfach fragen!
Wir denken an Euch – denkt Ihr an uns!
Liebe Grüsse,
Eure Zottis
PS:
Wenn wir zurück sind, werden wir alles auszudrucken und binden lassen. Kommt Zeit, kommt Drucker…


























































































