Von wegen ins Auto setzen, vorfahren, austeigen, bezahlen, angucken, abfahren…Haha, Denkste! Bloß keinen Individualtourismus.
Hier eine Kurzifo:
Machu Picchu (alter Gipfel) ist eine gut erhaltene Ruinenstadt in Peru. Die Inkas erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert in 2360 Metern Höhe auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln des Huayna Picchu und des Berges gleichen Namens (Machu Picchu) in den Anden über dem Urubambatal der Region Cusco, 75 Kilometer nordwestlich der Stadt Cusco. Die terrassenförmige Stadt war und ist nach wie vor sowohl über einen schmalen Bergpfad mit einer kleinen Anlage im Gipfelbereich des Huayna Picchu wie auch über vergleichsweise größere Inka-Pfade mit der einstigen Hauptstadt des Inkareiches Cusco verbunden.
Normalerweise gibt es folgende Möglichkeiten, um sich das Spektakel anzuschauen:
Ein 3-4 tägiger Fussmarsch, genannt INCA Trail, angeblich äusserst anstrengend, aber lohnenswert. Hätten wir gerne gemacht, doch leider ist dieser genau im Februar aufgrund von Streckenausbesserungen geschlossen…
Zugfahrt (ca. 3 Stunden) mit 1 x umsteigen in einer netten, touristischen Ortschaft
Hubschrauberrundflug (wurde momentan auch nicht angeboten)
Aber bevor man sich darüber Gedanken macht, muss man sich ein Eintrittsticket besorgen. Aber auch das ist nicht so einfach. Am einfachsten ist es wohl sich für eine Agentur zu entscheiden und ihnen die Orga in die Hände geben. (Im Nachhinein ist man ja immer schlauer…) Agenturen gibt es in Cusco an jeder Ecke. Ob man will oder nicht, sie finden Dich….
Wenn man die Tour individuell buchen und organisieren möchte, gibt es zwei Ticket-Büros in der Stadt. Alternativ kauft man sein Ticket via Internet, was zwar etwas kniffelig, aber machbar ist.Hier sieht man den „Buchungsstand“ des ausgewählten Tages. Lediglich 2.500 Personen haben täglich Zutritt zu der Inca Stadt. Für ein weiteres I-Tüpfelchen, den nebenan liegenden Berg Wayna Picchu, von dem man – mit Glück – einen grandiosen Blick auf dem Machu Picchu hat, sind lediglich täglich 400 Pax zugelassen. ABER: diese 400 Nasen werden in zwei Slots aufgeteilt: Man bucht also den Slot zwischen 7:00/8:00 oder aber zwischen 10:00/11:00. In unserem Fall war der spätere Slot bis Sonntag ausgebucht. Wir buchten also am Mittwoch unser Ticket für Freitag und den Slot WaynaPicchu um 7:00/8:00. Den Weg dorthin wollten wir natürlich mit unseren Autos antreten. Zugfahren fanden wir alle extrem nervig. Vor allem Clemens, der ehemalige Pendler, legte bei dem Wort BAHN schon die Ohren an.
(Züge seien laut Tourinfo „easy“ buchbar…es verkehrten zwei Linien: PERU Rail und INCA Rail)
Nun, so einfach wie wir uns das gedacht hatten war es aber nicht: Der Weg dorthin war zwar für uns und unsere 4 x 4 Stars Löördie & Sprinterli machbar, doch man munkelte, dass die Strecke bei Santa Teresa unterbrochen sei, da ein flotter Erdrutsch die Strasse blockierte und dieses Unterfangen erst am Freitag behoben sein würde.
Also entschieden wir uns die Sache mal genauer anzuschauen, bzw. den ersten Stopp in der Ortschaft OLLANTAYTAMBO einzulegen, um dort für eine kurze 1,5 Std. Fahrt auf einen Zug zu springen.
Diesen Ort erreichten wir nach einer wunderschönen 2,5 Stundenfahrt über das „CUSCO-nesische“ Hinterland. Neben dem Regen liess sich auch die Sonne blicken und ermöglichte wunderschöne Ausblicke, z.B. auf das Tal URUBAMBA, welches von Maisfeldern und Kakteen umgeben war.
