31.05.2012

24.05.2012 Quito / Ecuador

Tja, nun waren wir auch hier angekommen…in der Hauptstadt von Ecuador.

Quito – sprich KITO hat ungefähr 2 Mio. Einwohner und liegt wie bereits mitgeteilt ca. 20 km vom Äquator entfernt sowie in einem „Andenbecken“. Zudem liegt die Stadt auf einer Höhe von 2.850 m was uns nicht wirklich Probleme bereitete, Mindo lag ja am Tag davor schon auf 1.200 m. Einfach flach durch den Bauch atmen und Tee trinken sowie wieder warm anziehen. Im Vergleich zu den letzten Wochen war es hier "oben" schon schattig. Aber auch die Sonne liess sich mal blicken und dann  waren es gemütliche 22 Grad.
Nun endlich wieder:
Quito ist somit noch vor der bolivianischen Hauptstadt Sucre die höchstgelegene Hauptstadt der Welt und nach Guayaquil die zweitgrößte Stadt des Landes Ecuador. Jawohl. Endlich wieder Rekorde!

Fast ganz Quito befindet sich auf sandigen Böden vulkanischen Ursprungs. Erdbeben und Aschefälle haben Quito schon öfter heimgesucht. Quito ist von 14 Vulkanen umgeben und zerstörte Gebäude in der Altstadt wurden nach Erdbeben mindestens viermal wieder aufgebaut. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe, so hat UNESCO entschieden. Nicht nur ein Haus, nö gleich die gesamte Altstadt. Nicht kleckern…
http://de.wikipedia.org/wiki/Quito

Der erste Eindruck beim Hineinfahren in die Stadt erinnerte uns irgendwie an La Paz…ein Häusermeer inmitten von Bergen und Vulkanen…ein scheinbar gewaltiges Chaos…welches sich aber recht gut bewältigen liess und wir zügig im „Ausgehviertel“ Mariscal landeten, denn hier hatten wir eine Bleibe. Nämlich bei Gerd.
Gerd wurde uns schon von vielen Overlandern empfohlen, bzw. von denjenigen, die ein Fahrzeug mit einer max. Höhe von 2,63 m haben, denn dann passt man durch das Gartentor und steht sicher vor einer alten Stadtvilla. Eine hübsche Altbauvilla mit Parkettboden, Biergarten und allen Annehmlichkeiten erwartete uns. Gerd ist auf alles vorbereitet, der Gartenplatz für Wohnmobile hat alles was das Herz begehrt. Er ist halt ein Profi, denn sein Hostal "Zentrum" führt der gebürtige Hamburger und ehemalige Kiezgröße schon seit über 10 Jahren, nachdem er der Reeperbahn und der Großen Freiheit den Rücken gekehrt und sich Quito zugewandt hat. Nun ist er 82 Jahre und rockt hier die Bude. Ein super Typ! Er ist absolut hilfsbereit und nett, es gibt nichts was es nicht gibt z.B. sehr saubere Zimmer für jeden Geldbeutel mit heissen Duschen und funktionierendem Wlan. Eine Rarität in Südamerika.
www.hostalzentrum.com

