10.08.2011

01.08.2011 San José de Chiquitos / Bolivien

Am Montagmorgen machten wir uns auf nach Bolivien. Vorab hielten wir am Hafen und sagten unserem Captain zu. Freitagmittag sollen die Autos bereits „verladen“ werden.
Es war kalt und es nieselte. Laut Wetterbericht hatten wir uns darauf vorbereitet, doch der Temperaturwechsel ist hier wirklich enorm. Von 32 auf 16 Grad fühlt sich einfach komisch an. Der Tag war also schon ungemütlich.
Thomas´ Vorhaben in Bolivien endlich wieder günstig vollzutanken, ging leider nicht auf. Wir hörten noch im Hotel, dass Benzin in Bolivien knapp sei. Tankstellen teilweise sogar geschlossen.
Für uns und unseren Diesel-vertilgenden Höördie hiess das: 1,10 € / Liter in Brasilien zu 0,37 € / Liter in Bolivien. Das ist doch mal eine Ansage.

Wir tankten erstmal halbvoll und rauschten in Richtung Grenze. Wir glaubten unseren Augen nicht. Dort standen Menschenmassen genau vor dem Schalter, wo wir auch hin wollten. Der Wind pfiff und es war kalt. Wir probten erneut Prinzip Zwiebel, da Winterjacken verpackt waren. Gestern waren es schliesslich noch 30 Grad. Andrea kämpfte sich vor um in Erfahrung zu bringen, was da los war. Nichts war los, normaler Tag an der „Stempelausgabe“…eine Person, die alles dort managte. Oder auch nicht. Im gut sortierten Reiseführer stand, dass man notfalls auch bei der örtlichen Polizei in der Stadt bis 11:00 seinen Ausreisestempel bekommen könnte. Wir fanden es einen Notfall und flogen los, da es 10:40 war. Um Punkt 11:00 standen wir bei der Polizei. Eigentlich wollte der Beamte gerade dicht machen…aber Dank Andrea`s Engagement und vier Dackelblicken bekamen wir um 11:30 unsere Pässe zurück.

Zurück an der Grenze, mussten wir nur noch beim Zoll unser Auto „ausstempeln“…und sahen, dass sich an der Schlange gegenüber nicht viel getan hatte. Denn nun war – richtig – Mittagspause. Also saßen alle Menschen verpackt in Decken vor dem Schalter in der Kälte und warteten 2 Stunden.

Die Zollformalitäten gingen im Vergleich dann fast schnell. Somit rollten wir in Bolivien ein. Der Einreisestempel liess nicht lange auf sich warten. Der Zoll allerdings hatte Mittagspause. Somit suchten wir erst mal einen Bankomaten und danach eine Möglichkeit zu Mittagessen. Ein halbes, frittiertes Hühnchen was eher ein Ganzes Huhn nach Europäischen Huhnanforderungen war, dazu Reis, Pommes Frites und Nudeln. Keine leichte Kost. Aber recht ok, da zwei Personen satt wurden. Preis 3,50€.
Hier wurde klar, dass Bolivien tatsächlich ein günstiges Land ist…und vermutlich leider auch ein sehr armes.

Unser Ziel sollte heute das Städtchen San José de Chiquitos sein. Andrea und Thomas hatten über deutsche Reisende einen Hoteltipp bekommen. Von dort könnte man weitere Jesuitenreduktionen ansehen. Manche von diesen seien noch in Betrieb.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jesuitenreduktionen_der_Chiquitos


Die Dame vom Zoll forderte uns auf, sämtliche Dokumente als Kopie beizulegen. Kopien hatten wir nicht mehr, lediglich eingescannt. Somit suchten wir mal eine Kopiergelegenheit. Am Zoll zurück, teilte man uns nun mit, dass das Netzwerk des Zoll ausser Betrieb sei. Wir sollten erneut eine halbe Stunde warten. Langsam wurden wir grantig, da die Stadt San José knapp 400 km entfernt war. Hotels am Wegesrand gibt es keine. Und ein fremdes Land im Stockdunkeln zu befahren, zählte auch nicht zu unserer Lieblingsbeschäftigung.

