14.10.2011

05.10.2011 Mendoza / Argentinien

Auf diese Stadt waren wir besonders gespannt, da wir bis dato von Reisenden entweder „top“ oder „flop“ als Bewertung erhalten hatten.

Die Region Mendoza und die zentralen Anden sind kaum mehr als ein langer, schmaler Streifen Wüstenlandschaft. Das Wichtigste vorab: Hier werden 70% des argentinischen Wein erzeugt. In der Umgebung gibt es Hunderte Weingüter, wo Führungen und Verkostungen stattfinden. Die Stadt ist lebendig und quirlig. Kultur das war in Córdoba, Salta und Buenos Aires. Hier lebt die Weinkultur.

In kurzer Distanz befinden sich einige Skiorte sowie der über den Anden gelegene Berg „ACONCAQUA“. Mit 6.962 m der höchste Gipfel Amerikas. Wow! Seine Besteigung werden wir erst mal vertagen, aber genauer betrachten wollten wir ihn.

Die Stadt ist auf Anhieb irgendwie sympathisch. Breite Alleen sowie überall Cafés und Restaurants. Hier leben +/- 1,5 Millionen Einwohner, inkl. des Umlands.
Es gibt fünf Plätze, die angelegt sind wie die 5 auf einem Würfel sowie eine Menge Springbrunnen. Die (ehemalige) Wüstenstadt hat „acequias“ = Bewässerungsgraben. Sie verlaufen neben jeder Hauptstrasse.

Das Wasser kommt aus Stauseen, die um die Stadt gelegen sind. Schickes Konzept, so finde ich. Generell ist die Stadt sehr grün, da ein riesiger Park (San Martin) zentral gelegen ist. Ein netter See mit edlem Regattaclub neben Tennis, Golf und Reitclub sowie das Fussballstadion mittendrin.
Stadionsicherheit 
Kurz dahinter wohnten wir:
Unsere Suche nach einem hübschen Campingplatz war erst relativ erfolglos. Es gab einige Möglichkeiten in der Gegend, doch die meisten hatten (noch) geschlossen, da keine Saison (trotz 25-30Grad) war, oder aber es campierte eine Schulklasse mit 40 sehr lauten Kindern.
Aber wir fanden einen Ort, der das ganze Jahr geöffnet hat. Denn OHNE DAS kann der Argentinier nicht. Unser neues Heim war auf dem örtlichen Grillplatz genannt „Currasceros del Parque“ alias Pilmoyken. Hier gab es die Möglichkeit für uns zu bleiben. Unter Bäumen gelegen hatte jeder Platz seinen eigen Grill, Wasser-und Stromanschluss inkl. Sitzgelegenheit. Hübsch betoniert das alles und in einem meist desolatem Zustand. Sogar Wlan gab es beim „Platzwart.“ WC und Toiletten waren unter aller Kanone, aber das ist eine weitere Geschichte, da die Argentinier ein anderes Gefühl für Sauberkeit haben oder es Ihnen einfach egal ist wie. Alternativ haben sie ein abgestumpftes Schmerzempfinden. (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.) Bis dato haben wir keinen Europäer, Brasilianer oder Amerikaner getroffen, der mit der mit der WC-Situation in Argentinien zufrieden war. Weder auf dem Campingplatz, noch im Restaurants. (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.) Egal, anders Thema. Wir sind inzwischen etwas abgehärtet…oder tun wenigstens so.

