26.03.2012

22.03.2012 Huaraz / Peru

Die Stadt mit ca. 55.000 Einwohnern besticht nicht gerade durch Schönheit, so die Info aus dem Reiseführer. Das merkten wir auch realtiv schnell. Die Strassen sind ausserhalb der Plaza ziemlich dreckig, die Häuser irgendiw “unfertig” und hässlich...selbst die Kathedrale an der Plaza de Armas befindet sich im Bau und ist noch nicht wirklich hübsch anzusehen. Aber nach unserer "Rundreise" war eine Stadt mal wieder nett, zumal wir sie Tag für Tag sympatischer fanden.
unsere Tour durch die Cordillera Blanca
(von Lima kommend via Chavín, Chacas und Landung in Huaraz)
im Bau
Huaraz befindet sich in der Region Ancash, ca. 450 km nördlich von Lima in den Anden gelegen (3.100 m). Huaraz ist das Zentrum des landwirtschaftlich bedeutsamen Tales Callejón de Huaylas sowie Ausgangspunkt für die angrenzende Hochgebirgsregion Cordillera Blanca mit Perus höchstem Berg Huascarán (6768 m). Huaraz wurde im 20. Jahrhundert viermal von Lawinen getroffen, die aus der Cordillera Blanca heraus die Stadt überrollt haben. Huaraz ist die größte Stadt im Santa-Tal und wichtiger Ausgangspunkt für Erkundungsausflüge in die Cordillera Blanca.

Das Gebiet der Cordillera Blanca hatten wir schon recht gut mit dem Auto erkundet. Leider werden Aufgrund der momentanen Wetterlage, also Regenzeit, keine Ausflüge in die Bergwelt unternommen. Saisonbeginn ist im April, bzw. eigentlich erst Mai. Das Wetter war dennoch nett…tagsüber Sonne und 20 Grad, ab Nachmittag dann oft Regen. Aber so richtig!
Machte uns aber auch nichts aus, denn wir genossen die Stadt einfach so, zumal wir eine nette Bleibe hatten. Das Hotel Santa Cruz lag unweit des Centrums (5-10 Min. Fussmarsch), hatte einen sicheren Stellplatz für den Löördie und ein Zimmer für uns - mit Aussicht!
Zimmer mit Aussicht auf den HUASCARÁN (6.768m)
http://www.santacruzperu.com 
Ausserdem waren wir die Einzigen Gäste und wurden sehr nett umtüddelt.
Bedingt dadurch, dass die Stadt das Mekka für Bergsteiger und Treckingfreunde aller Herrenländer ist, findet sich „kulinarisch“ fast alles. Also ziemlich gut aufgestellt. Heisst, es gibt viele, verschiedene und gute Restaurants, Bars und Cafés mit Wlan und Co. und das alles zu erschwinglichen Preisen. Viele Restaurantbesitzer sind Franzosen, Schweizer und Belgier die hier ihr „Unwesen“ gut treiben.

Also fraßen wir uns ab dem Mittagessen durch die Stadt wie die die Raupe Nimmersatt.
Muss ja auch mal sein, denn der nächste Winter kommt bestimmt ;)
Wein oder Mietwagen?
Gib es beides auf der Karte...
1000 Kalorien in 3,5 Minuten
Luxus Lokus für die Königinnen
Die Männer gehen hier unter die Goldgräber...
Wir !
..nach der zweitbesten Pizza in 10,5 Monaten
 bei BRUNO´S
Uns gefiel es gut und somit liessen wir uns länger als gedacht einfach mal treiben, erledigten „liegengebliebene Dinge“ und unternahmen Ausflüge über die Märkte, in das archäologische Museum oder zur örtlichen Forellenzucht.
hier ist alles FORELLE...von klein
...bis gross...
Regenbogenforelle, Bachforelle, Lachsforelle werden hier gezüchtet...
...und landen auf dem Teller, im angrenzenden Restaurant
Wohnhaus
Schreibmaschinendienst oft auf der Strasse zu finden
Mini Zoos leider ebenfalls...
War schön hier. Kann echt man gut aushalten.

"Enrique" der Schweizer betreibt eine Grillstation
 in einer Garage, mit köstlichen Würsten und Glühwein.
Kalbswurst mit Bierchen
Besonders gemütlich und köstlich war es bei "KRISTOF"
Mi Chef Kristof (= Mein Koch Kristof)
aus Belgien, Genf. Kocht köstlich!
Führt die Trivadvisor-Huaraz Liste an...mit Recht!
hier gab es auch wieder Melonen und Ananas...
...in Tüten!...aber auch...
den Wachteleiexpress!
Hartgekocht mit Salz und Co. 5 Stk. für 0,28 €
So sehen viele Häuser aus.
In einem Lokal fanden wir auch Möbel
der ITALIENER wieder
http://www.artesanosdonbosco.com/ 
Es nütze aber nix, wir liessen das Rasten, denn wir wollten nicht rosten ;)…somit zogen wir weiter.