Um kurz nach 15:00 ging es dann aber recht zügig weiter. Wir hielten unsere KFZ Importpapiere in der Hand. Jetzt sollten wir nur noch zur örtlichen Polizei. Da bekämen wir das letzte Dokument. Dieser Weg war uns neu. Wir wussten aber, dass wir in Bolivien penibel auf alles achten müssten, mit denen war nicht zu spaßen.

Die Polizei im Puerto Quijarro sah aus wie in einem Krimi. Das Haus war notdürftig bis gar nicht eingerichtet, Fenster kaputt, eisiger Wind pfiff, matschiger Lehmfussboden. Der Polizist mit typischer Bolivienmütze (die mit integrierten Ohrenwärmern) dicker Jacke, Springerstiefeln und Knüppel. Nicht zu vergessen Handschuhe im Ed Hardy Verschnitt. Leider konnten wir dort kein Foto machen...

Wir sassen vor ihm wie auf einer Anklagebank, gaben ihm alle Informationen. Danach mussten Andrea und Thomas vorsprechen. Nach Angabe ihrer Daten, entfachte eine Diskussion zwischen Polizist und Andrea…er wollte uns nicht unsere Papiere geben. Es sei denn wir gäben ihm Geld. Schliesslich müsse er Papier und Druckerpatronen bezahlen. Andrea blieb hart, da sie von vorherigen Einreisen in Bolivien wusste, dass es nicht offiziell war…er merkte, dass er mit dem mexikanischem Temperament Andrea`s keinen leichten Gegner hatte und somit sagte er trotzig, wir müssen sämtliche Kopien bereitlegen. Oder Geld. 100 Bolivianos pro Auto, was hier wirklich eine Menge Geld ist.
Thomas und Andrea hatten eine komplette Aktentasche mit sämtlichen Kopien griffbereit. Clemens fuhr erneut mit Thomas zum Copyshop und kopierte was das Zeug hielt. Ich wartete mit Andrea auf der Polizei und hielt den trotzigen Polizisten bei Laune.
Um 16:45 übergab er uns wiederwillig unsere Papiere und wir rollten endlich gen San José…

Ein sehr guter und asphaltierter „Highway“ führte durch bis nach Santa Cruz.

Hin und wieder kam uns ein Auto entgegen, aber eher wenige. Ein paar Rinder und Esel standen auf der Strasse, so dass wir öfter in die Bremsen steigen mussten, da sie im Dunkeln plötzlich vor uns standen. Nur mühselig gingen sie weiter….An den Tankstellen hinter der Grenze hatten wir Warteschlangen von Autos gesehen, als gäbe es etwas umsonst. Hunderte von Autos parkten vor den Tankstellen in Reih und Glied, bzw. in 3er und 4er Reihen. Die Tankstellen hatten aber geschlossen.
Irgendwann müssten wir aber auch tanken…und weit und breit war kein Ort oder ähnliches zu sehen.
Es regnete und es war stockfinster, als Clemens anhielt und auf die schon lang leuchtende Reservelampe deutete. Ich wusste was nun käme….(…warum haben wir in Brasilien denn nicht vollgetankt??) Thomas musste auch etwas Benzin nachlegen…insofern standen wir hintereinander. Clemens stieg auf das glitschige Dach, reichte die schweren 20kg Kanister…es lief erstaunlich gut und wir waren schnell. Der in Deutschland gekaufte Trichter erwies sich als zu langsam und störend. Diesel floss uns über die Hände und Klamotten. Wir zückten eine leere 1,5 l Wasserflasche und sägten den Boden ab. Damit ging das Befüllen weitaus schneller.

Ich wollte nur noch ins Hotel. Die Strasse schien endlos. Irgendwann waren wir dann da. Im Ort San José de Chiquitos. Kleine Lehmhütten und Schlaglochstrassen begrüssten uns. Mittendrin ein hübsches Türmchen, vermutlich von der Jesuitenreduktion.

