23.01.2012

05.01.2012 Socos und Umgebung / Chile

Weiter ging es an der Küste gen Norden. Ein kurzer Zwischenstopp, aus aktuellem Anlass in Viňa de Mar beim „Castillo Wulff“ war Pflicht. Die Kunstausstellung wurde gerade erneuert…Kartons und Exponate waren gerade eingetroffen. Zufälle gibt’s…
Castillo Wulff
Blick  auf Viňa 
Blick auf Viňa mit 3 Pelikanen
Viňa de Mar besticht durch Hochhäuser. Meistens sehr hässlich. In den Strassen riecht es nach Frisöse und Fisch, Restaurants in allen Varianten – sogar Mäcci und Burger King – sind vorhanden, was ja eigentlich kein Charakterfehler ist aber hier irgendwie nicht passt. Schade, hatten uns den "HOTSPOT" irgendwie netter vorgestellt. Vielleicht hatten wir auch nur einen schlechten Tag erwischt... Die Strände sind zur Hauptsaison überfüllt und wir waren froh, dass wir die letzten Tage in Valpo verbracht hatten.
Entlang der Küstenstrasse, welche parallel zur Panam verläuft und relativ gut ausgebaut ist, finden sich noch ein paar kleine, fast unberührte Orte mit schönen Stränden und wenig Hotellerie. Ab der Ortschaft MAITENCILLO wird es gen Norden hin netter und ruhiger.
In CACHAGUA finden sich nicht nur top moderne Häuser mit Meerblick auch eine kleine Felsinsel mit Humboldtpinguinen, Kormoranen und Seelöwen. Allerdings dominieren hier Residenzen und edle Wochenendhäuser.
Die Küstenstrasse endet im Ort PAPUDO in die Panam und so ging es weiter bei Sonnenschein und herrlichem Ausblick auf den funkelnden Pazifik, die angrenzenden Strände sowie die bergige, steppenähnliche Landschaft zur rechten. HALBWÜSTE nennt man das im Fachjargon. Zwischendrin gewaltige Felswände. LKW´s ziehen sich mühselig die bergige Panam hoch, zwischendrin trafen wir einige Team-Fahrzeuge der DAKAR Rally, die sich in der Region gerade befand.
Mitten im Nirgendwo sollten wir dann eine OASE namens TERMAS DE SOCOS treffen. Laut Reiseführer war es erstklassig. Was auch immer der Schreiber sich bei diesem Bericht gedacht hat, er hat gelogen. Landschaftlich war es wirklich toll, 2 km entfernt der Panam, zwischen Schluchten gelegen, Bäume und Pflanzen „bettenden“ das Gelände ein. Nach Ankunft am Abend, einem Tag im Auto bei Hitze und Sonnenschein war es uns fast egal, dass wir die Nacht in kleinen, staubigen und überteuerten Borkenkäferbuden verbrachten. Eigentlich war es schon fast wieder lustig und so liessen wir den eindrucksvollen Tag im angrenzenden Restaurant und später im Patio ausklingen. Die Thermalbäder, auf die wir uns so gefreut hatten, stellten sich als lediglich Badewanne heraus, welche in einem verdunkelten Zimmer standen. Äh, ja, das war nicht wirklich das, was wir uns vorgestellt hatten. Einige Thermen hatten wir ja nun schon gesehen. Das war nicht das Exemplar wo wir „chillen“ wollten. Also ging es am nächsten Morgen weiter. In der Region befanden sich noch zwei interessante Sehenswürdigkeiten.
Zuerst besuchten wir den abgelegenen „Parque Nacional Fray Jorge“, der über eine Wüstenzufahrtstrasse zu erreichen ist. Die 1 stündige Anfahrt über Schotterpisten, zwischen Felsen, Bergen und Kakteen, vereinzelt ein paar Lehm- und Wellblechbuden, erinnerte uns an Bolivien. Nur waren hier die Strassenverhältnisse weitaus besser und wir fuhren auf den Pazifik zu.
Der Nationalpark besticht dadurch, dass es mitten in der Wüste, einen Nebelwald gibt. Nach einer weiteren Stunde Fahrt über bergiges Stock und Stein landet man in einem kleinen Waldstück, mit vielen Bäumen und Büschen auf 600 m mit Blick auf das Meer. Das Besondere ist, dass diese Arten von Bäumen, eigt. In Valdivia 1205 km südlich zu finden ist. Der Küstennebel (CAMANCHACA) drückt vom Pazifik auf die heisse Wüstenluft.
Die eigentlich dort lebenden Tiere sowie 80 Vogelarten sahen wir nicht. Ausser ein besonderes Exemplar Tier. Nah vor uns und komischerweise nicht schreckhaft…schon ein schickes Tierchen.