Dahin wo sich Cordillera Blanca und die Cordillera Negra treffen:
Der „Cañón del Pato“ (Enten Canyon) mit über 40 Tunneln ist er unser nächstes Ziel, bevor wir wieder an die Küste fahren um Sonne und Wärme zu tanken.

25.03.2012

21.03.2012 Chacas / Peru

Wir zogen weiter…die Fahrt war erneut spektakulär, die Strassenverhältnisse teilweise ebenfalls. Blitzende Seen und saftig grüne Berge mit Schneebedeckten Gipfeln boten uns abermals ein tolles Panorama.
Unsere Mittagspause legten wir in der Kleinstadt San LUIS auf 3.130 m ein. Hier wurden wir recht merkwürdig beäugt, anscheinend eher ungewöhnlich sich hier her zu verirren.
Die Zapfsäule im Wohnzimmer
Am Spätnachmittag erreichten wir die 5.000 Einwohnerstadt CHACAS auf 3.360 m, welche durch eine besonders hübsche Lage zwischen den Bergen bestach.
Es fiel direkt auf, dass es hier etwas hübscher und geordneter zuging. Weisse hübsche Häuschen, mit aufwendigen Holzverkleidungen, sowie eine wunderschöne Kirche machten die Plaza zu einer Besonderen, für eine Kleinstadt eher untypisch.
Chacas
Pflückblumen am Wegesrand
Leider waren alle von den 5 im Ort verfügbaren Hotels ausgebucht. Straßenbaufirmen, die Ihre Leute in dem Gebiet zur Ausbesserung der Strassen und Tunnelbau im Einsatz hatten, hatten alles in Beschlag genommen. Eine Tankstelle oder einen bewachten Parkplatz gab es nicht. Die nächste Stadt lag zu weit weg und vom Camping im freien riet man uns ab. Wir klopften bei der Polizei an. „Deinem Freund und Helfer“. Sie bestätigten, dass es KEINEN gesicherten Parkplatz für uns und Auto gäbe. Wir könnten von ihrer Tür stehenbleiben, (mitten auf der Strasse) alternativ bei den „Italienern“ fragen.
Wir entschieden uns für die ITALIENER und fuhren zu einem grossen Tor.
Dahinter verbarg sich eine Art Wirtschaftshof etc.
Eingang zur Schreinerei
Bildhauer und Co.
Löördie und sein neuer, italienischer Landy-Kumpel
St. Martin von Chacas ist eine peruanische Stadt, ein Stadtteil der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Asunción , in der Lage Region Ancash . Die Bevölkerung beträgt circa 5.334 Menschen. Chacas wurde in den 1570er Jahren gegründet. Die Stadt ist bekannt für Andaluz - Canario Architektur, gekennzeichnet durch engen Gassen, Häuser mit Balkonen und geschnitzten Türen. Hergestellt durch Handwerkern der Don Bosco-Stiftung, welche „Padre Ugo Censi“ ins Leben gerufen hat.
http://it.wikipedia.org/wiki/Ugo_De_Censi

„Operation Mato Grosso“ ist ein Zusammenschluss von nationalen und ausländischen Freiwilligen, zur Entwicklung von Aktivitäten um die Armut in Brasilien, Bolivien, Ecuador und Peru zu bekämpfen. Das geschiet durch Projekte im Zusammenhang mit Bildung, Ausbildung, Gesundheit, Wohnungen, ländliche Elektrifizierung, Förderung und Ausbildung von Handwerkern. Das alles soll zur Verbesseung der Lebensqualität von Tausenden Menschen beitragen.
Die Organisation wurde 1966 in Lombardei , Italien von Pater Ugo de Censi gegründet, um sich gemeinsam für die Ärmsten in der Region Mato Grosso , Brasilien einzusetzen.
Jahre später, in Zusammenarbeit mit italienischen Missionaren, wurde die Operation nach Peru, Ecuador und Bolivien erweitert.
Über 2.500 freiwillige (meist Italiener) leben in Südamerika und helfen bei diesem Projekt. Weiterhin gibt es Gruppen von Freiwilligen, die aus ihrem Herkunftsland Italien helfen, z.B. Schulmaterial beschaffen oder Leute für den Vororteinsatz akquirieren.

