27.05.2012

23.05.2012 Mindo & Mitad del Mundo / Ecuador

Vom Küstenort Esmeralda stachen wir dann querfeldein ein Richtung Landesinnere. Erster Stopp vor der Hauptstadt Quito war der Besuch in MINDO. Mindo liegt auf etwa 1.250 m Höhe und ist das Zentrum eines subtropischen Naturschutzgebietes, des Bosque Protector Mindo – Nambillo (Waldschutzgebiet Mindo – Nambillo). Die Choco-Bioregion, zu der er gehört, ist eine der artenreichsten der Welt. Das Naturreservat ist geprägt von hohen Bergen, tiefen Wäldern und Flüssen mit zahlreichen Wasserfällen. In diesem Gebiet hat man bisher etwa 500 verschiedene Spezies von Vögeln registriert und noch immer werden bisher unbekannte entdeckt. Wir genossen nach unsere Ankunft im Nebelwald erst mal eine anständige Zwischenmahlzeit.
von der Küste in den bergigen Nebelwald
Bausünden gibt es überall.
Europa hat unter die Arme gegriffen
Fächerpalme
Leberkäs, frisches Brot, süsser Senf
Früh morgens sind die Vögelchen am aktivsten. In der freien Natur ist es natürlich am Schönsten, die Unzähligen Kolibris und Tukane zu beobachten, man findet sie überall und muss ständig wachsam sein.
Tucan HALSBANDARASSARI
Dennoch gibt es in dem kleinen, staubigen und sehr relaxten Ort (mit vielen Aussteigern) die Möglichkeit die Tiere aus nächster Nähe anzusehen, in dem „Zuckerwassertränken“ aufgestellt wurden, was natürlich die Tiere anzieht. Zuckerwasser ist logischerweise ungesund für die Tiere und später wird es zu Alkohol. Das ist ja nun bekannt. Auch nicht besser für die Flattermänner. Daher ist diese Form von Vogelbeobachtung eigentlich nicht so unser Ding. Schön, war es dennoch die kleinen Brummkreisel anzusehen.
Um in Tierwelt sowie das riesige Angebot an Adventure-Outdoor-Sportmöglichkeiten war nehmen zu können, benötigt man im Besten Fall min. 2-3 Tage. Das Wetter war im Übrigen schon einen Tick kälter, sodass wir am Abend mal wieder nach langer Zeit ein „Jäckchen/Pulli“ überstreifen mussten…trotz der Abkühlung waren auch hier die Moskitos aktiv…und vor allem Clemens konnte es kaum erwarten, in die Hauptstadt auf knapp 3.000m zu kommen…da hätten die Biester keine Chance. Die Strasse durch die Nebelwälder der Region führte uns nach MITAD DEL MUNDO. Den Mittelpunkt der Welt, wo ein riesiges Monument errichtet wurde, um den Mittelpunkt der Erde zu kennzeichnen. Das Monument liegt ca. 20 Kilometer nördlich von Quito und markiert den Ort, an dem Charles Marie de La Condamine mit einer französischen Expedition 1736 als erster Europäer die genaue Position des Äquators bestimmte. Zentrum des 30 m hohe Monuments ist eine große Kugel (4,5 m Durchmesser) um die ein Metallring verläuft. Diese soll die Erde und den Äquator symbolisieren. Die Seiten zeigen in die vier Himmelsrichtungen. In Ost- und Westrichtung von dem Bauwerk verläuft eine rote Linie, die sich durch die gesamte Anlage zieht, und genau auf dem Äquator liegen soll, es jedoch nicht tut, denn nach neusten Bemessungen liegt er 240 m weiter nördlich.
Locro de Papa - Kartoffel-Käsesuppe mit Blutwurst
Ein ziemlich schlauer Fuchs hat daher genau dort ein privates kleines Solar Museum errichtet, wo man dann tatsächlich auf der Äquatorlinie spazieren und allerlei Experimente machen kann, die bezeugen, dass man nun auf dem Mittelpunkt der Erde angekommen ist Es ist wirklich erstaunlich, aber es funktioniert wirklich alles. Das Wasser dreht sich auf der Südhalbkugel anders herum als auf der Nordhalbkugel und auf dem Äquator eben gar nicht. Es funktioniert schon, wenn man sich einen Meter vom Äquator weiter weg aufhält. Ausserdem bleibt ein Ei auf dem Äquator auf dem Kopf eines Nagels stehen, zwar nicht einfach, aber wir haben es geschafft und bekamen das ÄQUATOR-Eier-Diplom überreicht. Ha!
Ebenfalls zeigt das Museum INTI-ŇAN die Geschichte der Ureinwohner des Landes. Es lohnt sich dort vorbei zu schauen!
Echter Schrumpfkopf
Echter Handwerker
Ansonsten hat der Ort nur touristische Souvenirgeschäfte und ist nicht sonderlich lohnenswert. Im Anschluss ging es direkt auf die Hauptstadt zu, die für viele DIE Stadt Südamerikas und ebenfalls das Zuhause von knapp 2 Millionen Menschen ist.