Nach Einigem Suchen und Durchfragen, da unsere GPS Geräte bzw. die Karten nicht funktionierten, fanden wir das Hotel. Ein junges Franzosen-Ehepaar hatte sich hier niedergelassen. Schon beim Betreten des Hause rochen wir frischen Speisen aus der Küche, es war warm und angenehm. Ich wollte nie wieder gehen. Als wir dann noch die Zimmer sahen war es um mich geschehen. Neue, grosse Betten, alles sauber, liebevoll eingerichtet…es war toll. Das Badezimmer erledigte mich dann komplett. Schon die Brause/Duschkopf war fest angebracht und man hatte die Möglichkeit zwischen Kalt und Warm zu regulieren und sogar die Wassermenge und das ohne einen Schlag zu bekommen. Man hatte keine Angst vor Fusspilz. Auch beim Waschbecken eröffneten sich neue Möglichkeiten in Bezug auf kalt/warm und die WC Brille war kein Luftkissenboot, also nicht aus Schaumstoff, sondern erfüllte die die europäische Brillen-Norm.

Wer mal von Euch in der Ecke sein sollte, unbedingt dort einbuchen:
http://www.villachiquitana.com/en-index.php

Das Abendessen war - selbstredend - eine Gaumen-Symphonie. Die Kosten des Essens und die der Übernachtung, überschaulich. Eine Hotelübernachtung mit grandiosem Frühstück für 37,50€. Ein wunderbarer frischer Salat für 1,50 € und ein „Topf“ Bolognese für mich für 4,00€ und ein schickes Fläschchen Rotwein für 9,00€. Meckern sollen andere.

Snack Andy...
...aus der Nachbarschaft
Am Tag darauf erkundeten wir zu viert die Gegend u.A. den Cerro Chochis.
Andrea und Thomas

....bevor wir uns wieder zur Grenze aufmachten, legten wir einen Stopp im Ort Aqua Calientes ein, der seinem Namen gerecht wurde. Somit badeten wir bei 18 Grad Außentemperatur in einem 40 Grad warmen Fluss.


Danach durfte Clemens mit Lord Höördie einem festgefahrenen Bolivianer aus der "Patsche" helfen.
http://www.youtube.com/watch?v=6hkuav6Mxtg
Höördie matt datt
Der Rückweg nach Corumbá über die Grenze dauerte wieder nur entspannte 5 Stunden…inkl. der Mittagspause…
Mittagspause an der Bolivianischen Grenze



29.07.2011 Corumbá / Brasilien

Nach unserem letzten „Trail“ im Sumpf brachen wir auf der Fazenda Santa Clara auf. Wir wollten nach Corumbá. Dort gibt es ggf. die Gelegenheit ein „Schiff“ zu organisieren, welches uns das Pantanal auf dem Seeweg eröffnet. Wirklich unberührte Natur, die - so hoffen wir, noch mehr Tiere beherbergt. Laut Insiderinformatonen (Volker von der Frachtschiffreise) ist es irgendwie möglich, den Rio Paraguai / Rio São Lourenço samt Auto auf dem Schiff, den Ort Porto Jofre zu erreichen. Der Umweg, durch ein eher „tristes“ Pantanal beträge 1.200 km. Und wie ihr Euch bei den Strassenverhältnissen vorstellen könnt, dauert hier jeder Kilometer etwas länger…
Über Mirjam erfuhren wir, dass selbst sie keinen Kontakt von einem Schiffsanbieter hat, der auch Autos befördert…wir sollten uns in Corumbá durchfragen…. Wenn und das gelingen würde, wären wir mehrere Tage auf einem „schlichten“ Schiff…

Da Andrea und Thomas für wilde Ideen zu haben sind, beschlossen wir, die „Operation Pantanal Seeweg“ gemeinsam in den Angriff zu nehmen und nach Corumbá aufzubrechen.

Wenn wir den Ort Porto Jofre mit dem Schiff erreichen, werden wir die Strasse „Transpantaneira“ fahren, die durch das nördliche Pantanal führt. Sie ist dort die einzige Strasse und wird uns über 130 Brücken nach „Poconé“ führen. Über „Cáceres“ werden wir dann weiter nach Bolivien reisen und die kommenden Wochen dort verbringen.
Andrea und Thomas werden weiter in Brasilien bleiben und den Norden erkunden.