Das waren also DIE ITALIENER. Natürlich gewährte man uns Einlass. Senior BRUNO führte uns über das gesamte Gelände und zeigte uns die einzelnen Stationen. Wir begannen mit dem Schreinereibetrieb...der Kooperative Handwerker Don Bosco. Sie gewährleistet, dass junge Handwerker eine  "materielle und auch moralische" Zukunft haben. Ihre gebauten Möbel werden in andere Länder verkauft, vor allem nach Italien, USA und Spanien.
Wunderschöne Möbel, wir hätten direkt zuschlagen können... aber es wäre dann doch etwas eng im Auto.
Guckt Euch das bitte an: (und bestellt!)
http://www.artesanosdonbosco.com/

Weitere Einrichtungen sind ist das “Don Bosco Technological Institute”. Nach sechs Semestern wird den Studierenden der Titel “künstlerische Baufachleute in Holz” verliehen, was auch das Erlernen von Kunst Design, Kunstgeschichte und Informatik beinhaltet.
Eine grosse Schule ist fast Mittelpunkt des Ortes. Das Katholische Pädagogische Institut Don Bosco bietet so allen Kindern der Region die Möglichkeit zu lernen. Auch werden die Lehrer der Region unterichtet, um ihr Wissen zu optimieren und optimal weitergeben zu können.
Häuser für Strassenkinder gibt es ebefalls. Die pirañitas sind “rebellische” Straßenkinder. In der Wüste von Tangay wurde ein Haus gebaut, bei denen zusätzlich durch Bildung und der Arbeit im Kontakt mit Tieren und Natur die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erreicht wird.
Das Mama Ashu Hospital befindet sich ebenfalls in Chacas. Es stehen 36 Betten zur Verfügung, Notaufnahme, Radiologie, Labor, Kreißsaal, OP, Pharmazie und Zahnmedizin.
rechts das Krankenhaus - links Schule, Werkstätten und Co.
Ein weiteres Krankenhaus wurde vor kurzem in Yanama eröffnet. Die Patienten werden meist von italienischen Ärzten und Krankenschwestern behandelt, die eine gewisse Zeit vor Ort sind und durch Spenden finanziert werden.
Jedes Jahr werden eine Million Pflanzen gepflanzt. Bisher wurden mehr als 1.500 Hektar aufgeforstet. Das Collo Wasserkraftwerk in Chacas liefert an die umliegenden Provinzen, über 5.000 Familien profitieren davon.
Tja, das waren wir erstmal platt.
Wir wurde sehr freundlich von allen Beteiligten aufgenommen. Ob von den Kindern, Arbeitern oder der Volontären sowie den Orts-ältesten die in Armenküche sassen und auf ihr Essen warteten.
Alle waren interessiert, nett und zuvorkommend.
Zum Essen wurden wir ebenfalls eingeladen. Ein grosser Speisesaal in dem über 100 Menschen zusammenkamen.
Das Haus
Speisesaal - Ruhe vor dem Sturm
Es wurde gesungen und gebetet. Pater UGO war ebenfalls anwesend.
Das Essen war köstlich und das Schöne war, dass Niemand hungrig vom Tisch aufstehen musste.
Dieser Abend war besonders und sehr ergreifend.

Völlig “geplättet” von den neuen Eindrücken genossen wir die Nacht im Auto, in völliger Ruhe – aber sicher auf dem Wirtschaftshof “der Italiener”...bevor wir uns am nächsten Morgen beim Frühstück (und einer Spende) bei allen bedankten und verabschiedeten...dann ging unsere Tour weiter...über den knapp 4.900 m hohen Pass Punta Olympico, welcher uns trotz Schnee und Matsch einen grandiosen Blick auf die weissen Cordilleren bescherte.
ES WAR ATEMBERAUBEND.

Die Cordillera Blanca in den nördlichen Anden Perus ist mit einer Länge von 180 km und über 50 Bergen über 5700 m die höchste Gebirgskette des amerikanischen Kontinents (nur in Asien finden sich im Schnitt höhere Gebirgsketten). Übersetzt heißt der Name Weiße Kordillere, was auf die starke Vergletscherung hindeutet. Ein weiterer Name ist Cordillera Tropical. Zwischen diesem Gebirgszug und dem Pazifik befindet sich die Cordillera Negra, die völlig schneefrei ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cordillera_Blanca
Strassenbauarbeiten
"Bitte Hupe betätigen"
HAHA!!!
...es ging höher.
und es ging (noch) schöner!
Freuden...
....Tänzchen!
zwei Lagunen für zwei Zottis!
auf 4.860 m wurde es dann schattiger...
die Strassen waren auch nicht sonderlich gut in Form...
zum Glück wurde hier schon geräumt
Ein "Seelein" am Berg
die Strasse geht serpentinenartig hinab...(siehe ganz links)
Neuschnee, juhu!
...und dann waren wir fast wieder in der Zivilisation angekommen und "rollten aus"...bis wir die Stadt HUARAZ erreichten...