26.05.2012

15.05.2012 Portoviejo, San Clemente, Cojimíes, Playa Escondida / Ecuador

Nach der fantastischen Zeit auf Galapagos war die Lust auf alles Weitere vorerst etwas lahm...und an eine Großstadt wollten wir sowieso nicht denken, nach dem Friede, der Freude, dem Eierkuchen.

Tja, wir mussten ja aber den Lord Höördie in Empfang nehmen, der zwei Wochen bei der Familie Dillon im bewachten Wohnviertel OLIMPUS verbracht hatte. Nachdem wir erneut von Patricia und Rafael freundlich und nett aufgenommen wurden, weitere Stadtführungen und Essen mit ihnen genossen hatten, machten wir uns auf gen Norden.
Das südliche Küstenstück liessen wir aus, nach den prachtvollen Stränden und Tiererlebnissen auf Galapagos wäre sowieso nichts zu toppen gewesen….zumal wir durch die zwei Wochen „Urlaub“ nun etwas in die Puschen kommen mussten.

Somit besuchten wir direkt Joachim Schulze aus Lübeck, in der Nähe der Stadt Portoviejo, in welcher er seit vielen Jahren lebt und ein schönes Leben führt. Zu diesem Anlass reiste ebenfalls der lustige und listige Vogtland-Express mit Ramona und Ralf an.

