27.02.2012

24.02.2012 Huancayo / Peru

Heute backten wir kleinere Brötchen und wählten die nur 99 km (3 Std) entfernte Stadt HUANCAVELICA als  Etappenziel.
Das 240 km HUANCAYO war noch weit, weit weg…
Bei strahlendem Sonnenschein sah die Welt hier doch gleich wieder anders aus. Wir durchfuhren Berge und Täler, saftig grün. Freundliche Menschen und Tiere am Wegesrand.
Ein Friedhof im Nirgendwo
Ein HaseMaus 
Das Landschaftsbild wird von den Teilgebirgen Urpicota und Marcavalle der Anden geprägt, wobei den höchste Berg der schneebedeckte Citac mit 5.329 Metern darstellt. Lagunen und Seen mit Forellenzucht funkelten zwischen den grünen Tälern und den teils vereisten Bergen. Es war gigantisch und so friedlich.
altes Inka Dörfchen
heute war Waschtag
Fast.
Die glitschigen und verregneten Lehmstrassen wurden nicht dadurch besser, dass dicke LKWs und generell Fahrzeuge, die Strasse befuhren. Gab aber eine andere, also musste man hier lang.
Auf einer Passhöhe von 4.872 m wichen wir einem PKW aus, sodass er problemlos die Strasse passieren konnte. Wir fuhren nur minimal rechts ran und blieben stehen. Und dann war es auch schon geschehen: In Zeitlupe rutsche Löördie in den angrenzenden Lehmgraben ab. Clemens und ich sahen uns nur dabei an und wussten, DAS was jetzt kommt würde ungemütlich werden. Nur ein 100 Jahre alter Schäfer samt Herde schaute uns zu und gab schlaue Ratschläge. Die Reifen waren schon bis zur Hälfte voller Schlick und Lehm. Clemens nahm die Challenge an und versuchte den dicken Lord mit seinen 3 Tonnen wieder auf die Strasse zu verfrachten. Gut, es gab schlimmere Orte, wo so etwas passieren könnte, dennoch wollte ich weiter…Die ersten zwei Anläufe, klappten nicht, obwohl ich den Graben mit Steinen ausgelegt hatte, sodass er wieder was zu „fassen bekäme“.
Aber nein, er rutsche und rutschte und rutschte. NATÜRLICH hätten wir das bald eigenständig geschafft…waren dann aber doch froh, dass ein LKW anhielt, sofort unserem Auto die Ketten anlegte und in zwei Anläufen unser Schlammauto wieder auf der Strasse stand. Das war unser erster externer Einsatz.
Forellenzucht
Zum Mittagspause erreichten wir unser gedachtes Tagesziel HUANCAVELIA und fuhren nach einer Besichtigung und Mittagessen weitere 150 km (3 Stunden) nördlich in die Großstadt HUANCAYO (3259 m). Sie liegt 250 km südöstlich von Lima.
Kleine Baustelle aber 20 Mann am werkeln
Kathedrale
Plaza
Baum-Baugerüst
the streets of Huancavelica

Huancayo fungiert als Handelszentrum für agrarische Produkte, vor allem für Artischocken und Weizen. Auch die Aquakultur mit Forellen entwickelt sich zu einem Standbein. Für Supermarktketten sowie überregional tätige Kultur- und Bildungsinstitutionen stellt Huancayo die wichtigste Stadt Zentralperus (abgesehen von der Agglomeration Lima und Callao) dar, und ist oft Zielort von Expansionsvorhaben.
Die Stadt und Umland zählen knapp 400.000 Personen.