Die Fahrt nach Corumbá erfolgte auf 120 km meist asphaltierter Strasse. Die Landschaft war atemberaubend, die Farben der Natur einzigartig. Gegen Nachmittag erreichten wir eine kleine, hässliche Stadt. Im Vorfeld hatten wir gelesen, dass die Grenzstadt nicht ganz ohne ist und primär dem „Handel und „Schmuggel“ nach/von Bolivien dient. Hauptsächlich Drogen und Autos.
Nach einigen Anläufen fanden wir dann am Nachmittag eine Bleibe, in der wir uns alle vier wohlfühlten und unsere Autos sicher standen. Und wir sogar – wichtig – einen Grillplatz vorfanden, der an einem hübschen Pool gelegen war. Erst bei Tageslicht sollten wir sehen, dass der Zustand der Zimmer eigentlich schlimmer als im Hotel Andy war, sogar die Stromleitungen im Badezimmer waren offen, was die morgendliche Dusche bei kalt-lauwarmem Wasser nicht erträglicher machte. Aber man lernt damit zu leben. Immerhin war das Frühstück Weltklasse. Soviel zum „Victoria Palace“ Hotel.
on the way to Corumbá
Ausflugsschiffe im Hafen
Sollten wir eine Gelegenheit finden, mit unseren Autos den Rio Paraguai / Rio São Lourenço Flussaufwärts zu kommen, wollten wir bis zur „Abreise“ ein paar Tage in das Nachbarland Bolivien rauschen. Dort gab es weitere Jesuitenreduktionen sowie eine Zollfreie Einkaufszone…In zwei Wochen würden wir zwar erneut über den Norden hereinkommen, aber die Stadt Corumbá war nun auch keine Weltstadt…
Am Abend lernten wir im Hotel Marcello kennen. Marcello sass vor seinem Zimmer und rauchte. Wir kamen ins Gespräch und erzählten von unserem Vorhaben nach Bolivien zu fahren. Wir sahen in entsetzte Augen. Nach Marcellos 5 minütigen Monolog, der nur furchtbare Geschichten über Autoklau in Bolivien beinhaltete, war uns die Lust vergangen. Nach seinen Erzählungen könnten wir mit unserem Auto keine 5 Kilometer über die Grenze kommen, ohne dass wir dann von einer „Bande“ mit Pistolen überfallen werden und uns das Auto entrissen werden würde…Klingt spannend. Aber woher weiss er das, wollte ich wissen…Marcello war bei der Polizei. Drogendezernat. Ach so. Klang auch ja spannend.
Nach einem gut sortierten Grillabend und einer Menge Polizeigeschichten machten wir uns am nächsten Tag, Samstag in die Hafengegen auf und suchten nach einem Cargo- Schiff.
Bei unserer Suche bemerkten wir, dass die Stadt an manchen Stellen doch ganz hübsch war. In der Hafengegend standen ein paar richtig schmucke Häuser. Generell fand man viel alten Bestand, der aber leider ziemlich runtergekommen war.
Wir fanden den sogenannten Cargohafen. Und ein Ponton/Barke. Und eine abgewrackte „Nussschale“ sowie eine Handvoll portugiesisch sprechende Hafenarbeiter.
Es dauerte nicht wirklich lang, da hatte Andrea die Jungs mit ihrem Spanisch im Griff und sie verhandelte mit dem Eigentümer, schlug einen „Spezialpreis“ für 4 Personen und 2 Autos raus.
…dann guckten wir uns das Schiff genauer an. Das Gute vorab: Wir können keine Milben oder Flöhe von verwanzten Matratzen bekommen. Es gibt nämlich keine. Wir müssten uns nur noch jeder eine Hängematte besorgen.
Essen wird es auf dem Schiff geben. Die Küche sieht jetzt nicht soooooooooooooooo schlimm aus. Da haben wir hier schon schlimmeres sehen müssen.
Es gibt sogar ein eigenes Damen WC/Dusche. Wenn Andrea und ich dort erst mal neu renoviert und mehrere Runden Sagotan verteilt haben, wird es sogar fast gehen, ohne dabei 10 Tode zu sterben. Freitagnacht solle der Kahn losgehen. Die Fahrt dauert so – mas o menos – 2,5 Tage. (360 km) Von den Kosten billiger als Benzin für den 1.200 km Umweg durch das Land. Zumal das Pantanal von der Seeseite sonst nirgends zu begutachten ist ausser mit dem Schiff an diesen Stellen nicht zu erreichen ist. Wir hofften, vom Schiff aus endlich einen LEOPARDEN zu Gesicht zu bekommen…denn der ist noch scheuer und seltener als ein Tapir oder Ameisenbär.
Soviel zur Theorie.
Wir liessen uns eine Nacht Bedenkzeit, obwohl Clemens sofort Feuer und Flamme war. Endlich wieder auf das Wasser. Endlich Abenteuer und den ganzen Tag angeln…
Auch ich war gedanklich schon auf dem „Schiff“…aber erst nachdem ich mich erkundigt hatte, dass wir jeder Zeit auch zum Auto gehen könnten…sollte mir das Hängemattenleben nicht unbedingt zusagen, wäre ja noch mein kuscheliges Bettchen in Höördie sicher.
Essen (wahrscheinlich Reis, Bohnen und Fisch) wird sowieso überbewertet, Duschen und WC auch. Wird alles schon schiefgehen. Wir wären immerhin min. zu viert. Und 3,5 Tage sind keine 6 Wochen. Noch nicht. Zudem rollte eine Hitzewelle von 38 Grad auf uns zu. Vielleicht halten sich die Mosquitos aufgrund des Fahrtwindes von uns fern. Von den Stichen hatten wir alle nämlich schon eine Menge. Neben meiner 3 Zeckenbisse, die ich mir im Sumpf eingefangen hatte.
Gibt’s hier eigentlich irgendwo Piraten?
das hübsche Corumbá
alt vs neu
Unser Schiff...
Der Estrada Parque den wir schon von der einen Seite kannten, hatte auch hier eine Einfahrt. Vor Wochen war noch alles überschwemmt gewesen, sodass die Schweizer Kurt und Michelé kaum Chance hatten mit ihrem LKW die Gegend zu erkunden, aber wir wollten es wenigstens versuchen.
Die Gegend war tatsächlich sumpfig und wir mussten oft durch das Wasser. Den Wasserstand prüfte natürlich ich. Erst später, als ich wadentief im Schlamm und Wasser stand, kam mir in den Sinn, dass ggf. auch ein Wadenbeisser in der Gegend sein konnte.
Die Schotterpisten waren teilweise wirklich in einem desolaten Zustand, doch was soll ich sagen…“ unser Höördie matt datt.“