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| sau schön hier |
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| Meiner! |
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| kleine Örtchen |
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| junge Viehtreiber! Winke winke! |
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| Urubamba |
Wir landeten im Inka Örtchen OLLANTAYTAMBO. Hier war es knuffig, hätte es nicht geregnet…Wir parkten und verschlossen unsere Autos auf einem angrenzenden Parkplatz, schnürten unsere „Bündel“, inkl. Wanderklamotten, einem Übernachtungspaket und tigerten zur Bahnstation, um zu erfahren, dass ALLE Züge ausgebucht waren. Auch am nächsten Morgen, sodass wir unseren „Wayna Picchu Slot“ vergessen könnten. Zwar fuhren die meisten Menschen mit dem Zug dorthin, aber das Kontingent für die Züge war erschöpft, was wir nicht verstanden, denn die Buchungszahlen sind ja bekannt und somit müsste eigtl. ausreichend Kapazität für Zugfahrten sein, zumal die Strasse ja dicht war. Man sollte also für die frühe Wayna Picchu Besichtigung vorab eine Übernachtung im angrenzenden Ort buchen (Tourikuchen!) sonst käme man dort nicht rechtzeitig hin…
Die Bahnangestellten kümmerte unser Transportproblem herzlich wenig und so liess man uns gleich doppelt „im Regen stehen“.
Die Stimmung in unserer Runde war vom Feinsten!
Die Lösung sah nun so aus: Auto fahren.
Nachdem wir Busfahrer, Polizei und Mopetfahhrer befragt und alle drei Parteien uns eine andere Antwort genannt hatten, versuchten wir unser Glück. WIR würden um die Stelle schon herumkommen, sollte sie tatsächlich dicht sein. Wir starteten um Punkt 19:30. Der Weg beinhaltete freundlicherweise einen Pass von 4.261 m, auf dem wir mit Schnee und Schneematsch kämpften. Der Weg bestand aus Serpentinen noch und nöcher, war aber relativ gut ausgebaut und wies fast komplett „Blinkis/Katzenagen/Reflektoren“ auf der Fahrbahn auf.
Es kamen uns viele vollbeladenen LKW´s entgegen, was uns Hoffnung gab, den Weg nach AQUA CALIENTES (Ausgangspunkt für den Machu Picchu) heute noch zu erreichen. Die Strasse wurde schlechter. Hänge waren abgestürzt und Felsbrocken in allen Grössen lagen auf der Strasse. Wasserschwälle-und Fälle flossen über sie Strasse. Grad im Dunklen war nun äußerste Vorsicht geboten, denn sobald man um eine Ecke kam, lag die Strasse voller Geröll und/oder Wasser sodass wir vorsichtig vorbei rangieren mussten…der Gegenverkehr auch. Es war wirklich mühsam. Ich freute mich allerdings schon auf die Rückfahrt bei Tageslicht, denn landschaftlich und abenteuerlich war es sicherlich eine Fotostrecke wert. Nun war es aber stockfinster und es regnete unaufhörlich. Fototechnisch also eine glatte 6.
Zwischenzeitlich hatten wir uns überlegt, dass wir von Santa Teresa die letzten 10 km nach Aqua Calientes per Anhalter fahren würden, wäre die Strecke unpassierbar.
Aber so weit kam es - oder kamen wir - gar nicht…Nach exakt 125 km und 3 Stunden (!!!) Fahrt war die Reise beendet und das obwohl wir noch nicht in Santa Teresa sondern in Santa Marta waren. Die Strasse war weg. Eine Schlammlawine war frisch den Abhang heruntergekommen und hatte die Strasse bedeckt. Ein paar mutige Moppetfahrer versuchten ihr Glück. Doch selbst die Crossfahrer die des Nachts unterwegs waren, verstummten in dem 1 m tiefen Schlamm und waren mit ihren Maschinen gefangen. Bis zu fünf Personen benötigten sie um die Maschinen wieder herauszubekommen…Es dauerte ewig.
Wir beratschlagten. Die Nacht über stehenbleiben und hoffen, dass sich „schnell“ etwas tut und ebenfalls hoffen, dass die weitere Strasse frei wäre…doch schon bei der Hoffnung nach „schnell“ war uns allen klar, dass das auf diesem Kontinent nicht passieren würde.
Also drehten wir um. Unnötig zu sagen, dass die Strassen und das Wetter nicht besser wurden. Unsere Stimmung im Übrigen auch nicht. Gekrönt wurde das Ganze durch eine nächtliche Polizeikontrolle. Wenns kommt, da dicke. Den Rest der Fahrt versüssten wir uns mit dem NDR Podcast von Frau Bettina Tietjen…Tietjen talkte bis kurz vor 2:00 für uns, bis wir wieder exakt da standen wo wir von Stunden unser Abenteuer Machu Picchu gestartet hatten.
