25.09.2011

Status (19.09.2011)

gefahrene Kilometer: 12.200
Landy-Reisetage: 85
11. Grenzen
Stadt 53: Córdoba


18.09.2011 La Rioja / Argentinien

Nächstes Ziel: LA RIOJA. Aber lag das nicht in Spanien? Doch!...aber hier liegt es auch. Und ist ebenfalls für Wein berühmt. Passt doch.
Circa 550 km lagen vor uns.Der Weg aus Cafayate ist von Weinbergen umgeben, die teilweise in Sand und Lehm gebettet sind. Auch kleine Papageien fliegen durch die eher triste Gegend. Und natürlich stehen die hübschen Kakteen ringsherum.

Auf dem Weg liegen die „Ruinas de los Quilmes“, einer Befestigungsanlage, die Überreste einer komplexen Städtischen Siedlung, die um das Jahr 1000 entstand. Auf 30 ha Fläche wohnten damals ca. 5.000 Menschen. Die Quilmes Indianer überlebten noch den Kontakt mit den Inkas, die ab 1480 in die Gegend eindrangen, nicht aber die Belagerung durch die Spanier 1667, die die verbliebenen 2.000 Einwohner nach Buenos Aires verschleppten.

Sie ist eine der größten archäologischen Attraktionen des Landes. Die Befestigungsanlage wurde von der gleichnamigen Ethnie erbaut, um den angreifenden Spaniern zu widerstehen, was jedoch nicht gelang, da die Spanier deren Felder anzündeten und sie hungern ließen, bis die Quilmes schließlich aufgeben mussten.
Der größte Teil der Anlage liegt an einem Berghang in einer Nische, wo die gute Übersicht in kriegerischen Auseinandersetzungen entscheidend war.Die Ruinen von Quilmes wurden im vergangenen Jahrhundert von Juan Bautista Ambrosetti einem Archäologen der Universidad de Buenos Aires entdeckt. Die Restaurierung der Anlage begann 1978.
Also so ein Haufen Steine ist ja echt beeindruckend und weckte die Vorfreunde auf die peruanische Inkastadt Machu Picchu, welche wir auch noch sehen werden.
Museum Pachamama
Die Ruta 307 brachte uns wieder in die Berge auf über 3.000m, doch der Blick ins Tal war schliesslich eingeschränkt. Wolken versperrten den Weg. Es war irre, denn wir fuhren in die Wolken hinein uns sahen die Hand vor Augen nicht. Genau auf diesem Strassenabschnitt war eine Baustelle und die Fahrbahn einspurig. Also fuhren wir langsam inkl. Nebel - alias Wolkenscheinwerfer und hofften, dass uns niemand entgegenkam Es kamen uns einige entgegen, aber wir meisterten auch diese Situation souverän, selbstredend…
Kaum unten im Tal angekommen fuhren wir in die erste Polizeikontrolle. Insgesamt wurden wir an diesem Tag 5 Mal kontrolliert…meistens nur nach Führerschein und Wagenpapieren, aber auch nach gültiger Versicherung befragt…Hier erfuhren wir, dass wir auch in diesem Land tagsüber mit Abblendlicht fahren müssen und mussten daher eine „Multa“ in die Staatskasse werfen. bzw. landete es vermutlich in einer eher privaten Kasse. Aber hierfür waren die Nordargentinier bei uns Gringos bekannt.

Die Strasse zog sich wie Kaugummi, die Orte am Wegesrand der Ruta 38 waren öde und meist nicht besonders hübsch. Am Strassenrand waren nun Felder mit Schilf zu sehen und in den Orten sahen wir dann schliesslich Korbverkäufer. Kurz vor La Rioja stehen Kilometerweise links und rechts nur Olivenbäume, sowie Olivenverkäufer…
In der gesamten Region fanden sich am Strassenrand ebenfalls kleine Schreine mit roten Fahnen.