Das Wetter war schön und somit genossen wir es durch die Stadt zu bummeln oder im grünen zu sitzen, im Park joggen zu gehen oder den Trubel auf dem Campingplatz zu beobachten. Unter der Woche kamen – meist Herren – in Ihrer Mittagspause/Siesta angerückt und „grillten“ einen aus. Stundenlang verschlangen sie Fleischberge und tranken Bier und Wein im Schatten, danach ging es (vermutlich) wieder zur Arbeit. Manche Grill-Gruppen kamen aber erst gegen Abend. So um 22:00 ging es dann halt los.
Es gibt einige gute Weinbars, wo man alle Weine der Region (und Argentinien) bekommt. Diese kann man in verschiedenen „Flights“ verkosten. Obwohl Mendoza bekannt für Rotwein, besonders Malbec ist, versucht sich der ein oder andere auch im Weisswein. „Das ist das Beste, was wir schaffen…“ sagte uns jmd. in einer grossen Bodega. Weisswein fanden wir in Cafayate weit aus gelungener.
"The Wines" - Tastingroom
Unser RESERVA-Flight...mit Käseplatte
Zuckerwatte pflückt man einfach am Strassenrand
Während ich das hier gerade schreibe, ist Sonntag. Sonntag! Sonntag? Richtig, wer aufgepasst hat weiss, dass Sonntag ASADOtag in diesem Land ist. Es ist gerade mal 13:00 und der halbe Platz ist voll. (50 von ca. 100 Plätzen). Somit sitzen wir als Einzige NICHT Griller mittendrin und schauen dem Spektakel zu. Es riecht köstlich. Dafür qualmt es an jeder Ecke. Ganze Grossfamilien rücken an, Kühltaschen mit Fleischmengen angegekarrt…und Musik aufgedreht…Jedes Auto eine andere Musik. Klar. Und laut. Auch klar.
Freunde, hier geht was. Aber so Einiges!

Nach zwei Stunden im ASADO-Qualm entschieden wir unseren angedachten Vegetarischen Sonntag zu canceln und machten uns auf den Weg in die Stadt. Wir genossen tolle Steaks mit Gemüse und Salat. Und das Gleiche am Abend nochmal. Ja wer weiss denn schon, wie die Steaksituation bald in Patagonien sein wird…
Zwischendrin haben wir „ausserhäusig“ geschlafen, da wir Weingüter in der Gegend besichtigten. Bei den meisten Bodegas macht man im Vorfeld Termine. Ein Weingut, welches wir nur "Flaschenweise" aus Restaurants kannten, schauten wir uns genauer an.
Hagelschutz

Zwischendrin hielten wir Ausschau nach Campingmöglichkeiten in der Nähe, doch die Drei die wir begutachteten fielen durch die deutsch-österreichische Sanitär-Jury.

Im Ort Maipú besichtigten wir das Weingut CarinaE, wo es keiner Voranmeldung bedarf.
CarinaE ist eine Sternenkonstellation, die nur zur Weinlese sichtbar ist.
Gegen Nachmittag landeten wir bei Brigitte und Philippe. Das französische Ehepaar hat vor einigen Jahren ihr Hobby zum Beruf gemacht und betreibt nun ein wirklich entzückendes, kleines Weingut. Nach einem Rundgang mit „le Chef“ persönlich, gingen wir über zur Weinprobe, wohl wissend, dass wir noch Auto fahren mussten, „drosselten“ wir den Konsum. Uns schmeckten mehrere Rotweine wirklich hervorragend und somit kauften wir ein paar Fläschchen und selbstgemachtes Olivenöl.
Maipú
www.carinaevinos.com/
Hier könnt ihr bestellen, es lohnt sich:
www.carinaevinos.com/archivos_ing/distribucion.html
Geburtstagswein für meinen Bruder Flo
Dedon war gestern
Als wir uns erkundigten, ob es in der Gegend einen Campingplatz mit europäischem Standard gäbe, boten die beiden uns ihr Gelände an. WC´s und eine heisse Dusche wären vorhanden und wir könnten uns überall hinstellen und wenn wir wollten durch die Weinfelder spazieren. Den Tastingraum mit Küche und Wlan überliess man uns ebenfalls für die Abendstunden.
Sprachlosigkeit.
Mit edlem Rotwein, Käse, Baguette und Tomatensalat genossen wir den Blick auf die knapp 20 „französischen“ Hektar. Abends wurde es kalt und windig und somit verbrachten wir unseren ersten Abend in unserem „Wohnzimmer.“ Praktisch, wenn die Laufwege und Handgriffe überschaubar sind.

Die Nacht war stürmisch und es regnete. So brachen wir am nächsten morgen früh auf um uns den ACONCAQUA aus der Nähe anzusehen. Wir fuhren ebenfalls zur Puente del Inca, vorbei an den Stauseen und vielen kleinen Skiorten, die fast alle geschlossen waren. Saisonende.