Gerd und Kumpel Hans
Linda, ein knuddeliger AKITA - japanischer Kampfhund
(pack ich noch ein)
Winke Winke! Frank (Aushilfe) und Super-Gerd
Gleich am ersten Abend brachte uns Gerd mit Hundebär Linda in das erst vor ca. 5 Jahren aus dem Boden gestampfte Beton- Ausgehviertel Mariscal, welches zu Fuss 7 Min. entfernt liegt. Bei Dunkelheit nimmt man aber sicherheitshalber ein Taxi (2,00 US), denn wie in allen Städten der Welt gibt es auch „ungemütliche“ Seitenstrassen. Im Mariscal gibt es u.a. die Plaza Forch und weitere Strassen, welche ein Gastronomisches Angebot aufweisen, dass wir erst mal nicht wussten, wo wir einkehren sollten. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Unglaublich. Völlige Reizüberflutung.
Überschauliche Vorspeisen:
Kartoffelkäsedurcheinander und eine Empanda,
welche in Europa grössentechnisch unter Calzone eingestuft wird
Kleiner Hund ganz hoch!  
hier konzentriert man sich auf das Wesentliche
Um einen ersten Überblick über diese „undurchschaubare“ Stadt zu bekommen, setzen wir uns einen Tag in den allseits beliebten Doppeldeckerbus und lernten getreu dem Motto „Hopp on & hopp off“ grob die Stadt und viele Sehenswürdigkeiten kennen (und lieben). Am Tag darauf marschierten wir nochmal per Pedes die Highlights ab. Der Flughafen befindet sich lustiger weise direkt in der Stadt, sodass wir des öfteren der Kopf im Bus eingezogen haben, da die Flieger so nah über einen düsen. Lufthansa (und sicherlich auch andere Gesellschaften) fliegen diese Stadt im Übrigen nicht an. Zu speziell sei diese Stadt wg. ihrer Lage zwischen den Vulkanen und auch bzgl. der Winde. Denn das Klima ist hier etwas sonderlich. Alles kann – nichts muss. Alle 4 Jahreszeiten können innerhalb von einer Stunder vorkommen. Quito ist quasi das Patagonien von Ecuador.
mit VW on Tour
ducken!
Grüsse nach München
Bei Karl ist die Welt noch in Ordnung.
Hier gibbet den Middachstisch noch für 1,75 € = 1,40 €
Schon schön ist, dass es hier 12 Stunden am Tag hell ist. Von 6h bis 18h. Ein freudiges 12 Stundenfest. Immer. Das ganze Jahr über.
Das ist auch der Grund weshalb die Stadt neben vielen Deutschen, Schweizern und Österreichern auch noch die Holländer als Residenten beherbergt. Was treibt einen Holländer aus seiner Heimat?? Ist doch klar, die Tulpen!...bzw. die Blumen im allgemeinen. Millionen Tonnen an Blumen werden aus Ecuador jährlich exportiert…da sie bei 12 Stunden Tageslicht einfach bombastisch gelingen.

Die Altstadt ist berechtigter Weise von der UNESCO gekürt. Noch nie haben wir in einer Stadt Südamerikas so viele schöne Kirchen gesehen. Es ist unfassbar. Sind sie von aussen meist schlicht, so blitzen das Gold und die Bemalungen in Inneren. Absolut beeindruckend. Wir konnten uns nicht satt sehen. Leider darf man daher in den meisten Kirchen nicht fotografieren…
Basilica del Voto Nacional
Umbau für den Anbau?
Wäsche-Patio
Wir kamen gerade zum Tag der Firmung, wo sich alle Familien schön zurecht gemacht hatten und die Stadt voll war mit Leuten. Alle waren glücklich und stolz und auch die Strassenverkäufer witterten ihre Chance und verkauften wie sie konnten. Das Highlight sind Torten, die Tablettweise durch die Stadt geschleppt werden und direkt vor der Kirche den Hinauskommenden angedreht werden. Aber auch Schuhe, Hüte und Capes für Hunde sind hier total in! Auch hier sind bereits Kinder im Einsatz, die Jungs sind bewaffnet mit einer kleinen Holzbank zum Schuhputzen und die Mädels mit Obst und Süssigkeiten.