Um sicher zu sein, dass er sauberen und guten Alkohol zu sich nimmt, hat Joachim vor einiger Zeit beschlossen, das Zeug selber herzustellen. Nun besitzt er eine recht ansehnliche Destilliere und widmet sich dem Whiskey, Rum und auch diversen Likörchen. Dazu braut er ebenfalls sein eigenes Starkbier. Die Kenntnisse des Brauens sowie der Bau der einzelnen Geräte sind inzwischen sein Tagesgeschäft. Ebenso Limonenbäume, Teakholz und viele weitere „Leckereien“ auf der 20 h grossen Ranch BONANZA halten ihn auf Trab. Aber gemaaaaach. Is klar. Stress braucht man nicht, so sein Credo.
Anfahrt
Bonanza
"Liköre ohne Kater"
Joachim bei der Arbeit
Wera und Friso waren hier mehrmals gewesen und inzwischen ist Joachim ganz gut auf Overlander eingestellt, möchte dieses Geschäft nun weiter ausbauen und freut sich über Gäste, zumal er und seine Frau auf dem Grundstück eine kleine Gastro- Station für 100 Leute, Pool und 4 Cabanas am Laufen halten. Tagsüber brannte die Sonne vom Feinsten, über 30 Grad standen auf dem Tacho. Nachts kühlte es ab und zu etwas durch einen leichten Gegenguss ab, das brachte aber Mücken mit sich. Nach ein paar Tagen sahen wir schlimmer aus als ein Streuselkuchen. Für die zukünftigen Probleme STREUSELKUCHEN gab es aber später den ebenfalls selbstgebrauten Mückenschutz PALO SANTO (heiliger Zweig), welcher aus Weyrauch hergestellt ist. Neben zwei riesigen Dänischen Doggen und Papagei „Quetscha“ tummelten sich eine Python und ein verdammt grosser und giftiger, bzw. tödlicher Tausendfüßler in der Umgebung herum.
Python Paule
sein Biss kann tödlich sein
mein erster Papageienfreund zum ANFASSEN
Die Gretel...ging mir bis zur Brust ;)
 Zum Wochenende ging es wieder näher gen Küste. Heute besuchten wir MEIER. MEIER wohnt in dem kleinen, beschaulichen Ort San Clemente, direkt am Pazifik. Heute ein Fischerdorf, früher der Hotspot zum Garnelenfischern. Durch ein starkes Erdbeben, El Niňo-Schäden sowie eine Garnelenseuche Ende der 1990er geht es hier nun beschaulicher zu, in den Sandstrassen von San Clemente.
Beim MEIER
MEIER´s Hinterhof
Bei dem 2m grossen Berliner Thorsten Meier, hier genannt MAYA, konnten wir das wichtige CL Spiel schauen und (erstmals) den Bayern die Daumen drücken. Der halbe Ort, samt Polizeibelegschaft schaute mit. Es gab köstliche Pizza, frittierte Bananen und kaltes Bier. Neben vielen Einheimischen, trafen wir auch hier diverse Deutsch-Österreichische Lands-Männer sowie Amerikaner, die hier ihren Lebensabend beschliessen. Ecuador ist ebenfalls fussballverrückt und schaut neben der CL auch die Europameisterschaft. Viele von ihnen sind Deutschlandfans, obwohl sie noch nie da waren, geschweige denn die Sprache sprechen. Aber es scheint ihnen einfach richtig und wichtig zu sein. Top Einstellung. Olé. Dem Robben hat es dennoch nix genützt. ;)))
Ralfo und Clemo
wir sind dabei!
Ralf, MEIER und Ramona
Sundowner in San Clemente
Es zog uns weiter in den Norden. Den 40 km langen Strand der Halbinsel COJIMÍES erreichten wir nach 199 km und 4,5 Stunden. Hier befinden sich die dichtesten Palmenwälder an Ecuadors Pazifikküste. Sah alles super aus, das saftige Grün der Kokospalmen und Mangroven, der fast weisse Strand, das blaue Meer. Allerdings fanden sich in den nicht wirklich hübschen, sondern staubigen und sandigen Ortschaften viele der peruanischen kleinen Pest-Moppets wieder, die den sonst recht gut laufenden Verkehr beeinträchtigten. Allerdings hupen sie nicht.

Überfüllt ist es hier nicht, aber ein paar Hotels, Cabaňas und Campingplätze haben sich in Strandnähe angesiedelt. Kokosnüsse und Bananen sind in allen Formen und Varianten zu finden. Ebenfalls dominieren hier die Afro-Ecuadorianer, die sich von der Karibik her angesiedelt haben. Eine lustige, temperamentvolle Mischung hat ich also in der Region ergeben. Auch hier, wie oft auf dem „Land“ in Ecuador trifft man junge Mütter. Hier heisst "jung" übrigens 14/15 Jahre.
Nach weiteren 200 km gen Norden bogen wir vor dem Ort Tonchigue in Richtung Galera ab und erreichten nach 10 km die PLAYA ESCONDIDA – den „versteckter Strand.“ Vor dem 100 h grossen Naturwald und Vogelparadies lag eine einsame Bucht. Die Kanadierin Judith hat hier ein kleines Paradies geschaffen, ein ECO-Tourismus-Paradies. Der Campingplatz ist recht „basic“, aber eigentlich braucht man hier keinen weiteren Luxus, wenn man mit dem Meerblick und Meeresrauschen einschläft und aufwacht. Man muss sich lediglich gut umschauen, bevor man die WC/BAD-Hütten betritt…
Gemütliches Plätzchen
Dusch-Hütte
Plumpsklo
Klo Besucher
Nach zwei Tagen und Nächten entschieden wir: Genug Sonne und Moskito Stiche – ab geht es zur Landesmitte…also Schubrakete. Somit steuerten wir so langsam auf die Hauptstadt Quito zu…und waren gespannt, was uns dort erwarten würde.
Gefahrene Route