16.08.2011

09.08.2011 Cuiabá und Cáceres / Brasilien

Wera und Friso mussten heute das Land verlassen. Nein, eigtl. nur Wera, da ihr Visum heute auslief und die Behörden bei so etwas sehr streng sind. Da Friso ein guter Ehemann ist, beschloss er sie zu begleiten ;) Die beiden sind auch auf dem Weg nach Bolivien. In der 90 km von der Grenze entfernten Stadt Cáceres muss man bereits die Ausreise- und Zollformalitäten erledigen. Die beiden werden also vorfahren. Wir verabredeten uns locker für die kommende Zeit in Bolivien. Wir beschlossen, noch einen Abstecher nach Bom Jardim in der Nähe der Stadt Cuiaba zu machen um dort in einer glasklaren Quelle zu schnorcheln. Die Fahrt dorthin wurde zum Kampf. Rote Sandpisten machen uns bei der Hitze das Leben schwer. Es qualmt so sehr, dass man die Hand vor Augen nicht sehen kann. Zwischendrin sind Baustellen, die aber nicht wirklich angekündigt wurden und man schlagartig vor Gruben und zwischen Baugeräten steht. Wir kämpften uns durch, zwischen Pferdefuhrwerken und Baggern. Überall ist dieser Rote Sand. Im Auto, auf der Haut und selbst die Zähne knirschen.

In Bon Jardim sagte man uns, dass auch hier im Vorfeld gebucht werden muss….zur Erhaltung der Natur, dürfen täglich nur eine bestimmte Anzahl von Menschen zugelassen werden.
So langsam kam unser Blut zum kochen. Sollte dieser Tag umsonst gewesen sein? Zugegeben die Natur war wirklich wunderschön, aber der Weg hier hin staubig, steinig und vor allem heiss. Nun sollten wir auch dafür belohnt werden….fand ich.

Wir fanden unsere Quellen und bekamen auch noch unsern Personal Guide, mit dem wir ins Wasser stiegen. Man schnorchelte 1,5 Stunden durch glasklares Wasser, 200 kleine Quellen brodelten unter uns. Umgeben von Fischen, die bunt und meistens sehr gross waren…zudem waren es viele. Als der Guide Futter in unsere Richtung warf, wäre ich fast in Ohnmacht gefallen, da war der Einstieg zuvor ins Wasser durch ein paar Hundert Fische dagegen ein „Klacks“.....denn wer mich kennt, weiss dass Schnorcheln nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung und Fische nicht zu meinem Lieblingstieren gehört…aber ich bin ja lernfähig und es war – ja, ich gestehe – wunderschön und ein tolles Erlebnis.

In der Region fanden wir mal wieder (!) im Dunkeln keine Unterkunft. Einfach mit dem Auto stehen bleiben – negativ. Also fuhren wir im wunderschönen Sonnenuntergang in Richtung Cuiabá…dort wird die WM 2014 ausgetragen und wir erhaschten schon einen Blick auf das Stadion. Wir fanden ein schönes und sicheres Hotel und genossen nach Schiffsfahrt und Camping eine heisse Dusche, ein Bett, Wlan und Roomservice…somit holten wir quasi unseren 1. Hochzeitstag nach. Diese Belohnung hatten wir uns auch verdient. Fand ich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cuiab%C3%A1



Corumbá
Cáceres
Am nächsten Morgen ging es früh in das Fischerörtchen Cáceres. Es lag 90 Kilometer vor der Grenze zu Bolivien. Hier mussten wir Ausreise und Zoll erledigen, bevor wir dann nach San Mathias „rübermachten“….dann auf Wellblech- und Sandpisten die „berühmte“ Schmugglerstrecke nach San Vincente fahren würden. Einen Tag würden die ca. 130 Kilometer bestimmt dauern...

Der Plan war gut.
Ging leider nur nicht auf.

12.08.2011

08.08.2010 Transpantaneira / Brasilien

Da waren wir nun, auf der Transpantaneira. Die Strasse, die als Einzige durch das nördliche Pantanal führt. Von unserer Anlegestelle „Porto Jofre“ bis zum Ort Poconé. Wenn man nicht mit wie wir mit dem Boot kommt, und das tun die wenigsten, so fährt man ab Corumbá 1.200 Kilometer durch das Land um dann in Poconé die Transpantaneira hoch und dann wieder runter zu fahren.
Transpantaneira
Quelle: Internet
Die 145 km lange, hochgelegte Schotterstrasse beginnt in Poconé, führt über exakt 122 kleine und grosse Holzbrücken (Stand: 16.10.2010), sie endet in Porto Jofre (Endpunkt der Transpantaneira).

Im September 1973 verwirklichte die “Entwicklungsgesellschaft für Mato Grosso” (Codemat) ein zwanzig Jahre altes Versprechen: den Bau einer Strasse, quer durch das Überschwemmungsgebiet, mit dem Ziel, eine Nord-Süd-Verbindung zur Bundesstrasse BR-262 zu schaffen, die zwischen “Campo Grande” und “Corumbá” verläuft. Man hatte die Entwicklung des Pantanal als Rinderzuchtgebiet im Auge: Die Strasse sollte sowohl dem Abtransport der Rinder als auch dem Heranbringen von Gerät und Maschinen dienen und damit den kostentreibenden Lufttransport ablösen. Die 145 Kilometer dieser Strasse – von “Poconé”, im nördlichen Mato Grosso, bis “Porto Jofre”, an der Grenze zu “Mato Grosso do Sul” – wurde fertiggestellt, muss aber alljährlich an vielen Stellen wieder geflickt und neu aufgeschüttet werden.


Wir hatten ja nun nur eine Strecke. Mit Abstand von Andrea / Thomas und Wera / Friso machten wir und auch auf den Weg. Ohne Abstand voneinander kann man zu der Zeit diese Strecke nicht fahren. Es staubt. Aber richtig. Und das in Rot. Man sieht die Hand vor Augen nicht. Da wir über keine Klimaanlage verfügen, sind die Fenster bei 40 Grad Aussentemperatur logischerweise geöffnet. Logischerweise sieht unser Auto nach kurzer Zeit aus wie Schweinkram. Und wir auch. Egal, Abfahrt.
Brücke Nummer 1
Manche Brücken sind besser in Schuss andere nicht, manche kann man umfahren, andere wieder nicht. Es ist wunderschön, wir sind froh, dass wir die Schiffstortur auf uns genommen haben und hier sind.
Wasserschweinsuchbild
Mikado is out - Nestbau is in!
Wir geniessen nochmal alles. Die Farben der Natur, die Tiere am Wegesrand, die Einsamkeit. Nur selten kommt uns jemand entgegen.
Anaconda am Wegesrand
ca. 2,5 - 3,0 m
Aufnahme aus sichere Nähe ;-)
gute Brücke von unten
Frosch//Frösche im Hals
Termitenfriedhof
Säue sind hier heilig...
...daher einen kühlen Kopf bewaren
Caimansandbank
Wera & Friso beim Brückencheck

Am Abend kehrten wir mit Wera und Friso 17km vor Poconé auf dem Campingplatz "Paraiso" ein und lassen uns von Weras Spagetti mit selbstgemachtem Pesto und Salat verzaubern. Andrea und Thomas waren etwas vorher in einem Hotel untergekommen. Total ko fielen wir alle in unsere Betten. Am nächsten Morgen wurden wir durch Vogelgezwitscherter bzw. das Krächzen von Papageien geweckt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Die Natur kann wirklich schön sein.
Einfach mal entspannen...