Der „Gauchito Gil“ als eine Art Patron von Auto-, Bus- und Lastwagenfahrern gilt, ist es üblich, zu hupen, wenn man an einem Schrein vorbeifährt, um Gauchito Gil damit zu grüßen. Im Gegenzug hofft man auf eine unbeschwerte und unfallfreie Reise.  An seinem Todestag, dem 8. Januar, findet ein großes Fest zu seinen Ehren statt, an dem getrunken, gesungen und getanzt wird.
Gegen 19:00 landeten wir in La Rioja. Die Einfahrt in die Stadt war relativ unspektakulär und die Stadt wie ausgestorben.
La Rioja ist eine Stadt im nordwestlichen Argentinien und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz La Rioja und hat 143.684 Einwohner.
Die Stadt liegt auf 543 Metern Höhe am Nordwestenende einer weiten steppenhaften Ebene, die den gesamten Südosten der Provinz mit Ausnahme einiger kleinerer Gebirgszüge bedeckt. Westlich der Stadt liegen die Sierren Sierra de Velasco und Sierra de Mazán.
La Rioja war bis in die 1970er-Jahre eine landwirtschaftlich geprägte Stadt, die vor allem als Zentrum des Weinbaus in der Umgebung Bedeutung hatte. Die Erklärung zur Sonderwirtschaftszone Anfang der 1970er brachte einen starken Industrialisierungsschub für die Stadt, die heute eines der Zentren der argentinischen Pharmaindustrie ist.
Wir fanden eine zentralgelegene Unterkunft und machten uns auf den Weg zu einem „Sundowner“. Doch alles was wir am Wegesrand trafen und aussah wie ein Café, Bar oder Restaurant war geschlossen. Wir trauten unsren Augen nicht und fühlten uns wie damals in Corumbá…Doch wir fanden schliesslich Menschen. In den umliegenden Kirchen waren sie zu finden. Der Ort ist sehr fromm, somit waren vermutlich alle Menschen in der Kirche. Die Kirchen waren (fast) überfüllt. Es war aber sehr schön anzusehen. Wir erkundeten also die umliegende Gegend.

Ab 20:30 öffneten dann auch wieder die Restaurants. Zuerst besuchten wir die angesagteste „Bar“…die uns aber nach 45 Minuten Modern Talking DVD in voller Lautstärke für ein Abendessen etwas zu trendy vorkam…
Wir entschieden uns für eine regionale „Parrillada“. In Salta hatten wir nur leider nur einmal ein sehr gutes Steak bekommen. Ob es hier besser ist? Oder stimmt der Mythos, dass man in Buenos Aires das BESTE Steak bekommt? Fazit: Wir müssen nochmal nach Buenos Aires.
Das Restaurant „La Vieja Casona“ füllte sich ab 21:30. Busladungen an Menschen wurden ausgekippt. Der letzte Gast betrat um 0:00 das Restaurant. Der Grill glühte auf Hochtouren, Steaks aber vor allem Zicklein fand man darauf.
Es war mal wieder für uns nur schwer unvorstellbar, dass man am Sonntagabend, quasi nach dem Tatort, zum Essen geht. Der Abend war wunderbar, alle Menschen sehr nett und das Restaurant hatte eine tolle Atmosphäre. Zwar rustikal, aber landestypisch.
Wir beschlossen, nach einer „Durchfahrt“ am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Soooo „getouched“ hatte uns der Ort auch nicht und wir waren gespannt auf Córdoba…der Ort, der 1978 die deutsch-österreichische Fussballfreundschaft in Gang brachte...

20.09.2011

16.09.2011 Cafayate / Argentinien

Der Weg nach Cafyate führte uns durch das imposante „VALLE CALCHAQUÍES“, eine Kette zusammenhängender Täler am Ostabhang der Anden in den Provinzen Salta, Tucumán und Catamarca. Die Ruta Nacional 40 (Argentinien) durchzieht die Täler auf voller Länge, für den Magen nicht ganz einfach. Zerklüftete Landschaften, Serpentinen, Kakteen und zwischendrin kleine verschlafenen Dörfer, wo am Wegesrand Kunsthandwerk angeboten wird.