Wie schon in Bolivien und Peru beobachtet, haben Kinderwagen Seltenheitswert. Kinder werden entweder getragen oder sie laufen. Wenn Mama das kleine Geschwisterchen trägt und dabei vielleicht auch stillen muss, muss der kleine Knirps halt laufen. Auch wenn er es gerade erst gelernt hat. Das tut das Kind meist brav ohne große Heulerei. Es kennt es ja nicht anders. Gestillt wird hier, wie auch in Peru, recht freizügig. Also genau da, wo es halt sein muss. An der Supermarktkasse, auf der Strasse, auf dem Moped oder einfach im Gehen.
Auch Quito ist Landy-City
Virgen auf den Hügel Panecillo in 3.000 m,
benannt nach einem kleinen Brot,
mit dem der Hügel Ähnlichkeit haben soll
Die ALU-Jungfrau besteht aus 7.000 Stücken
und gilt als grösste Aluminiumdarstellung
der Welt
So sieht es nach einem SYSTEM aus...ist es aber nicht ;)
Bordstein-Snack 
auch hier gibt es Leckeres
auf den Hund gekommen...
Iglesia Santo Domingo und Denkmal Mariscal Sucre
Centro Cultural
Die neuen Pril-Blumen sind eingetroffen.
(Gefertigt aus PET-Deckeln)
Wir durften uns sogar im Präsidentenpalast umsehen…ja, zwar mussten wir regelrecht einen „Daten- Striptease“ hinlegen, aber was tut man nicht alles. Präsident Rafael Correra, der seit 2007 im Amt ist, macht seine Sache sehr geschickt. So wird bei der Besichtigung oft erwähnt, dass er alle Gastgeschenke nicht behält, sondern diese im Palast für das Volk ausstellt. In seiner ebenfalls geschenkten Münzsammlung fand sich auch eine PHILAMONIKA aus Österreich. Eintritt kostete diese 1 Stündige Besichtigung nicht und man bekommt danach noch Foto von sich, gemacht im Innenhof, mit Widmung geschenkt. Wow, den Correra muss mein doch einfach mögen, zumal er sich besonders für gute, asphaltierte Strassen in Ecuador einsetzt und das gefällt uns bis dato natürlich besonders. Sollten sich Peru und Bolivien mal ne verdammt dicke Scheibe abschneiden ;).
Im Regierungspalast
VIP
diese Tafel wüsste ich zu füllen!!!
Hier geht der Dank an Herrn Putin
Gruss aus Wien
der goldene Saal mit allen Präsidentengemälden
an der Landesflagge , vor der jeder salutieren muss
Wachwechsel
In Quito kann man sicherlich ohne Probleme eine Woche verbringen…so viele Museen, Klöster, Kirchen und sonstige Sehenswürdigkeiten gibt es anzuschauen…und da ist das ebenso schöne Umland noch nicht eingerechnet…3 Tage sind aber schon schön, um einen kleinen Einblick zu bekommen.
Kirche LA COMPANIA, von aussen schlicht
Quelle Internet
das Innere versetze uns ins Staunen!
7 t Blattgold wurden verarbeitet.
Einfach nur fantastisch und wunderschön!
Quelle: Internet
mein Blattgoldbaby im Eingang zur Kirche
Iglesia San Francisco
...auch gewaltig...
und wunderschön bunt!
La Merced
Convento San Francisco
die "Unzertrennlichen"
Danach machten wir uns auf und erkundeten das südliche Umland.

