30.01.2012

24.01.2012 Humberstone / Chile

Nicht weit (48 km östlich) von Iquique besuchten wir eine Geisterstadt…aber eine Echte. Huibuuh!

Die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke sind zwei ehemalige Werke zum Abbau von Chilesalpeter, die sich in der Kommune von Pozo Almonte in der Región de Tarapacá in Chile befinden. Sie sind im Weltkulturerbe der UNESCO aufgelistet. Die Salpeterwerke in der Wüste sind seit 1961 dem Verfall ausgesetzt. Beide Werke spiegeln die Pracht und den Kontrast wider, die Chile Ende vom 19. und Anfang vom 20. Jahrhundert erlebte. Zu Glanzzeiten lebten in Humberstone mehr als 3500 Personen. Am 16. Januar 1970 wurden die Werke zu nationalen Monumenten Chiles erklärt. Im Juli 2005 wurden beide Werke zum Weltkulturerbe der UNESCO deklariert und gleichzeitig auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Humberstone-_und_Santa-Laura-Salpeterwerke
Kirche
Markt / Kaufhaus
Schuhe
Kippen
Bäckerei
BAYER aus Leverkusen
Die 1872 gegründete Bergbausiedlung sprühte einst vor Energie, Kultur und Wohlstand, genährt durch den Salpeterboom. Die Entwicklung synthetischer Nitrate zwang jedoch bis 1960 die Schliessung.
Im Theater...
...soll es inzwischen...
...richtig spuken
Einige Gebäude sind restauriert, andere verfallen.
Am Ende der Stadt ist das elektrische Kraftwerk und die Überreste der Schmalspurbahn zu sehen. Sämtliche Häuser sind zugänglich. Es war beeindruckend, aber auch skurril.
die wilde 13
endlich wieder Büroarbeit
Kinderzimmer
Küchenbeispiele
Nach einem ausführlichen Bummel über das Gelände machten wir uns auf gen Osten… auf die A-55 etwa 180 km in Richtung COLCHANE, es liegt ganz dicht an der Bolivianischen Grenze.
Der Weg aus der Wüste wurde langsam bergiger...bunter und auch kälter. Neben dem Regen den wir auf einmal verspürten. Wiedermal perfektes FlipFlop Wetter. Hier kommt der Winter wirklich immer so plötzlich ;)

Der Grenzort Colchane liegt auf einer Höhe von 3.718 m am Übergang des bolivianischen Altiplano zur chilenischen Cordillera Occidental. Colchane ist der chilenische Landkreis mit der höchsten Armutsrate der Republik, 34,56 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze...bleiben wollten wir hier nicht...es war schon eher "usselig" hier...

22.01.2012 Iquique / Chile

Schon von der Küstenstrasse sahen wir die Strände und Dünen…

Auch diese Stadt liegt auf einer schmalen Terrasse die bis auf 600 m ansteigt. Zudem gibt es eine Menge moderner Häuser, sogar Hochhäuser sowie die typischen kleinen bunten, manche von denen auch in desolatem Zustand. Auch die Stadt erlebte damals den Salpeterboom.
http://de.wikipedia.org/wiki/Iquique

Die Stadt liegt 1.853 km nördlich von Santiago…da hatten wir ja schon wieder ein gutes Stück geschafft. Iquique ist eingezwängt zwischen dem Pazifischen Ozean und den Küstengebirge, das hinter der Stadt abrupt aufsteigt. Im Sonnenuntergang leuchten die Berge, der Pazifik und die Sonne um die Wette. Ein echtes Spektakel!
Wir erreichten die Stadt genau zu dem Zeitpunkt und fanden eine schöne Bleibe mit Meerblick, Wlan und fliessend Wasser. Für uns quasi ein Paradies.
Die Stadt hat ebenfalls einen Hafen, welcher mehr Fischmehl verschifft als jeder andere. Wenn man der Strasse gen Norden folgt, landet man in der ZONA FRANCA/Freihandelszone….danach unweigerlich in der Automeile. Kilometerlang reihen sich Autohändler aneinander. Jedes Auto ist dort zu finden, auf den völlig überfüllten Betrieben, die die Hälfte ihrer Fahrzeuge auf den Strassen parken und rangieren…Also wenn ich in Chile ein Auto an-oder verkaufen möchte, erledige ich das wohl dort…
chilenisches Spezialgetränk
http://www.chilenus.de/Rezepte/chilenische-Kueche/Mote-con-huesillos/
Die Stadt hat 170.000 Einwohner und entwickelt sich als Surfer-und Paragliderhochburg, sowie flotten Casinobesuchern. Auch Chile hat in jeder Stadt ein Casino…mal größer, mal kleiner…
In der Umgebung der Stadt finden sich Geoglyphen, Hinterlassenschaften indigener Völker.
So besuchten wir EL GIGANTE, die weltweit größte Abbildung eines Menschen die Archäologen bislang entdeckt haben. 86 m hoch. Es wird angenommen, dass der GEOGLYPH der abseits jeder Siedlung, westlich vom Cerro Unita steht, einen Schamanen darstellt…Man schätzt, dass der Riese um ca. 900 entstanden ist…Für uns ist das leider immer schwer vorstellbar, denn meist sehen diese Dinge aus wie ein prächtiges Werk unserer 3 und 4 Jahre alten Neffen. Halt sehr schön, aber sich vorzustellen, dass es schon so alt ist, fällt uns schwer. Dennoch beeindruckend.
Der Abschied aus Iquique fiel mir schwer. Zu einem mochte ich die moderne, lässige Strandstadt…aber viel mehr hatte ich mich verliebt. Eines Abends stand er einfach vor mir und wir wurden Freunde. HANDVOLL nannte ich ihn, denn er hatte eine Handvoll Ohr, Handvoll Kopf, Handvoll Pfote usw. Es war zwar ein sehr junger Strassenhund, hörte aber auch SITZ und liess sich von mir knuddeln. Natürlich hätten wir ihn am liebsten mitgenommen, trotz Flohzirkus, doch so wiessen wir, dass es nicht einfach ist mit Hunden zu reisen.
Neben den behördlichen Auflagen wie Tierarztbesuch vor jedem Grenzübertritt und dem Verbot der Mitnahme in alle Nationalparks, den meisten Campingplätze sowie Hotels, empfinden wir es für einen jungen Hund hinderlich, mehrere Stunden in einem Fahrzeug, bei teilweise „Extremsituationen“ wie Wetter, Höhe etc, zu verbringen.
Handvoll erwies uns am nächsten Morgen noch einen Besuch ab und wir frühstückten gemeinsam, bevor wir uns dann zu zweit auf den Weg in eine echte Geisterstadt machten…er hingegen ging mit seinem Freunden an den Strand...oder bei den Touristen vor dem Grill.
DINEYS statt DISNEY