Der Reiseführer hatte die Stadt als eine schöne Kolonialstadt „anmoderiert“.
Wir hingegen fanden nur ein paar wenige schöne Ecken, genau genommen zwei Kirchen, machten es uns aber dennoch gemütlich und genossen ein paar Tage und liessen uns treiben.
Kathedrale von Huancayo
Schuhputzer-Batterie
Schnapsladen
Collectivo / Minibus. Sie sind die Lautesten. Schreien die
ganze Zeit lautstark die nächsten Haltestellen
und HUPEN natürlich durchgehend
Die südliche Region, die als Ausflugsziel häufig besucht wird, kannten wir ja schon von der Anreise, was ebenfalls ein Highlight unsere Reise ist. Ausgenommen unsere Rutschpartie.
Die Leute hier sind freundlich und zurückhaltend, ausser die Verkäufer. Zudem ist uns aufgefallen, dass die Peruaner (in Südperu zumindest), weit aus schlanker sind, als viele Bolivianer. Hier laufen vor allem junge Frauen in Miniröcken und hohen Hacken, statt Tracht herum. Ebenfalls macht man sich besonders abends zurecht, wenn man in ein Lokals zum Essen geht. Es gibt einige gute Restaurants mit vielseitiger peruanischer Küche, die meisten Einheimischen bevorzugen allerdings den Besuch einer der vielen POLLO BROASTER (Gockelbraterei), was das Pendent zum argentinischen Steakhouse darstellt. Geraucht wird hier übrigens nirgends. Scheint total out, nie dagewesen oder zu teuer.
Mini-Huhn Braterei
Frisches Zuckerrohr to go
Körbe & Kakteen, werden gerne auch gemeinsam verkauft.
 Super Crossmarketing
Rollendes DVD/CD Geschäft
Er steht hier den ganzen Tag und preist das Halbe Huhn mit
Pommes für 1,30 € an. Lautstark.
Im Supermarkt gibt es ALLES
Peru hat ÜBER 3.000 Kartoffelsorten
und DEUTSCHE Wurst
BROTBROTBROT
Ein Produkt von Coca Cola
Schwarzwälder Kirsch (links)
Unser Hotel
Ach doch nicht, nur der örtliche Saunaclub
Unser Hotel Turista
Der Sonntagsmarkt / Mercado ist hingegen eine reine Tortur…es gibt nichts, was es nicht gibt, allerdings wenig für (ausländische)Touristen. Gefühlt waren wir die einzigen in der gesamten Stadt. Aber diese Märkte sind immer wieder beeindruckend.
falscher Verein, aber das Land stimmt immerhin
Obst und Zeitungsverkauf
Musikgeschäft
Mercado-Pur
Neben der Unterwäsche findet sich gleich das Obst
dann die Vögelein...
...Getreide und Co
Beste Avocado ever (hier: PALTA)
Gemüse pur.
(@SU Erbsen kg 0,90 €)
Wackelpudding, WC und Restaurant
Restaurant
Das sind leider KEINE Haustiere....
Diese schon!
Tante Emma-Drogerie vom FEINSTEN
...auch wir fasten grad...
zur Begrüssung gab es Hinweise
Nach 3 Tagen und Nächten machten wir uns auf und zogen weiter gen Norden…wo es landschaftlich auch ein paar schöne Ecken geben sollte…
Castrovirreyna (A) via Huancavelica (B) bis Huancayo (C)