Die Brücke Puente del Inca ist eine steinerne Natürbrücke die durch Ablagerungen von schwefelhaltigem Wasser eine hübsche, frische orangene Farbe angenommen hat. Die Ruine darunter ist ein ehemaliges Thermalhotel, welches durch einen Erdrutsch zerstört wurde. Hier war es eisig. Der Wind pfiff wie „Hechtsuppe“…
Der kleine Ort Puente del Inca liegt in den argentinischen Anden in der Provinz Mendoza auf 2720 Metern Höhe. Weltbekannt ist der Ort durch die gleichnamige Puente del Inca (dt.: Brücke des Inkas), die sich am Rande der Ansiedlungen befindet. Anders als der Name vermuten lässt, ist die Brü-cke kein Bauwerk der Inkas, sondern ein durch Erosion natürlich gebildeter Bogen. Der Na-me kommt vielmehr von der Vermutung, die Inkas seien bis hierher vorgedrungen. Der natürliche Bogen spannt sich 47 Meter hoch und 28 Meter breit über den Río Mendoza. An der Puente entspringt auch eine heiße schwefelhaltige Quelle, die das Gestein rotgelb färbt. Dieser Umstand führte auch zur Errichtung eines Thermalbades, welches aber 1953 durch einen Erdrutsch zerstört wurde. Über den Weg durch die Überreste könnte man heute noch bis unter die Brücke gelangen, allerdings ist seit 2005 dieser Zugang wegen Einsturz-gefahr bis auf weiteres geschlossen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Puente_del_Inca


Wir hielten kurz vor der chilenischen Grenze auf der Ruta 7 im 710km² grossen „Parque Provincial Aconcagua“ und „zwiebelten“ vom Feinsten denn im Schatten der Berge war es kühl und extrem windig.

Glücklicherweise bin ich ein Sammler und konnte die Sturmmaske meines Bruders nutzen, die er vor 15 Jahren von der Bundeswehr mitgebracht hat. Ich wusste schon damals, dass ich sie sicherlich irgendwann gebrauchen kann…

Wir stiegen einige Kilometer auf zur Laguna Los Horcones um einen einzigartigen Blick auf den Gipfel des Aconcaquas zu „erhaschen“…Mächtig thronte er auf knapp 7.000 m Höhe.
Der Aconcagua (mit komplettem Namen: Cerro Aconcagua) ist mit 6.962 m der höchste Berg Südamerikas und des amerikanischen Doppelkontinents sowie der höchste Berg außerhalb Asiens. Da sich die 187 höchsten Berge der Welt in Asien befinden (siehe Liste der Berge in Asien), ist der Aconcagua der 188. höchste Berg der Welt. Der Aconcagua befindet sich in den argentinischen Anden in der Provinz Mendoza nahe an der chilenischen Grenze. Er besitzt fünf Hanggletscher und bis zu zehn Kilometer lange Gletscher. Ein Nebengipfel (6.928 m) liegt südlich des Hauptgipfels. Der Berg ist kein Vulkan, obwohl er ebenso wie der Mount Everest aufgrund der häufigen Wolkenfahnen an seinem Gipfel lange für einen solchen gehalten wurde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Aconcagua


Am 10.10. verliessen wir Mendoza. Es war Feiertag. Und schon als wir aufwachten roch es nach Asado. Der Platz füllte sich zum Vormittag. In Argentinien gibt es ca. 15-20 Feiertage, die meisten „gelten“ für Ämter und Behörden, denn viele Geschäfte, Supermärkte etc. haben geöffnet. Der Grund mancher Feiertage ist oft nicht bekannt.
Apropos Ämter: Neulich waren wir beim Post und Zollamt. Hier zieht man vor Eintritt in den (auch leeren) Raum (mit nur einem Schalter) eine Nummer. Immer. Vorher wird man nicht bedient. Wenn Du was willst: Nummer ziehen!
Aber auch in der Drogerie, beim Fleischer, Apotheke und beim Bäcker zieht man in diesem Land eine Nummer. Ordnung muss sein.

Mendoza hat uns sehr gut gefallen. Klar, das Highlight sind die fantastischen Weine und Bodegas, aber die Stadt und die wunderbare Natur, das Umland, die Nähe zu Chile machen die Stadt für uns zu einem MUSS, wenn man Argentinien besucht.
Mendoza? Doppeldaumen hoch!