Ebenfalls besuchten wir das „Valle de Encanto“, wo eine Galerie vorkolumbianischer Felsenkunst zu finden ist: 19 km westlich von OVALLE finden sich in einem felsigen uns sehr schönen und beeindruckenden Canyon Petroglyphen und Piktogramme aus der EL MOLLE Kultur, die in dieser Gegend vom 2. Bis zum 7. Jh. N. Chr. lebten. Neben tanzenden Strichmännchen und Aliens findet man ebenfalls TACITAS. Löcher im Felsen, welche zum Zermahlen mit einem Mörser von Pflanzen und Lebensmittel dienten.

22.01.2012

03.01.2012 Valparaíso / Chile

120 Kilometer nordwestlich von Santiago liegt - so sagt man - Lateinamerikas außergewöhnlichste Stadt, welche Kulturhauptstadt, Sitz des Kongresses sowie Hafenstadt ist. Input! Der Einheimische sagt auch gerne, dass es der EINIZGE Hafen Chiles ist. Auf dem Weg dorthin, zwischen Santiago und der Küste liegt die bedeutende Weinregion „Casablanca“, wo wir sicherheitshalber mal einen Zwischenstopp einlegten.

Heute schauten wir uns das Weingut EMILIANA genauer an, welches die Weine auf biodynamische und biologische (organisch) Weise anbaut, was sehr aufwendig, aber sehr beeindruckend ist. Zertifiziert sind sie u.A. vom TÜV Süd sowie Demeter. Nach einer sehr interessanten Führung und Einführung in die biodynamische (Anbau, Verarbeitung nach Mondkalender) sowie die organische Weinkunde, testeten wir auch hier ein paar Tropfen...logo.
Einfach Weltklasse!...wären wir nicht auf der Durchreise gewesen, würden wir vermutlich noch heute dort sitzen, so schön war es dort unter Bäumen im Garten und so köstlich.
…im jedem gutsortierten DEMETER-Shop in Deutschland ist Emiliana zu finden.
sie arbeiten auch mit
Schneidemaschine
bedarf dieser Baum Worte?
Rudolf Steiner lässt grüssen
ne lecker  RIECH...
Der Profi am Werk.
Beim Blick auf den Stadtplan von Valparaíso bekam ich Panik. Hier hiess das Konzept eher „Chaos“, auf - Achtung: 42 Hügeln. Anfahren am Berg sollte man vorab geübt haben.
Aber mein Pilot Don Clemente manövrierte uns, sowie seine Schwiegereltern im Schlepptau, galant die Hügel hoch und kam ohne Umwege vor unserem „Hotel Vineyard Robinson Crouse“ zum Stehen. Hier fanden wir die skurrilste, aber auch freundlichste Hotelcrew vor. Von unserer Terrasse hatten wir Überblick auf die gesamte Stadt. Sie sah wirklich genial aus, verrückt und bunt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Valpara%C3%ADso


Auf die 42 Hügel, die sich wie ein Labyrinth gestalten, verteilen sich 14 Aufzüge = ASCENSORES, die scheppernd die Hügel hoch zuckeln. Ein normales Fortbewegungsmittel wie Bus und Bahn. Wir nahmen – klar sind ja Rockstars – den ältesten „ASCENSOR CONCEPTION“ , der schon seit 1883 in Betrieb ist.
Auch die einzelnen Hügel sind unterschiedlich. Mal trendy, kulturell oder sehr modern. Aber in jedem Fall gilt: BUNT.
Wenn man konditionell auf der Höhe ist und die Hügel zu Fuss erkundet, legt sich ein Lächeln über das Gesicht. Die bunten Häuser, die kleinen Gassen und der Blick auf das Wasser machen irgendwie gute Laune.
Zwischendrin finden sich viele Cafés und Restaurant mit oder ohne Wasserblick, in denen man vorzüglich essen kann.
Im Hafenbereich, wo Container (Manche Menschen bringen Ihr Auto hier per Container her und reisen von hier los) und Kreuzfahrtschiffe anlegen, sowie die Marine Ihren Stützpunkt hat, (Rüstungsexport Deutschland, Holland und Frankreich) stiegen wir auf ein Bötchen und schauten uns die Stadt vom Wasser an. Hier soll, laut unserem Captain, das. 3. größte Feuerwerke der Welt jährlich zu Sylvester stattfinden. (nach Rio, Sydney) Das „man“ eigentlich Sylvester im Nachbarort Viňa de Mar oder Valpo feiert wussten wir, denn in Santiago war es zum Jahreswechsel relativ ruhig gewesen, was wir aber sehr genossen haben.
Fischers Fritze
Gerade mit etwas Abstand betrachtet ist die Stadt Valparaíso noch beeindruckender. Oft denken wir an die Tage dort zurück. Man muss nur wissen, dass es etwas verrückt und wild ist und auch KEINEN Strand hat. Dafür fährt man in das 20 min entfernte Bettenburg- Territorium Viňa de Mar, bzw. die Küste weiter nördlich.
„Valpo“ ist definitiv eine Reise wert! Mal etwas völlig Anderes! Doppeldaumen hoch!


Hier etwas Input zur Weinkunde