Wir durchquerten den „Parque Nacional Los Cordones“, er umfasst ein Gebiet von 65.520 Hektar auf 2700 bis 5.000 m Höhenmeter. Der Park liegt etwa 100 km südöstlich von Salta. Er wurde nach dem so genannten Cardón (Echinopsis atacamensis) benannt, einer Kakteenart, die auf bis zu 3.400 Höhenmeter wächst, bis zu 12m hoch wird und eine Lebenszeit von 250–300 Jahren hat. WOW!...sie zu fällen dauert fast genauso lang. Abbrennen tun sie hingegen in 30 Minuten. Im Vergleich echt langweilig.
Unmengen von den Dingern standen dort herum. Es war einfach unbeschreiblich. Ich liebe sie, diese vermutlich pflegeleichten Zeitgenossen. Einen dieser (ausgewachsenen) Kakteen werde ich übrigens ebenfalls mitbringen….Neben einem Wasserschwein, einem Tapir, einem Tukan und dem Hundebär Whiskey…und einen Esel.
Mach Platz da- hier kommt ein Mazda!
Ziel sollte am heutigen Tag sollte der Ort Cafayate sein, wo es einige Weinkellereien, kleine Hotels und Restaurants gab. Auf dem Weg dorthin stoppten wir in diversen kleinen Ortschaften. Einer davon war das verträumte, aber touristisch gut besuchte Örtchen „Cachi“ (ca. 2.200 Einwohner / 2.280m), welches schon in der Gegend das Grösste ist. Eine kleine Plaza, eine Handvoll Restaurants und (auch gute und teure) Hotels machen diesen Ort sehr liebenswert. Bescheidene Lehmhäuser schmücken sich mit teilweise neoklassischen Säulen oder maurischen Bögen, das alles inmitten erhabener Berge, bei kalten Nächten und viel Sonnenschein am Tage. Die Umgebung lässt sich wunderbar zu Fuss oder per Tour erkunden.

Zwei Kilometer südwestlich fanden wir das „Liebhaberei“ entstandene „Todo lo Nuestros“. Hier werden Gebäudetypen der geschichtlichen Phasen des Tals gezeigt. Ebenfalls sehr beeindruckend, allerdings waren wir die Einzigen, die sich das „neue alte“ Dorf anschauten.
Blick auf Cachi
Haus mit Grillage
Eventcenter (es fehlen weitere Wände)
"va bene, oyte da gib e quattro stacioni a tutti"
Erinnerungen werden wach

Ebenfalls stoppten wir in dem 300 Seelendorf "Seclantás", aus dem der für Salta typische Poncho stammt. Webereien am Wegesrand, bzw Webstühle im Strassenstaub verrieten, dass das nicht gelogen war. Leider war der Ort wie ausgestorben. Niemand da. Wir waren zur Siesta erschienen, doch dennoch waren fast alle Einwohner in die nächste Grosstadt gepilgert um den Feiertag zu zelebrieren. Somit beendeten wir die Suche, auch nach Seňor Tero. Bei ihm wollte ich einen Poncho kaufen, denn seine Hände haben schon einen Poncho gewebt, den Papst Johannes ll. Getragen hat…und so einen wollten wir auch besitzen.