leichte Überschwemmung
bei der Arbeit!

Foto by Thomas Schenkelberg

Wir trafen unseren ersten Ameisenbär. Gleich zwei Mal. Allerdings tot.
Viele tote Tiere lagen am Wegesrand. Das Wasser war vor Wochen so schnell gestiegen, dass sich viele Tiere nicht retten konnten. Ich war traurig. Ich wollte so gerne einem Ameisenbär sehen. Und dann erhörte er mich. Vor uns wackelte ein Busch. Ich hielt die Kamera drauf, als das gute Tier wirklich uns vor das Auto lief und gemütlich dahin trottete. Er war gross. Gross wie ein Hund. Also ein richtiger Hund. Er sah putzig aus mit seinem Rüssel und seinen komischen Gliedmassen. Irgendwie passte an ihm nichts zusammen. Aber er gefiel mir. Das schöne war, wir trafen an dem Nachmittag noch zwei weitere Exemplare, Vögel, Tucane und Capybaras….und auch die Natur war wieder wunderschön!
by Thomas Schenkelberg
Anton der Ameisenbär
by Thomas
Der Jabiru Storch - ich korrigiere:
der grösste Storch der Welt
http://de.wikipedia.org/wiki/Jabiru_(Vogel)




31.07.2011

26.07.2011 Buraco das Piranhas - Estrada Parque / Brasilien

Es ging weiter nördlich. Die nächste Fazenda " Santa Clara" lag im Estrada Parque.
Hier fuhren wir langsam, da man am Wegesrand schon etliche Tiere sah. Kolibris, Caimane, Vögelchen und sogar unsere erste Schlange lag am Wegesrand und sonnte sich. Es war heiss und die Strassen staubig. In unserem Auto - ohne Klima - stand die Luft...und der Staub. Denn mit offenen Fenstern und Lüftungsschlitzen zuz fahren brachte so Einiges mit sich.