Wir hatten unseren ersten TERMIN nach über 5 Monaten:
Spontan änderten wir unser Route und wollen nun von der Stadt Bariloche Osten auf die Halbinsel Valdés, wo es Glattwale, Seelöwen, Magellanpinguine und weitere Tierarten gibt.
ABER: Die Wale – das Highlight – sollen angeblich bis Ende Oktober dort vorbeikommen.
Danach aufgrund der Temperaturen nicht mehr bzw. weniger..
Zwar hatten wir in Panama schon Wale gesehen und der Weg nach Valdés bedeutet eine Menge Kilometer, aber das wollten wir uns doch nicht entgehen lassen. Dafür werden wir die angedachte Tour mit der Fähre durch die chilenischen Fjorde sausen lassen.

Nach dem Whale-Watching geht’s für uns weiter Richtung Süden.

06.10.2011

04.10.2011 La Dormida / Argentinien

Wir verliessen La Florida nicht ohne uns in das Gästebuch einzutragen. Es gibt bereits 4 prall gefüllte Gästebücher, wo sich Reisende eintragen. Auf jeder Seite fanden wir eine spannende Geschichte und ein tolles Auto. Es waren viele Europäer, einige davon hatten wir schon getroffen oder kennengelernt.

Wir starten gegen Vormittag und die 3 Regentropfen der Nacht zuvor und die paar Wolken waren zur Abfahrt verschwunden. Seit Ostern hatte es nicht mehr dort geregnet.

Mehrere Wege führen nach Mendoza, wir wählten den „bergigen“, denn so besuchten wir noch das Örtchen „San Clemente.“ Sehr idyllisch! Wir fuhren Stunden  durch die „pampinen Sierren“. Die Region rund um Córdoba ist zwar nicht berühmt für spektakuläre Landschaften, aber für kleine nette Orte mit freundlichen Menschen. Hat doch auch was. Wir folgten also der Ruta 20 bei Sonne und guter Laune.

In „San Luis“ deckten wir uns mit Lebensmitteln ein, da wir  einen Campingplatz aufsuchen wollten. Es tat uns gut,  mal wieder „mollig“ Lord Höördie zu geniessen. Wir genossen die Abwechslung zwischen Hotel und Höördie. Und bei Sonnenschein sowieso. Auf einem „Camping“ war immer was los: Wer dreht am lautesten Musik auf? Argentinier mögen Musik. Am liebsten ihre eigene und diese laut. Sehr laut. Auch nachts.

Nachdem wir in San Luis einkaufen waren, entschieden wir noch ein Stück näher nach Mendoza zu fahren. Unwissend, dass danach kaum Übernachtungsmöglichkeiten kamen. Ein Ort der namens BALDE, der bekannt für Thermalquellen war lockte mit einem Campingplatz…der versifft und dreckig war…und mit einem angeblich guten Hotel, wo uns die Kakerlaken entgegen kamen. Nun gut, weiterfahren. Und prompt standen wir in einer Fruchtkontrolle, die erst viel später erwartet hatten. Aus Angst vor Fruchtfliegen & Co. die als Überträger dienen, wird an mehreren Orten kontrolliert.
Unser Vorzeitiges Abendessen hiess somit „Apfel an Kiwi“.

Kurz danach ging uns der Sprit aus, da wir an der Tankstelle zuvor nur ½ Tank bekommen hatten, mit der Aussage: “Alle sollen etwas bekommen“…(Hä, sind wir in Bolivien?)

Jetzt wussten wir auch weshalb denn heute gab es keinen Diesel. „No hay Gasoil“…was bedeutete das?
Klaro, das was ich am liebsten mache: in Stockfinstern am Wegesrand anhalten, Kanister vom Dach zerren und tanken. Es hätte eigentlich noch regnen können, dann wäre es perfekt gewesen :-)

Fazit: Wir erfuhren, dass es in „La Dormida“ die nächste Tankstelle gab. "Dormir" kommt bekanntlich von schlafen, "da" von dort. Also, da sollten wir wohl heute schlafen…so übersetzen wir uns diesen Ort, welchen wir nicht weiter erkundeten.

Kein gemütlicher Camper, nein, mal wieder auf der Tanke. Gegen 22:00 kamen wir an, Diesel weit und breit nicht zu sehen, nur eine Menge LKW´s die schon anstanden…

Wir stellten uns etwas abseits, an den grössten Grill, den wir je auf einer Tankstelle gesehen hatten. Es roch zwar etwas merkwürdig bis giftig, dennoch machten wir es uns schnell mit Oropax in der Stadionbeleuchtung „gemütlich“.
Am nächsten Morgen machten wir uns fix auf, denn Diesel gab es immer noch nicht und der Geruch war immer noch da. Er kam von einer Müllverbrennung…die neben uns inszeniert war und loderte:
Ein Lagerfeuer für Plastik und Co. Macht man hier gerne, auch privat mal so im Garten.

