26.05.2012

15.05.2012 Portoviejo, San Clemente, Cojimíes, Playa Escondida / Ecuador

Nach der fantastischen Zeit auf Galapagos war die Lust auf alles Weitere vorerst etwas lahm...und an eine Großstadt wollten wir sowieso nicht denken, nach dem Friede, der Freude, dem Eierkuchen.

Tja, wir mussten ja aber den Lord Höördie in Empfang nehmen, der zwei Wochen bei der Familie Dillon im bewachten Wohnviertel OLIMPUS verbracht hatte. Nachdem wir erneut von Patricia und Rafael freundlich und nett aufgenommen wurden, weitere Stadtführungen und Essen mit ihnen genossen hatten, machten wir uns auf gen Norden.
Das südliche Küstenstück liessen wir aus, nach den prachtvollen Stränden und Tiererlebnissen auf Galapagos wäre sowieso nichts zu toppen gewesen….zumal wir durch die zwei Wochen „Urlaub“ nun etwas in die Puschen kommen mussten.

Somit besuchten wir direkt Joachim Schulze aus Lübeck, in der Nähe der Stadt Portoviejo, in welcher er seit vielen Jahren lebt und ein schönes Leben führt. Zu diesem Anlass reiste ebenfalls der lustige und listige Vogtland-Express mit Ramona und Ralf an.

Um sicher zu sein, dass er sauberen und guten Alkohol zu sich nimmt, hat Joachim vor einiger Zeit beschlossen, das Zeug selber herzustellen. Nun besitzt er eine recht ansehnliche Destilliere und widmet sich dem Whiskey, Rum und auch diversen Likörchen. Dazu braut er ebenfalls sein eigenes Starkbier. Die Kenntnisse des Brauens sowie der Bau der einzelnen Geräte sind inzwischen sein Tagesgeschäft. Ebenso Limonenbäume, Teakholz und viele weitere „Leckereien“ auf der 20 h grossen Ranch BONANZA halten ihn auf Trab. Aber gemaaaaach. Is klar. Stress braucht man nicht, so sein Credo.
Anfahrt
Bonanza
"Liköre ohne Kater"
Joachim bei der Arbeit
Wera und Friso waren hier mehrmals gewesen und inzwischen ist Joachim ganz gut auf Overlander eingestellt, möchte dieses Geschäft nun weiter ausbauen und freut sich über Gäste, zumal er und seine Frau auf dem Grundstück eine kleine Gastro- Station für 100 Leute, Pool und 4 Cabanas am Laufen halten. Tagsüber brannte die Sonne vom Feinsten, über 30 Grad standen auf dem Tacho. Nachts kühlte es ab und zu etwas durch einen leichten Gegenguss ab, das brachte aber Mücken mit sich. Nach ein paar Tagen sahen wir schlimmer aus als ein Streuselkuchen. Für die zukünftigen Probleme STREUSELKUCHEN gab es aber später den ebenfalls selbstgebrauten Mückenschutz PALO SANTO (heiliger Zweig), welcher aus Weyrauch hergestellt ist. Neben zwei riesigen Dänischen Doggen und Papagei „Quetscha“ tummelten sich eine Python und ein verdammt grosser und giftiger, bzw. tödlicher Tausendfüßler in der Umgebung herum.
Python Paule
sein Biss kann tödlich sein
mein erster Papageienfreund zum ANFASSEN
Die Gretel...ging mir bis zur Brust ;)
 Zum Wochenende ging es wieder näher gen Küste. Heute besuchten wir MEIER. MEIER wohnt in dem kleinen, beschaulichen Ort San Clemente, direkt am Pazifik. Heute ein Fischerdorf, früher der Hotspot zum Garnelenfischern. Durch ein starkes Erdbeben, El Niňo-Schäden sowie eine Garnelenseuche Ende der 1990er geht es hier nun beschaulicher zu, in den Sandstrassen von San Clemente.
Beim MEIER
MEIER´s Hinterhof
Bei dem 2m grossen Berliner Thorsten Meier, hier genannt MAYA, konnten wir das wichtige CL Spiel schauen und (erstmals) den Bayern die Daumen drücken. Der halbe Ort, samt Polizeibelegschaft schaute mit. Es gab köstliche Pizza, frittierte Bananen und kaltes Bier. Neben vielen Einheimischen, trafen wir auch hier diverse Deutsch-Österreichische Lands-Männer sowie Amerikaner, die hier ihren Lebensabend beschliessen. Ecuador ist ebenfalls fussballverrückt und schaut neben der CL auch die Europameisterschaft. Viele von ihnen sind Deutschlandfans, obwohl sie noch nie da waren, geschweige denn die Sprache sprechen. Aber es scheint ihnen einfach richtig und wichtig zu sein. Top Einstellung. Olé. Dem Robben hat es dennoch nix genützt. ;)))
Ralfo und Clemo
wir sind dabei!
Ralf, MEIER und Ramona
Sundowner in San Clemente
Es zog uns weiter in den Norden. Den 40 km langen Strand der Halbinsel COJIMÍES erreichten wir nach 199 km und 4,5 Stunden. Hier befinden sich die dichtesten Palmenwälder an Ecuadors Pazifikküste. Sah alles super aus, das saftige Grün der Kokospalmen und Mangroven, der fast weisse Strand, das blaue Meer. Allerdings fanden sich in den nicht wirklich hübschen, sondern staubigen und sandigen Ortschaften viele der peruanischen kleinen Pest-Moppets wieder, die den sonst recht gut laufenden Verkehr beeinträchtigten. Allerdings hupen sie nicht.

Überfüllt ist es hier nicht, aber ein paar Hotels, Cabaňas und Campingplätze haben sich in Strandnähe angesiedelt. Kokosnüsse und Bananen sind in allen Formen und Varianten zu finden. Ebenfalls dominieren hier die Afro-Ecuadorianer, die sich von der Karibik her angesiedelt haben. Eine lustige, temperamentvolle Mischung hat ich also in der Region ergeben. Auch hier, wie oft auf dem „Land“ in Ecuador trifft man junge Mütter. Hier heisst "jung" übrigens 14/15 Jahre.
Nach weiteren 200 km gen Norden bogen wir vor dem Ort Tonchigue in Richtung Galera ab und erreichten nach 10 km die PLAYA ESCONDIDA – den „versteckter Strand.“ Vor dem 100 h grossen Naturwald und Vogelparadies lag eine einsame Bucht. Die Kanadierin Judith hat hier ein kleines Paradies geschaffen, ein ECO-Tourismus-Paradies. Der Campingplatz ist recht „basic“, aber eigentlich braucht man hier keinen weiteren Luxus, wenn man mit dem Meerblick und Meeresrauschen einschläft und aufwacht. Man muss sich lediglich gut umschauen, bevor man die WC/BAD-Hütten betritt…
Gemütliches Plätzchen
Dusch-Hütte
Plumpsklo
Klo Besucher
Nach zwei Tagen und Nächten entschieden wir: Genug Sonne und Moskito Stiche – ab geht es zur Landesmitte…also Schubrakete. Somit steuerten wir so langsam auf die Hauptstadt Quito zu…und waren gespannt, was uns dort erwarten würde.
Gefahrene Route

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