Trompetenbäume blühen in Gelb und Pink

Auf der Strecke überquerten wir unzählige Brücken. Bis zur Fazenda sind alle in relativ gutem Zustand. Manche können auch umfahren werden. Von Kurt und Michele erfuhren wir, dass manche Brücken kaputt und somit nicht passierbar sind. Die Strasse führt durch den Estrada Parque bis in die Grenzstadt Corumba. Bis dahin muss man 70 Brücken hinter sich lassen.

Drei Tagen später wollen wir nach Corumba. Da zwei Brücken im Park kaputt sind, müssen wir nach unserem Fazendaaufenthalt wohl zurück und über die Bundesstrasse fahren.
Um die kaputten Brücken kümmert sich niemand. Keiner ist verantwortlich. Stattdessen nehmen alle einem Umweg von 3-4 Stunden in Kauf. Es handelt sich hier im Übrigen um schlichte Holzbrücken. Also kein Hexenwerk. Andere Brücken werden eher ausgebessert, als das die Kaputte repariert wird...

Wir trafen auf der Fazenda Santa Clara auch zur Mittagszeit ein. Hier war alles etwas grösser, mehr Gäste, ca. 50 würden insgesamt Platz haben, sowie eine Handvoll Guides kümmerten sich direkt um uns. Auch hier waren die Zimmer schlicht und ergreifend. Einen kleinen Pool und eine Bar gab es. Also mehr ein Hotel.

Hier fanden ebenfalls zwei Touren am Tag statt. 3 Tage blieben wir und genossen bei südamerikanischer Hitze das Sumpfgebiet, was hier wirklich weitaus mehr Tiere beherbergt als die Tage zuvor.

Unsere Highlights waren Piranahfischen sowie eine Bootstour auf dem angrenzenden Fluss. Dort sahen wir neben etlichen Caimanen wieder Äffchen, Tucane, viele bunte Vögel, Gürteltiere und sogar – nicht so leicht zu sehen - Leguane.
Kingfisher

Beim Piranhafischen steht man (in dieser Region) Bauchnabel, oder in meinem Fall - Brusttief im Wasser. Das neben einem Caimane auftauchen und man in Wasserlilien und Schlamm steht vergisst man fast...
Auch diese Fische nimmt Clemens inzwischen alleine vom Haken. Schmecken, so sagen alle Beteiligten, soll der Piranha ebenfalls gut.
Ebenfalls wanderten wir durch Wasser und über Wiesn bei Hitze, bastelten Blumen aus Palmenfrüchten und genossen das Mittagessen auf einem kleinen Bauernhof inmitten von Hühnern, Truthähnen, wilden Pferden und Hunden...und einer Wäscheleine voller Fleisch.

Auch auf dieser Fazenda musste ich auf ein Pferd. Das Gaucho-Leben verlangte einem so Einiges ab. Clemens kam wieder voll in Fahrt und war mit seinem Kollegen Knickohr gleich guter Dinge. Ich fand reiten auch dieses Mal ganz ok. Wird nicht meine Lieblingsbeschäftigung werden, aber inmitten dieser Natur ist es natürlich wirklich ein Erlebnis.

Kollege Knickohr
Unsere Badebucht
Trompetenbaum

Hier trafen wir auch unsere Ana. Ana Konda. Die Grüne Anakonda kam eines Nachmittages auf die Terrasse. Glücklicher Weise war ein Gaucho zur Stelle...und hielt sie fest, während ich sie um meinem Hals hatte. Fazit: Schwer, gitschig, stinkig. Aber wunderschön.

Am Morgen vor unserer Abreise machten wir noch eine Tour durch die Botanik. Unser Guide Emerson ging querfeld ein. In Gestrüpp und Gebüsch fanden wir dann noch zwei kleine Schätze.

http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdamerikanischer_Nasenb%C3%A4r
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCrteltiere
ein putziges Gürteltier