Auf dem Weg in das 120 km entfernte Mendoza fanden wir dann unser Glück alias „Diesel führende Tankstelle.“
100 Km vor Mendoza: NUR Wein-und Olivenfelder

01.10.2011 Villa General Belgrano / Argentinien

Eigentlich waren wir auf dem Weg nach Mendoza. Da aber das Grösste argentinische Oktober-bzw. Bierfest quasi auf dem Weg lag, nutzen wir dieses Glück und fuhren in das beschauliche Villa General Belgrano. Die Fahrt war wieder sehr schön, kleine nette Orte die wir durchfuhren. In Alta Gracia hielten wir. Bekannt ist Alta Gracia vor allem wegen der Estancia der Jesuiten, die direkt im Zentrum der Stadt liegt.
Die Estancia gehört seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO gemeinsam mit anderen Baudenkmälern in und um Córdoba. Sehenswert ist auch das Che Guevara Museum, das seinen Lebenslauf dokumentiert und auch Objekte aus seiner Jugendzeit zeigt. Es ist im ehemaligen Wohnhaus der Eltern untergebracht.

Villa Belgrano ist eine Kleinstadt im Departamento Calamuchita der Provinz Córdoba. Sie liegt im nördlichen Valle de Calamuchita und hat etwa 6.000 Einwohner. Die Stadt ist ein beliebtes Touristenziel. Sie wird hauptsächlich von Nachkommen deutscher, schweizer und österreichischer Einwanderer bewohnt - unter anderem von Überlebenden des im Zweiten Weltkrieg vor Montevideo versenkten Kriegsschiffes Graf Spee - und gilt deshalb als „alpine Enklave“ in Argentinien…Besonders beliebt sind hier die Feste: das Bierfest (Fiesta de la Cerveza), das dem Münchner Oktoberfest nachempfunden ist, das Fest der Wiener Torten (Fiesta de la Masa Vienesa) und das Schokoladenfest…was die Menschen sich nicht alles einfallen lassen…
Im Zentrum findet man viele Gebäude und Wohnhäuser, die der alpinen Architektur nachempfunden sind. Vereinzelt ist auch die deutsche Sprache noch zu hören, dies geht aber immer mehr verloren...

Pünktlich um 14:00 trafen wir in Villa Belgrano ein und fuhren prompt in den Schützenumzug…Der Ort schien im Ausnahmezustand zu sein. Ehrlichweise wussten wir nicht genau, was auf uns zu kam. Aber: Clemens hat ja „sicherheitshalber“ seine Lederhose dabei…und die wollte „ ausgeführt" werden. Hotels und Pensionen im Centrum boten nur 3 Tagespakete "all inklusive" an. Wir wollten aber nicht 3 Tage hier hocken und Bier trinken. So was machen wir nun in München. Haha, kleiner Witz am Rande.
Wir fanden einen Campingplatz, der zwar zentral gelegen war aber nicht in unmittelbarer Nähe zum „Cerveza-Park“.

Freundlich wurden wir im hamburger Schnack begrüsst! Das war schön und für uns eine Überraschung! Bettina und Ralf (Pinneberg & Schenefeld) betreiben diesen tollen, sauberen Campingplatz LA FLORIDA schon seit vielen Jahren und haben schon einige Menschen hier kommen und gehen sehen. Sie kennen daher viele „Globetrotter/Overlander/Travellers" die oft Halt machen, aber auch deren Fahrzeuge beherbergen, wenn manche der länger Reisenden den südamerikanischen Winter in Deutschland verbringen. Gerade dort aus Hamburg eingetroffen waren Margot und Volker, die nun ihren BIG OUZO wieder abholten um weiter zu reisen. Ebenfalls lernten wir dort Maria und Dirk  aus den Niederlanden kennen, die seit  Jahren in der ganzen Welt mit ihrem Toyota unterwegs sind. Alle gaben uns viele nützliche und tolle Tipps.

Perfekt präpariert ging Clemens zum Oktoberfest.