Anreise nach QUITO
via Mindo (A) über Mitad del Mundo (B) nach Quito 

27.05.2012

23.05.2012 Mindo & Mitad del Mundo / Ecuador

Vom Küstenort Esmeralda stachen wir dann querfeldein ein Richtung Landesinnere. Erster Stopp vor der Hauptstadt Quito war der Besuch in MINDO. Mindo liegt auf etwa 1.250 m Höhe und ist das Zentrum eines subtropischen Naturschutzgebietes, des Bosque Protector Mindo – Nambillo (Waldschutzgebiet Mindo – Nambillo). Die Choco-Bioregion, zu der er gehört, ist eine der artenreichsten der Welt. Das Naturreservat ist geprägt von hohen Bergen, tiefen Wäldern und Flüssen mit zahlreichen Wasserfällen. In diesem Gebiet hat man bisher etwa 500 verschiedene Spezies von Vögeln registriert und noch immer werden bisher unbekannte entdeckt. Wir genossen nach unsere Ankunft im Nebelwald erst mal eine anständige Zwischenmahlzeit.
von der Küste in den bergigen Nebelwald
Bausünden gibt es überall.
Europa hat unter die Arme gegriffen
Fächerpalme
Leberkäs, frisches Brot, süsser Senf
Früh morgens sind die Vögelchen am aktivsten. In der freien Natur ist es natürlich am Schönsten, die Unzähligen Kolibris und Tukane zu beobachten, man findet sie überall und muss ständig wachsam sein.
Tucan HALSBANDARASSARI
Dennoch gibt es in dem kleinen, staubigen und sehr relaxten Ort (mit vielen Aussteigern) die Möglichkeit die Tiere aus nächster Nähe anzusehen, in dem „Zuckerwassertränken“ aufgestellt wurden, was natürlich die Tiere anzieht. Zuckerwasser ist logischerweise ungesund für die Tiere und später wird es zu Alkohol. Das ist ja nun bekannt. Auch nicht besser für die Flattermänner. Daher ist diese Form von Vogelbeobachtung eigentlich nicht so unser Ding. Schön, war es dennoch die kleinen Brummkreisel anzusehen.
Um in Tierwelt sowie das riesige Angebot an Adventure-Outdoor-Sportmöglichkeiten war nehmen zu können, benötigt man im Besten Fall min. 2-3 Tage. Das Wetter war im Übrigen schon einen Tick kälter, sodass wir am Abend mal wieder nach langer Zeit ein „Jäckchen/Pulli“ überstreifen mussten…trotz der Abkühlung waren auch hier die Moskitos aktiv…und vor allem Clemens konnte es kaum erwarten, in die Hauptstadt auf knapp 3.000m zu kommen…da hätten die Biester keine Chance. Die Strasse durch die Nebelwälder der Region führte uns nach MITAD DEL MUNDO. Den Mittelpunkt der Welt, wo ein riesiges Monument errichtet wurde, um den Mittelpunkt der Erde zu kennzeichnen. Das Monument liegt ca. 20 Kilometer nördlich von Quito und markiert den Ort, an dem Charles Marie de La Condamine mit einer französischen Expedition 1736 als erster Europäer die genaue Position des Äquators bestimmte. Zentrum des 30 m hohe Monuments ist eine große Kugel (4,5 m Durchmesser) um die ein Metallring verläuft. Diese soll die Erde und den Äquator symbolisieren. Die Seiten zeigen in die vier Himmelsrichtungen. In Ost- und Westrichtung von dem Bauwerk verläuft eine rote Linie, die sich durch die gesamte Anlage zieht, und genau auf dem Äquator liegen soll, es jedoch nicht tut, denn nach neusten Bemessungen liegt er 240 m weiter nördlich.
Locro de Papa - Kartoffel-Käsesuppe mit Blutwurst
Ein ziemlich schlauer Fuchs hat daher genau dort ein privates kleines Solar Museum errichtet, wo man dann tatsächlich auf der Äquatorlinie spazieren und allerlei Experimente machen kann, die bezeugen, dass man nun auf dem Mittelpunkt der Erde angekommen ist Es ist wirklich erstaunlich, aber es funktioniert wirklich alles. Das Wasser dreht sich auf der Südhalbkugel anders herum als auf der Nordhalbkugel und auf dem Äquator eben gar nicht. Es funktioniert schon, wenn man sich einen Meter vom Äquator weiter weg aufhält. Ausserdem bleibt ein Ei auf dem Äquator auf dem Kopf eines Nagels stehen, zwar nicht einfach, aber wir haben es geschafft und bekamen das ÄQUATOR-Eier-Diplom überreicht. Ha!
Ebenfalls zeigt das Museum INTI-ŇAN die Geschichte der Ureinwohner des Landes. Es lohnt sich dort vorbei zu schauen!
Echter Schrumpfkopf
Echter Handwerker
Ansonsten hat der Ort nur touristische Souvenirgeschäfte und ist nicht sonderlich lohnenswert. Im Anschluss ging es direkt auf die Hauptstadt zu, die für viele DIE Stadt Südamerikas und ebenfalls das Zuhause von knapp 2 Millionen Menschen ist.