Nach weiteren spektakulären Lanschaften und Sand und Schotterstrassen erreichten wir den Ort „Molinos“. Auch hier ein Bilderbuch, in welches wir hüpften. Sehr malerisch gelegen sieht mal langsam verfallene Adobehäuschen. Die Kirche Iglesia de San Pedro de Nolasco im Cuzcostiel hat zwei Glockentürme und traditionelle Dachziegel. Hier gab es ebenfalls kleine schicke Hotels. Aber auch (heute) ausgestorben. Etwas  zu einsam heute für uns. Daher „cruisten“ wir weiter. Über Stock und Stein passierten wir weitere Örtchen wir „Angastaco“ oder „San Carlos“, bis wir diverse Weinberge passierte und nach „Cafayate“ kamen.
Hose im Wind
Ort Molinos

Hier war der Feiertag noch am Abend in vollen Gängen. Auf der Plaza tummelten sich Menschen, sangen und verbreiteten gute Laune! What a feeling! Trotz der Menge an Menschen fanden wir eine nette Bleibe und beschlossen nach genauem Betrachten, in dem ZWEITBEDEUTENDSTEN Produktionszentrum Argentiniens für Wein, ein paar mehr Stunden zu verbringen. Die ruhige Kleinstadt hat ca. 11.000 Einwohner und die in-und umliegenden Weingüter sind berühmt für die „Torrontés“, eine Traube aus der ein aromatischer und trockener Weißwein gewonnen wird. Die Bodegas stellen aber auch sehr gute Rotweine wie Cabernet Sauvignon, Malbec und Tannant her. Die meisten Bodegas liegen  in (unmittelbarer) Fussnähe. An der Plaza fanden sich diverse Restaurants und „Lädchen.“ Auch Hotels für wirklich alle Budgetklassen waren im Ort verteilt.
Filz-Lama-Hut gegen Kälte als Mützenersatz
Die Weinkellereien sind sehr unterschiedlich, einige haben wir davon angeschaut…und verkostet. Einer unserer Favoriten ist die Bodega Nanni, welche biologische Weine herstellt. Klein und fein geht es dort zu. Nur 200.000 Liter werden jährlich abgefüllt. Bilder und Details findet man auch im Internet.
http://www.bodegananni.com/

Gegenüber findet sich die Bodega „El Transisto“, die ihren Namen durch den Italiener Piedro Marini hat, der 1895 von Italien nach Cafayate kam. Hier werden 150.000 Liter jährlich abgefüllt.
http://www.bodegaeltransito.com/
Bei Domingo Hermanos war alles gleich etwas grösser und auch kommerzieller. Seit 35 Jahren gibt es die Bodega. Jährlich werden 3.000.000 Liter (von 250 Hektar) abgefüllt. Allerdings davon 60 % in den „ handlichen“ 5 Liter Krügen/Fässern. Manche Trauben werden bis 5 x gepresst, und lagern kurze Zeit in Plastikfässern…daher auch vom Geschmack und Farbe (sowie Preis) kein „Aufreger“. Bessere Weine gibt es dort aber auch…
http://www.domingohermanos.com/

Bei der späteren Einkaufstour berücksichtigten wir allerdings ausschließlich die kleinen Weingüter.
Für Besichtigungen/Touren und Weinproben bezahlt man im gesamten Gebiet entweder nur wenig (1,50 €) oder gar nichts. Es gibt auch noch kleinere Weingüter (5.000 Liter jährlich) idyllisch in den Bergen gelegen, wo wir über 10 Kilometer durch wunderbare Natur wanderten und auf den kleinen, aber sehr bedeutenden Ort schauten und uns dennoch wunderten, dass in der trockenen, kargen und sandigen Landschaft der Wein so gut gelingt.

Das Wetter spielte die ganze Zeit mit. (Wir erinnern uns leider nicht, wann wir den letzten Regentag hatten) Abends genossen wir „laue“ Sommernächte an/auf der einsamen Plaza, oder der einzigen Weinbar „Chato´s“, oder beim Wein-Eisessen bei Miranda, oder im la Casa de las empanadas…wo wir den Versuch starteten, ein Dutzend verschieden gefüllte, köstliche und frisch zubereitete Empanadas zu verdrücken.

Jeder ein Dutzend, versteht sich von selbst, oder?
Auf geht´s!
Cabernet und Torrontés (vLnR)
Im (doppelten) Dutzend billiger
Paket für Dich!
"Humitas en Chala"