Es findet seit 1972 statt. Am Eingang bezahlt man Einritt, danach gelangt man in die „Rotunde“, wo man deutschen Krims-Krams, Essen etc. kaufen kann. Danach geht es in den Cerveza-Parque. Wichtig: Bierkrug, bzw. Humpen. Nirgends gibt es Plastik-oder Pappbecher. (im örtlichen Supermarkt KEINE Plastiktüten) Jeder bringt sich ein „Bierseidel“ mit oder kauft ihn vor Ort, füllt ihn dort auf. Auf der relativ grossen Bühne war zu Beginn noch bayrische-spanischer Mix mit diversen Wiesn-Lieder zu hören…Doch gegen Abend änderte sich das Programm. Auch Kosaken tanzten und Bauchtanz war auch zu sehen, neben der palästinensischen Volkstanzgruppe. Generell ist die Stimmung etwas anders aber auch so Manche/r in Tracht oder zumindest ein Hütchen mit deutscher Flagge. Total angesagt ist eine Schärpe, meist in schwarz-rot-gold, an die man sein Bierglas (sicherheitshalber) hängt…
An jeder Ecke trifft man das Biermännchen (rechts)
Österreich trifft...
...Niedersachsen!
Das Fest findet zwei ganze Wochen statt. Von Morgens bis Abends wird der gesamte Ort über Lautsprecher mit Oktoberfestmusik oder Bühnenprogramm beschallt. Unglaublich! Doch die meisten Gäste – kontinentweit- kommen am zweiten Wochenende. Dann erscheinen alleine 100.000 Besucher und das in einem Ort mit 6.000 Einwohnern. Uns reichte der Abend als Erfahrung und wir wollten am Tag darauf weiter.
JeKaMi  -  jeder kann mitmachen...
Gut vorbereitet!
ISENBECK, Warsteiners kleine Schwester
Gulasch con Spatzel von "die Freunde"
Siesta
Schinken-Käsebrot
Brauereibier
Doch uns kam etwas dazwischen. Ralf macht jeden Sonntag –  jeden Sonntag – ein Asado. Und min. ein Asado sollte man mal in seinem Leben mitgemacht haben…

Ein Asado (Gegrilltes), auch parrillada genannt, ist eine Grillmahlzeit oder auch eine gegrillte Speise. In den regionalen Küchen des südlichen Südamerika, insbesondere in der argentinischen wird ein Asado als Festmahlzeit praktiziert. Im Übrigen spanischen Sprachraum wird der Begriff dagegen für jede gegrillte Speise (Rippchen) verwendet.
Asado bezeichnet im südlichen Südamerika eine Festmahlzeit, in der verschiedene Fleischsorten und Innereien, meist vom Rind, in einigen Regionen auch von Schaf, Ziege,Schwein, Lama und Geflügel, auf einem Holzkohle- oder Holzgrill horizontal gegart werden. 



Eine besonders traditionelle Form ist das asado con cuero (, Gegrilltes mit Haut‘). Dabei werden große Fleischstücke, an denen die Haut des Tieres noch vorhanden ist, vertikal bzw. leicht geneigt auf Spieße in Kreuzform rund um ein Feuer platziert und mit Flamme und Glut gegart.
Traditionell wird es am Wochenende entweder in der Familie oder im Freundeskreis gemeinsam zubereitet. Begleitet wird das Asado meist von Salaten und alkoholischen Getränken, insbesondere Rotwein und Bier…


Und falls jmd. denkt, ein Asado sein etwas wie grillen, der liegt falsch…es ist nämlich noch schlimmer. Man isst noch mehr. Alle Fleischarten kommen nacheinander. Nur so viel sei gesagt: Wir begannen um 14:00. KEINER hatte davor gefrühstückt, benötigte danach kein Abendessen…und kein darauffolgendes Frühstück…Wir haben wirklich ALLES gegeben. Um 20:00 waren wir fix und fertig.
El Asador - Ralf
Clemens, Maria, Margot, Dirk, Volker (vLnR)
und er wartet geduldig jeden Sonntag auf die Reste vom Asado: Senor Sunny
Es war unsagbar köstlich. Unbeschreiblich. Ein sehr gelungener Sonntag! …so gelungen, dass wir Montag "das Fleisch spazieren führten" und noch blieben und uns erst Dienstag in die Startlöcher begaben: Die 3. grösste Stadt Argentiniens wartete auf uns: Die Weinmetropole Mendoza, mit den beeindruckenden Anden im Hintergrund. Auch diese Stadt sollte so EINIGES zu bieten haben...