Um 5:40 trällerte Friso „Guten Morgen“ und verschwand mit Sprinterli und Ehefrau Wera zum Bahnhof. Laut Peru Rail gab es keinen Zug mehr..Inca Rail hatte gestern Abend schon geschlossen…und Friso gab die Hoffnung nicht auf, dass wir ggf. dort noch ein Plätzchen bekommen würden. Unsere Holland-Brasilianer sollte Recht behalten und zückte 4 Tickets. Wow. Fix noch einen Sprint zu Zug absolviert und dann war unser Ziel doch wieder näher. Die Zugfahrt verbrachten wir auf fett gepolsterten Ledersesseln sowie Café und Tee satt, Weras frisch geschmierten Stullen und logo: Hartgekochten Eiern. Wenn man schon mal eine Reise tut, dann richtig!...für 50 US Dollar (one way, versteht sich).
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| Endlich wieder Zug fahren... |
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| Gib Stulle! |
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| draussen tobt der Fluss... |
Unseren Slot erreichten wir mit dem 6:40 starteten Zug natürlich nicht. Wir waren gespannt, ob man uns noch Einlass gewähren würde, bzw. in die zweite „Gruppe“ verfrachten könnte…
Wir landeten in Aqua Calientes und suchten den Bus. Die Fahrt zum Eingang der Inca Stadt dauerte erneut 30 Min., kostete extra und war mit ca. 15,00 (Hin & Rück) vergleichsweise günstig. Danach hiess es Schubrakete zum Eingang.
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| Ausgangspunkt Machu Picchu: Aqua Calientes |
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| Da simma! |
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| ...Aufstieg! |
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| nicht so ungefährlich bei Regen und glitschigen Stufen |
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| wie Sie sehen, sehen Sie NIX |
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| immerhin ein Vögelchen |
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| warten auf den freien Blick |
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| naaaa, geht weg, Wolken! |
Zwischendrin rückten die Nebelwolken ein Stück zur Seite. Ein Puzzlelbild hatten wir am Ende des Tages zusammen. Der Regen folgte weitere 3 weiter Male, bis wir auf die Knochen nass waren. Egal, STIMMUNG!
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| Trara, der Machu Pichhu... |
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| Brotzeit im Regen |
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| egal, schee wars |
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| Gleich startet der Abstieg...Klitschnass und fertig! |
Ich hingegen war dennoch beeindruckt…auch die Puzzlebilder fand ich klasse.
Danach schlenderten wir noch durch die Inca Stad Machu Picchu. Das haute uns – trotz Regen - aus den Latschen. Zwar gibt es darüber relativ wenige Infos, sowie keine Beschilderungen, aber die imposante Bauweise und Grösse der Stadt sind mehr als beeindruckend.
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| Sie stören jedes Bild, diese Ampelmännchen oder Teletubbies |
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| sieht giftig aus |
Um 21:00 landeten wir in Ollantaytambo un wir wollten nur noch eine heisse Dusche und ein trockenes Bett. Am Bahnhof erfuhren wir, dass am Tag darauf alle Züge aufgrund des Wetters stillgestellt wurden, die Flüsse hatten über 640 m³ pro Sekunde erreicht. Normal waren es 550 m³ zu dieser Zeit. Hatten wir doch Glück gehabt!
Wir steuerten das Hostel LAS POSADAS mit Parkplatz an. Wen ich nun sage, dass in unserem Zimmer das heisse Wasser streikte, Ungeziefer und Spinneneier unsere Untermieter waren, wir uns später vom WC ausschlossen und die Tür eigenständig aufbrechen mussten, wundert es sicherlich nach dem Kapitel Machu Picchu keinen.
Trotz allen Strapazen, schlechtem Wetter und den finanziellen Ausgaben, waren wir alle vier froh, dieses weltweit einzigartige Inca Städtchen besichtigt zu haben. Somit verbuchten wir diesen Ausflug unter: „Langweilig kann jeder. Wir sind halt Rockstars.“











































