26.02.2012

23.02.2012 Tambo Colorado / Peru

Die Stadt Pisco war nur 10 Min von Paracas entfernt. Hier wollten wir das Nationalgetränk, welches den gleichen Namen trägt, gerne verkosten. Dazu ist zu sagen, dass Chilenen und Peruaner sich darüber streiten, wer diesen Traubenschnaps ins Leben gerufen hat. Uns ist es so was von egal, denn wenn er gut gemacht ist und als Pisco Sour daherkommt, ist uns wurscht aus welchem Land ;) Dennoch geht unserer Geschmack in die Richtung der Peruaner! Punkt für Peru. Leider aber direkt wieder Punktabzug, denn die Stadt Pisco ist überhaupt nicht sehenswert, was leider daran liegt, dass am 15.08.2007 ein Erdbeben (8,0 Richter Skala) die Stadt zerstört hat. Seitdem wurde aber auch nicht wirklich viel wieder aufgebaut und alle Touristen die extra herkommen, sind enttäuscht.
Gibt noch nen MINUSPUNKT.
Es hätte so schön werden können…
Wir entschieden uns dagegen, die Panam stupide nach Norden zu fahren, sondern fuhren mal wieder querfeldein, nämlich östlich in Richtung Ortschaft Humay. Dort war das besterhaltene Monument der Inkazeit an der Küste Perus zu finden. Na, und wenn es schon auf dem Weg lieg…Vorab durchfuhren wir mal wieder ein „San Clemente“ und bewunderten Weintrauben und Baumwollfelder in unzähligen Mengen, bzw. Kilometern. Hübsch sah das aus.
Men at work
Cementerio = Friedhof San Clemente
Tolle Wolle
Wattebauschen
Es war 13:30 als wir die Ruinen bestiegen, die Sonne brannte. An Ruinen, besonders ohne Infotafeln und Guide, muss ich mich erst mal gewöhnen... Habe aber vermutlich in Peru noch öfter die Gelegenheit. Dito Mumien.
Diese Inka-Ruine wurde während der Regierungszeit des Inka Pachacútec erbaut und diente damals als administratives Gebäude und Unterkunft für die Behörden und Soldaten sowie als Raststätte des Inkas auf seinen Reisen durch diese Teile des Landes.
Der Name Tambo Colorado besteht aus zwei Wörtern verschiedener Sprachen; "Tampu" bedeutet in Quechua Raststätte und “Colorado” auf Spanisch farbig, was auf die noch heute klar ersichtliche rote Farbe der Wände der Raststätte zurückzuführen ist. Aber es ist nicht nur die rote Farbe seiner Wände, welche Tambo Colorado kennzeichnen, sondern auch seine typische Inka-Architektur, welche an die Zone angepasst wurde. So wurde an Stelle der grossen Steine, die wir an den Inkagebäuden der Bergregion bewundern, hier mit der gleichen Geschicklichkeit Lehm verwendet.Der Name Tambo Colorado besteht aus zwei Wörtern verschiedener Sprachen; "Tampu" bedeutet in Quechua Raststätte und “Colorado” auf Spanisch farbig, was auf die noch heute klar ersichtliche rote Farbe der Wände der Raststätte zurückzuführen ist. Aber es ist nicht nur die rote Farbe seiner Wände, welche Tambo Colorado kennzeichnen, sondern auch seine typische Inka-Architektur, welche an die Zone angepasst wurde. So wurde an Stelle der grossen Steine, die wir an den Inkagebäuden der Bergregion bewundern, hier mit der gleichen Geschicklichkeit Lehm verwendet.
Weiter ging es Richtung Berge. Mal wieder eine flotte ANDEN-Tour, obwohl ich schon beim Gedanken an Kälte die Krise bekam…Aber sie sollte nicht lange auf sich warten lassen. Die Strasse stieg an, die Kurven nahmen zu, Dörfer und Felder an Hängen ebenfalls. Es wurde schattig.
Hoch hinaus
neue und alte Brücke...besser is.
Dann kam die Nebelphase…bis wir kaum noch sahen, was vor uns passierte. Wir krochen mit 20 km/std die einspurigen Lehmstrassen hoch, neben uns Abgründe. Zwischendrin immer wieder Baustellen mit Mensch und Maschine in Kälte und Nebel. Auch plötzlich auftauchende Schaf und Ziegenherden machten die Fahrt auf diesen engen, kurvigen und nebeligen Strassen nicht einfacher. Nur kurz dachte ich daran, was gewesen wäre, wenn wir die PanAm alias Strandroute genommen hätten…
Als wir auf über 3.000 m waren setze Regen ein. Den gab es ja auch lange nicht. Es war zwar erst 18:00 aber stockfinster. Unser eigentlich angedachtes Ziel HUANCAVELICA war noch weit entfernt und das obwohl wir schon wieder - gefühlt - ewig unterwegs waren. In einer Ortschaft die wir durchfuhren, begrüsste man uns freundlich und legte uns nahe, heute nicht mehr weiterzufahren. Es käme noch ein Pass von knapp 5.000 m und in der Ecke würde es gerade schneien. Ein Blick knieabwärts überzeugte mich spontan. Ein Hotel und einen sicheren Parkplatz gab es in dem Ort - wie auch immer er hiess – auch. Diese Region und vor allem dieser Ort sehen nicht oft Touristen, es gibt andere Wege und Routen… Mit uns hatten sie aber ihre Freude. Wir stiegen bei Kälte und strömenden Regen aus unserem „lustigen“ Auto, bewaffnet mit Kapuzenpullover, Shorts und FlipFlops.
Das heisse Duschwasser reichte grad noch für mich, Clemens wählte unfreiwillig die Kalte Variante. Danach gingen wir auf „Restaurantsuche“…was nicht so schwierig war, denn es gab nur eines, in welchen wir freundlich bedient wurden, ja sogar Extrawürste nahm man entgegen!
Patio im Hotel. Man beachte die Sofaüberzüge.
Sie leuchten im Dunkeln ;) 
Restaurant, bzw. hier sagt man CENAR (Abendessen)
lauter, flackernder TV mit Spielshow und
leere Bar  im Hintergrund
Erst im CENAR erfuhren wir, WO wir eigtl. genau waren
Später, als wir in unserem nasskalten und etwas muffigen Zimmer lagen und uns unfreiwillig in der Mitte der durchgelegten Matratze trafen, hatte ich kurzfristig die Eingebung, meine Eltern hätten mich damals bei einem Hilfskonvoi nach Rumänien in den Karpaten vergessen.

Die Entscheidung die Nacht dort zu verbringen war richtig gewesen. Am Morgen sah das Örtchen bei Sonnenschein laut Clemens sogar „richtig knuffig“ aus. CASTROVIRREYNA ist also immer eine Reise wert ;)
Knuffige Häuser
Knuffige Strasse
Gefahrene Strecke:
Paracas (A) - Pisco (B) - Tambo Colorado (C) -
Castrovirreyna (D) = 174 km